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Freitag, 22. November 2013

Emil



"Hat Emil heute Nachmittag Zeit zum Spielen?!", ach, du meine Güte, jetzt frage ich schon nach einem Spieltermin für unseren Hund, wie für ein Kleinkind. Meine Schwägerin antwortet prompt: "Ja, hat er. Wir kommen zu euch. Dann muss du nicht mit deinem kleinen Schisser fahren." Emil ist der acht Wochen alte schwarze Labrador meines Bruders. Ein kleiner Rüpel und forsch, wie sonst was. Endlich ist es soweit, Emil kommt zu Besuch. Die Hühner sind brav ins Aussengehege gesperrt (auch wenn es ihnen nicht passt), damit die beiden Junghunde den ganzen Garten betoben können. Hoffentlich tun sie das auch, denn unsere Julie fühlt sich hier bei uns ohne ihre Geschwister und ihrer Hundemama ziemlich einsam. Sie fiebt oft und auch das Toben und Kuscheln mit uns scheint ihr nicht zu reichen. Aber zuerst sieht die Sachen gar nicht so gut aus, Emil kommt um die Ecke und Julie geht drei Schritte zurück. Sie knurrt (ja, man höre und staune) und ihre Nackenhaare werden zur Bürste. "Na, was ist denn das?", meine Schwägerin und ich trauen unseren Augen nicht, das sonst so scheue und vorsichtige Tier geht direkt auf Abwehr. Schnell gehe ich zu ihr und beschwichtige sie. Meine Schwägerin und ich beschließen erstmal durch den Garten zu laufen, und da er ziemlich weitläufig ist, beschließen beide Hunde uns zu begleiten, immer in der Angst wir könnten verschwinden. So langsam beruhigt sich Julie und lässt zu, dass Emil an ihr herum schnüffeln kann. Sie schnüffelt vorsichtig zurück und dann geht die Post ab: ein plötzlicher Angriff seitens Julie. Und Emil geht direkt drauf ein. Sie jagen sich und fallen übereinander her, ein spielerisches Rangeln nimmt seinen Lauf. Bis es Emil zu viel wird, denn Julie ist jetzt schon ein ganz schöner Feger. Er knurrt erst und dann wird aus Spiel ernst. Meine Schwägerin nimmt ihren hübschen Labrador hoch und die Spielstunde findet ihr Ende. Man muss ja nicht direkt übertreiben, gelle?! Es geht ab ins Haus, wo beide Hunde sich nach einer kleinen Stärkung fallen lassen und sich ins Hundeparadies träumen.

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