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Freitag, 20. April 2018

Zwischen Zwitschern und Plätschern im Wald



Guten Morgen, meine Lieben. Wie schön, dass Ihr her gefunden habt. Ihr hattet natürlich recht, der Hinweis auf die kurze Pause kam am Montagabend als Nachtrag. Was soll ich sagen? Mich hat es erwischt. Während um mich herum in den Gärten der Frühling gefeiert wurde, habe ich matt auf der Couch gelegen. Eine Virusinfektion hat mich umgehauen. Doch nun geht es wieder aufwärts und ich freue mich auf das kommende Wochenende. Eine Feier jagt an diesem Wochenende die andere: meine Patentochter hat heute Geburtstag und der Jüngste meines Schneiderleins geht zur Kommunion. Unglaublich, wie die Zeit vergeht. War der Kleine nicht gerade noch im Kindergarten?! Tssss..! Aber nun zu meinem Freitagsblümchen, die ehrlich gesagt gar keine sind. Denn heute stehen nur einige frische Birkenzweige in meiner momentanen Lieblingsvase. Bevor mein Nachbar die ungeliebten Ableger in den Kompost werfen konnte, habe ich zu gegriffen. Ich mag dieses frühlingshafte Grün so gerne. 

Ich wünsche Euch ein wunderbares Frühlingswochenende.
Herzlichst, Nicole


Übrigens:
Auch wenn die März-Challenge von Andrea schon eine Weile geschlossen hat, widme ich ihr heute meine Collage. Denn genau wie Ronja Räubertochter fühlte ich mich an diesem besonderen Freitag-Morgen im Wald. Es war der Geburtstag meines Sohnemannes und ich hatte den Eindruck sogar die Natur würde diesen Ehrentag gebührend feiern. Mir war als ob der Winter aus allem herausrinnen würde. Und nicht nur mir schien es so zu gehen, auch den Wald hörte man leise tropfend flüstern. 

"Eine Weile standen sie schweigend da und lauschten dem Zwitschern und Rauschen, dem Brausen und Singen und Plätschern in ihrem Wald. Alle Bäume und alle Wasser und alle grünen Büsche waren voller Leben, von überall erscholl das starke, wilde Lied des Frühlings. "Hier stehe ich und spüre, wie der Winter aus mir herausrinnt", sagte Ronja. "Bald bin ich so leicht, dass ich fliegen kann."

aus Astrid Lindgren: 'Ronja Räubertochter'


Freitag, 21. Juli 2017

Wiesenträumerei - Eye Poetry # 06


Hallo meine Lieben, habt Ihr vielleicht Lust auf eine kleine Wiesenträumerei? Dann seid Ihr hier richtig, denn heute gibt es bei mir einen buntgemischten Wiesenstrauß: Rainfarn, Wilde Möhre, Klee, Flockenblumen und Schafgarbe geben sich ein Stelldichein. Sogar eine kleine Biene hat sich für unsere Träumerei dazugesellt. Ist das nicht einfach wunderbar? Es war, als ob das fleißige Bienchen genau gewusst hätte, dass es noch für Andrea's Challenge "Eye Poetry" fehlte.  

To make a prairie it takes a clover and one bee,
One clover, and a bee.
And revery.
The revery alone will do,
If bees are few.  

Für eine Wiese braucht es Klee und Bienen,
Je eins von ihnen.
Und Träumerei.
Die Träumerei tut's auch allein, 
Bei wenig Bienen.

