Sonntag, 31. Mai 2026

12tel-Blick - Mai / Ein Wipfelbild



Heute mache ich wieder bei der "12tel Blick - Fotoaktion" von Eva Fuchs mit. Wie Ihr vielleicht wisst, habe ich mir dafür den Blick aus dem Kinderzimmer-Fenster in unseren Garten ausgesucht. Zwar kann man dort nur die Wipfel der altehrwürdigen Bäume sehen, doch ich genieße diesen Blick immer sehr, wenn ich am Fenster stehe. Für das Projekt habe ich mich übrigens für ein anderes Foto-Format entschieden, aber um den Garten in seiner Gesamtheit zu sehen ist das Querformat einfach besser.

Mein Wipfelblick im Mai hatte am Abend, den 19.05.2026 plötzlich einen ganz besonderen Himmel bekommen. Eigentlich war der Tag eher grau, schwer und voller Regenwolken. Und dann geschah dieses kleine Wunder, das man fast verpasst hätte, wenn man nicht noch einmal nach oben schaut: Zwischen den dunklen Baumkronen begann der Himmel zu leuchten. Erst zart, dann immer intensiver. Erst rosa, dann korallig, fast wie gemalt. Die hohen Wipfel standen plötzlich als dunkle Silhouetten vor diesem warmen Abendlicht und mein vertrauter Blick in den Garten wirkte für ein paar Minuten völlig verwandelt. Genau deshalb liebe ich den 12tel Blick so sehr. Man sieht nicht nur die Bäume wachsen oder Jahreszeiten wechseln, man entdeckt auch diese flüchtigen Augenblicke, die man sonst vielleicht vergessen würde. Und manchmal schenkt selbst ein Regentag noch einen Himmel wie Zuckerwatte.




Randnotiz Mai 2026: Die Eisheiligen zeigten sich hier am Niederrhein in diesem Jahr von ihrer rauen Seite. Mitte Mai zogen Sturm, Regen, eisiger Wind und sogar Hagelgewitter über die Region. Am Morgen der „Kalten Sophie“ lagen die Temperaturen stellenweise nur bei 3°C und für einen Moment fühlte sich alles eher nach Winter als nach Frühling an. Umso erstaunlicher war der plötzliche Wetterumschwung wenige Tage später: Ausgerechnet zum Pfingstwochenende kletterten die Temperaturen bei strahlender Vollsonne plötzlich auf fast 30°C und der Niederrhein zeigte sich beinahe schon hochsommerlich.


