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Samstag, 25. Juli 2026

Sommerpause


Ihr Lieben, manchmal braucht auch ein Blog eine kleine Auszeit. Deshalb verabschiede ich mich für ein paar Wochen in die Sommerpause. Ich möchte die kommenden Wochen einfach genießen, den Garten Garten sein lassen und mir eine Pause vom Schreiben, Fotografieren und Planen gönnen. Ganz still wird es hier allerdings nicht. Ein paar Beiträge habe ich bereits vorbereitet, sodass das Wipfelbild, der Jahreszeitenbegleiter und natürlich der Plausch am Gartenzaun auch während meiner Sommerpause erscheinen werden. Ansonsten bleibt der Laptop zu und der Blog darf ein wenig vor sich hin schlummern. Ich werde in dieser Zeit auch nicht auf den anderen Blogs unterwegs sein. Manchmal tut es einfach gut, wirklich einmal ganz abzuschalten und sich treiben zu lassen.


Euch wunderschöne Sommertage, 
viel Zeit im Freien, laue Abende 
und ganz viele kleine Momente, 
die man einfach nur genießen möchte. 
Herzlichst, Nicole

Freitag, 12. Juni 2026

Von Sterndolden, Frauenmantel und anderen Schönheiten

Guten Morgen, meine Lieben. Wie schön, dass Ihr da seid. Das freut mich sehr, denn ich weiß genau, dass zwei Posts hintereinander eigentlich zu viel sind. Und Ihr seid wieder "hintenrum" gekommen?! Das ist ja fein. Aber Ihr habt es nicht geschafft bis in meine Küche zu kommen.. kicher! Doch keine Angst, da sehen wir uns sicher auch bald wieder. Letzten Samstag waren mein Göttergatte und ich in der Staudengärtnerei Diamant in Rumeln-Kaldenhausen. Dort habe wir am Thementag zur Biodiversität teilgenommen. Zwischen blühenden Stauden, summenden Insekten und vielen interessanten Gedanken verging der Vormittag wie im Flug. Biodiversität ist ein Begriff, der inzwischen überall auftaucht und doch oft ganz unterschiedlich verstanden wird. Geht es um möglichst viele verschiedene Pflanzen, um heimische Arten oder um insektenfreundliche Gärten? Alles ist dabei möglich. Spannend war zu erfahren, wie viele kleine Bausteine zusammenkommen müssen, damit ein Garten lebendig wird und Raum für Pflanzen, Tiere und Menschen bietet. Wie immer wurde der Thementag von der Chefin selbst mit einem Gedicht beendet. Diesmal mit "Take it easy!" von Mascha Kaléko. Mit viel Humor schreibt sie darüber, dass wir manche Dinge gern auf die leichte Schulter nehmen würden, das Leben uns aber gelegentlich daran erinnert, dass es auch noch die andere Schulter gibt. Ich musste schmunzeln und fand, dass dieser Gedanke wunderbar zu einem Tag passte, an dem es um Vielfalt, Zusammenhänge und das genaue Hinsehen ging. Doch jetzt nochmal erstmal zu meinen Freitagsblümchen, denn dieser entzückende Strauß durfte uns nach Haus begleiten: purpurfarbener Bartfaden, Sterndolden in unterschiedlichen Rosatönen, lila Salbei und Frauenmantel. Es sind genau diese unterschiedlichen Formen, die den Strauß für mich so besonders machen. Die schlanken Salbeirispen strecken sich dem Himmel entgegen, die Sterndolden machen ihrem Namen alle Ehre und wirken wie kleine Sterne auf langen Stielen, der Bartfaden setzt leuchtende Farbtupfer und der Frauenmantel verbindet alles mit seinen zarten gelbgrünen Blütenwolken. Zu Hause fand der hübsche Strauß seinen Platz an unserem Staketenzaun zwischen den Himbeerranken. Dort wirkte er sofort, als würde er schon immer dorthin gehören. Das satte Grün, die ersten reifenden Früchte und die üppig wachsenden Blätter bildeten die schönste Kulisse, die ich mir vorstellen konnte. Ich mag solche kunterbunten Sträuße so gerne. Gerade dieses Natürliche macht ihren Reiz aus, findet Ihr nicht auch?! Sie erinnern mich an Spaziergänge durch sommerliche Gärten, bei denen hinter jeder Ecke etwas Neues blüht und die Zeit für eine Weile keine Rolle spielt. Übrigens, für all die die Staudengärtnerei Diamant einmal selbst besuchen möchten, hier ein kleiner Tipp: Am Sonntag, den 14. Juni 2026, findet dort von 11 bis 15 Uhr ein Sommerfest statt. Vielleicht begegnet Ihr dabei ja ebenso vielen blühenden Schönheiten und inspirierenden Gedanken wie wir an diesem besonderen Vormittag.

