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Donnerstag, 8. Dezember 2016

Feueranzünder


Ich hocke vor unserem alten Ofen versuche verzweifelt ein Feuer zu entfachen. Draußen drückt ein fauchender, eisiger Wind in den Schornstein und mein Feuer will einfach nicht glühen. Vorsichtig puste ich in den Stapel mit dem klein-gespaltenen Anfeuerholz, doch nach einem kurzen Aufflackern mit anschließendem Qualm passiert nichts. Minus vier Grad zeigt das Thermometer draußen und unsere Heizung läuft auf Hochtouren. Die mollige Wärme unseres Ofen wäre mir jetzt viel lieber. Was hatte der Schornsteinfeger gesagt? Einfach ein Stück Zeitungspapier zerknüllen und anzünden. Na gut, ein Versuch ist es wert, aber da muss es doch eine Möglichkeit geben. Schade, dass meine beiden Pfadfinder noch in der Schule sind. Mein Großer hätte das Feuer in nullkommanix entzündet. Seufzend schiebe ich noch einen Anzünder unter das Anfeuerholz und reibe ein neues Streichholz über die dafür vorgesehene Fläche. Draußen ist schon das Schlagen des Beiles meines Göttergatten zu hören. In immer gleichen Abständen kracht das Beil auf die Holzstämme, nur manchmal kommt noch ein dumpfes Poltern hinzu, dann fliegt der Holzscheit weiter als geplant. Gleich geht die Tür auf und mein Göttergatte erscheint mit einem ganzen Arm voll Feuerholz und ich hocke immer noch erfolglos vor dem kalten Ofen. Hatte ich nicht vor kurzem eine Werbung über einen neuen Feueranzünder von der Firma Denk gesehen? Ich glaube, den probiere ich mal aus.


Dieser Post entstand mit freundlicher Unterstützung der Firma Denk.

Dienstag, 6. Dezember 2016

Weidenflechten


Habe ich Euch eigentlich schon mal erzählt, dass mein Ur-Ur-Opa Korbmacher war? Nein?! Dann wird das höchste Zeit.. lach! Viel weiß ich nicht von ihm, nur dass er Clemens hieß und in der Nähe von Riesa (Sachsen) unter recht ärmlichen Verhältnissen Körbe geflochten hat. Als ich ein junges Mädchen war, habe ich mich sehr für meine Wurzeln interessiert und dabei eine Ahnentafel erstellt. Leider sind meine damaligen Aufzeichnungen im Laufe der Zeit verschütt gegangen. Doch an den Korbmacher erinnere ich mich. Und wer weiß? Vielleicht habe ich auch daher meine Liebe zum Weidenflechten geerbt. Wusstet Ihr, dass das Korbflechten eines der ältesten Handwerke der Welt ist? Das Weben und auch das Töpfern sind aus dem Flechten der Körbe entstanden. In ihnen trugen die Jäger und Sammler ihre Beute heim. Für mich und auch für meinen Göttergatten ist es wie ein Geschenk uns tausende Jahre später, in den Zeiten der Plastiktüten und Wegwerfartikeln wieder mit einem so schönen Naturmaterial befassen zu dürfen. Einige wunderbare Weidenobjekte sind schon dabei entstanden: Windlichter, Gartenstecker oder Vogelfutterspender. Unser nächstes Projekt zum Thema "Weidenflechten" wird ein schöner großer Einkaufskorb sein. Aus diesem Grund haben wir uns in der Bücherwelt umgeschaut und sind dabei auf ein Werk vom Heel-Verlag aus der Edition "Land & Werken" gestoßen:

Dieses Buch für Anfänger und erfahrene Weidenflechter beschreibt Schritt für Schritt verschiedene Flechtprojekte. Die Basis bilden einzelne Flechttechniken, die dann in verschiedenen Projekten in unterschiedlicher Form und Funktion umgesetzt werden. Neben dem "ersten Korb" werden ein Einkaufkorb (unser nächstes Projekt), ein Korb für Feuerholz, ein Werkzeugkorb, ein Kräuterkorb, eine flache Schale, ein Kartoffelkorb und ein Erntekorb detailliert gezeigt.

