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Dienstag, 13. Januar 2026

Ein Schneemann als Zaungast


Während ich die erste Schneekugel in diesem Winter forme, schallt durch den Garten ein knarzender Lautsprecher. Eine mir wohlbekannte Stimme ermahnt mit ernstem Ton: „Achtung, Achtung! Dies ist eine Durchsage. Es ist nicht erlaubt, eine Schneeballschlacht zu machen. Keine Schneeballschlacht!“. Es ist die Stimme einer lieben Freundin, die an der nahe gelegenen Grundschule Rektorin ist. Ich grinse breit, setze die fertige Kugel auf den Zaunpfahl unseres Staketenzauns und sage zur ihr: "Na, wie gut, dass du ein Schneemann werden sollst.". Mit bereits eisigen Händen rolle ich die zweite Kugel für den Kopf durch den pudrigen Schnee. Sie ist kleiner und runder und bekommt von mir Augen und Mund aus Efeubeeren. Eine angespitzte kleine orangene Geburtstagskerze wird die Nase und ein kleiner Blumentopf der Hut. Vorsichtig setzte ich nun die zweite Kugel auf die erste Kugel und betrachte meinen kleinen Schneemann. Ach, da fehlt ja noch was. Er hat gar keine Arme! Ich schaue mich rasch um, sammle schnell etwas Birkenreisig auf und stecke kurze biegsame Birkenäste als Arme hinein. Während ich den kleinen Zaungast fotografiere, fängt es wieder an zu schneien und schneller als gedacht ist der kleine Schneemann kaum noch zu sehen. Mein Schneemann. Ein flüchtiger Wintergast, der still im Flockentanz entschwindet.


Freitag, 10. Januar 2025

Der Winter ist angekommen


Mit gesenkten Kopf laufe ich dankbar ein paar Schritte hinter meinem Göttergatten her, denn von vorne kommt ein kräfitiger Wind, der mir die nassen Schneeflocken ins Gesicht weht und mir sowohl den Atem als auch den Blick nimmt. Wir sind wieder unterweg im Dachsbruch*, der für mich im Herzen zu meiner Heimat geworden ist. Manchmal kommt es mir so vor als ob wir jeden Stein, jeden Baum, jedes Schlagloch und jeden Weidepfahl persönlich kennen würden. Auch die Anwohner der vereinzelnten Gehöfte samt ihrer Vierbeinern und ihrem Federvieh sind uns mittlerweile bekannt und tatsächlich auch ans Herz gewachsen. Oft bleiben wir an freundlicheren Tagen für ein kleines Schwätzchen stehen und tauschen uns über die kleinen Dinge des Lebens aus. Gesundheit, Wetter, Familie oder auch Lokalpolitik lassen uns oft für einen Moment zusammenstehen. Doch heute scheint dieser Landstrich leergefegt zu sein. Bis auf ein paar Hasen ist niemand unterwegs. Das wiederrum freut mich sehr, denn viele Feldhasen sind im vergangenen Jahr auch hier bei uns am linken Niederrhein an der Hasenpest gestorben. Lächelnd bleiben mein Göttergatte und ich für einen Augenblick stehen und beobachten das wilde Spiel der Feldhasen, ehe wir uns wieder in den Wind stemmen und mit Bedacht über die stellenweise vereisten Wege gehen. Der Winter ist nun auch zu meiner Freude bei uns am linken Niederrhein angekommen.


*früher: das Dachsbroich

verlinkt mit: "Mein Freund der Baum" von Astrid

Mittwoch, 27. November 2024

12tel Blick - November / Ein Wipfelbild


Heute mache ich wieder bei der "12tel Blick - Fotoaktion" von Eva aka "verfuchstundzugenäht" mit. Wie Ihr vielleicht wisst, habe ich mir dafür den Blick aus dem Kinderzimmer-Fenster in unseren Garten ausgesucht. Zwar kann man dort nur die Wipfel der altehrwürdigen Bäume sehen, doch ich genieße diesen Blick immer sehr, wenn ich am Fenster stehe. Für das Projekt habe ich mich übrigens für ein anderes Foto-Format entschieden, aber um den Garten in seiner Gesamtheit zu sehen ist das Querformat einfach besser.

