Sonntag, 23. September 2018

Einfach mal nur Schnitzen?



Das haben wir vielleicht als Kinder mal gemacht! Heute muss alles ein Ziel oder einen Grund haben, eine konkrete Vorstellung erfüllen. Das ist bei mir nicht anders, "reine" Kreativität kommt bei mir nie vor. Tätigkeiten (wie z.B. Schnitzen) müssen für mich einen Sinn erfüllen, also ein nutzbares Ergebnis erzeugen. In diesem Falle einen Stiel für meine Schnitzaxt (oder Holzlöffel oder Langbogen, oder, oder..).

Wenn man mit Holz kreativ arbeiten will, muss man sich auf das Material einlassen. Der Maserung folgen und die Form finden, die im Holz, passend zum Sinn und Zweck, verborgen ist. Die Herangehensweise zur Auswahl der passenden Holzart, der richtige Technik und Behandlung bekommt man nur durch Erfahrung (in dem jeweiligen Handwerk).

Ich denke, jedem künstlerischen Tun liegt eine gewisse Notwendigkeit von handwerklichem Können zu Grunde. Als absoluter Anfänger braucht man Mut, um seine Zeit in mögliche Fehlschläge zu investieren, um diese dann wieder als Erfahrung anwenden zu können. An der Zeit hapert es meistens bei "Freizeit-Handwerkern" wie mir. Leider. Nicht alles klappt von Anfang an wie geplant. Den Axtstiel habe ich drei mal begonnen, bis ich die richtige Form schnitzen konnte.

"Der Laie probiert solange, bis es funktioniert. Der Profi solange, bis er nichts mehr falsch macht." Zitat Dave Canterbury (sofern ich mich korrekt daran erinnere)

Zurück zur Kreativität.

Ich habe gelernt, dass, auch wenn man ein konkretes Ziel hat (also ein brauchbares Resultat erwartet), man sich nicht von zu vielen Aspekten einschränken lassen darf. Das fällt mir als Ingenieur und absolutem Kopfarbeiter meist extrem schwer. Aber, es entsteht sonst keine Kreativität. Es ist nur "Produktion" von irgendetwas, ohne einen ästhetischen und/oder natürlichen Aspekt, der jedem, gut oder weniger gut, gefallen kann.

Also mein Fazit:
Oft findet man Kreativität erst im Nachhinein, ohne das man sich dessen direkt bei der (H)Erstellung bewusst war.

Schönen Sonntag, der "Göttergatte"

Freitag, 21. September 2018

Von Hortensien, Eiern und geklauten Äpfeln


Vergnügt komme ich in unseren sonnigen Hof, gerade eben habe ich drei wunderbare Äpfel im Vorgarten gepflückt. Was für ein herrlicher Altweibersommer! Nun schnell noch nach hinten in den Garten zum Hühnerstall. Ich bin gespannt, ob ich auch heute wieder drei Eier finde. Ein großes bräunliches Ei von Gulliver (Rhodeländer), ein mittelgroßes cremefarbenes Ei von Stine (Sundheimer) und ein kleines weißes Ei von der frechen Else (Zwerg-Bantam). Ich lege meine gepflückten Äpfel auf unseren alten Holztisch, erfreue mich an den tanzenden Sonnenflecken und eile nach hinten. Tatsächlich! Meine Damen waren fleißig, es liegen drei wunderhübsche Eier im Nest. In Gedanken gehe ich das Rezept für unseren fast schon traditionellen Apfelkuchen durch und laufe wieder zurück zum Haus. Doch was ist das? Schon von Weitem kann ich unsere Gulliver auf dem Holztisch stehen sehen. Ich werde schneller und fange an zu schimpfen: "Gulli, du verrücktes Huhn! Mach das du runterkommst!". Gulliver gibt dem angepickten Apfel einen Stoß und hüpft vom Tisch. Der Apfel rollt auf die Wiese und touchiert den zweiten angefressenen Apfel. "Ooochnee!!", erzürnt betrachte ich die große braune Henne, was für ein Dilemma. Das hat man nun davon, wenn man will, dass seine Hühner glücklich sind und sie alle Freiheiten der Welt genießen lässt. Ein letztes Mal runzele ich verärgert die Stirn, doch dann perlt ein kleines Lachen in mir hoch und ich kichere leise vor mich hin: "So ein freches Ding! Wie gut, dass noch von gestern zwei Äpfel in der Küche liegen.". Ich nehme meine übrig gebliebene Ernte und werfe noch einen letzten Blick auf unsere Hühner, die sich nun alle genussvoll um die beiden Äpfel gescharrt haben. Eines ist sicher, wenn meine Apfel-Tarte fertig ist, werde ich sie nicht zum Abkühlen unbeaufsichtigt nach draußen stellen.