144 Seiten, über 280 Farbfotos und Abbildungen, Paperback, 183 * 255 mm, ISBN 978-3-95843-364-9 € 16,99


Wer jetzt Lust bekommen hat sich mit dem Weidenflechten zu beschäftigen, sich aber nicht alleine ans Werkeln traut, kann zum Beispiel auch auf dem niederrheinischen Hilshof ein Korbflechtwochenende buchen. Bei meinem Göttergatten steht ein Besuch dort übrigens auf seinem Wunschzettel.

Verlinkt mit: *Buch und mehr* von Nicole
*creadienstag**dienstagsdinge*
Dieser Post entstand mit freundlicher Unterstützung des "Heel-Verlages"

Sonntag, 4. Dezember 2016

Frostiges Winterwetter



Langsam gehe ich durch den eisigen Garten. Bei jedem Schritt knistert es unter meinen Schuhen und kleine Atemwölkchen steigen über meinem Kopf in den stahlblauen Himmel empor. Ich ziehe meinen warmen wolligen Schal enger um meinen Hals und verstecke meine kalte Nase darin. Die Luft ist einfach herrlich - klar und eisig! So mag ich den Winter am liebsten. Ich lege meinen Kopf in den Nacken und beobachte eine Schar Wildgänse, die laut rufend über unseren Garten hinwegfliegt. Ein lustiges Eichhörnchen hüpft über die Wiese und bleibt erschrocken stehen. Eins, zwei, drei - noch ehe ich ein Foto machen kann hüpft es auch schon davon. Aus unserem kleinen Wäldchen kann man plötzlich ein lautes Rascheln vernehmen und unsere Hündin stobt heraus. Ihr putzigen Ohren fliegen im Wind und auf ihrem Gesicht ist ein Hundegrinsen zu sehen. "Beeil dich, kleines Eichhörnchen!", denke ich für mich und sehe belustigt zu, wie sich unsere Hündin mit ihren Vorderpfoten an den Baumstamm stützt. Eichhörnchen mag Julie gar nicht, sind sie doch immer darauf aus den Hühnern die Eier zu klauen. Im Vorgarten direkt hinter der hohen Hainbuchenhecke werde ich fündig, denn ich bin auf der Suche fotografisch den Winter festzuhalten. Meine rote Scheinbeere ist mit Reif überzogen und auch der Hagebuttenzweig glitzert silbrig weiß. Genau diesen winterlichen Flair habe ich gesucht.

Ich wünsche Euch einen winterklaren zweiten Advent!
Herzlichst, Nicole.

Meine Sonntagsfreude heute = frostiges Winterwetter

Freitag, 2. Dezember 2016

Von Winterrosen, Lebkuchenherzen und frühen Abendstunden.


"Wie bitteschön kann man Lebkuchen denn nicht mögen?", diese Frage stellte mir vor kurzem Jutta, als sie uns davon erzählte, dass sie nun endlich auch Lebkuchen gekauft hat. Eine gute Frage wie ich finde und wahrscheinlich habe ich deshalb auch bei unserem Biobäcker den Drang verspürt nach Jahren mal wieder Lebkuchen zu kaufen. Allerdings wurde ich auch verführt, denn die feinen, kuchentellergroßen Lebkuchen lagen wunderhübsch dekoriert in der Auslage des Marktstandes. Es gab Lebkuchenherzen mit Vollmilchschokolade, Lebkuchenherzen mit Zartbitterschokolade und Kirschfüllung und wunderschöne einfache Lebkuchensterne. Natürlich mussten alle drei mit nach Hause. Und was soll ich sagen? Sie haben uns einfach wunderbar geschmeckt - nur der Stern war mir einbissel zu stark gewürzt. Dennoch.. mmmh! 
Für meine Freitagsblümchen bin ich heute in den Garten marschiert und habe ein paar Fichtenzweige, Lärchenzapfen und kleine Hagebutten der Multiflora eingesammelt. Dazu habe ich beim Einkaufen ein Bündel orangerote Rosen eingepackt und sie zu Hause um die Hälfte gekürzt. In meinem kleinen Zinkeimer finde ich die weihnachtliche Kombination einfach wunderbar.
Den orangefarbenen Sonnenuntergang konnten Julie und ich bei unserer Abendrunde genießen. Ist der letzte Sonnenstreifen in Orange nicht einfach wundervoll? Ich liebe diese winterliche Abendstimmung kurz bevor die Sonne untergegangen ist. Wenn dann auch noch leichter Nebel emporsteigt, jeder Schritt auf den gefrorenen Wegen knistert und kleine Atemwölkchen über unseren Köpfen schweben wird mir jedes Mal ganz feierlich zu Mute. Geht es Euch auch so? Hachz..!

