Sonntag, 15. Februar 2026

Schottische Hochlandrinder am Niederrhein


Noch bevor sich die Sonne ganz am Horizont zeigt, sind mein Göttergatte und ich gemeinsam mit unserer hübschen Hündin Julie unterwegs am Rande des Hochwaldes. Frühnebel hängt zart in den Wiesen, die Sonne bricht golden durch die feinen Schwaden und ein 12 Grad milder Februarwind streicht über die noch brachliegenden Felder. Die Luft duftet nach Erde und jungem Grün, vermischt mit einer feuchten Kühle. Im Hintergrund hört man die Jäger im Niederkamperwald und auf den Feldern, was Julie unruhig werden und sie dicht bei mir bleiben lässt. Auf der Huteweide* vor dem Baerlagshof, zwischen Leucht und Niederkamperwald, stehen die schottischen Hochlandrinder vom Prangshof** und nur ein Stacheldrahtzaun trennt uns. Neugierig kommen die hübschen Rinder, deren Zottelfell satt in der Sonne glänzt, an den Zaun. Sie sind zwar nicht so groß wie erwartet, dafür aber von eindrucksvoller, friedlicher Präsenz und ihre großen Hörner verleihen ihnen Würde. Kombiniert mit dem zotteligen Fell wirken sie urtümlich und unerschütterlich friedlich. Ich reiche die Hundeleine meinem Göttergatten und gehe ich noch etwas näher an den Zaun. Eine Kuh und ein Bulle sind besonders zutraulich und kommen neugierig näher. Kurz vor dem Zaun bleiben sie stehen und lassen mich ein paar Fotos machen. Als sie zärtlich ihre Nasen aneinander reiben, seufze ich vor Entzücken auf und bin dankbar diesen Moment voller Vertrauen erleben zu dürfen. Einzelne Grünfinken fliegen zwitschernd über die Weide und ihr Zwitschern passt wunderbar zu diesem frühlingshaften Moment. 



*Hutewiese: Traditionelle baumgespickte Weide aus der Hutewirtschaft: lichte Flächen mit Hutebäumen, wo Rinder ganzjährig grasen und Schatten finden. Historisch (ab dem Hochmittelalter) im Niederrhein verbreitet, entstanden durch Viehhaltung ohne Rodung.

**Der Prangshof in Kleinholthuysen ist ein niederrheinischer Vierkanthof aus dem 14. Jahrhundert. Dort betreiben Sven und Kathrin Kuypers seit 2005 nachhaltige Landwirtschaft mit etwa 30 schottischen Hochlandrindern aus registrierter Zuchtlinie. Die robusten Tiere grasen 365 Tage im Jahr, erhalten kein Kraftfutter und jedes Kalb bleibt neun Monate bei der Mutter.


P.S. Ich habe den Text gekürzt. Wer wissen möchte wie er "in echt" endet, liest jetzt einfach weiter:

Doch dann knallt in der Nähe ein Schuss eines Jagdgewehr und Julie drängt sich mit eingezogenen Schwanz dicht an das Knie meines Göttergatten. Diesmal seufze ich vor Missbilligung und nicke meinem Göttergatten zu: "Komm' lass uns nach Hause gehen!".


verlinkt: *Montatsspaziergang*

18 Kommentare:

  1. Guten Morgen liebe Nicole. Mit diesem Beitrag hast Du mir eine riesengroße Freude gemacht, denn die Scottish Highland Cattle sind meine absoluten Lieblingstiere. Wenn ich sie irgendwo sehen, stoße ich immer einen kleinen Jubelschrei aus. Es sind so wunderschöne, zottelige sanfte Riesen! Ich war viele Jahre mit einem Schotten verheiratet und habe Land, Leute, Traditionen und auch diese Viecher sehr lieben gelernt. Unser Valentinstag gestern ist leider anders verlaufen, als gedacht und es war ein sehr nervenaufreibender Tag für alle (inkl. Krankenhaus/Papa), so dass diese Bilder echt Seelenbalsam sind. Ganz liebe Grüße an Dich und hab einen schönen Sonntag!! Loni x

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  2. ich mag diese wunderbaren tiere auch so gerne und habe mich über deine fotos sehr gefreut. auch die landschaft hast du wieder so schön eingefangen. das "richtige" ende ist wirklich nicht erfreulich, der kleine tochterhund hasst solche ballerei auch sehr. ich auch!
    herzliche sonntagsgrüße von mano

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  3. Guten Morgen liebe Nicole,
    was für eine wundervolle niederrheinische Idylle. Ich mag diese schottischen Hochlandrinder gerne. Sie haben so etwas Erhabenes.
    Ich wünsche euch einen schönen Sonntag.
    Tina

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  4. Moin liebe Nicole,
    ich mag sie auch sehr gerne und bleibe immer stehen wenn wir beim Spaziergang welche entdecken ... sie stahlen solche Ruhe aus.
    Wunderschöne Fotos hast du für uns mitgebracht.
    Boah... ich mag diese Schießerei auch nicht, da wäre ich auch nach Hause gegangen.
    Liebe Sonntagsgrüße
    Birgit

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  5. Servus Nicole, diesen schönen Rindern würde das Wetter hier sicher gut gefallen. Mir gefällt es nicht mehr, heute wieder Schneefall, Kälte und Glatteis, seit Wochen keine Sonne gesehen.
    Danke für diese Fotos!
    LG aus Wien

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  6. Hallo liebe Nicole,
    ohhhh, die sind ja sowas von niedlich! <3 Da hätte ich vermutlich auch vor Entzücken geseufzt :o) Du hast so schöne Fotos machen können. Vielen Dank, dass du sie hier auf deinen Blog geteilt hast <3

    Ganz liebe Grüße
    Tanja

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  7. Wunderschöne Fotos liebe Nicole. Herrlich sieht das aus und so friedlich.

