Freitag, 22. Juni 2018

Midsommar Afton


Der längste Tag und die kürzeste Nacht im Jahr liegen nun hinter uns. Gestern war Mittsommer. Doch ist es der Freitagabend und der Samstag, den man in Schweden gemeinsam mit Freunden und Familie feiert. Auch wir wollen gleich die sommerliche Leichtigkeit in unserem Heim willkommen heißen und dass, obwohl mit dem Sommeranfang viel kühlere Temperaturen und Regenschauern einhergegangen sind. Mein Sohnemann und ich haben deshalb von unserem heutigen Streifzug durch die Natur einen üppigen Strauß Kamille mitgebracht, der unseren alten Esszimmertisch aufhübschen soll. Ein schlichter Salat mit Essig, Oel und Schnittlauch steht schon bereit, genau wie das warme duftende Landbrot. Gekühltes Limettenwasser mit frischer Minze soll unseren Durst löschen und erste rote Tomaten geben dem eingedeckten Tisch einen fast schon bäuerlichen Charme. Im Ofen nebenan in der Küche brutzeln noch "Hasselbackpotatis" vor sich hin und nicht mehr lange, dann werde ich meine Lieben zu Tisch rufen. Vorfreude und der tiefe Wunsch Danke zu sagen erfüllen mein Herz.

"Trevlig Midsommar!"


Sonntag, 17. Juni 2018

Glühwürmchen


"Sollen wir los? Es ist dunkel genug.", meine Freundin blickt mit einem geheimnisvollen Lächeln in die Runde. 13 kleine und große Freunde nicken erwartungsvoll. "Am besten gehen wir zuerst durch den Wald, am Bach entlang und dann zur großen Wiese.", meine Freundin leint ihren großen Familien-Hund an und plant wissend. Voller Vorfreude laufen die drei Jüngsten voran und ihr Lachen ist bestimmt in der ganzen Nachbarschaft zu hören. Mein Großer folgt ihnen gemeinsam mit meiner Herzenstochter und seinem besten Freund und wir Erwachsenen bilden das Schlusslicht. Dunkel ist es und wie eine schmale Sichel hängt der Mond über den hohen Bäumen. Es scheint eine wunderbare laue Juni-Nacht zu werden. Noch bevor wir am Waldrand ankommen ist das Staunen der Jüngsten zu hören: "Da sind schon welche. Guckt mal!". Und tatsächlich, überall am lichten Waldrand leuchten wie winzigkleine Laternen einzelne Glühwürmchen. Mein Herz hüpft vor Freude und mir ist, als ob ich in ein verzaubertes Märchenreich eintreten würde. "Ist das nicht zauberhaft?", flüstere ich leise lachend meinem Großen zu und blicke anschließend in das hübsche Gesicht meiner Herzenstochter. Beide nicken ebenfalls glückselig. Wie kleine Funken glimmen die kleinen gelbgrünen Lichter durch die Nacht und begleiten unsere Nachtwanderung. "Warte nur, bis wir zur Wiese kommen.", verspricht meine Freundin mir leise und für einen kurzen Moment gehen wir Arm in Arm den schmalen Weg am Bach entlang, "Du wirst staunen! Gestern waren dort Hunderte!". Immer wenn ein neues Glühwürmchen aufflimmert ist das leise Rufen der Kinder zu hören und selbst im Dunklen sieht man, dass sie versuchen die schnellen Leuchtkäfer zu fangen. "Ich habe eines! Es ist einfach in meine Hand geflogen!", meine Herzenstochter jubelt leise auf und schon stehen alle Freunde neugierig um sie herum. Viele Blitzlichter erhellen nun die Nacht, doch dauert der Moment nicht lang und das Glühwürmchen begibt sich weiter auf die Suche nach einem passenden Partner. Schon von weitem ist die Wiese, unser eigentliches Ziel, zu erkennen. Hüfthoch stehen die blonden Ähren und wiegen sich im kühler werdenden Nachtwind und nur ein schmaler Trampelpfad führt durch die dichten Gräser. Unerwartet schiebt sich die warme Hand meines Sohnemannes in die meinige und der Atem meines Göttergatten streift mein Ohr. Für einen Augenblick genießen wir gemeinsam den Anblick, der sich uns bietet. Auf der Wiese leuchten großzügig verteilt Hunderte von Glühwürmchen. Einfach wunderschön. Ich blicke mich um und sehe mein Schneiderlein Hand in Hand mit ihrem Kleinen. Auch ihre Augen leuchten vor Freude. Der Patenonkel meines Großen lässt gerade seinen Familien-Hund von der Leine und unterhält sich leise lächelnd mit dem Patenonkel unseres Jüngsten. Nur Herr Schneiderlein und meine Freundin mit ihren beiden Söhnen sind nicht in meinem Blickfeld, die Dunkelheit scheint sie verschluckt zu haben. Endlich frei, stoben Julie und der Familien-Hund hintereinander weg den schmalen Pfad entlang und wir alle folgen ihnen im Gänsemarsch. Das noch warme Gras kitzelt mich an den Armen und um mich herum tanzen die Glühwürmchen - was für eine herrliche Sommernacht!

