Donnerstag, 18. Oktober 2018

Geschnatter


Der morgentliche Frühdunst löst sich langsam auf und die noch warme Herbstsonne taucht alles in ein goldenes Licht. Es ist Oktober und nicht mehr lange, dann kommt die kalte und karge Herbstzeit. Genau deshalb sind mein Sohnemann und ich gemeinsam mit unserer munteren Hündin unterwegs, wir wollen, wie der Mäuserich Frederick aus Kindergartenzeiten, die schönen Farben einfangen. Nach einiger Zeit kommen wir an einer Weide mit weißen Hausgänsen vorbei, an deren Ende wir eine kleine Kapelle mit einem Rastplatz entdecken. "Sollen wir hier unsere Pause machen?", fragend blicke ich meinen Sohnemann an. Dieser nickt zustimmend und während wir etwas trinken, blickt mein Sohnemann sinnend auf die hübschen Vögel: "Mama, ob die Gänse wohl wissen, dass sie bald für das Sankt-Martin-Fest im Kochtopf landen?". Ich schüttele den Kopf. "Ich glaube nicht!", erkläre ich bestimmt und ergänze, "Und schau nur, wie gut sie es hier haben. Sie dürfen hier an der frischen Luft im Sonnenschein auf einer fetten Weide leben und bekommen sogar noch Futter extra. Da gibt es viel schlimmere Arten der Gänse-Haltung. Weißt du noch, warum es Brauch ist am Martinstag einen Gänsebraten zu essen?". Ohne eine Antwort abzuwarten, erkläre ich es, wie in jedem Jahr kurz vor dem Sankt-Martin-Tag: "Als der zurückhaltende Martin von seiner Wahl zum Bischof erfuhr, hat er sich, um der Wahl zu entgehen, in einem Gänsestall versteckt. Doch die Gänse schnatterten so laut, dass sie ihn verrieten und die Bürger ihn doch noch fanden. Seither müssen die Gänse ihren Verrat der Legende nach büßen.". Mein Sohnemann nickt verständig und bemerkt schmunzelnd: "Kann ich mir vorstellen, Mama, denn laut sind die Gänse wirklich!".


Dienstag, 16. Oktober 2018

Futterbeutel (oder "Lunchbag für Kerle!")


"Mama, ich hätte auch gerne so einen Stoff-Beutel in den man sein Brot packen kann.", mein Großer sieht mich bittend an. "So einen Stoff-Beutel?", ich ziehe meine Stirn kraus und habe plötzlich eine Erleuchtung, "Ach, du meinst ein Lunchbag?!". Mein Großer nickt und erklärt: "Die finde ich total cool. Hat man sein Brot aufgegessen, kann man das Lunchbag ganz klein machen. Die nehmen kaum Platz weg. Wenn man eine Edelstahldose mitnimmt, nimmt sie auch leer sehr viel Platz im Rucksack ein.". Ich nicke zustimmend und komme gerne seinem Wunsch nach. An einem wunderbaren Vormittag habe ich meinem Großen ein Lunchbag mit Hilfe meines Schneiderleins (Danke nochmal, Süße!) genäht. Außen ein cooler Baumwollstoff mit schwarzen Punkten, innen ein oliv-farbenes, natürlich abwaschbares Wachstuch und als Verschluss ein praktisches, dunkelgrünes Klettband. Einen Futterbeutel für echte Kerle. Oder was meint Ihr?!

Sonntag, 14. Oktober 2018

Gartenglück (oder "Einfach Dankeschön!")


Habt Ihr Lust mit mir durch unseren herbstlichen Garten zu schlendern, für einen kleinen Moment die Stille genießen und Eure Nase in die Herbstsonne zu halten? Dann nur hereinspaziert! Guckt Euch in Ruhe um, aber passt auf unsere Hühner auf. Besonders unsere Gulliver ist sehr neugierig. Mich würde es nicht wundern, wenn Ihr sie beim Nachhausegehen in der Tasche hättet oder zumindest ein frischgelegtes Ei darin findet. Unsere Gulli sucht sich die außergewöhnlichsten Orte aus um ein Ei zu legen. Außerdem möchte heute ich einfach mal "Dankeschön" sagen, für all' Eure lieben Worte, für die wunderbare Post und für die liebevollen Geschenke, die mich in letzter Zeit erreicht haben. Stellt Euch mal vor, ich habe bei der lieben Nicole ein ganz wunderschönes Giveaway gewonnen. Drei kleine BabyBoos sollten es sein, doch Nicole hat direkt ein ganz zauberhaftes Herbstsammelsurium zusammengestellt. Zwei getrocknete Sonnenblumenköpfchen, liebevoll bemalte Kastanien, zwei stachelige Kürbisse und sogar ein gefilzte Eichel war dabei. Ist das nicht total lieb?! Ganz wunderschöne Herbstpost durfte ich von Kristin (die allerliebste Igelkarte), Eva (zwei wunderbare Gingo-Blätter), Nicole (den goldenen Herbst) und Kirsten (das zauberhafte Füchslein) aus dem Briefkasten holen. Die fuchsige Stofftasche bekam ich von Claudia geschenkt und begleitet mich nun immer um kleinere Einkäufe zu tätigen. Habe ich jemanden vergessen? Ich hoffe nicht! Euch allen ein ganz warmes Dankeschön! Ich freue mich sehr über unseren lieben Austausch.

