Mittwoch, 7. Januar 2026

A,B,C, Die Katze lief im Schnee


A, B, C, 
Die Katze lief im Schnee, 
Und als sie dann nach Hause kam, 
Da hatt' sie weiße Stiefel an, 
O jemine, o jemine, 
Die Katze lief im Schnee.


Der Text stammt als Volksüberlieferung aus 
Thüringen Mitte des 19. Jahrhunderts, 
die Melodie wird Karl Simrock (1802–1876) zugeschrieben, 
der sie 1848 in seiner Sammlung „Kinderlieder“ 
veröffentlichte. Erste Varianten kursierten jedoch schon 
um 1800 mündlich im Raum Sachsen/Thüringen.





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Sonntag, 4. Januar 2026

Januar - Ein niederrheinischer Jahreszeiten-Begleiter



"Wat kun dat hüre, dat mutt de Jannewaahr sien!"

Übersetzung: "Was man hier hört, das muss wohl das neue Jahr sein!"

Der Januar ist der Beginn eines neuen Jahres. Eine Zeit des Neubeginns und der ruhigen Einkehr. Mit frostklirrender Luft breitet sich in der Natur eine klare Stille aus. Die Redensart erinnert daran, dieses frische Jahreslicht bewusst wahrzunehmen. Noch aufgewärmt vom Holzfeuer, halten wir Ausschau auf das, was kommen mag. Der Januar war früher auch als "Hartung" bekannt. Ein Ausdruck, der die Kälte und Härte dieser Zeit beschreibt und die Wichtigkeit vorausschauender Vorratshaltung betonte.

Herkunft: Mündlicher Gebrauch am Niederrhein seit dem 19. Jahrhundert.


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Willkommen zu meinem Jahreszeiten-Begleiter: 
Die 12 Monate in Redewendungen vom Niederrhein

Guten Morgen, meine Lieben, in meinem neuen Blogprojekt nehme ich Euch mit auf eine ganz besondere Reise durch das Jahr und zwar mit den traditionellen Monatsreden und Sprüchen, die hier am Niederrhein in Mundart überliefert sind. Jeder Monat hat seine eigene Stimmung, seine typischen Wetterkapriolen, seine Landwirtschaftszeiten und seine festlichen Bräuche. Diese vielschichtige Verbindung von Natur, Alltag und Sprache zeigt sich wunderbar in den alten Redewendungen, die ich für Euch gesammelt, übersetzt und mit Erklärungen versehen habe. Doch bevor wir starten, möchte ich kurz etwas zur Sprache sagen: Der niederrheinische Dialekt ist eine lebendige Ausdrucksform, die über viele Generationen hinweg gepflegt wurde. Er klingt weich, melodisch und oft ein wenig "singend". Seine Wörter und Wendungen tragen Spuren des Niederländischen und Rheinischen in sich: ein spannendes Zeugnis der Grenznähe und der bewegten Geschichte unserer Region. Viele ältere Menschen hier können diesen Dialekt noch fließend sprechen, doch selbst wer ihn nicht mehr alltäglich nutzt, erkennt in ihm sofort Vertrautheit, Heimat und Wärme.

Ihr findet hier jeweils:
  • Die mundartliche Redewendung des Monats, so wie sie seit dem 19. Jahrhundert mündlich überliefert wird,
  • Eine genaue Übersetzung ins Hochdeutsche für vollständiges Verständnis,
  • Eine Erklärung, die Herkunft und Bedeutung des Spruchs beleuchtet,
  • Und natürlich die saisonale Atmosphäre, in der die Aussage ihren Ursprung hat.

Mit dieser Reihe möchte ich Euch nicht nur eine Sprache und Kultur näherbringen, sondern auch die Rhythmen und Traditionen eines Naturjahres am Niederrhein erlebbar machen. Es ist eine Einladung, die Jahreszeiten bewusster wahrzunehmen und die kleinen Zeichen der Natur zu sehen: von frostigen Januartagen über die ersten Blüten im Mai bis zum wohligen Kerzenschein im Dezember. Begleitet mich auf diesem Weg! Taucht ein in die Sprache, die Landschaft und die Jahreszeiten, spürt mit mir gemeinsam das Leben hier am Niederrhein in all seinen Facetten und lasst Euch inspirieren für eure eigene Jahreszeitengestaltung.


Van Hart’n willkamen bi mi!
Dat Niköleken


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Donnerstag, 1. Januar 2026

Mittwoch, 31. Dezember 2025

12tel Blick 2025 - Dezember / Breiter Weg

"Gatter Breiter Weg"


