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Freitag, 30. Dezember 2016

Wachsgießen


"Hättest du gedacht, dass so wenig Wachsmaler so viel Farbe macht, Nicole?", meine hübsche Patentochter steht am Herd und rührt stetig den schmelzenden Wachs um. Ich schüttele den Kopf: "Unglaublich, nicht wahr?!". Meine Patentochter nickt und hört mit einem Mal auf zu rühren: "So, es ist alles geschmolzen, der Wachs ist flüssig." Während ich die etwas heikle Aufgabe übernehme und den heißen Wachs in die Formen gieße, plaudert mein Patenkind weiter: "Ich bin schon gespannt, wie die anderen unsere Idee finden.". "Wachsgießen statt Bleigießen.", ergänze ich lächelnd und freue mich jetzt schon auf  unseren gemeinsamen Silvesterabend.

Vorbereitung - Wachsrohlinge gießen

  • Kerzenreste
  • Messer
  • Topf
  • Gefäß um den Wachs zu schmelzen
  • Plastikgussform eines Schoko-Adventskalenders
  • evtl. Wachsmalerreste


So geht’s:

Wachsreste mit einem Messer zerkleinern, in ein altes Gefäß füllen und den Wachs im Wasserbad schmelzen. Dann vorsichtig den flüssigen Wachs in die „Adventskalender-Gussform“ füllen, abkühlen lassen und die Rohlinge vorsichtig aus der Form stürzen.

Tipp: Wer keinen bunten Wachs genommen hat, sondern weißen wie wir, kann mit Wachsmalerresten den Wachs einfärben.


Am Silvesterabend braucht man:

  • Kerze
  • ein alter Löffel
  • Schüssel mit kaltem Wasser 
  • Wachsrohlinge

So geht’s:

Die Wasserschüssel wird direkt neben die Kerze gestellt. Dann wird ein Wachsrohling auf den Löffel gelegt und über die Kerzenflamme gehalten. Wenn das Wachs flüssig ist wird der Löffel samt Wachs zügig untergetaucht. Die entstandene Form kann nach dem vollständigen Abkühlen aus der Schüssel genommen und gedeutet werden: eine Träne könnte Leid und Trauer bedeuten, ein Schwein könnte Glück bringen, ein Baby deutet vielleicht Nachwuchs an, ein Herz die große Liebe, usw. 


Ich wünsche Euch von Herzen einen
fröhlichen und vor allem friedvollen Jahreswechsel!




Mittwoch, 28. Dezember 2016

Der perfekte Weihnachtsbaum


"Mama, dieses Jahr darf ich doch unseren Weihnachtsbaum aussuchen, nicht wahr?!", mein Kleiner greift nach meiner Hand und schlenkert sie hin und her. "Ja, natürlich!", antworte ich vergnügt und füge hinzu, "Letztes Jahr war der Große dran und dieses Jahr darfst du den Baum aussuchen!". "Darf ich auch aussuchen, wie er geschmückt wird, Mama?!", mein Kleiner läuft vor mir her, die kleine Gasse entlang. Links und rechts stehen die schönsten Tannenbäume zur Auswahl. Einen kleinen Moment zögere ich, zu gerne würde ich die Christbaumdekoration aussuchen, doch dann zucke ich innerlich die Schultern. "Das kommt noch früh genug!", sage ich zu mir, "Und dann wärst du froh, wenn ein Kind den Baum schmücken wollen würde.". Laut sage ich zu meinem Kleinen: "Na klar, wer den Baum aussucht, darf auch entscheiden, wie er geschmückt wird!". Mein Kleiner nickt und flitzt los: "Ich habe einen!", jubelt er los, "Papa! Großer! Kommt mal gucken!! Der ist perfekt!". Mit roten Wangen steht er da und versucht einen windschiefen Tannenbaum gerade zu halten. Die lange fast nadellose Spitze schwingt dabei leicht von links nach rechts. Mein Göttergatte und ich schauen uns schmunzelt an. "Du hast recht, Kleiner! Dieser Weihnachtsbaum ist perfekt!", erklärt mein Göttergatte grinsend und greift helfend in den Christbaum.

