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Freitag, 23. Juni 2017

Schafgarbe und Schafskälte


Da heißt es doch in einer sehr alten Bauernregel zwischen dem 04. - 20. Juni kann es nochmal ordenlich kalt werden. Deshalb scheren viele Hirten und Bauern ihre Schafe erst gegen Ende Juni. Was für ein Glück, dass die Besitzer dieser Tiere sich nicht an die alte Regel gehalten haben und ihren Schafen das Fell geschoren haben. Stellt Euch mal vor, wie warm es den Tieren in ihrem Fell gewesen wäre. Sie wären sicherlich an einen Hitzschlag gestorben. Mensch, was war das eine Hitze. Gestern als die ersten Regentropfen fielen war ich regelrecht erleichtert. Was für eine Wohltat für die Natur und für mich.. lach! Dabei war das trockene Wetter genau richtig, um im Garten tiefe Löcher zu graben und große Wurzeln zu entfernen, nur die Hitze dazu war nicht so angenehm. Fertig sind wir allerdings immer noch nicht, aber das ist eine andere Geschichte. Heute habe ich passend zu den nackigen Schafen ein paar Stengel Schafgarbe abgeschnitten und in meine schon angeschlagene Emaille-Kanne gestellt. Ich mag ihren herben Duft und ihren bäuerlichen Charme. In meiner Tasse befindet sich heute Morgen übrigens ein starker Kaffee mit einem Spritzer Zitrone. Wußtet Ihr, dass Kaffee Kopfschmerzen lindern kann? Das liegt daran, dass Kaffee die Durchblutung im Gehirn steigert. Die Mischung Kaffee und Zitrone soll nicht nur Spannungskopfschmerzen vertreiben, sondern auch Migräne-Attacken lindern. Mein Chef hat mich auf die Kombination aufmerksam gemacht und was soll ich sagen? Es wirkt. So, meine Lieben. Genug geplauscht, ich muss los. Mein jüngstes Patenkind wird heute aus dem Kindergarten geworfen und meine mittlere Patentochter hat heute Geburtstag. Warum muss eigentlich immer alles zur gleichen Zeit stattfinden.. tsss!?

Ich wünsche Euch ein wunderschönes abgekühltes Wochenende!
Herzlichst, Nicole

Donnerstag, 22. Juni 2017

Ein Bächlein im Walde


Die Sonne brennt heiß vom wolkenlosen Himmel herab und ein ebenfalls heißer Südwestwind bläst uns um die Ohren. Meine Hündin Julie und ich sind wieder unterwegs, doch mit dieser Hitze haben wir beide nicht wirklich gerechnet. Schnell lassen wir die staubigen Feldwege hinter uns und tauchen in das dichte Grün des Niederkamper-Waldes ein. Was für eine Wohltat. Angespornt durch das angenehme Klima laufen Julie und ich schnellen Schrittes durch den Wald. Plötzlich bleibt Julie stehen und spitzt die Ohren. Ein leises Gurgeln ist zu hören. Bevor ich auch nur reagieren kann, steht Julie auch schon mit allen vier Pfoten im Wasser, ein kleines mir unbekanntes Bächlein sprudelt fröhlich am Rande des kleinen Waldstückes. Kleine Bachflohkrebse tummeln sich im seichten Wasser und ein paar Stichlinge flitzen im klaren Bachwasser umher. Entzückt setze ich mich in das hohe Gras und genieße den erfrischenden Moment. Nur das Perlen des Wassers und das Gezwitscher der Vögel ist zu hören. Die moderne Welt mit all ihrem Lärm und ihrer Hektik scheint kilometerweit entfernt. Ich ziehe meine Schuhe aus und bade meine vestaubten Füße im kalten klaren Wasser. Mit einem Lächeln beobachte ich einen Wasserläufer, der erschreckt das Weite sucht. Hachz.. so lässt es sich aushalten.

Verlinkt mit: *Naturdonnerstag" von Ghislana

Mittwoch, 21. Juni 2017

Trevlig Midsommar!