Freitag, 29. Mai 2026

Meine ersten Pfingstrosen in diesem Jahr


Guten Morgen, meine Lieben, wie schön, dass Ihr wieder da seid! Möchtet Ihr eine Tasse Tee oder Kaffee oder vielleicht doch lieber etwas Kaltes zu trinken? Ich habe sowohl Waldmeister- als auch Rhabarbersaftschorle im Kühlschrank. Und? Habt Ihr auch dieses wunderbare Sonnenwetter genossen? Ich fand es einfach herrlich. Es fühlte sich selbst ohne Urlaub ein kleines bisschen wie Urlaub an und das ist doch eigentlich perfekt, oder? Besonders schön fand ich den Pfingstsonntag. Aber das wisst Ihr ja schon, nicht wahr? Da haben wir nämlich mit Kind und Kegel eine Paddeltour auf der Niers gemacht. Obwohl.. vielleicht wisst Ihr es doch gar nicht. Denn leider haben nur sehr wenige diesen Beitrag gelesen. Blogger hatte den Post nämlich zunächst überhaupt nicht in die Leseliste aufgenommen. Erst 19 Stunden nach der Veröffentlichung wurde er plötzlich angezeigt und da wartete schon längst der nächste Beitrag auf seine auf seinen Auftritt. Kommentiert haben ihn deshalb leider nur die wenigsten. Das finde ich wirklich schade, denn ich hatte so viel Herzblut hineingesteckt. Eine ehemalige liebe Bloggerin hat mir später erklärt, dass Blogger manchmal Probleme bekommt, wenn Fotos eine zu hohe Auflösung haben. Und was soll ich sagen? Wahrscheinlich lag es tatsächlich daran. Ich hätte die Kanadagänse wohl doch nicht ganz so perfekt haben wollen. Aber wann hat man schon einmal die Chance, Gänse vom Wasser aus zu fotografieren? An dieser Stelle möchte ich Euch aber erst einmal ganz herzlich Danke sagen. Trotz Feiertagen, Gartenarbeit, Ausflügen und bestem Frühsommerwetter haben wieder einige von Euch am Plausch am Gartenzaun teilgenommen. Ich freue mich jedes Mal aufs Neue über Eure Geschichten, Gartenrundgänge, Blüten, Bastelideen und all die kleinen Einblicke in Euren Alltag. Genau davon lebt unser Gartenzaun schließlich. Mein Konzept für den Plausch am Gartenzaun werde ich dennoch wohl noch einmal überdenken, denn vielleicht würde es völlig ausreichen, wenn wir uns nur alle 14 Tage oder sogar nur einmal im Monat zum Plauschen treffen. Was meint Ihr dazu? Ich bin mir noch ziemlich unsicher. Ach, ja..! Habt Ihr eigentlich meine schönen Pfingstrosen in der Vase schon entdeckt? Es sind in diesem Jahr tatsächlich die ersten Pfingstrosen, die bei mir eingezogen sind. Gestern habe ich sie im Discounter gerettet. Anscheinend wollte niemand die armen Schönheiten haben und da musste ich natürlich zugreifen. Ich finde, in meinem gestreiften Krug sehen sie ganz bezaubernd aus, auch wenn sie noch nicht alle in voller Blüte sind. Drückt mir bitte die Daumen, dass die Knospen noch aufgehen. So, und nun werde ich gleich noch einmal durch den Garten gehen und nach dem Rechten sehen. Ein paar Töpfe möchte ich vorsichtshalber etwas geschützter stellen und hier und da zur Sicherheit noch ein paar lose Dinge einsammeln. Hier am linken Niederrhein soll es zwar heute noch einmal richtig heiß werden. Über 30 Grad sind angekündigt. Im Laufe des Nachmittags sollen dann kräftige Gewitter, stürmische Böen und jede Menge Regen aufziehen, die uns vermutlich bis in die Nacht und den kommenden Morgen begleiten werden. Hoffen wir einfach, dass alle größeren Unwetter an uns vorüberziehen, denn den Regen kann die Natur gut gebrauchen.

Passt schön auf Euch auf und 
lasst Euch nicht wegwehen!
Herzlichst, Nicole

Donnerstag, 28. Mai 2026

Plausch am Gartenzaun (oder: "Drei Themen-Hochbeete!")


Guten Morgen, meine Lieben. Habt Ihr heute wieder Lust mit mir nach ganz hinten in den Garten zu gehen? Bis kurz vor dem kleinen Wäldchen? Vielleicht treffen wir dort auch noch meinen Göttergatten. In den letzten Tagen werkelt er desöfteren hier hinten. Denn in diesem Jahr möchten wir hier nicht einfach nur Gemüse und Blumen anbauen, sondern kleine eigene Gartenwelten entstehen lassen. Jedes Hochbeet soll seine ganz eigene Stimmung und Persönlichkeit bekommen. In jedem Beet steht dabei jeweils ein Blüher besonders im Mittelpunkt und darf die Atmosphäre vorgeben. So entsteht (hoffentlich, wenn uns nicht Wühlmäuse & Co einen Strich durch Rechnung machen) ein ruhiges Waldbeet, ein fröhlich buntes Kräuter- und Ringelblumenbeet sowie ein sonniges Summ- und Insektenbeet. Und irgendwie passt das alles gerade ganz wunderbar zu unserem kleinen "Plausch am Gartenzaun". Das erste Hochbeet liegt fast im Schatten und soll deshalb eher ruhig, grün und ein bisschen verwunschen wirken. Dort sollen der Neuseeländer Spinat und etwas Orangenthymian wachsen. Vielleicht darf auch ein wenig Kapuzinerkresse am Rand entlangranken. Dieses Beet stelle ich mir später fast wie eine kleine Waldgarten-Ecke vor. Ein stilles, grünes Hochbeet direkt am Wäldchen, das eher durch Duft, Blattformen und seine ruhige Stimmung wirkt. Das zweite Hochbeet bekommt etwas mehr Sonne und soll fröhlich, bunt und lebendig werden. Dort dürfen Ringelblumen zwischen den Humboldttomaten leuchten. Außerdem wachsen dort bereits Salbei, Schnittlauch und Bärlauch, sodass das Beet gleichzeitig auch ein kleines Duft- und Kräuterbeet wird. Vielleicht ziehen zusätzlich noch ein paar Tagetes mit ein. Dieses Hochbeet wird später bestimmt herrlich summen und duften und ein bisschen wie ein kleiner Bauerngarten wirken. Das dritte Hochbeet liegt schön sonnig und darf deshalb die üppigste Gartenwelt werden. Dort sollen die Snack-Gurken "Pinocchio", Borretsch mit seinen himmelblauen Sternblüten, die Kapuzinerkresse in Rosa und Dunkelrot, die kleine Kirsch-Peperoni sowie das Limetten-Basilikum wachsen. Gerade Borretsch und Kapuzinerkresse locken später viele Bienen und Insekten an. Außerdem lieben Blattläuse Kapuzinerkresse ganz besonders, weshalb man dort oft auch Marienkäferlarven entdeckt, die sich genüsslich über die Läuse hermachen. Dieses Beet soll später richtig lebendig, summend und voller Bewegung sein. Die Tomaten "Sweet Falls" und "Black Puky" bekommt dagegen ihren ganz eigenen warmen Sonnenplatz an der Mauer vom Gartenschuppen. Dort darf sie später hoffentlich üppig über den Rand fallen und den kleinen Gartenbereich am Wäldchen noch ein bisschen sommerlicher wirken lassen.