    Herzliche Grüße
    Kerstin und Helga

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  8. Liebe Nicole,

    was für ein herrlich niederrheinisches Schauspiel: Schottische Hochlandrinder, die vermutlich selbst nicht so genau wissen, wie sie von den windgepeitschten Highlands an den Niederrhein geraten sind – aber sei's drum, 12 Grad im Februar nehmen sie sicher gerne mit!

    Ich musste schmunzeln bei der Vorstellung, wie du deinem Göttergatten die Hundeleine reichst, um dich den zotteligen Gesellen zu nähern. Das ist ungefähr so, als würde man seinem Partner beim Kuchenessen die Gabel reichen mit den Worten: "Halt mal, ich muss jetzt ganz nah ran an die Sahnetorte!"

    Besonders angetan hat es mir das romantische Nasenreiben der beiden Rinder – endlich mal ein Valentinstagsmoment, der nicht inszeniert wirkt. Die beiden haben vermutlich mehr Ahnung von echter Zuneigung als so mancher Influencer mit seinem Rosenblätter-Arrangement.

    Und dann natürlich das abrupte Ende durch die Jagdgesellschaft. Typisch: Kaum hat man einen Moment innerer Ruhe gefunden, knallt irgendwo jemand mit einem Gewehr herum. Vielleicht sollte man denen mal eine Begegnung mit den friedlichen Hochlandrindern verordnen – therapeutischer Wert garantiert!

    Herzliche und amüsierte Grüße,
    Ron

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  9. Hallo Nicole,
    was für traumhaft schöne Fotos, die könnten Dir die Posterhändler genau so abkaufen.
    Ich mag die Hochlandrinder auch sehr gern, die schauen mit ihrem Fell einfach zum knuddeln aus. Und wenn sie dann so neugierig zu einem herkommen, dann geht mein Herz regelrecht auf.
    Liebe Grüße zu Dir
    Manu
    P.S.: Ich kann Julie verstehen, hier knallt es in den Abendstunden auch ab und an im Wald und wenn man sich dann vorstellt woher der Knall kommt ... So ist das Landleben eben manchmal.

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  10. Die sehen ja so gemütlich und zutraulich aus liebe Nicole,
    wenn die Sonne auf das kuschelige Fell scheint, sieht das so schön aus.
    Ach man, das mit dem Schuss musste ja nicht sein als Ende.
    Aber im Moment wird hier auch wieder gejagt, da wird immer gewarnt.
    Dir einen schönen Abend, lieben Gruß
    Nicole

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  11. Was für wunderschöne Tiere. Hier in der Nähe stehen auch zwei auf einer Wiese und ich hab mir fest vorgenommen, die mal zu besuchen, wenn das Wetter wieder besser ist. Man mag sich gar nicht vorstellen, wie es ist, mit so einem dicken Fell im Dauerregen zu stehen. Scheint ihnen aber nichts auszumachen - beneidenswert 😲

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  12. Ich liebe diese zotteligen Tiere, eir haben viele Jahre Urlaub auf einer Berghütte in den Dolomiten gemacht, dort oben wurden die Rinder gezüchtet. Es war herrlich sie von der Terrasse aus zu beobachten, besonders wenn es Nachwuchs gab. Deine Fotos sind wunderbar, liebe Nicole.

    Herzliche Grüße aus einem wieder verschneiten Königstein
    von Anke

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  13. ach sind das herrliche Bilder
    so eine fast mystische Stimmung
    wenn die Sonne aufgeht
    dazu diese freundlichen Gesellen ;)
    einfach herzerwärmend
    liebe Grüße
    Rosi

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  14. Ich mag diese wunderbar gemütlichen Wuschel-Rinder auch so gerne, liebe Nicole...beim Spaziergang entdecken wir sie immer im Enkelinnen-Wohnort.
    Einen lieben Gruß von Marita

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  15. So schöne Rinder! So schöne stimmungsvolle Bilder. Ich mag sie auch sehr! Über etliche Jahre waren hier auch welche. Aber vielleicht sind die Pachtverträge ausgelaufen.... Hier sind keine mehr.
    Liebe Grüße
    Nina

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  16. Schottische Hochlandrinder kann man bei uns in der Nähe auch bewundern. Gern mag ich auch die Schottischen Galloways, die es hier gleich auf zwei Höfen im Nachbardorf gibt. So schöne stimmungsvolle Fotos hast du eingefangen!
    Liebe Grüße
    Andrea

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  17. Liebe Nicole,
    vor Jahren habe ich Hochlandrinder mal im Hintertaunus entdeckt, aber seitdem nie wieder. Ich mag sie auch sehr, wüsste aber momentan nicht, wo ich sie bei uns in der Nähe finden könnte.
    Herzliche Grüße – Elke

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  18. Liebe Nicole, eigentlich hatte ich bereits Anfang der Woche bei dir kommentiert, finde meinen Kommentar hier nun aber nicht wieder. Irgendwas scheint da schief gelaufen zu sein. Entschuldige also den späten, zweiten, Kommentar. Seit mein Bruder in den 1990er Jahren seine Mutterkuhhaltung mit irischen Galloways begann, mag ich gerade diese kleinen robusten zotteligen Rinderrassen sehr gerne. Auch wenn er inzwischen schon lange auf heimisches Fleckvieh, aber auch 365 Tage draussen, umgestiegen ist. Zu gerne würde ich ja die Schottischen Hochlandrinder in Schottland selbst mal erleben. Deine schönen Fotos vom Niederrhein mit dunstiger Sonne sind aber auch eine Klasse für sich.
    Liebe Grüße, heike

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