Es gibt Sommertage, die vergisst man wieder. Und dann gibt es diese besonderen Tage am Haus am See. Tage, an denen die Hitze über dem Wasser flimmert, ein Sprung ins kühle Nass alle Sorgen fortspült und das Leben für einen Augenblick ganz leicht wird. Auch wenn der Weg ins Wasser über die pieksigen Steine führt, lohnt er sich jedes Mal. Hier geht es nicht um große Erlebnisse. Es sind die Menschen, die diesen Ort besonders machen. Freundschaften, die über viele Jahre gewachsen sind. Kinder, die hier einst am Ufer spielten, laut lachend ins Wasser sprangen und heute längst fast schon erwachsen sind. Hunde, die uns all die Sommer begleitet haben und inzwischen mit grauen Schnauzen lieber den Schatten als das Wasser suchen sollten. Alles hat sich verändert und doch fühlt sich nichts fremd an. Vielleicht ist es genau das, was Familie ausmacht. Nicht nur die Menschen, mit denen wir verwandt sind, sondern all jene, die über die Jahre zu unserem Leben gehören. Die wissen, wie wir unseren Kaffee trinken, die unsere Geschichten schon hundertmal gehört haben und trotzdem noch einmal darüber lachen. Die da sind, ohne dass man sich erklären muss. Zwischen dem Platschen im Wasser, dem Zirpen der Grillen, dem Flirren der Libellen und den springenden Fischen entsteht etwas, das man nicht planen kann: das tiefe Gefühl von Zusammengehörigkeit. Und wenn es abends langsam stiller wird, wird noch Musik gehört, gespielt, gelacht und lauthals mitgesungen. Es sind diese heißen Sommertage voller Müßiggang, an denen niemand etwas Besonderes leisten muss. Es genügt, gemeinsam da zu sein. Vielleicht ist Glück manchmal genau das. Ein Haus am See. Kaltes Wasser an einem heißen Tag. Musik, Gelächter und Menschen und Tiere, die einen durchs Leben begleiten. Und das leise Wissen, angekommen zu sein.
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