Ich wünsche Euch ein 
fabelhaftes Altweibersommer-Wochenende, meine Lieben!
Herzlichst, Nicole



Das Rezept der *Apfel-Marzipan-Tarte* findet Ihr >hier<!

Mittwoch, 19. September 2018

Wanderlust


Es ist Sonntagmorgen, ganz in der Früh. Noch ist niemand im Wald unterwegs. Die Morgensonne taucht den frühherbstlichen Wald in ein sanftes Lichtgrün und nur das Klopfen des Spechtes ist zu hören. "Und wie sind deine neuen Wanderschuhe?", mein Göttergatte blickt mich lächelnd an. "Gut!", grinse ich zufrieden zurück, "Und deine?". "Auch gut.", mein Göttergatte nickt mir gut gelaunt zu, "Na, dann lass uns doch noch einen Schlenker machen. Es ist gerade so wunderbar im Wald!". Ein frischer Wind lässt um uns herum einen Eichel-Regen prasseln und wir gucken überrascht nach oben. Lachend greife ich nach der Hand meines Göttergatten und ziehe ihn aus der Gefahrenzone Mit einem Pfiff rufe ich unsere Hündin zu mir und erkläre gut gelaunt: "Das machen wir. Morgens im Wald ist doch immer noch am schönsten, nicht wahr?".

Kleiner Nachtrag:
Die Naturwaldzelle Niederkamp, in der mein Göttergatte und ich unterwegs waren, ist nur 8,2 ha groß und wurde 1978 unter Totalschutz gestellt. In der Naturwaldzelle ist ein zauberhafter über 180 Jahre alter Buchenwald erhalten geblieben, der zu seinem Schutz eingefriedet wurde. Studien haben ergeben, dass einige dieser altehrwürdigen Buchen über 40 Meter hoch sind und damit doppelt so hoch, wie in einem normalen Wirtschaftswald. Dadurch, dass der Buchenwald in einer Senke steht, scheint er mit ausreichend Wasser versorgt zu sein. Die anderen Wälder rings um unsere Heimatstadt haben sehr unter der Dürrezeit gelitten. Auch in unserem Waldgarten gibt es große Verluste. Jetzt im Herbst müssen bei uns wahrscheinlich bis zu zehn Bäume gefällt werden. Was die Trockenheit noch nicht vernichtet hat, erledigt momentan der Borkenkäfer. 


Verlinkt mit: *Natur-Donnerstag*

Freitag, 14. September 2018

Hortensienglück


Guten Morgen, meine Lieben. Kommt schnell rein und lasst den grauen Morgen vor der Tür. Ist es denn zu glauben? Da hat doch vorgestern ganz heimlich von hinten eine Regenfront herein geschlichen. Was für eine Freude! Möchtet Ihr auch eine frische Tasse Kaffee? Oder lieber einen Tee? Leider gibt es heute nur ein paar Maiswaffeln, allerdings mit Schokolade. Doch Ihr müsst schnell zugreifen, meine Jungs lieben diese Dinger. Wie war denn Eure Woche? Meine Woche war wunderbar ausgefüllt. Ich war mit einer lieben Freundin beim Möbelschweden, mit meinem Schneiderlein auf Gut Heimendahl im Stoffladen und mit meinem Sohnemann beim Fotografen. Wir mussten Passbilder machen lassen, weil sein Kinderreisepass abgelaufen ist und er nun einen Personalausweis braucht. Ihr könnt mir glauben, es war gar nicht so einfach meinen Sohnemann mit ernstem Gesichtsausdruck zu fotografieren. Beim Bürgerbüro waren wir auch schon. Jetzt heißt es abwarten und hoffen, dass der Ausweis vor unserer Reise nach Edinburgh abgeholt werden kann. Ja, Ihr habt richtig gelesen Edinburgh. Mein Großer hat sich das so sehr gewünscht und nun haben wir die Sache dingfest gemacht. Wir freuen uns alle sehr. Mein Göttergatte und ich wollten schon so lange einmal nach Schottland, da haben wir nicht lange gezögert. Jetzt brauche ich so schnell wie möglich neue Wanderschuhe, damit ich sie noch gut einlaufen kann. Ich glaube, da werde ich am Wochenende mal shoppen gehen müssen. Und wer weiß? Vielleicht wollen meine Männer dann auch mit. Ihr ahnt es, Outdoor-Läden gehen immer. So, meine Lieben, ich muss los. Meine liebe Freundin Astrid hat heute Geburtstag und ich will ihr gleich ein Ständchen singen. (Alles, alles Liebe, Astrid! Falls Du das hier vielleicht liest!) Hat da gerade jemand gelacht?! Lasst Euch nicht erwischen.. hihi!!