Verlinkt: "Bunt ist die Welt" von Lotta

Wer sich jetzt wundert, woher wohl dieser Post kommt, dem kann ich es erklären:
ich habe ihn einfach im Entwurf-Ordner vergessen. 

Dienstag, 27. Dezember 2016

Ein kleiner Wintergruß


"Mama, was ist soll das denn für ein Tier sein?!", mein Kleiner steht grinsend vor mir und in seinen Augen funkelt der Schalk. Ich ziehe eine Augenbraue hoch und erkläre knapp: "Na, das ist ein Fuchs!". "Ein Fuchs?!", das Grinsen meines Kleinen wird breiter, "Und ich dachte schon das soll unsere Julie sein!". 

Material:
  • Gummiwalze 
  • eine Glasplatte (z.B. aus altem Bilderrahmen) 
  • Linolplatte 
  • Linolfarbe 
  • Schneidwerkzeug

So geht's:

Zuerst habe ich die Motive auf der Linolplatte vorgemalt und im Anschluss mit dem Schneidwerkzeug die Linien nachgezogen, den Hintergrund habe ich mit dem Schneidewerkzeug entfernt. Nun wird mit der Walze die Farbe aufgetragen. Dafür habe ich ein wenig Linolfarbe auf die Glasplatte gegeben und die Walze ganzheitlich gefärbt. Die Farbe wird nun auf die Druckplatte übertragen. Dann habe ich vorsichtig ein Blatt Papier auf die Platte gelegt und mit sanften Händedruck die Farbe auf das Papier übertragen. Als ich den Eindruck hatte, alles wäre einheitlich eingefärbt, habe ich das Papier abgezogen und fertig war die erste Wintergrußkarte.


Samstag, 24. Dezember 2016

Weihnachtsgeschichte (nach Lukas)

Es begab sich aber zur der Zeit, daß ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, daß alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung war die allererste und geschah zur Zeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war. Und jedermann ging, daß er sich schätzen ließe, ein jeder in seine Stadt.


Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, weil er aus dem Hause und Geschlechte Davids war, damit er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe; die war schwanger. Und als sie dort waren, kam die Zeit, daß sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.


Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde. Und der Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: 

Ehre sei Gott in der Höhe
und Friede auf Erden
bei den Menschen seines Wohlgefallens.


Und als die Engel von ihnen in den Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Laßt uns nun gehen nach Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat. Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Josef, dazu das Kind in einer Krippe liegen. Als sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, das zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. Und alle, vor die es kam, wunderten sich über das, was die Hirten gesagt hatten. Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen. Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war.

LUKAS 2,1 - 20




Frohe Weihnachten!

Freitag, 23. Dezember 2016

Oh, Tannenbaum


"Mama, ich möchte auch einen kleinen Weihnachtsbaum für mein Zimmer haben!", mein Kleiner quengelt leise neben mir. "Nein!", antworte ich bestimmt, "Wir haben doch schon einen großen Baum ausgesucht. Der kommt für alle sichtbar ins Wohnzimmer.". "Mama... bitte, bitte, bitte!", mein Kleiner schaut mich mit großen Augen an. Ich seufze leise. "Weißt du was, Kleiner?!", plötzlich wie aus dem Nichts steht die Marktfrau hinter uns. Ihr kunterbuntes Kopftuch ist einbissel nach hinten gerutscht und eisiggraue Haarsträhnen lugen hervor. "Wenn dir das Bäumchen so gut gefällt, dann nehm' es mit. Ich schenke es dir!", ihr faltiges Gesicht wird weicher und sie fügt lächelnd hinzu: "Schließlich ist morgen Weihnachten!". Die Augen meines Kleinen werden noch ein Stückchen größer und beginnen zu leuchten. "Danke sehr!", antwortet er leise. Die Marktfrau lacht ihn nun offen an: "Gern geschehen, mein Junge, und ein fröhliches Weihnachtsfest morgen. Lass dich reich beschenken!".

