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Mittwoch, 19. November 2014

Ein stiller Post



Dieser Post wird ein stiller Post. Ein trauriger. Es geht um meine Mutter. Meine Mutter hat Demenz. Meine Mutter, die ich immer nur als starke und bodenständige Frau kannte, die mir immer mit Rat und Tat zur Seite stand, ist nun völlig hilflos. Als die Ärztin ihre Diagnose verkündete, hallte es in meinen Ohren und ich konnte noch nicht einmal die verzweifelten Blicke meiner Mama erwidern. Das war vor drei Jahren. Nun ist die leichte Demenz bereits eine mittelschwere Demenz geworden. Die Frau, die mir immer Rückhalt gegeben hat, verschwindet zusehends - verflüchtigt sich. Gestern saßen wir im Behandlungsraum ihrer Ärztin und warteten auf ihre neuen Testergebnisse. Die Hände meiner Mutter zitterten wie Espenlaub und wiedereinmal hieß ich Inge, wie ihre kleine Schwester. Still hörte sie der Ärtzin zu. Auch meine Kommentare ertrug sie schweigend. Hoffnungslos und hilfesuchend fanden ihre Hände meine Hände. Ach Mutti, wie gerne würde ich Dir sagen, alles wird gut!

Kommentare:

  1. Liebe Nicole,
    ich denke an dich!
    Herzliche Grüße
    Petra

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  2. In Gedanken bin ich ganz feste bei dir

    Liebste Grüße zu dir :-)

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  3. Ach liebe Nicole...du hast das so treffend beschrieben...demente Patienten "verschwinden" zunehmend...in ihrer Persönlichkeit...in ihrem Wesen...eine langer Abschied vom Leben...für alle Beteiligten eine große Belastung, die man aber leider annehmen muss, man hat keine Wahl. Ihr macht das schon...ihr beiden! LG Lotta.

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  4. Liebe Nicole,
    ich habe pippi in den Augen....mich berührt dieses Thema sehr und wann immer ich von Menschen höre, wo dieser Zustand eine Diagnose findet, fällt es mir schwer die Fassung zu bewahren. Ich hoffe für euch alle, dass ihr stark genug seid diesen Weg gemeinsam zu gehen. Ich drücke euch die Daumen, ihr werdet es brauchen. Sei ganz, ganz lieb gegrüßt - Stine -

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  5. Liebe Nicole,
    das tut mir sehr leid für euch. Deine Mutter wird aber trotzdem deine Liebe spüren, dies weiß ich aus Erfahrungen in unserer eigenen Familie. Jeder Mensch hat seine Entwicklung und ist im Jetzt der, der er ist. Man nimmt ihn so und kann mit ihm Freude und Traurigkeiten empfinden. Freut euch an dem, was ihr jeden Tag habt, schaut auf den Moment, es kommen immer wieder auch schöne Augenblicke.
    Eine andere Wahl hat man nicht.
    LG
    Gea

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  6. Liebe Nicole
    Ich kann dir so gut nachfühlen. Bin in derselben Situation wie du. Auch meine Mutter hat Demenz im fortgeschrittenen Stadium. In den letzten 2 Wochen ist ihre Sprache extrem zurückgegangen, sodass man sie kaum mehr verstehen kann und ein Gespräch unmöglich ist.
    Und trotzdem hat sie noch etwas zu geben. Ihr Lächeln und ihre Dankbarkeit für alles, was wir ihr zuliebe tun. Wir müssen unsere Mütter schrittweise gehen lassen.
    Alles Gute für Euch beide.
    Liebe Grüsse Brigitte

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  7. Liebe Nicole,
    ein schreckliches Gefühl muss das sein. Ich kenne das so nur durch das Erzählen von anderen und nicht jeder *Patient* hat jemand so Liebevollen an seiner Seite!
    Dem gegenüber steht dann mein Vater, der sein Leben so gelebt hat, daß eine Hirnschädigung vorprogrammiert war. Man ist genau so fassungslos, aber will sich nicht zu sehr darin verlieren, denn oft man selber so verloren!
    Mit nachdenklichen Grüßen Dir alles Liebe wünschend, Elke

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  8. Das trifft mitten ins Herz, Demenz ist so schwer. Als Angehöriger ist es schon so irre schwierig, damit umzugehen (wenn sich plötzlich das "Gefüge" verschiebt, wenn man plötzlich selbst die "Sich Kümmernde" ist und das Gegenüber das hilflose Kind). Aber wie muss es als Erkrankte sein? Zu wissen was kommt, (anfangs) immer wieder zu merken, jetzt habe ich mich komisch benommen. Aber es ist dennoch so gut zu wissen, dass da jemand ist, der sich kümmert. Wie gut, dass ihr euch habt!! Ich wünsche euch allen dabei ganz viel Kraft!
    Liebe Grüße
    Jutta