Hochbeet 1 – Waldbeet 

fast schattig · ruhig · grün · verwunschen

  • Neuseeländer Spinat
  • Orangenthymian
  • etwas Kapuzinerkresse am Rand
  • eventuell einzelne Bärlauch-Ausläufer

Stimmung:
kleine Waldgarten-Ecke · ruhig · weich · viel Grün


Hochbeet 2 – Kräuter- & Ringelblumenbeet 

halbschattig bis sonnig · fröhlich · duftend

  • Ringelblumen
  • Humboldttomaten
  • Salbei
  • Schnittlauch
  • Bärlauch
  • Tagetes

Stimmung:
kleiner Bauerngarten · bunt · würzig · summend


Hochbeet 3 – Summ- & Insektenbeet 

sonnig · lebendig · üppig

  • Borretsch
  • Kapuzinerkresse rosa
  • Kapuzinerkresse dunkelrot
  • Kirsch-Peperoni
  • Limetten-Basilikum
  • Snack Gurke "Pinocchio"
  • Tagetes

Stimmung:
Insektenparadies · summend · duftend · romantisch


Pflanzkasten

warmer Sonnenplatz an der Mauer vom Gartenschuppen

  • Tomate "Sweet Falls"
  • Buschtomate "Black Puky"




Herzlich willkommen beim dritten "Plausch am Gartenzaun". Unsere kleine Donnerstagsrunde freut sich wieder über alles, was das Herz ein bisschen grüner macht: Gartenmomente, Blüten, Tiere, Naturbeobachtungen, Selbstgemachtes oder einfach schöne Augenblicke draußen. Macht es Euch gemütlich, schaut Euch um und entdeckt viele schöne Beiträge. Wenn Ihr mögt, verlinkt gern Euren passenden Blogbeitrag weiter unten. Die Linkparty bleibt wie immer bis Dienstagabend um 18.00 Uhr geöffnet. Ich freue mich schon sehr auf unseren nächsten Gartenzaunplausch mit Euch.

You are invited to the Inlinkz link party!