(Emily Dickinson)

So, aber nun habe ich mir wieder den Mund fusselig geredet und Euch gar nicht zu Wort kommen lassen. Sorry dafür! Also, ich brauche jetzt erstmal einen Schluck Minz-Wasser. Das soll ja herrlich erfrischen. Möchtet Ihr auch ein Glas? Bedient Euch bitte. Wie Ihr ja vielleicht noch wisst, haben hier bei uns die Sommerferien angefangen. Eine ganze Woche lang haben wir schon unsere Seele baumeln lassen (na, gut - bei mir und meinen Göttergatten baumelte die Seele erst nach Büroschluss, aber sie baumelte). Wir haben schon ganz wunderbare Sommerferientage verbracht. Am Sonntag waren wir im archäologische Park in Xanten, am Montag haben die Kinder den Tag verbummelt, am Dienstag waren wir bei Freunden zum Schwimmen eingeladen und am Mittwoch waren wir schon ganz früh im Freibad (Homeoffice sei Dank), erst als der Himmel sich zu zog und eine Gewitterfront sich ankündigte, zog es uns nach Hause. Seit gestern haben wir einen Schlafgast, ein guter Freund von meinem Sohnemann hat sich kurzerhand bei uns eingenistet. Ich habe sie die ganze Nacht gibbeln hören. Heute im Laufe des Tages kommt noch mal ein Grünzeug-Container und am Wochenende heißt es dann wieder ab in den Garten. Dieses Mal müssen die Jungs auch mit ran - schließlich müssen sie ihre Energien ja irgendwo lassen.. lach! Ach, herrje! Jetzt habe ich wieder nur gequasselt. Ich bin jetzt still. Versprochen! Was habt Ihr denn jetzt am Wochenende Schönes vor? Erzählt doch mal!

Donnerstag, 20. April 2017

Esel, oder nicht?!


"Mama, du hast mich reingelegt. Hier steht ja gar kein Esel auf der Weide!", mein Kleiner hält eine Hand schützend vor seine Augen und guckt sich um. "Doch einer.", antworte ich lachend und piekse meinem Kleinen spielerisch in die Seite. "Mama!", mein Kleiner ist empört, "Du bist gemein!". Schuldbewußt, aber dennoch grinsend, blicke ich auf die leere Weide: "Gestern stand hier noch ein Esel und ein Pony. Ehrlich!". Mein Kleiner schüttelt zweifelnd den Kopf: "Ob ich dir das glauben soll, Mama?". "Wenn ich dir es doch sage!", beteuere ich nun. Doch mein Kleiner ist schon wieder abgelenkt: "Mama, guck mal! Wie hoch hier der Klee steht. Ob wir wohl ein Glückkleeblatt finden?". 

Meine frühe Kindheit hat
Auf sonniger Straße getollt;
Hat nur ein Steinchen, ein Blatt
Zum Glücklichsein gewollt.

(Joachim Ringelnatz)

Andrea hat für ihre Challenge "Eye Poetry" im Monat April "Die sonnige Kinderstraße" von Herrn Ringelnatz ausgesucht. Ich hoffe, es ist in Ordnung, wenn ich das Gedicht einfach um einen Abschnitt gekürzt habe und "meine" Straße ein Feldweg ist. Denn seien wir mal ehrlich: heutzutage ist das Spielen auf der Straße lebensgefährlich, sogar wenn man in einer verkehrsberuhigten Zone wohnt.


Verlinkt mit: *Naturkinder* von Caro

Mittwoch, 15. März 2017

Waldeigen


Um den waldeigenen Frühling hier bei uns am linken Niederrhein in seiner ganzen Pracht zu zeigen, müssen erst noch ein paar Tage ins Land ziehen. So richtig kann man den Frühling hier bei uns nämlich erst Ende April sehen (wenn Ihr mal >hier< gucken möchtet). Deshalb war mir die Schwierigkeit, als Andrea zu einer neuen Runde "Lyrik fürs Auge" mit den wundervollen Zeilen von Herrn Rilke aufrief, direkt bewusst. Ich habe mich dennoch auch die Suche gemacht und bin, wenn auch nur im Kleinen, fündig geworden.


Will Dir den Frühling zeigen,
der hundert Wunder hat.
Der Frühling ist waldeigen
und kommt nicht in die Stadt.

Nur die weit aus den kalten
Gassen zu zweien gehn
und sich bei den Händen halten - 
dürfen ihn einmal sehn.

Rainer Maria Rilke


Verlinkt: "Eye poetry" von Andrea, Katja's "In Heaven", Lotta's "Bunt ist die Welt"