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  9. Liebe Nicole!
    Mir kullern grad die Tränen herunter, weil ich das Thema Demenz nur zu gut kenne. Du hast wirklich mit wenigen Worten meine Gefühle ausgedrückt! Meine Tante hatte diese Krankheit und mein Vater fängt auch allmählich an, vergesslich zu werden. Dazu kommt noch, dass er ein psychische Störung hat.... mich belastet das auch sehr! Aber meine Familie und vor allem meine Kinder geben mir sehr viel Kraft ☺. Die wünsche ich dir auch von Herzen sehr!
    Schön, dass du dich so wunderbar um deine Mutter kümmerst!
    Alles Liebe und eine herzliche Umarmung
    Ulli

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  10. Liebe Nicole,
    ich weiß gar nicht was ich sagen soll, mir läufts grad kalt den Rücken hinunter. Ich kann mich auch gar nicht wirklich in deine Situation hinein versetzen, weil ich bei keinem meiner Elternteile eine langwierige Krankheit miterlebt habe. Beide sind ganz plötzlich gestorben. Das ist ganz fürchterlich, aber ich kann mir vorstellen, dass eine Situation wie eure, die sich über Jahre zieht und deren Ende man kennt, noch viel belastender sein muss.
    Ich wünsche dir so sehr, dass du einen Weg findest, damit umzugehen, ohne selbst daran kaputt zu gehen. Aber du hast eine Familie, die dir jetzt den Rücken stärkt, damit du ihn deiner Mama stärken kannst.
    Eine dicke Umarmung schicke ich dir, Alles Liebe Babsy

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  11. Liebe Nicole,
    noch einmal ich. Ich hoffe, ich kann dich vielleicht ein wenig ablenken und aufmuntern. Schau doch mal bei mir, ich habe dich nominiert und hoffe, dass das okay ist?
    Ganz liebe, dich drückende Grüße

    Petra

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  12. Liebe Nicole,

    fühl dich gedrückt. Es ist so schwer, wenn Eltern, die immer die Starken, Weisen waren, auf einmal schwach werden und sich immer mehr zum hilflosen Kind zurückentwickeln - vor allem für sie ist es schwer. Ich habe das bei meinem Vater erlebt und auch, wie wütend und hilflos es ihn gemacht hat. Ich wünsche dir und deiner Mama sehr, dass sie nur Menschen in ihrem Umfeld hat, die liebevoll mit ihr umgehen - für die Betroffenen ist es auch so schon schlimm genug, wenn sie merken, dass ihr Verstand schwindet.

    Herzlich, Katja

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    1. Kannst du dich mal per Mail bei mir melden? Du hast leider keine Mailadresse auf deiner Seite.

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  13. Liebe Nicole,
    Danke für Deinen lieben Kommi bei mir.
    Ich kann mir sehr gut vorstellen, wie es ist, wenn die MUTTER dement ist /wird. Meine Freundin ist davon betroffen, also ihr Vater, ein starker Mann, der in kürzester Zeit rapide abgebaut hat. Ich kann Dir das gut nachfühlen.
    LG Marita

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  14. ...ich fühle mit dir, liebe Nicole,
    mit meinem Vater ist es ähnlich...auch wenn er uns immer noch erkennt, der Abbau, der für uns, die wir ihn ob der Entfernung nur alle paar Wochen sehen, ist rasant...
    sind wir in der Lage, für unsere Eltern, die uns so viele Wege im Leben gezeigt und uns die Schritte auf ihnen gelehrt haben, jetzt selbst Wegbereiter zu sein? auf einem Weg, den wir selbst nicht kennen und nur schwer vorstellen können?
    ich wünsche dir viel Kraft für die weitere liebevolle Begleitung deiner Mutter...

    liebe Grüße Birgitt

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  15. Oh Mann, liebe Nicole! :-( Meine Schwiegermutter war auch betroffen. Aber sie war auch schon sehr alt, als es so richtig los ging. Ich bete zu Gott, dass wir alle davon verschont bleiben und wünsche dir viel Kraft und Geduld auf dem weiteren Weg!
    Ein stiller Gruß
    Anne

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  16. Oh, du hast mein Mitgefühl! Ich habe damit beruflich zu tun gehabt und fand es immer furchtbar, wenn ein Mensch sich mit der Zeit so verändert, der Verstand nach und nach schindet und vom "früheren" Menschen immer weniger erkennbar wird und nun habe ich seit gut 1-2 Jahren direkt im Haus damit zu tun. Ganz privat und nun ist es nicht nur furchtbar, sondern auch bedrückend, man ist so hilflos und mir fehlen oft die Worte dafür. Noch mal ganz was anderes als die frühere Begegnung mit dieser Erkrankung.

    Ich wünsche dir Kraft und viel Liebe für deine Mama!

