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Freitag, 10. Oktober 2025

Herbstliches Allerlei


Guten Morgen meine Lieben! Wie schön, dass Ihr da seid. Heute habe ich einen kleinen Strauß für Euch, der mich mit seiner Vielfalt und natürlichen Schönheit sofort verzaubert hat. Mein Schneiderlein hat ihn für mich aus den Resten unserer Kränze-Macherei zusammengestellt. Die Hebe mit ihren feinen, dunkelgrünen Blättern spendet ruhiges, moosartiges Grün, das dem Strauß eine kompakte, strukturvolle Basis. Dazu gesellen sich der warme Duft und die zarten Blüten des Lavendels, die sanften Farbtöne der Hortensien und das würzige Grün des Rosmarins. Die lila Beeren vom Perlenstrauch setzen als Farbkleckse kleine Akzente, die dem Strauß Frische und Tiefe verleihen. Jeder Stängel bringt seine eigene Geschichte mit und jeder Farbton oder Duft trägt dazu bei, dass dieser Freitagsstrauß mich jedesmal zum Lächeln bringt, wenn ich das Esszimmer betrete. (Ich glaube, heute bin ich einbissel drüber, oder?!) Aber bitte setzt Euch doch. Möchte jemand eine Tasse Tee oder lieber einen Becher Kaffee? Erzählt doch mal, wie war Eure Woche? Ich durfte mich über schöne Herbstpost von der lieben Rosi freuen. Leider kam die Karte wieder einmal ein bisschen später an, da unsere Stadt bei so einem Projekt mitmacht, wo nur einmal in der Woche die Post kommt. Im letzten Jahr hat sogar unsere einzige Postfiliale dicht gemacht. Wir haben ja nur über 38.000 Einwohner.. seufz! Was soll man dazu noch sagen?! Pfff..! Was wollte ich sonst noch sagen? Ach ja, ich habe auf Euer anraten hin, meinen Hortensienkranz mit ins Haus genommen. Dank Euch noch vor dem Regen und so trocknet er auf anmutige Art und Weise auf der kleinen Komode im Flur vor sich hin. Soll ich Euch was verraten? Ich freue mich wie Bolle auf heute Abend. Mein Göttergatte kommt nämlich dann wieder nach Hause. Er war eine Woche lang geschäftlich in Barcelona. Es ist echt verrückt, entweder ist er im Homeoffice oder er muss soweit weg, dass man ihm am Flughafen hinterher winken kann. Auf jeden Fall wird er hier schrecklich vermisst und gerade ich bemerke wieder einmal wieviele Dinge von meinem Göttergatten erledigt werden. Deshalb haben wir auch noch keine Wochenendpläne gemacht, so ein "Familienwochenende" muss schließlich genossen werden, nicht wahr?! Und so wie es aussieht, werden wir sogar "Gartenwetter", Sonnen-Wolken-Mix Grau in Grau mit 16 Grad Höchsttemperatur, haben. Das wäre einfach fast perfekt!


So meine Lieben,
genießt die kleinen Schönheiten,

Dienstag, 30. September 2025

12tel Blick 2025 – September / Breiter Weg

Gatter "Breiter Weg"


Heute gibt es den neunten Blick auf den "Breiten Weg" hinter dem Dachsberg, mittendrin im Wechselspiel der Jahreszeiten. Der September begrüßt uns mit sanftem Licht und leichtem Dunst in den deutlich frischeren Morgenstunden und einer spürbar ruhigeren Stimmung über den Feldern. Frühnebel liegt jetzt morgens häufig über der Landschaft und verwandelt sie für kurze Zeit in eine fast märchenhafte Szenerie. Die Luft riecht nach feuchter Erde, aber auch nach den ersten fallenden Blättern und zurückgebliebenen Früchten. Der Sommer zieht sich langsam zurück. Der Sonnenstand ist merklich tiefer; die Schatten werden länger und die Farben wonniger. Die Kartoffelfelder sind teilweise bereits abgeerntet und stehengebliebene Stoppeln von geschreddertem Mais erinnern noch an den Hochsommer. Hin und wieder lassen sich Rehe am Waldrand blicken, als wüssten sie, dass bald wieder mehr Ruhe einkehrt. Hasen liegen flach in der noch wärmenden Sonne und auch die Fasane keckern im nahen Unterholz. Auf den Gatterstäben perlen Tau- und Regentropfen, die wie kleine Spiegel das Licht einfangen und zurückwerfen und auch die Spinnennetze glitzern in der Morgensonne. Kinderfaust große Kastanien fallen hörbar vom Baum am "Hoerstgener Kendel" und man muss gut acht geben, nicht getroffen zu werden. Die Natur bereitet sich sachte auf den Herbst vor und auch ich halte inne, lasse den Blick über den vertrauten Ort schweifen und bin dankbar für die vielen kleinen Veränderungen, die es Monat für Monat zu entdecken gibt.


