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Samstag, 30. Dezember 2017

Ein Rauhnachtsgeheimnis


Geradezu andächtig stehen wir im schon fast finsteren Wald und blicken in die Wipfel der ächzenden Bäume. Dicke graue Regenwolken türmen sich vor dem blassen, runden Mond und nur das Krächzen der Krähen ist zu hören. Es saust und braust, die Rauhnächte haben begonnen. Seit dem 25. Dezember zieht "Frau Holle" um die Häuser und auch die "Wilden Jagd" treibt bis zum 06. Januar ihr Unwesen. Dieses Wissen um die alten Sagen und Mythen scheint in mir eine eigene Kraft zu entwickeln und ich kann nachempfinden, wie sich die Menschen der vergangen Zeiten gefühlt haben müssen. Plötzlich knackt es im dichten Gehölz neben uns und ich zucke erschrocken zusammen. Ob es wohl ein Fuchs war, der seine abendliche Beuterunde dreht oder vielleicht nur ein scheues Reh? Während sich mein pochendes Herz allmählich beruhigt, erinnere ich mich daran, das gerade Rehe ein ganz bezauberndes »Rauhnachtsgeheimnis« hüten. Denn obwohl im Hochsommer ihre Brunftzeit stattfindet, macht sich das befruchtete Ei nicht direkt auf den Weg, sondern verbleibt bis zum Beginn der Rauhnächte im Eileiter. Erst dann beginnt sich das ruhende Ei zu entwickeln und ein neues Wesen entsteht. Wahrscheinlich wirken Rehe deshalb immer wie aus dem Märchen. Ich lächle leise und rufe unsere Hündin zu mir. Schweigend wandern wir gemeinsam durch den dunklen Wald zurück nach Hause. Morgen ist schon Silvester und ein neues Jahr beginnt.

Ich wünsche Euch ein fröhliches, glückliches, gesundes und friedliches 2018 und eine ebensolche Silvesternacht. 
Herzlichst, Nicole


Es ist ein alter Brauch zum Ende der Rauhnächte Haus und Hof ätherisch zu reinigen um Mensch und Vieh gesund durch die restliche kalte Jahreszeit zu bringen. Dafür eignen sich ganz besonders gut unsere Räucherbündel (eine genaue Anleitung gibt es >hier<). Ach ja, und wenn Ihr Silvester zu Hause feiert, macht mal um Mitternacht die Hintertür auf (aber nur diese, alle anderen Türen müssen geschlossen bleiben), damit der Segen ins Haus kommen kann.



Donnerstag, 28. Dezember 2017

Rückblick (Instagram): Dezember


Gesehen:
Das Krippenspiel = leider ohne meinen Kleinen. Er hat am dritten Advent einen Rückzieher gemacht. Die arme Organisatorin. 
Der Lack ist ab - Staffel 1 = eine deutsche Online-Sitcom mit Kai Wiesinger und Bettina Zimmermann. Herrlich, sage ich Euch - mein Göttergatte und ich haben ganz oft den Eindruck bei uns hat jemand Mäuschen gespielt
Star Wars - Die letzten Jedi = gemeinsam mit meinen Männern und unseren ältesten Freunden. Ich liebe es, wenn wir das Kino füllen.

Gewerkelt:
für das Wichteln in meiner Mädelsrunde einen Lärchenkranz
Sternenlichter als kleine Weihnachtsgeschenke gemeinsam mit meinem Sohnemann
das Kinderzimmer meines Sohnemannes - eine Weihnachtsüberraschung und mein Göttergatte hatte den Drang nach frischer Farbe

Gesungen:
ganz viele Weihnachtslieder und besonders voller Inbrunst im Weihnachtsgottesdienst. Für uns fängt Weihnachten immer erst mit dem Segen des Pfarrers an.

Gegessen:
Raclette an Heiligabend im Kreise meiner "kleinen" Familie.
ein ausgiebiges Frühstück mit abschließender Käselauchsuppe am ersten Weihnachtstag - ein für uns traditionelles Essen, wenn die Großeltern zu Besuch sind.

Getrunken:
Wasser, Kaffee, Tee und Cola light

Gelacht:
Über mich selber. Warum könnt Ihr >hier< lesen
Über unseren Kater. Ihr hättet ihn sehen sollen, als er das Päckchen vom Reserl auspacken durfte. Vielen Lieben Dank nochmal!!

Geweint:
Gemeinsam mit meinem Kleinen. Nachdem er und ich an Heiligabend den Vormittag bei meiner Mutter (Demenz in der letzten Phase) im Pflegeheim verbracht haben, hat er die ganze Heimfahrt geweint (und ich mit). Er möchte seine Omi nicht mehr besuchen. Er kann ihren Verfall nicht mehr ertragen.