In diesem Sinne:

Euch allen ein fröhliches Weihnachtsfest!
Herzlichst, Nicole

Sonntag, 18. Dezember 2016

Waldweihnachten - ein Fest für Tiere


"Und die Maus hat wirklich alles aufgefressen, Mama?!", mein Kleiner schaut mich aufmerksam an. "Ja, wenn ich es dir doch sage!", erkläre ich zum wiederholten Male meinem Kleinen. "Ich kann das gar nicht fassen, all' unsere Meisenknödel?! Tsss.. was für ein freches Ding!", mein Kleiner schüttelt den Kopf. "Wofür haben wir eigentlich eine Katze?", wirft mein Göttergatte amüsiert ein. "Das weiß ich auch nicht!" antworte ich lachend und wende mich tröstend an meinen Kleinen: "Aber wir haben doch noch schöne andere Dinge in unserem Weihnachtskörbchen. ErdnusskettenÄpfel zum Aufhängen und gekaufte Meisenringe!". "Ja, schon. Aber das ist nicht das Gleiche!", mein Kleiner ist immer noch empört. Langsam laufen wir durch den nebeligen Wald. Neben uns hüpfen ein paar Meisen durch das Unterholz und unsere Hündin Julie steckt hin und wieder ihre Nase tief in ein Mäuseloch. Auch wenn sich die Sonne hinter einer grauen Schicht aus Wolken versteckt hat, liegt eine beseelte Stimmung in der Luft. "Da sind wir auch schon!". Während mein Kleiner und ich uns durch das Dickicht kämpfen, springt ein Reh auf und hüpft durch die braunen Farne. Mein Kleiner hält abrupt inne. "Hast du das gesehen, Mama?". "Nicht richtig.", antworte ich leise, "War das ein Reh?". Mein Kleiner nickt vehement: "Wie gut, dass Papa mit Julie weiter gelaufen ist.". Endlich haben wir die kleine Kiefer erreicht und mein Kleiner beginnt sofort damit den Baum weihnachtlich zu schmücken: "Für die Rehe, die Eichhörnchen und für all' die vielen Wintervögel!". Zufrieden betrachten mein Kleiner und ich unseren geschmückten Weihnachtsbaum für die Tiere im Wald.  "Ich finde, unser Baum sieht auch in diesem Jahr wieder richtig einladend aus. Was meinst du, Kleiner?", mit einer raschen Bewegung ziehe ich seine Mütze, die ihm in die Augen gerutscht ist, nach hinten, "Da werden sich die Tiere bestimmt freuen!". "Seid ihr fertig?", mein Göttergatte kommt uns mit unserer Hündin entgegen gelaufen. "Sind wir, Papa!", mein Kleiner greift nach meiner Hand und wir gehen gemeinsam den nebeligen Waldweg entlang. Mittlerweile ist es schon einbissel kälter geworden und kleine Atemwölkchen tanzen über unseren Köpfen. "Mama, glaubst du eigentlich an Gott?", mein Kleiner schaut mich nicht an, sondern schielt auf seine Schuhe. "Natürlich!", ich gucke ihn überrascht an. "Und du, Papa?!", mein Kleiner sieht meinen Göttergatten fragend an. Dieser räuspert sich erst und sagt dann: "Ich glaube fest an das Gute im Menschen, auch wenn die Welt im Moment verrückt spielt. Wenn du das als den Glauben an Gott nennen willst, ja, dann glaube ich daran.". Mein Kleiner runzelt die Stirn und schweigt. "Je dümmer sich die Menschen in der Welt benehmen, desto doller muss man sich bemühen selbst gut zu sein.", ergänzt mein Göttergatte fest.

Ich wünsche Euch einen gesegneten vierten Advent!
Herzlichst, Nicole.

Meine Sonntagsfreude: ein Weihnachtsfest für die Tiere im Wald.

Verlinkt mit: *Grünzeug* von Caro