"Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat, zu Gottes Lob."
(Römer 15,7)
Während die Konfirmanden als Gruppe ihre Konfirmationsurkunden stolz präsentieren, stiehlt sich der erste Sonnenstrahl durch die hohen, bunten Fenster der Kirche. Und tatsächlich, wir treten hinaus auf den Kirchhof und die Sonne lacht von einem blauen Himmel hinunter. Was für ein Glück, denn tagelang hatte der April mit uns gemacht, was er wollte und gerade die letzten Tage waren eher winterlich mit Schnee und Hagel. Es war ein schwungvoller und sehr musikalischer Gottesdienst, deshalb blicke ich wohl auch nur in freundliche Gesichter. Doch verschwimmen sie vor meinen Augen: mein Großer ist konfirmiert, ein weiterer Schritt in ein selbstständiges Leben. Für einen kurzen Moment sammle ich mich und summe dann munter das Lied "A new Alleluia" vor mich hin, dass wir gerade zum Besten gegeben haben. Das ich jemals mit im Kirchenchor singe, hätte ich auch nicht gedacht. Von überall her kommen gute Wünsche und ich erwidere sie lächelnd. Endlich kann ich mir einen Weg durch die Menschen bahnen und dann sehe ich ihn. Meinen Konfirmanden, meinen großen Sohn. Ungewohnt schaut er aus, das sonst wirre Langhaar ist zu einem Männerzopf gebunden und er trägt einen engen, marineblauen-melierten Leinen-Anzug. Aufrecht steht er da, in sich ruhend, eben (ja, ich muss es zugeben) ein junger Mann. Er ist umringt von Familie und Freunden und scheint von innen heraus zu leuchten. "Mama!", seine blauen Augen blitzen auf und wir schließen uns in die Arme. "Herzlichen Glückwunsch, mein Großer!", flüstere ich gerührt. Wohlwissend, dass er mich vor den ganzen Menschen fest an sich drückt. Der glückselige Moment geht schnell vorüber und wir beeilen uns gemeinsam mit unseren Freunden und unserer Familie in den frühlingshaften Garten zu kommen. Das hübsche Festzelt steht im Sonnenlicht und alles im Zelt ist auf seinen Platz, auch das bestellte italienische Buffet ist punktgenau geliefert worden. Fröhliche Stimmen schwirren durch den Garten und vereinzeltes lautes Lachen unterbricht die tobenden Kinderstimmen. Die Patentante meines Großes überreicht ihm vorsichtig ihre selbstgemachte Thementorte "Pfadfinder" und alle sind sich einig - die Torte ist viel zu schön zum essen. Es werden Fotos gemacht, gelacht, erzählt und geschlemmt. Erst gegen Abend verabschieden sich die Gäste wohlgesättigt und wohlgelaunt, ein schöner Festtag geht zu Ende. Der Herzenswunsch meines Großen ist in Erfüllung gegangen, wir werden seine Konfirmationsfeier als ein gelungenes und entspanntes Gartenfest in Erinnerung behalten.
Ihr Lieben, vielen Dank für Eure liebevollen Kommentare.
Wie Ihr seht hat Euer Daumendrücken geholfen.
Die Sonnenstrahlen und die Wärme sind genau zur richtigen Zeit bei uns angekommen!
Ein ganz herzliches Dankeschön an Euch, auch im Namen meines Großen!!