Erinnert Ihr Euch? Im September hatte ich gehofft Euch im November ein goldglänzendes Nebelbild von unseren hohen Wipfel zu zeigen und - et voilà - hier ist es. Ist es nicht herrlich romantisch? Zwar hat der Wind schon viele Blätter mitgenommen, doch die die übrig geblieben sind, leuchten aus dem Nebel gerade zu heraus. Wenn Ihr genauer hinschaut könnt Ihr nun auch wieder unser Gartenpavillon vom Fenster aus entdecken. Das ganze Jahr über war es durch das üppige Grün verdeckt. Ach, was war ich glücklich, dass ich diesen Moment fotografieren konnte.

Doch dann ist am Mittwoch, den 20. November 2024 noch etwas ganz Wunderbares passiert: es hat geschneit!! Wer schon länger bei mir mitliest, weiß wie überaus selten das hier bei uns am linken Niederrhein ist und wie überaus groß meine Schneesehnsucht ist. Schon als kleines Mädchen habe ich jeden Winter den Schnee herbeigesehnt! Und auch jetzt noch freue ich mich wie Bolle über die kalten Flocken wie eine Schneekönigin. Doch seht selbst: sieht es nicht auch einfach herrlich romantisch aus?! Ach, ich kann mich gar nicht entscheiden, welchen Blick ich für den November nehmen soll. Was meint Ihr?



Und weil der Blick aus dem Esszimmer-Fenster (direkt unter'm Kinderzimmer) auch so schön ist, habe ich es für Euch auch noch mitgebracht. Da hatte es gerade angefangen zu tauen, denn die Sonne kam ganz verstohlen durch die winterlichen Wolken. Der Ahornbaum strahlt richtig. Findet Ihr nicht auch?!







Verlinkt: 

Mittwoch, 24. Januar 2024

Winterstimmung am Niederrhein (oder "Käse-Lauch-Suppe")


Wir sind wieder unterwegs in den Feldern direkt hinter dem Dachsberg, der zum niederrheinischen Höhenzug, einer überwiegend bewaldeten Endmoräne, gehört. Es verwundert nicht, dass der Landstrich dahinter Dachsbruch* heißt und mich jedes Mal nach einem Grimbart Ausschau halten lässt. Die letzten Tage waren von Glatteis und Schneegraupel geprägt und so kommen mein Göttergatte und ich nur langsam und vorsichtig über die unbefestigten Feldwege voran, während unsere Hündin freudig von Mäuseloch zu Mäuseloch springt. Die typischen niederrheinischen Landschaft, mit ihren Kendeln, Kopfweiden und Alleen, hat sich ein frostig graues Kleid übergezogen. "Ist das nicht verrückt? Man kann heute nicht genau erkennen, wo der Himmel anfängt und die Wiesen und Felder aufhören und den Dachsberg kann man überhaupt nicht sehen.", sinniere ich laut als auf einmal eine erste Schneeflocke auf meinen Jackenärmel fällt. Groß wie ein zwei Eurostück ist sie und man kann ihre sechseckige Form sehr gut erkennen. Ungläubig blicke ich nach oben und als ob Frau Holle über uns ihre Betten ausschüttelt, fallen immer mehr Flocken vom Himmel. "Es schneit!!", glücklich lache ich meinen Göttergatten an, der fröhlich zurück lacht. Hand in Hand laufen wir durch den Schnee bis ein kräftiger, eisiger Schneewind uns unsere Köpfe senken lässt und jedes Geräusch durch die immer höher werdende Schneedecke verschluckt wird. Jetzt schnell nach Hause und vor den bollernden Ofen. Ein wärmendes Süppchen wäre jetzt genau das Richtige. Wie gut, dass ich noch etwas "Käse-Lauch-Suppe" vom Weihnachtsfest eingefroren habe.



Käse-Lauch-Suppe

Zutaten:
  • 500 g Hackfleisch vom Bio-Rind
  • 4-5 Zwiebeln
  • 3 Stangen Porree
  • 1 1/4 l Rindfleischbrühe
  • 2 Pckg. Schmelzkäse Kräuter
  • 1 Pckg. Schmelzkäse Sahne
  • 1 Becher süße Sahne
  • Pfeffer, Salz

Zubereitung:

Zwiebeln in kleine Würfel schneiden und mit dem Hackfleisch anbraten. Porree säubern, in Scheiben schneiden und dazugeben. Mit der Brühe auffüllen und etwa 10 Minuten leicht köcheln lassen. Zuletzt den Käse und die Sahne hinzufügen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.



Verlinkt: "Unser Jahresprojekt" von Andrea, "Winterglück" von Loretta und Wolfgang, *Natur-Donnerstag* von Elke, *Mein Freund der Baum* von Astrid



*früher: das Dachsbroich