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Samstag, 2. November 2013

Er war wieder da!

Ich fege gerade unseren Hof, da höre ich ein fürchterliches Hühnergeschrei. Voller Schreck lasse ich meinen Besen fallen und laufe in Richtung Hühnerstall. Meine Hühner kommen mir total verschreckt entgegen gelaufen. Es sieht so aus, als ob sie die Beine in Hände (Flügel) nehmen. Und dann sehe ich ihn schon. Ein bildhübscher beiger Labrador steht bei uns im Garten. Und ja, auch wenn die ganze Situation schrecklich ist, ist es genau das, was ich denke. Freudig sieht er in meiner Richtung und wedelt mit seinem Schwanz. Nur, dass es mir gar keine Freude macht. Im Gegenteil, denn dieser hübscher, freundliche Hund hat meine Berta in seiner Schnauze. Mausetot. Ich greife nach einem Stock (was für ein Glück, dass die Jungs überall "Schwerter" im Garten verteilt haben) und laufe dem Labrador entgegen. Er wedelt immer noch, doch auf einmal schwant ihm wohl, dass ich ihm nicht wohl gesonnen bin und nimmt Reisaus. So schnell er kann, rennt er, mit seiner Beute in der Schnauze, in unser Wäldchen und verschwindet durch ein kleines Loch im Maschendrahtzaun. Das Loch, ist gar kein richtiges Loch, sondern nur ein verrutschtes Stück Zaun, das eine Lücke zwischen Boden und Zaun auftut. Da stehe ich nun, mit meinem Stock, meiner Wut und meiner Trauer. Weit und breit kein Mensch zu sehen. In den angrenzenden Schrebergärten des dahinterliegenden Mietshauses ist alles still. Mir kullern heiße Tränen aus meinen Augen. Dann rufe ich laut und so dunkel ich kann: "Hallo! Ist irgendjemand da?!" Nichts. Ich bin machtlos, der Zaun ist einen Meter sechzig hoch und sperrt mich in unseren Garten ein. Noch ein Versuch: "Hallo?!" Nichts, kein Mensch, kein Hund. Ich reiße mich zusammen und setze noch einmal an: "Dieses Huhn hatte einen Namen. Es hieß Berta. Und es ist nicht das erste Huhn, dass dieser Hund gerissen hat. Bitte! So melden Sie sich doch!", meine Stimme versagt. Im Mietshaus wird ein Fenster lautstark zu geschlagen, sonst nichts! Kalte Stille, auch in meinem Herzen.

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