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Dienstag, 22. Oktober 2013

Kartoffelferien

Meine Eltern können sich noch gut daran erinnern, als die Herbstferien noch Kartoffelferien waren. Bis in die 1960er Jahre gingen, passend zur Ernte, ortsansässige Bauern in die Schulen und warben zusätzliche Helfer an, so dass sich auch Kinder, die nicht aus Bauernfamilien stammten, auf diese Weise ein kleines Taschengeld verdienen konnten. Somit boten in den ländlichen Gebieten die Herbstferien den Kindern keine Verschnaufpause, im Gegenteil die Kinder mussten richtig ran. Denn das Aufsammeln der Kartoffeln war eine sehr mühselige Angelegenheit, da durch das ständige Knien und Bücken der Rücken stark beansprucht wurde. Aber dennoch war es wohl eine recht fröhliche Zeit. Es wurde viel gesungen und erzählt und auch die Aussicht auf eine schmackhafte Mahlzeit, auch wenn es mancherorts nur eine Leberwurstdubbel (Dubbel = Butterbrot) war, sorgte für eine gute Stimmung. Gegen Ende der Erntezeit sah man im herbstlichen Abendrot die Kartoffelfeuer leuchten, in deren Glut man die letzten Kartoffeln röstete. Denn nach der mühseligen und anstrengenden Arbeit schmeckten die Erdäpfel doppelt so gut.

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