Ich wünsche Euch einen entspannten Herbst-Sonntag.
Herzlichst, Nicole



Freitag, 12. Oktober 2018

Erste Ilex-Zweige (oder "Der Herbstkönig")


>> Der Herbst, der Herbst, der Herbst ist da, er bringt uns Wind, hei hussassa! Schüttelt ab die Blätter, bringt uns Regenwetter Sonnenwetter. Heia hussassa, der Herbst ist da! << Und? Wer von Euch hatte direkt die Melodie in den Ohren? Ich bekomme die Melodie jedenfalls nicht mehr aus dem Kopf. Mein Sohnemann und ich trällern momentan bei jeder Gelegenheit ein kleines Herbstlied. Wir feiern regelrecht diesen überaus sonnenwarmen Herbst (obwohl uns die vertrockneten Waldbestände doch sehr nachdenklich stimmen). Bei ausgiebigen Waldspaziergängen im goldenen Oktoberlicht sammeln wir ein was die Natur für uns bereithält. Lilafarbene Eicheln, blankgeputzte Kastanien, nussige Bucheckern und Blätter in allen Herbstfarben. Bei unserem letzten Spaziergang haben wir sogar schon erste Ilex-Zweige mit ihren hübschen roten Früchten gefunden. Sie lagen fast perfekt gekürzt direkt am Waldesrand, denn der ortsansässige Bauer hatte gerade seinen Feldweg frei geschnitten. Natürlich konnten wir nicht widerstehen ein paar Zweige mit nach Hause zu nehmen und nun stehen sie dekorativ auf unserem alten Holztisch im sonnigen Hof, der am Nachmittag immer wieder zum familiären Treffpunkt wird. Während mein Göttergatte und ich unseren Tee oder Kaffee schlürfen, wirft unser Großer für unsere Hündin Julie den Ball und unser Sohnemann bastelt aus seinen Fundstücken die schönsten Dinge. ApfelmännchenKastanienmännchen oder wie an diesem wunderbaren Nachmittag eine Herbstkrone aus bunten Blättern. Dabei plaudern wir über Gott und die Welt oder mein Sohnemann und ich erdenken uns die wildesten Geschichten. Bei der letzten Geschichte ging es um einen heldenhaften Herbstkönig, aber das konntet Ihr Euch sicherlich schon denken, nicht wahr?!

Ich wünsche Euch von Herzen ein goldenes Oktoberwochenende!
Herzlichst, Nicole


Trinkt Ihr eigentlich auch gerne Tee und habt Ihr Lust auf einen Adventskalender der besonderen Art? Frau Alltagsbunt hat auch in diesem Jahr einen ganz wunderbaren Teeadventskalender ins Leben gerufen. Schaut doch mal bei ihr vorbei, es sind noch Plätze frei:

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Mittwoch, 10. Oktober 2018

Schnelles Pilzpfännchen


Die herbstlichen Sonnenstrahlen verzaubern den Wald in ein wahres Märchenland. Die Bäume haben ihre herrliche Herbstfärbung angenommen und bei jedem Schritt rascheln die bereits gefallenen Blätter. Eichhörnchen hüpfen von Baum zu Baum. Emsig darauf bedacht ihren Wintervorrat zu verstecken. Zügig schreiten mein Göttergatte und ich aus, bis mir auch nur in Strickjacke angenehm warm wird. Noch ist es nicht kalt genug um zu Wintersachen zu greifen. Unsere Hündin Julie läuft, immer mit der Nase knapp über dem Boden, neben uns her. Nur dann und wann bleibt sie stehen und richtet sich auf. Ihre Nase bebt dann in gespannter Erwartung. Es riecht nach feuchter Erde, würzigen Eicheln und gefallenen Blättern. Eben nach Wild. Es würde uns nicht wundern, wenn plötzlich ein Reh erschrocken aus dem Unterholz hervorbricht. Der Wind wird kälter und die Sonne verschwindet langsam hinter den altehrwürdigen Bäumen, nun aber ab nach Hause. Auf uns warten frisch geerntete Steinchampignons. Wir wollen sie gleich mit Pfeffer und Salz in der Pfanne rösten. Zwei Scheiben Bauchfleisch habe ich schon heute Morgen gewürfelt, genau wie die dicke Zwiebel. Schnell lasse ich einen Klecks Butter bräunen und werfe zuerst das Fleisch in die Pfanne, die Zwiebeln folgen und dann kommen die Pilze hinzu. Das Ganze wird ordentlich mit Pfeffer und Salz gewürzt und eine Handvoll Petersilie schenkt der schnellen Pilzpfanne noch einen Hauch von Frische. In der Zwischenzeit hat mein Göttergatte den alten Holztisch im Hof gedeckt. Nur für uns beide, denn heute sind die Jungs mit Freunden unterwegs.