Gefreut:
Über den herrlichen Advent-Schnee und darüber, dass mein Großer noch einmal Waldweihnachten mit uns gefeiert hat.
Über die Friedenslichtaktion der Pfadfinder.
Über die wunderbare Post, die mich zu Weihnachten erreicht hat und über den herrlichen Gewinn von Jen & Nicole. Über Nadias wunderschönen Kalender, über Claudias süßes Weihnachtstäschen und Juttas leckerschmecker Schokolade. Ganz lieben Dank an Euch!! 
Über die tollen Briefumschläge Teeadventkalenderaktion von Claudia. Jeden Tag in der Adventszeit durfte ich einen neuen Umschlag öffnen und einen besonderen Tee genießen. Vielen lieben Dank für die wunderbare Organisation, liebe Claudia!

verlinkt bei: Birgitt (Erfreulichkeiten), Tanja (Zuckersüße-Äpfel) "Momente des Monats"

Bitte nehmt es mir nicht krumm, dass ich momentan nicht im Bloggerland unterwegs bin. Das Leben 1.0 hat uns voll im Griff. Dennoch wollte ich nicht den letzten Rückblick in diesem Jahr versäumen. Das wäre zu schade!!
Herzlichst, Nicole



Die Häkelmaus ist vom Reserl. Dankeschön!!

Dienstag, 26. Dezember 2017

Der Tag, an dem der Christbaum fiel


"Mami, der Opa und ich wollen 'Mensch-ärgere-dich-nicht' spielen. Weißt du, wo das Brett hingekommen ist?", mein Kleiner steht vor unserem Spiele-Schrank und blickt in das mittlere Fach. "Ja, das ist im unteren Fach!", antworte ich seufzend und blicke auf die üppigen Tannenbaum-Äste vor der unteren Schranktür, "Warte, ich helfe dir!". Vorsichtig öffne ich die untere Tür und verbiege einige Äste, darauf bedacht keine Kugeln oder Strohsterne herunter zu werfen. Doch das Spielbrett ist einfach zu groß. Ich schiebe noch einige Äste zur Seite und versuche nun das Spielbrett energischer aus dem Schrank zu holen. Da gibt es auf einmal einen Ruck und unser schöner Weihnachtsbaum neigt sich zur Seite. Noch bevor ich nachgreifen kann, fällt der hübsche Baum nach hinten. Die Augen meines Kleinen werden groß und rund und auch sein Mund formt sich zu einem O. "Vorsicht!", rufe ich erschrocken, "Der Baum fällt!". "Herrje!", ruft nun auch die Oma und der Opa versucht dem fallenden Christbaum zu entkommen. Unser Kater kommt freudig angeschossen und kickt eine Weihnachtskugel durch den Raum. "Was machst du denn?", ruft mein Göttergatte erschrocken und mein Großer lässt ein vorwurfsvolles "Mama!" erklingen. Der andere Opa guckt schläfrig blinzelnd vom Sofa aus auf das Geschehen und unsere Hündin lässt sich mit einem Seufzen unterm Esstisch nieder. Da liegt er nun, der schöne Christbaum. Fassungslos blicke ich auf den nun sichtbaren Christbaumständer, der sich hilflos in die Höhe reckt. "Ich wollte doch nur das Spielbrett holen.", flüstere ich entschuldigend, fast nur für mich. Da fängt die Oma an zu kichern, mein Kleiner gibbelt mit und mein Göttergatte greift lachend in den liegenden Baum. Mit einem Ruck steht der Baum fast wieder gerade. Opa und Opa schmunzeln beide leise und mein Großer grinst über beide Ohren: "Und da hattest du Angst, der Kater könnte unserem Weihnachtsbaum gefährlich werden!". Meine Wangen röten sich und ich lasse verlegen grinsend ein Räuspern hören. 

Fröhliche Weihnachten Euch allen!
Herzlichst, Nicole


Verlinkt mit: "Bunt ist die Welt"

Samstag, 23. Dezember 2017

Friedenslicht


Die Friedenslichtaktion 2017 steht in Deutschland unter dem Motto: "Auf dem Weg zum Frieden". Am Sonntagmorgen haben sich die Pfadfinder des DPSG St. Marien aufgemacht, um dieses hoffnungsvolle Licht aus Köln in unsere Heimatstadt zu holen. Das kleine Licht hatte da schon den langen beschwerlichen Weg aus Bethlehem hinter sich gebracht. Heute haben die Pfadfinder das Friedenslicht in die verschiedenen Gemeinden unserer Stadt getragen. Den ganzen Abend waren die Pfadfinder unterwegs und haben das Hoffnung bringende Licht in die Kirchen getragen. Meine beiden Pfadfinder waren natürlich auch mit von der Partie und nun möchten wir Euch gemeinsam das Friedenslicht, welches für uns ein Symbol der Liebe und des Friedens geworden ist, virtuell als Weihnachtslicht mit auf den Weg geben. 

✶•´ ☆´,•*´¨★Wir wünschen Euch ein gesegnetes Weihnachtsfest!✶•´ ☆´,•*´¨★
Herzlichst, Nicole & Familie.


Friedenslicht-2017

Zögert nicht, zögert nicht! Zündet an das Friedenslicht.
Ist die Welt voll Angst und Kälte und von Hass getränkt,
sorgt dafür, dass seine Flamme in dem Dunkeln Wärme schenkt:
Zögert nicht, zögert nicht! Zündet an das Friedenslicht.