Hoerstgener Kendel







Spinnennetze im September


Kinderfaust große Rosskastanie




Dienstag, 23. September 2025

Von Hand geformt: Tasse mit Henkel & Schälchen


Während die Eichhörnchen damit beschäftigt sind, die ersten Walnüsse zu verstecken, stehe ich neben unseren Hochbeeten und genieße eine gute Tasse Kaffee. Besonders der Anblick der Tasse selbst macht mich glücklich. Auch wenn die Tasse und das Schälchen ein wenig krumm und schief geraten sind, freue ich mich sehr über meine Werke. Für die Glasur außen habe ich ein sonniges Ocker gewählt, und innen einen Weißton, der an wolkige Milch erinnert. Gerade diese kleinen Unregelmäßigkeiten machen den besonderen Reiz aus und verleihen meinen Stücken einen ganz eigenen Charakter. Jeder Schluck Kaffee trägt so das besondere Gefühl von Einmaligkeit in sich. Beim nächsten Mal werde ich mit viel Freude neue Formen ausprobieren und meine Technik weiter verbessern, denn genau das macht das Töpfern für mich so erfüllend und lebendig.


Schritt-für-Schritt-Anleitung: 

Tasse mit Henkel & Schälchen
  • Ton einarbeiten: Den Ton etwa 0,5–1cm dick ausrollen, in die Form legen und gleichmäßig an die Wände drücken. Mit den Fingern oder einem weichen Werkzeug den Ton sorgfältig verteilen, damit Boden und Seiten gleichmäßig stark werden und keine Luft eingeschlossen wird.
  • Rand abarbeiten: Der Ton kann ruhig etwas über die Form hinausragen. Mit einer Schlinge oder einem Messer den Rand rund und sauber abschneiden.
  • Antrocknen lassen: Die so entstandene Tassenform in der Form ruhen lassen, bis der Ton lederhart ist. Er ist dann fest, aber noch etwas feucht und gut bearbeitbar.
  • Entformen: Die Tasse behutsam aus der Form lösen, indem du die Form umdrehst und vorsichtig klopfst.
  • Henkel anbringen: Einen Tonstreifen rollen, leicht antrocknen lassen, zu einem Henkel formen. Die Kontaktstellen an der Tasse und am Henkel mit einer Nadel anrauen, etwas Tonschlicker auftragen, Henkel ansetzen und andrücken. Die Übergänge sauber glätten.
  • Feinarbeiten: Tasse und Henkel mit einem feuchten Schwamm nachbearbeiten. Ränder glätten und Unebenheiten entfernen.
Weitere Schritte:
  • Die kleine Schale kannst du ebenfalls mit einer einteiligen Form herstellen: Ton einlegen, formen, antrocknen lassen und vorsichtig entnehmen. Abschließend glätten und konturieren.
Trocknen und Brennen
  • Beide Werkstücke langsam und gleichmäßig antrocknen und vollständig durchtrocknen lassen.
  • Erst Schrühbrand, danach glasieren und im Glasurbrand fertigstellen.

Materialliste:
  • Gipsform (offene Form, z.B. Halbkugel für Tasse/Schale)
  • Ton (Keramikton, beliebige Sorte – möglichst geschmeidig)
  • Tonschlicker (verflüssigter Ton, zum Verkleben von Henkel und Ausbessern)
  • Holzbrett oder Unterlage (zum Ablegen der fertig geformten Werkstücke)
  • Töpferwerkzeuge (Modellierhölzer, Schlinge/Messer zum Abschneiden und Glätten, Schwamm zum Nacharbeiten)
  • Nadelwerkzeug (z.B. Ritznadel zum Anrauen der Henkelübergänge)
  • Gefäß mit Wasser (zum Anfeuchten und Glätten)
  • Optional: Modellierstab oder Korkrolle (zum Formen des Henkels)
  • Für den Brennprozess brauchst du später:
  • Keramikofen (für Schrüh- und Glasurbrand)
  • Glasur (nach Wunsch, für die Endgestaltung)