Heute mache ich wieder bei der "12tel Blick – Fotoaktion“ von Eva aka „verfuchstundzugenäht" mit. Für meinen diesjährigen 12tel Blick sind wir nach wie vor direkt hinter dem Dachsberg in den Feldern unserer Klosterstadt unterwegs, doch im Dezember hat sich die Stimmung spürbar verändert. Dies ist der letzte Post der 12tel-Blick-Reihe 2025 für dieses Jahr und diesen Standort. Ein leiser Abschluss nach einem spannenden Jahreszyklus. Das typische Niederrhein-Winterwetter mit seiner milden, oft nebligen und regnerischen Art prägte die letzten Wochen: grau-trübe Tage mit weichem Licht und seltenem Frost. Die Fotos entstanden am selben Tag wie mein Dezember-Morgengruß, noch bevor sich die Sonne ganz am Horizont zeigte, mit silberglänzendem Himmel, feuchtem Nebel und frischer Winterluft, die nach Erde und nassem Laub duftete. Seit Heiligabend fallen jedoch die nächtlichen Temperaturen unter null, Pfützen gefrieren, während die Tage hell und freundlich, aber eisekalt sind. Schnee gab es keinen und die Aussichten auf Neujahr machen nur wenig Hoffnung. Auf der Weide fehlt weiterhin jede Spur von "Weide-Gästen". Weder Rinder noch Schafe beleben das Bild und so liegt die Weide still und unberührt hinter dem Gatter. Der Boden ist feucht, Pfützen glänzen im zarten Morgenlicht oder zeigen nun eine dünne Eisschicht. Die Acker-Flächen wirken abgeräumt und glattgezogen, nur hier und da zeichnen sich Spuren früherer Bearbeitung ab. Die Bäume am Wegesrand zeigen ihr Wintergerüst. Die Rosskastanie hat ihr Laub verloren, feine Äste weben sich wie ein dunkles Netz vor den Himmel. Auch der Birnbaum wirkt durchscheinend, seine kahlen Zweige lassen die ferne Landschaft sanft erahnen. Der Hoerstgener Kendel fließt still und dunkel als schmale Rinne, halb verdeckt von braunen Gräsern am Ufer, nun mit einer zarten Eisschicht bedeckt. Die Geräusche sind leiser: Rascheln, vereinzelte Rufe. Die Natur hält inne, atmet tief durch - passend zu den mystischen Rauhnächten. Die Farbpalette ist monochrom: Grau-, Blau- und Brauntöne, gedämpftes Wintergrün von Hecken und Wiesen, die Ruhe und Tiefe schenken. Linien und Strukturen treten hervor. Gatter, Zäune, kahle Äste malen eine klare, stille Szene inmitten des dunstigen Morgen. So rundet der Dezember-12tel-Blick das Jahr ab: voller leiser Magie, wie ein Gruß des Winters, der zum Innehalten einlädt. 


"Hoerstgener Kendel"




Bildergallerie

"Hoerstgener Kendel"


"Gatter Breiter Weg"


Kommt gut ins neue Jahr!
Herzlichst Nicole


Sonntag, 28. Dezember 2025

Weihnachtsschnipsel


Guten Morgen, meine Lieben. Euch ein herzliches Willkommen aus unserem Esszimmer, wo noch der Duft von Raclette in der Luft schwebt und das Weihnachtslicht im Herzen warm nachhallt. Wie schön, dass Ihr da seid, meine Lieben. Wie war denn Euer Weihnachtsfest? Bei uns hat der Heiligabend in der Christuskirche angefangen. Die Familienchristvesper mit dem zauberhaften Krippenspiel "Tierische Weihnachten!" hat uns mit ihren fröhlichen "Tieren" (alles Kinder aus dem Kindergottesdienst) und der heiligen Geschichte so richtig ins Herz getroffen. Hachz, ich liebe es, wenn die Aufregung der anwesenden Kinder auf die Bescherung förmlich spürbar ist! Ihr auch? Nach der Kirche schmorten wir gemütlich zu Hause ein traditionelles Raclette. Darauf hatte sich meine Schwiegermama schon lange gefreut; der Käse schmolz köstlich über Kartoffeln und Gemüse, umhüllt von Kerzenschein und liebevollen Geschichten. So richtig fein gemütlich! Am ersten Weihnachtstag folgten wir der Einladung meiner Schwiegermama in eines ihrer Lieblingsrestaurants. Ein ganzes Weihnachtsmenü erwartete uns und konnte nach der Schlemmerei vom Heiligabend nicht ganz bezwungen werden.. lach! Den Abend verbrachten wir dann mit lustigen Brettspielen. Am zweiten Weihnachtstag ging es dann traditionell zum freudigem Wichteln zu unseren lieben Freunden (Ihr wisst schon 14.. ääh, nein.. 15 kleine und große Freunde und das obwohl der Patenonkel meines Jüngsten fehlt). Mir wird immer ganz warm ums Herz, wenn ich an die verrückte Bande denke. Doch soll ich Euch was verraten? Das schönste Weihnachtsgeschenk machte mir meine Nichte mit einem Videoanruf am frühen Morgen des zweiten Weihnachtstages. In ihrem Armen lag ihr neugeborenes Töchterchen, nicht ganze zwei Stunden alt. Unser Januarmädchen hat nun eine kleine Schwester. Ist das nicht einfach wunderbar?! Ich könnte gerade wieder vor Glück weinen. Ich freue mich schon soo sehr darauf die junge Familie besuchen zu können. Sobald ich den Jahresabschluss plus Inventur im kleinen Weltladen hinter mich gebracht habe, gibt es kein Halten mehr - dann geht es ab in den Taunus.

In dieser rauhen Zeit zwischen den Jahren, 
wo altes Licht nachhallt und Neues ahnt, 
wünsche ich Euch eine besinnliche Stille. 
Herzlichst, Nicole