Ich wünsche Euch ein Wochenende
voller kleiner Sommermomente.
Herzlichst, Nicole



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Mittwoch, 27. Mai 2026

Paddeln auf der Niers von Grefrath nach Wachtendonk


Fröhlich plaudernd stehen wir an der alten Langendonker Mühle und hören der kurzen Einweisung zu. Über uns rauscht das frische Grün der Bäume und irgendwo ruft unermüdlich ein Kuckuck. "Schnell schüttelt eure Portemonnaies!", ruft meine Freundin lachend und erklärt den verdutzt dreinblickenden jungen Leuten, dass sich dann das Geld darin vermehre. Sofort wird das Lachen erwidert und natürlich kräftig geschüttelt. Kurz darauf wuchten wir die beiden roten Schlauchboote hinunter zum idyllischen Anleger, steigen unter fröhlichem Necken ein und stoßen uns schließlich vom Ufer ab. Mit dabei sind meine liebe Freundin mit ihren beiden Söhnen und mein Schneiderlein mit ihrer Familie: ihrem Mann, ihrem Sohn, unserer Patentochter und meiner Herzenstochter. Wie schön, dass unsere beide jungen Frauen auch diesmal ihre Liebsten mitgebracht haben. Ich mag diesen Gedanken sehr, dass Familientraditionen weiterwachsen dürfen und junge Liebe ganz selbstverständlich ihren Platz darin findet. Auch der Trauzeuge meines Schneiderleins sitzt mit im Boot, einer dieser wunderbaren Menschen, die seit vielen Jahren mal mehr, mal weniger zu unserem bunten Haufen dazugehören. Und natürlich sind auch mein Göttergatte und unsere Söhne wieder mit von der Partie. Denn es war die Idee meines Sohnemannes statt seines Geburtstag zu feiern lieber eine Paddeltour zu machen. Die Strecke führt durch das stille Naturschutzgebiet Grasheide Richtung Wachtendonk. Mal paddeln wir gemütlich hintereinander her, mal liefern sich die Boote kleine Wettfahrten und gegenseitige Enterversuche. Spritzendes Wasser, (nicht nur) nasse Arme, der Geruch von Sonnencreme in der Nase und dieses unverwechselbar kühle Aroma des Flusses mischen sich an diesem fast schon hochsommerlich warmen Pfingstsonntag zu einem perfekten Bilderbuchtag. Vor lauter Plaudern und Scherzen passen wir manchmal nicht richtig auf und geraten gleich mehrmals unter tief hängende Äste am Ufer. Und jedes Mal erwischt es ausgerechnet den Freund unserer Patentochter. Der Arme verschwindet regelmäßig halb im Grünzeug und wird anschließend von uns ziemlich robust, aber fürsorglich von Blättern und kleinen Zweigen befreit. Meine Herzenstochter und der jüngste Sohn meiner Freundin lassen sich irgendwann verstohlen in die kühlen Fluten gleiten und schwimmen eine ganze Weile neben den Booten her. Sonnenlicht tanzt auf dem Wasser, nasse Haare glänzen in der Sonne und für einen Moment wirkt alles herrlich leicht und unbeschwert. An manchen Stellen blühen die Weiden und die feinen silbernen Samen schweben wie kleine Sommerflocken durch die Luft und lassen meinen ältesten Sohn mehrfach niesen. Immer wieder tanzen blau schimmernde Prachtlibellen und andere Libellenarten dicht über der Niers. Im klaren Wasser kann man stellenweise sogar kleine helle Muscheln auf dem dunklen Grund erkennen. Enten ziehen gemächlich ihre Bahnen und sogar Kanadagänse mit ihren Jungen wagen sich vorsichtig ans Ufer und gleiten schließlich gemeinsam hinaus auf den Fluss. Aus dem Schilf quaken munter grüne Seefrösche und irgendwas platscht ins Wasser. Zwischen alten Weiden, dichtem Ufergrün und spiegelnden Wasserflächen wirkt alles fast ein wenig verwunschen. Für einen kurzen Moment denke ich auch an den Patenonkel meines Jüngsten. Früher saß er mit uns in einem der Boote, lachte, alberte herum und genoss diese Tage genauso wie wir. Heute kann er nicht mehr mit dabei sein und fehlt uns sehr. Während die Schlauchboote leise über das Wasser gleiten, schicke ich ihm in Gedanken ein paar liebe Grüße. Vielleicht hätte ihm dieser herrliche Tag genauso gut gefallen wie uns. Umso kostbarer fühlen sich diese gemeinsamen Stunden auf dem Wasser an. Wir passieren das Kloster Mariendonk, später taucht zwischen den Bäumen die Burgruine Wachtendonk auf. Ich lehne mich kurz zurück, lasse das Paddel treiben und beobachte meine Lieben. Das Wasser schwappt leise gegen das Boot, irgendwo ruft wieder ein Kuckuck und über der Niers tanzen die blau schimmernden Prachtlibellen in der warmen Nachmittagssonne.