Ich wünsche Euch ein charmantes September-Wochenende!
Lasst es Euch gut gehen.
Herzlichst, Nicole


Dienstag, 11. September 2018

Igelschnecke (oder "Film ab - Kalle live!")



Mein Göttergatte sitzt mit schwerem Herzen an der Feuerstelle, heute soll unser Pflegekind Kalle, ein junger Igel, wieder seine Freiheit erhalten. In den Händen hält er die Anleitung von der Firma Denk für das Platzieren und Aufstellen der Igel-Schnecke. Das Igel-Haus soll an eine ruhige Stelle im Garten gesetzt werden. Es sollte ein abseits gelegenes und möglichst trockenes Plätzchen sein.", erklärt er mir und schlägt direkt vor: "Sollen wir ihn unter unserem alten Rhododendron aussetzen?". Ich nicke zustimmend und füge hinzu: "Da kommen ihn höchstens die Hühner besuchen!". Mein Göttergatte nickt grinsend und führt weiter aus: "Wir müssen zuerst ein Loch buddeln, dann etwas trockenen Sand ausstreuen und eine Unterschicht aus Stroh, Heu oder Holzwolle auftragen.". Ich nicke und erkläre: "Du buddelst das Loch und ich hole alles!". "Sand aus dem Sandkasten, Kleintierstreu und Heu von den Meerschweinchen.", überlege ich nur für mich und seufze leise, "Hoffentlich geht alles gut und Kalle bleibt freiwillig bei uns wohnen.". Schnell laufe ich wieder zurück, denn mein Göttergatte ist schon dabei in gebückter Haltung den Boden unter unserem alten Rhododendron vorzubereiten. Zufrieden betrachtet er die ausgesuchte Stelle: "So, jetzt können wir den Igel holen. Du nimmst das Haus und ich nehme den Igel." Gesagt, getan. Vorsichtig setzt mein Göttergatte Kalle auf vorbereitete Stelle und stülpt das Igel-Haus über ihn. "So!", mein Göttergatte guckt mich zufrieden an: "Nun soll man zur Sicherung und Isolierung noch die Igel-Schnecke mit  Erde und Laub abdecken. Nur noch der Eingang soll frei bleiben.", und erklärt weiter, "Das Igel-Haus kann vom Igel das ganze Jahr über bewohnt werden, erst im Winter zum Winterschlaf und dann im Spätsommer, wenn sie ihre Jungen bekommen.". "Das wäre ja toll!", werfe ich seufzend ein und komme mir wie eine junge Mutter vor, die gerade ihr Kind das erste Mal in den Kindergarten bringt, "Müssen wir das Häuschen eigentlich auch saubermachen?". Mein Göttergatte schüttelt den Kopf: "Eine Reinigung ist nicht nötig. Nach dem Winterschlaf soll man nur das alte Nistmaterial entfernen.". "Okay.", ich straffe mich innerlich und frage: "Sollen wir vielleicht für heute deine kleine Kamera aufstellen? Dann wissen wir wenigstens, ob er sich wohlfühlt und sein neues Heim auch annimmt." Mein Göttergatte lächelt mich liebevoll an: "Das machen wir!".

Habt Ihr nun vielleicht Lust bekommen Euch anzuschauen, wie Kalle seinen ersten Tag in freier Wildbahn verbracht hat? Na, dann los. Film ab!




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(Ganzjahres-Quartier 
für die Igel Familie
von der Firma Denk)

Freitag, 7. September 2018

Stille Herbstfarben im Schlafzimmer


Die ersten Tage des Septembers sind vorbei und es scheint als ob mit dem Regen direkt der Herbst Einzug gehalten hat. Der von der Trockenheit strapazierte Wald hüllt sich in dichte, schwülwarme Nebelschwaden und lässt die wenigen noch grünen Bäume wie stumme Riesen erscheinen. Jeder Schritt über den Waldboden lässt vertrocknete Blätter ein letztes Mal laut knistern, ehe sie in winzig kleine Teilchen zerfallen. Die Natur hat uns in diesem Sommer gezeigt wie abhängig wir von ihrem sonst so perfekt abgestimmten Zyklus sind. Das schwere Grau des Nebels, das tiefe Grün der Bäume und das intensive Braun der gefallenen Blätter schenkt dem Wald eine fast schon morbide Schönheit und dennoch bieten diese stillen Farben einen umwerfenden Anblick. Einen fast schon trägen Charme, den ich nur zu gerne mit nach Hause in unser Schlafzimmer genommen habe. Alleine die roten Hagebutten schenken dem Raum einen Hauch von Frische und stimmen auf einen hoffentlich bunten und goldenen Herbst ein.

Ich wünsche Euch ein ganz entspanntes Septemberwochenende!
Herzlichst, Nicole.