Schon jahrelang träume ich davon 'Midsommar' zu feiern, am liebsten auf einer der vielen Schären-Inseln in Schweden. Doch leider kommt uns jedes Jahr etwas dazwischen, dabei möchte ich einmal im Leben mit Blumen im Haar, barfuß um die Mittsommerstange tanzen, Heringe essen, Schnaps trinken und lauthals schwedische Volksweisen singen. Für meinem Göttergatten ist es mittlerweile schon eine Herzensangelegenheit geworden, einen würdigen Ersatz für diesen Wunsch zu finden. So überraschte er mich im letzten Jahr mit einem feinem Midsommar-Konzert von der Gruppe 'Lindelund' und auch in diesem Jahr hatte er eine ganz wunderbare Idee. Wir haben einen schwedischen Kochkurs mitgemacht. Es wurden die herrlichsten Gerichte gezaubert:  'Lax', 'Jansons Frestelse', 'Sjömannsbiff', 'Rödbeta', 'Hasselbackpotatis' 'Gurksallad', 'Inlagd Sill' und natürlich auch 'Hovmästarsas'. Zum Nachtisch gab es eine 'Fin Äppelefterrätt' mit Vaniljsås... mmmh!

Sonntag, 18. Juni 2017

Ein Garten mit Patina


Wenn manche Gartenbesitzer stöhnen und direkt an ihren Hochdruckreiniger oder gar an einen neuen Anstrich denken, geht bei mir das Herz auf. Wenn das Holz langsam verwittert und eine silbrigschimmernde Patina bekommt oder sich an den einfachen Tontöpfen der erste Kalk absetzt, hüpft mein Herz vor Freude. Ich liebe es, wenn der Garten eine Patina bekommt. Auch die Pflanzen in unserem Wald-Garten sind so gewählt, dass dieser Effekt noch unterstrichen wird. Da gibt es Hauswurz, Mühlenbeckia, Stacheldrahtpflanzen, Fetthennen, Hortensien, Funkien und Farne. Je nach Saison kommen natürlich auch noch andere Pflanzen hinzu. Im Frühjahr bohren sich Schneeglöckchen, Krokusse, Blausternchen, Tulpen, Perlhyazinthen, Buchwindröschen und Osterglocken durch die Erde und Hornveilchen und Zierlauch überbrücken zart die Zeit bis die ersten Rosen-, Lavendel- und Salbeiblüten sich öffnen. Wenn es dann auf den Herbst zugeht, werden aus den Rosen Hagebutten, Topinamburblüten und Sonnenblumenköpfe wiegen sich sanft im Wind und Eriken geben sich die Ehre. Mit der Adventszeit verschwinden so langsam alle blühenden Pflanzen und Beeren, wie die Scheinbeere und der Ilex, geben dem Garten einen Hauch von Farbe. Doch meine sanftgrünen Lieblinge sind mehr oder weniger das ganze Jahr im Garten und geben ihm eine verwunschene Patina.

Freitag, 16. Juni 2017

Ein Hauch von Romantik


Als Andrea für ihre Challenge 'Eye Poetry' im Monat Juni von einem Liebesgedicht sprach, 'Die Königin' von Herrn Pablo Neruda dafür vorschlug und dabei an einen Hauch von Romantik und Sehnsucht dachte, hatte ich direkt eine Vision vor Augen: romantische Blumen sollten es sein, verträumte Sonnenuntergänge und flackernde Kerzen. Natürlich kam für meine Umsetzung passend zum Gedicht nur die Königin der Blumen in Frage: eine Rose. Sie sollte dem Ganzen eine (kristallene) Krone aufzusetzen. Einen Teppich aus rotem Gold werfen die letzten Sonnenstrahlen und die rosigen Blütenblätter in meiner alten Zinkwanne stehen für die Liebe. Wirft man sie nicht einem glücklichen und verliebten Brautpaar entgegen? Jetzt bin ich aber gespannt, wie Ihr meine Interpretation findet. Gefällt sie Euch?!

Die Königin

Ich hab dich zur Königin ernannt.
Größere gibt es, größer als du.
Reinere gibt es, reiner als du.
Schönere gibt es, schöner als du.

Doch du bist die Königin.

Wenn du durch die Straßen gehst,
erkennt dich keiner.
Niemand sieht deine Krone aus Kristall, niemand schaut
den Teppich aus rotem Gold,
den jeder Schritt von dir betritt,
den Teppich, der gar nicht da ist.

Und wenn du erscheinst,
rauschen alle Flüsse
in meinem Körper auf, rütteln
die Glocken am Himmel,
und ein Hymnus erfüllt die Welt.

Nur du und ich,
nur du und ich,
meine Liebe,
hören ihn tönen.

Pablo Neruda


Habt Ihr Lust den Dichter näher kennen zu lernen? 
Dann habe ich >hier< auch noch einen Filmtipp für Euch.


Verlinkt mit: *Friday-Flowerday* von Helga, *Floral Friday Fotos* by Nick, "In Haeven" von Katja, *Bunt ist die Welt* von Lotta