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Mittwoch, 27. Mai 2026

Paddeln auf der Niers von Grefrath nach Wachtendonk


Fröhlich plaudernd stehen wir an der alten Langendonker Mühle und hören der kurzen Einweisung zu. Über uns rauscht das frische Grün der Bäume und irgendwo ruft unermüdlich ein Kuckuck. "Schnell schüttelt eure Portemonnaies!", ruft meine Freundin lachend und erklärt den verdutzt dreinblickenden jungen Leuten, dass sich dann das Geld darin vermehre. Sofort wird das Lachen erwidert und natürlich kräftig geschüttelt. Kurz darauf wuchten wir die beiden roten Schlauchboote hinunter zum idyllischen Anleger, steigen unter fröhlichem Necken ein und stoßen uns schließlich vom Ufer ab. Mit dabei sind meine liebe Freundin mit ihren beiden Söhnen und mein Schneiderlein mit ihrer Familie: ihrem Mann, ihrem Sohn, unserer Patentochter und meiner Herzenstochter. Wie schön, dass unsere beide jungen Frauen auch diesmal ihre Liebsten mitgebracht haben. Ich mag diesen Gedanken sehr, dass Familientraditionen weiterwachsen dürfen und junge Liebe ganz selbstverständlich ihren Platz darin findet. Auch der Trauzeuge meines Schneiderleins sitzt mit im Boot, einer dieser wunderbaren Menschen, die seit vielen Jahren mal mehr, mal weniger zu unserem bunten Haufen dazugehören. Und natürlich sind auch mein Göttergatte und unsere Söhne wieder mit von der Partie. Denn es war die Idee meines Sohnemannes statt seines Geburtstag zu feiern lieber eine Paddeltour zu machen. Die Strecke führt durch das stille Naturschutzgebiet Grasheide Richtung Wachtendonk. Mal paddeln wir gemütlich hintereinander her, mal liefern sich die Boote kleine Wettfahrten und gegenseitige Enterversuche. Spritzendes Wasser, (nicht nur) nasse Arme, der Geruch von Sonnencreme in der Nase und dieses unverwechselbar kühle Aroma des Flusses mischen sich an diesem fast schon hochsommerlich warmen Pfingstsonntag zu einem perfekten Bilderbuchtag. Vor lauter Plaudern und Scherzen passen wir manchmal nicht richtig auf und geraten gleich mehrmals unter tief hängende Äste am Ufer. Und jedes Mal erwischt es ausgerechnet den Freund unserer Patentochter. Der Arme verschwindet regelmäßig halb im Grünzeug und wird anschließend von uns ziemlich robust, aber fürsorglich von Blättern und kleinen Zweigen befreit. Meine Herzenstochter und der jüngste Sohn meiner Freundin lassen sich irgendwann verstohlen in die kühlen Fluten gleiten und schwimmen eine ganze Weile neben den Booten her. Sonnenlicht tanzt auf dem Wasser, nasse Haare glänzen in der Sonne und für einen Moment wirkt alles herrlich leicht und unbeschwert. An manchen Stellen blühen die Weiden und die feinen silbernen Samen schweben wie kleine Sommerflocken durch die Luft und lassen meinen ältesten Sohn mehrfach niesen. Immer wieder tanzen blau schimmernde Prachtlibellen und andere Libellenarten dicht über der Niers. Im klaren Wasser kann man stellenweise sogar kleine helle Muscheln auf dem dunklen Grund erkennen. Enten ziehen gemächlich ihre Bahnen und sogar Kanadagänse mit ihren Jungen wagen sich vorsichtig ans Ufer und gleiten schließlich gemeinsam hinaus auf den Fluss. Aus dem Schilf quaken munter grüne Seefrösche und irgendwas platscht ins Wasser. Zwischen alten Weiden, dichtem Ufergrün und spiegelnden Wasserflächen wirkt alles fast ein wenig verwunschen. Für einen kurzen Moment denke ich auch an den Patenonkel meines Jüngsten. Früher saß er mit uns in einem der Boote, lachte, alberte herum und genoss diese Tage genauso wie wir. Heute kann er nicht mehr mit dabei sein und fehlt uns sehr. Während die Schlauchboote leise über das Wasser gleiten, schicke ich ihm in Gedanken ein paar liebe Grüße. Vielleicht hätte ihm dieser herrliche Tag genauso gut gefallen wie uns. Umso kostbarer fühlen sich diese gemeinsamen Stunden auf dem Wasser an. Wir passieren das Kloster Mariendonk, später taucht zwischen den Bäumen die Burgruine Wachtendonk auf. Ich lehne mich kurz zurück, lasse das Paddel treiben und beobachte meine Lieben. Das Wasser schwappt leise gegen das Boot, irgendwo ruft wieder ein Kuckuck und über der Niers tanzen die blau schimmernden Prachtlibellen in der warmen Nachmittagssonne.

Hachz.. solche Tage möchte man am liebsten festhalten.



Wissenwertes zur Niers: 
Die Niers zählt zu den langsamsten Flüssen Deutschlands 
und schlängelt sich auf rund 113 Kilometern durch die 
niederrheinische Auenlandschaft bis in die Maas. Gerade 
zwischen Grefrath und Wachtendonk zeigt sie sich 
besonders idyllisch mit alten Weiden, stillen Kuhlen 
und artenreicher Natur.