Donnerstag, 21. Dezember 2017

Ein Viertel-Husky


Nein, es ist kein Wolf, der da durch den frischen Schnee läuft, sondern es ist unsere Hündin Julie, die mit schräggestellter Körperachse geradeaus trabt. Den Kopf und den Schwanz gesenkt, kämpft sie gegen den eisigkalten Nordwind an und es scheint, als mache ihr das dichte Schneetreiben nichts aus. Erst jetzt im Schnee erkennt man, dass in ihr ein Viertel Husky steckt, denn es ist deutlich zu sehen, dass ihre wärmende Unterwolle und ihr mittellanges Deckhaar sie vor der Kälte schützt. Sogar wenn die Flocken so dicht werden, dass man nicht mehr die Hand vor Augen sieht, ist Julie die richtige Begleiterin, denn sie verfügt über einen ausgezeichneten Orientierungssinn und findet selbst bei dicker Schneedecke den Weg wieder zurück. Ihr merkt schon, ich liebe meinen Hund. Meine treue Julie - mein Mädchen.

Verlinkt mit: *Naturdonnerstag"
Die Aufnahmen sind am Montag, den 11.12.2017 in der Baerlag entstanden. 
Im Moment haben wir niederrheinisches Weihnachtswetter: 10° Grad und Regen.

Dienstag, 19. Dezember 2017

Sternenlicht


"Kleiner, hast du schon etwas Weihnachtliches für deine Großeltern und deine Patentante gebastelt?", fragend blicke ich meinen Sohnemann an. "Nee, noch nicht, Mama! Ich habe auch noch gar keine Idee.", mein Kleiner lümmelt sich auf dem Sofa rum. So ein Tag im Schnee und an der frischen Winterluft macht eben müde. "Aber ich!", erkläre ich fröhlich und lege das benötigte Material auf unseren alten Esstisch, "Was hältst du davon kleine Kerzenhalter in Sternenform zu basteln? Ich habe noch Modelliermasse da, die könnten wir nehmen.". "Sowie Kneten oder Plätzchen ausstechen, Mama?!", mein Sohnemann kommt neugierig näher und grinst er mich verschmitzt an. Ich nicke lächelnd. Neckisch hebt er seinen Zeigefinger: "Mama, Mama! Du weißt schon, wie du mich kriegst!". 

Ihr braucht:
  • weiße lufthärtende Modelliermasse
  • Plätzchen-Ausstecher "Sternenform"
  • Kappe vom Filzstift
  • rote Baum-Kerzen

Tipp: Die Kappen der einfachen Filzstifte von A*di lassen einen hübschen Sternen-Abdruck entstehen.

Erinnert Ihr Euch daran, dass ich meiner Freundin geholfen habe, mit ihrer Klasse zu töpfern? Diese Art von Kerzenhalter sind dabei entstanden. Der Tipp mit den Käppchen stammt von ihr.

Sonntag, 17. Dezember 2017

Alle Jahre wieder - Waldweihnachten


"Ich kann das Bäumchen gar nicht sehen, Mama!", mein Kleiner schaut angestrengt in den tief verschneiten Wald. "Da hinten steht es doch!", ich zeige auf eine kleine schneebedeckte Kiefer. Vor zwei Jahren hatten wir uns schon einmal für die kleine Kiefer entschieden, da sie an einer gut erreichbaren Wegkreuzung steht. "Warte. Ich rüttele mal dran!", mein Großer greift beherzt in den jungen Baum und schüttelt ihn kräftig. Der feine Schnee fliegt in alle Himmelsrichtungen und meine Söhne stehen für einen kurzen Moment in einem minikleinen Schneesturm. Mein Kleiner kichert und blickt bewundernd zu seinem großen Bruder hoch. Von der dicken Schneelast befreit, steht nun auf einmal eine elegante Kiefer vor uns. "Guck, da ist das Bäumchen auch schon!", erklärt mein Großer und klopft erst sich den Schnee von der Jacke und dann robuster den Schnee von der Jacke seines kleinen Bruders. "Möchtest du den Weihnachtsbaum für die Tiere im Wald mitschmücken, Großer? Wir haben Erdnüsse für die Eichhörnchen, lecker gefüllte Tannenzapfen für die Vögel und Möhren für die Rehe und Kaninchen. Die Äpfel müssen sich alle Tiere teilen.", mein Kleiner sieht seinen großen Bruder erwartungsvoll an. Doch mein Großer schüttelt den Kopf und erklärt mit einem schiefen Grinsen: "Das mach mal alleine. Die letzten Jahre war ich ja auch nicht dabei!". Mein Kleiner sieht ihn gedankenverloren an: "Aber vielleicht könntest du die Schleife oben an die Spitze binden?! Da komme ich noch nicht dran!". Mein Großer nickt und windet eine rote Schleife um die Baumspitze, während mein Kleiner schon den ersten Apfel in den Baum hängt. Für einen kurzen Moment halte ich inne und verwahre dieses Bild der brüderlichen Liebe und Eintracht ganz fest in meinem Herzen. 

Ich wünsche Euch einen herzenswarmen dritten Advent!
Herzlichst, Nicole.