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Die Fotos sind mir freundlicherweise von meinen Freunden zur Verfügung gestellt worden, denn mit meiner ollen Kamera kann man keine Nachtaufnahmen machen. Herzlichen Dank, meine Lieben!

Freitag, 15. Juni 2018

Eine Reihe Erdbeeren bitte


Die Sonne scheint satt vom Juni-Himmel herab und die Singvögel zwitschern ihr Nestlied. Jetzt ist es Zeit im Garten die roten Walderdbeeren zu sammeln. Warm und klein wiegen sie in der Hand fast nichts, doch wenn man sie in den Mund steckt und ihre zuckersüße Reife kostet, schmeckt man die herrlichen Tage des Frühsommers. Schnell pflücken wir uns einen Grasstengel ab, um die empfindlichen Früchte wie Perlen hintereinanderweg aufzureihen, denn gleich gibt es eine Tasse Milch und eine Reihe Erdbeeren dazu. Eine süßere Pause gibt es wohl nicht. 

Dienstag, 12. Juni 2018

Stressball



"Mama, ich werde noch verrückt! Jetzt schreiben wir morgen schon wieder einen Mathetest!", mein Sohnemann sieht mich genervt an, "Es sind nur noch so wenige Wochen bis zu den Sommerferien, können die Lehrer da nicht einfach mal mit ihren Tests aufhören?!". Ich schüttele bedauernd den Kopf und erwidere: "Nein, leider nicht. Denn gerade weil noch so wenig Schulzeit ist, müssen sie jetzt in die Puschen kommen!". "Das neeervt!", mein Sohnemann stöhnt lauf auf und knickt dabei sein langes Lineal fast durch. "Ich habe da eine Idee!", auffordernd blicke ich meinen Sohnemann an, "Was hältst du davon, wenn du jetzt eine Pause machst und wir gemeinsam einen Stressball selber machen. Wir füllen einfach einen Luftballon mit Sand und damit nichts kaputt geht, ziehen wir noch einen zweiten drüber.". Mein Sohnemann nickt und schon suchen wir alle Materialien zusammen. 


Sonntag, 10. Juni 2018

Eine Weltkarte für das Kinderzimmer


Erinnert Ihr Euch daran? Wir haben im Dezember letzten Jahres das Kinderzimmer unseres Jüngsten renoviert und mittlerweile hat sich dort einiges getan. Mein Sohnemann hat es ganz und gar zu seinem Rückzugsort gemacht. Es gibt ein rundes Regal auf dem seine Kakteen stehen, sein Globus dient ihm als Nachttischlampe, (denn er findet es viel gemütlicher abends vor dem Schlafengehen einfach nur noch Hörbuch zu hören) und an der Wand über seinem alten Schreibtisch hängt nun eine informative Weltkarte. Alleine die Weltkarte hat dem hinteren Raum noch einen ganz anderen Charakter verliehen, es schaut wohnlicher aus und hört sich auch so an. Mir gefallen besonders die flachen Holzleisten, die dem Textilposter Halt geben. Mein Sohnemann hingegen ist ganz begeistert von der klaren Struktur der Weltkarte, auch wenn ihn eine Sache wurmt: "Weißt du, was ich nicht verstehe, Mama?!", mein Sohnemann guckt mich nachdenklich an, "Warum ist eigentlich auf keiner Karte der Nordpol eingezeichnet?". Noch ehe ich antworten kann, bricht mein Großer in schallendes Gelächter aus: "Der Nordpol ist doch kein Festland, Kleiner. Sondern der nördlichste Punkt der Erde. Natürlich steht er auf keiner Landkarte. Es ist doch nur eine Eisschicht im Arktischen Ozean.". Mein Sohnemann schiebt die Unterlippe schmollend nach vorne. Ehe mein Großer noch etwas sagen kann, verdrehe ich die Augen und frage meinen Sohnemann scherzend: "Du meinst bestimmt den Nordpol, wo der Weihnachtsmann wohnt, nicht wahr?!". Mein Sohnemann sieht mich verschwörerisch an und kichert leise: "Ja genau, Mama! Diesen Ort meine ich.".

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Macht es Euch hübsch!
Herzlichst, Nicole.

Freitag, 8. Juni 2018

Frühsommermorgen


Guten Morgen, meine Lieben! Ich freue mich sehr, dass Ihr da seid! Habt Ihr einen Augenblick Zeit? Dann nehme ich Euch mit bis ans Ende unseres Garten, dort wo unsere alte Schaukelbank steht. Möchtet Ihr Euch für einen Moment zu mir setzen und mit mir die morgendliche Ruhe genießen? Ich habe auch eine frische Tasse Kaffee für Euch. Aber vorsichtig: der Kaffee ist noch heiß und es schaukelt ein wenig. Ist es nicht herrlich, jetzt im Frühsommer noch bevor die Welt erwacht, im Garten zu sitzen, dem Zwitschern der Vögel zu zuhören und die Frische des neuen Tages zu spüren. Ich liebe es!

Am leuchtenden Sommermorgen geh ich im Garten herum.
Es flüstern und sprechen die Blumen.
Ich aber, ich wandle stumm.

(Heinrich Heine)