Mittwoch, 30. November 2016

Adventskranzliebe


"Ich habe dir schon die Kerzen hingelegt.", informiere ich meinen Göttergatten, "Dann kannst du gleich das Loch für die Kerzen mit dem heißen Nagel vorbohren.". Mit einem gekonnten Augenaufschlag grinse ich meinen Göttergatten an. "So, so. Kann ich das?!", erwidert er schmunzelt, "Na, gut!". Er nimmt die Kerzen aus der Verpackung und beginnt mit der Arbeit. Ich habe wunderschöne Kerzen gekauft: dunkelrote vollgefärbte Kerzen, handgefertigt und mit weißen Zahlen von eins bis vier. Auf Wunsch sozusagen, denn beide Kinder wollen nämlich in diesem Jahr wieder ein tradionelles Weihnachtsfest. Mit Tannengrün, roten und weißen Kugeln, Holztieren und Strohsternen. Wahllos nimmt mein Göttergatte die Kerzen zur Hand, doch schon bei dritten Kerze stutzt er. "Hast du gesehen? Hier ist ein Riss drin!". Bekümmert betrachte ich die Kerzen: "Und was nun? Jetzt können wir sie nicht nehmen!". "Doch.", beruhigt mich mein Göttergatte, "Der Riss ist an der Seite, da dekorierst du einfach etwas hin.". Ich nicke noch zuversichtlich, doch da ist es schon passiert, der heiße Nagel hat die Kerze halbiert. "Jetzt können wir sie wohl doch nicht nehmen!", mein Göttergatte guckt bekümmert auf die zwei Stücke. "Nein." antworte ich seufzend, "Und wo bekommen wir jetzt neue Kerzen her? So schöne Kerzen.. ach, männo!". "Wir fahren doch gleich noch zum Möbelschweden, da bekommst du bestimmt noch Kerzen!", mein Göttergatte nimmt die Kerzen an sich, "Und die kommen halt ins Schmelzfeuer!". "Die schönen Kerzen!", jammere ich leise und schiebe den Kranz in die Tischmitte. 
Doch es kommt ganz anders als gedacht. Erst gegen späten Samstag-Nachmittag schlagen wir beim Möbelschweden auf und die einzigen Kerzen, die wir noch in Rot ergattern können, sind nur von aussen eingefärbt und eigentlich auch viel zu groß. Ist das zu glauben?! Beim Möbelschweden gibt es keine passenden Kerzen.. tsss! Aber was soll's? Morgen ist der erste Advent und was wäre ein Adventskranz ohne Kerzen? Eben - kein Adventskranz. Also kommen die einfachen Kerzen mit nach Hause. Mir tut es immer noch um die schönen Kerzen leid, doch wenn ich meinen Kleinen dabei beobachte mit welcher Freude er das Streichholz über die Fläche reibt, um die Kerze zu entzünden, dann bin ich froh, dass die Kerzen eine Übergröße haben. So können sie mehrfach am Tag leuchten, ohne das wir Sorge haben müssen, dass sie bis Weihnachten aufgebraucht sind.