    LG Maike

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  17. Hey liebe Nicole!
    Ich bins nochmal....
    Danke dir für die liebe Nachricht bei mir! Ich kann das ehrlich gesagt gar nicht sagen, ob sie noch funktioniert. Aber es ist gibt bestimmt welche auf dem Markt, die einwandfrei funktionieren... aber was sie dann kosten, hmmmm, das kann ich nicht sagen. Ich habe meine günstig von einer Freundin meiner Mutter bekommen. Aber schaut euch doch mal Ebay Kleinanzeigen um, vielleicht werdet ihr dort fündig.
    Einen lieben Gruß an dich und deinem Mann
    Ulli

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  18. das ist so traurig, liebe nicole. ich wünsche dir ganz viel kraft und unterstützung durch deine familie, verwandte und freunde - die ist so wichtig, damit selbst nicht verzweifelt.
    alles liebe, mano

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  19. Macht mich gerade sehr nachdenklich, dein Post.
    Ich schicke dir Kraft!

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  20. ich drück dich und schicke dir einen lieben gruß.

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  21. Liebe Nicole, ich bin erst spät zum Lesen gekommen...
    Ich kann nachfühlen, wie es dir geht, denn mein Mann hat auf ebensolche Weise seine starke Mutter verloren, was für ihn hart war. Aber sie ist mit ihren 102 Jahren in guten Händen. Und mir geht es seit Beginn des Jahres mit meinem Vater so : da hat er mir zu meinem Geburtstag noch gesagt, dass es ihm leid täte, dass ich jetzt so einen Deppen zum Vater habe. Mittlerweile weiß ich nicht, ob er noch weiß, woher ich bin. Aber seit ich das als eine ganz normale Rückentwicklung im Lebenskreis zu den Anfängen sehe, komme ich gut klar. Ich kann dann so damit umgehen, wie ich auch mit den Enkeln umgehe, und genieße manchmal die wunderbaren intelligenten, zutreffenden Aussagen zur Welt, zum Leben usw.
    Ich denke, wir müssen uns alle darauf einstellen, wenn wir immer älter werden. Unsere Lebensführung passt nur einfach nicht in der modernen Gesellschaft. Heute muss man immer funktionieren, um als wertvoll erachtet zu werden. Aber ein Mensch mit Demenz ist und bleibt ein Mensch, der am Leben teilnehmen will.
    Ich wünsche dir Geduld und Kraft für dich & deine Mutter!
    Herzlichst
    Astrid

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  22. Liebe Nicole,
    es tut mir unendlich leid! Es ist wirklich sehr schwer mit anzusehen, wenn die Eltern im Alter abbauen. Meine Eltern haben zwar keine Demenz, aber dafür hat meine Mutter seit Jahren eine schwer Krankheit und mein Vater starb an Krebs. Altern ist keine Leichtigkeit! Nur sehr wenige Menschen haben das Glück, ganz normal alt werden zu können. Und als Kind ist es sooooooo unendlich schwer, diesen Abbau, verursacht durch welche Krankheit auch immer, mit anzusehen. Die Eltern, die einem immer Kraft und Unterstützung gaben, benötigen jetzt deine Hilfe. Es ist wirklich schwer zu ertragen, aber man kann nur das Beste draus machen, denn so ist das Leben. Wer weiß, was mit uns mal sein wird. Ich will es noch gar nicht wissen.
    Ich denke ganz sehr an dich und schicke dir ganz viel Kraft! Ganz liebe Grüße, Michaela

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  23. Oh liebe Nicole

    Ich habe soeben erst diesen Post gelesen. Deine Zeilen berühren mich sehr und stimmen mich traurig.

    So nah und doch so fern - ich wünsche dir und deiner Mutter, dass ihr trotz der Schwierigkeiten, die die Krankheit mit sich bringt und von der Kommunikation her Distanz schafft, dass ihr einander im Herzen ganz nah bleibt und über ein liebevolles Händehalten Eure Beziehung auf einer anderen Ebene weiterleben könnt.

    Viel Kraft
    Ich drücke dich
    Sarah

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  24. Liebe Nicole,
    wie gern würde ICH DIR jetzt sagen, es wird alles gut.
    Wir wissen es beide, nichts wird in dieser Angelegenheit wirklich wieder gut werden.
    Nur versuchen, das Beste daraus zu machen, kann man.
    Zurückschenken, was du als Kind selbst empfangen hast, dich in Geduld und Toleranz üben, versuchen souverän zu bleiben und deiner Ma dadurch die Angst etwas zu nehmen.
    Ja, es ist wohl wahr: erst wenn die eigenen Eltern gehen, wird man gezwungener Maßen WIRKLICH erwachsen.
    Ich wünsche dir von Herzen alles Liebe, viel Kraft, Verständnis und Unterstützung durch deine Familie und Freunde.
    Claudiagruß

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  25. Liebe Nicole, es macht mich sehr traurig, daß auch ihr durch einen nahen Angehörigen betroffen seid. Demenzkranke brauchen viel Liebe und verständnisvolle Zugewandheit. Ich habe diesbezüglich viele durchweinte Nächte und viel Kummer hinter mir und bin glücklich sagen zu können, daß wir den Schrecken dieser Krankheit in wunderbare Erlebnisse umwandeln konnten in den Sommermonaten, als mein Vater noch bei uns war. Ich wünsche euch allen viel Kraft. Der Mensch, der sie einst war ist sie irgendwann nicht mehr. Aber sie wird immer ein fühlendes Wesen sein. Ich drücke dich.

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