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Samstag, 17. Mai 2014

Gespinstmotten



"Guck mal! Vielleicht ist das was für deinen Blog!", unser Patenonkel sendet mir über 'Whats app' einige Fotos zu, "Der Gespensterbaum und die nimmersatten Raupen!". Mich schüttelt es: "Iiiihh!", ist einzige Antwort, die mir einfällt. Gespinstmotten! Den ganzen Wandelweg haben sie in Beschlag genommen. Die Gespinstmotten, die zu den Schmetterlingen gehören, befallen Traubenkirsche, Weißdorn, Schlehe, Pfaffenhütchen, Pappeln, Weiden und gelegentlich auch Obstbäume. Der Schmetterling ist ziemlich unscheinbar. Er hat weißliche Vorderflügel mit dunklen Punkten, seine Hinterflügel grau und er eine Flügelspannweite von bis zu 25 mm. Am Wandelweg mussten sowohl die Schlehen und als auch die Paffenhütchen dran glauben, denn seit geraumer Zeit stehen hier kahlgefressene, silbrig glänzende Bäume und Sträucher. Verantwortlich hierfür sind die Raupen der Gespinstmotte. In Mitteleuropa gibt es davon über 90 Arten. Bei der Suche nach einer geeigneten Fresspflanze spinnen sie alles ein, was ihnen in den Weg kommt, wie Gräser, Kräuter, Zäume oder Brückengeländer. Der seidige Schleier dient den Raupen als Schutz vor Fressfeinden wie Vögeln und vor Regen. Unter dem Schleier fressen die Raupen bis Mitte Juni die befallene Pflanze komplett kahl. Anschließend wandern sie an den Stammfuß, wo sie sich verpuppen. Schäden im Gespinst werden von einzelnen, so genannten „Wächterraupen“ repariert. Sie leben etwas länger und sichern so ihren verpuppten Artgenossen das Überleben. Nach etwa zwei Wochen schlüpfen schließlich die Gespinstmotten und legen etwa 40 bis 80 Eier an der Rinde von den Trieben und Zweigen ihrer Wirtspflanze ab. Ist das Gespinst erst einmal ausgebildet, lassen sich die Raupen kaum noch bekämpfen. Den Sträuchern und Bäumen schadet der Befall übrigens nicht, noch im gleichen Jahr des Befalls treiben sie wieder aus. Hoffentlich!!

Kommentare:

  1. Gespinstmotten heißen die also! Als ich im Frühling die Sträucher auf meiner Laufstrecke von einem Tag auf den anderen in diese Spinnweben gehüllt saß, hab ich mich so erschreckt, dass ich einen Satz auf die Seite gemacht habe ;-) Gruselig sieht das aus.
    Aber du hast Recht, die Sträucher haben wieder ausgetrieben, ein paar Äste, die anscheinend schon zu schwach waren, sind kahl geblieben.
    Danke für deinen Bericht, ich lese mich gerade durch deinen Wissenschatz durch und bin echt begeistert.
    Alles Liebe Babsy

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  2. Ja, auch bei uns auf dem Wandelweg haben die Sträucher wieder ausgetrieben. Aber leider treiben sie keine Früchte.. dabei wollte ich mich dieses Jahr an "Schlehenlikör" versuchen..mmmppff!! Schade drum! Na, ja. Vielleicht klappt es ja im nächsten Jahr. Vielen Dank für Deine lieben Kommentare. Ich freue mich schon darauf wieder von Dir lesen (bei Dir oder bei mir..lach!), Herzlich Nicole

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