Hachz.. solche Tage möchte man am liebsten festhalten.



Wissenwertes zur Niers: 
Die Niers zählt zu den langsamsten Flüssen Deutschlands 
und schlängelt sich auf rund 113 Kilometern durch die 
niederrheinische Auenlandschaft bis in die Maas. Gerade 
zwischen Grefrath und Wachtendonk zeigt sie sich 
besonders idyllisch mit alten Weiden, stillen Kuhlen 
und artenreicher Natur. 


Freitag, 17. April 2026

Happy Place (oder "Eine bunte Frühjahrspalette!")


Guten Morgen meine Lieben! Wie schön, dass Ihr wieder den Weg hintenrum in meine Küche gefunden habt. Habt Ihr Lust auf einen Becher Kaffee oder ein Tässchen Tee? Sagt es ruhig, beides ist schnell gemacht. Eine weitere orangefarbene Tasse habe ich allerdings leider nicht. Sie war ein Geschenk einer lieben Freundin, genau wie die bunten Hornveilchen. Die süße kleine Ringelvase habe ich vor Jahren von der Patentante meines Jüngsten geschenkt bekommen. Zum Glück habe ich sie bei einer Aufräumaktion wiederentdeckt und direkt benutzt.. grins! Denn für den heutigen Blumenfreitag habe ich ein kleines Sträußchen am Feldrand vor dem leuchtend gelben Rapsfeld gesammelt und was da alles im Moment zu finden ist, ist einfach unglaublich. Am Feldrand blüht derzeit eine bunte Frühjahrspalette: Gänseblümchen mit ihren weißen Blütenköpfchen, der gelbe Löwenzahn als vitaminreiches Wildkraut, gelber Hahnenfuß in feuchten Ecken, Hirtentäschel mit kleinen weißen Blüten und herzförmigen Schötchen, Wiesenschaumkraut mit zart rosa Blüten, Taubnesseln mit lila Lippenblüten und Knoblauchsrauke mit weißem Blütenschirm und knoblauchigem Duft als Bienenmagneten. Alles typisch für unsere Niederrhein-Landschaft jetzt im April. Wie war denn Eure Woche? Unsere "Arbeits"-Woche fing erst am Dienstag an, denn den Montag hatten wir uns alle noch zu unserem Osterurlaub freigenommen, um den Geburtstag unseres "Kleinen".. hüstel.. hüstel.. zu zelebrieren. Nun habe ich keinen Teenager mehr im Haus und bin von Männern umgeben. Achja.. ! Die Zeit vergeht wirklich viel zu schnell. Es ist unglaublich wie in kürzester Zeit aus einem kleinen Jungen ein echter Kerl werden kann.. seufz! Wünscht Ihr Euch auch manchmal man könnte die Zeit zurückdrehen? Also ich schon. So, meine Lieben. Ich muss jetzt gleich das Geburtstagskind zur Arbeit fahren. Heute ist sein erster Tag wieder im Büro nach dem Urlaub und deshalb haben wir gestern Nachmittag einen Käsekuchen zum Mitnehmen gebacken. Also, macht es gut! Und drückt uns die Daumen das der Käsekuchen die Autofahrt gut übersteht.

Euch ein hoffentlich freundliches und sonniges Wochenende!
Herzlichst Nicole

Und dann kam noch zauberhafte Frühlingspost
von der lieben Nina. Ganz lieben Dank!


Mittwoch, 15. April 2026

Julie und das Wiesen-Pulmoll


Die Luft ist angenehm frisch von den voran gegangenen Regentagen und die Sonne lugt warm zwischen den wattegleichen Wolken hervor. Wir sind unterwegs zwischen gelbblühenden Feldern, saftig grünen Wiesen und festgefahrenen Feldwegen. Auf einer sonst einsamen Weide stehen ein paar Rinder und sogar zwei weiße Hausgänse kreuzen laut schnatternd unseren Weg. In der Ferne kann man mehrere Hasen sehen, die um eine läufige Häsin buhlen. Aber unsere hübsche Hündin Julie läuft dicht mit der Nase auf dem Boden neben uns her. Es muss einfach herrlich für eine Hundenase riechen. Doch kaum fühlt sich Julie unbeobachtet, nimmt sie vom Boden eine kleine braune Kugel auf. Es ist ein kleiner getrockneter Hasenköttel. "Iiih.. Julie, aus!", rufe ich leider Sekunden zu spät und gucke meinen Göttergatten unglücklich an, "Sie soll nichts ohne unsere Zustimmung fressen.". Mein Göttergatte sieht mich verstehend an, dann sagt er augenzwinkernd: "Wiesen-Pulmoll! Nach der Hasenhochzeit liegen einige auf der Wiese. Und wer kann dazu schon nein sagen?!". Ich muss breit grinsen und erwidere lachend: "Na, ich und... ich hoffe, du auch!".