Donnerstag, 12. Mai 2016

Fossa Eugeniana (oder "Der geschenkte Nachmittag")


Kurz hinter dem kleinen Wehr beruhigt sich das Wasser des kleinen renaturierten Kanals. 'Fossa Eugeniana' heißt der Kanal der 1626 zwischen dem Rhein und der Maas angefangen, aber nie fertig gebracht wurde. Die Vögel zwitschern und das leise Dahinplätschern des klaren Wassers ist zu hören. Es ist schon fast sommerlich warm und nur vereinzelnd schieben sich Schäfchenwolken vor die Sonne. "Hier sind wir richtig, Mama!", erklärt mein Großer zuversichtlich und läßt den mitgebrachten Zinkeimer scheppernd auf die Steine fallen. Es ist unsere Lieblingsstelle. Schon seit dem mein Großer laufen kann, zieht es uns immer wieder hierher, um das Leben am Wasser zu beobachten, Stichlinge zu fangen oder um unser selbstgebautes Floss ins Wasser zu lassen. Während mein Großer verträumt auf das Wasser schaut, genieße auch ich den glücklichen und entspannten Augenblick. Auf einem großen Stein finde ich ein trockenes Plätzchen und ich beobachte müßig, wie die Wasserpflanzen von der leichten Strömung hin und her getrieben werden. Wie still es doch ist und wie grün alles ausschaut. Die moderne Welt mit all ihrem Lärm und ihrer Hektik scheint kilometerweit entfernt.

Verlinkt mit: *Naturkinder* von Caro und dem *Naturdonnerstag* von Jutta, *In Heaven* für Katja

Lieber Sohnemann, vielen Dank für diesen wunderbaren Gutschein. Ich habe unseren Ausflug zu zweit sehr genossen. Drücker!

Mittwoch, 11. Mai 2016

Rhabarber-Saft-Schorle


Ist es bei Euch auch so, dass Ihr je nach Jahreszeit und Wetter ein Lieblingsgetränk habt?! Bei mir und auch bei Jutta ist es jedenfalls so. Im Moment liebe ich Rhabarber-Saft-Schorle. Ich könnte mich knubbelig daran trinken (wenn ich es schon nicht wär.. grins!). Sie ist wunderbar erfrischend und löscht den Durst, aber was noch viel schöner ist: sie weckt liebevolle Kindheitserinnerungen in mir. Ich sehe mich als kleines Mädchen mit nackten Füßen im Garten meiner Eltern stehen und fühle die warme blanke Erde unter meinen Füßen. Ich sehe wie meine dreckigen Hände das olle Gartenmesser meines Vaters halten, um die langen sauren Rhabarberstangen  zu ernten. Und dann dieses Geschmackerlebniss, wenn ich von den rohen, in Zucker getunkten, Rhabarberstangen ganz bewußt ein Stück abgebissen habe. Alles im Mund hat sich dann zusammengezogen. Sauer und herrlich zugleich!! Bei uns im Garten ist der Rhabarber auch schon erntebereit. Sobald wir etwas Ruhe haben, werden wir ihn ernten. Mal sehen, ob wir den Rhabarber-Auflauf von Denise nachbacken oder ob wir wieder Marmelade einkochen werden. Ich kann es jedenfalls kaum erwarten. 

Und weil ich meine Kindheitserinnerungen so gerne mag, schicke ich sie zu Frollein Pfau. Sie sammelt heute wieder ein, was andere mögen.

Montag, 9. Mai 2016

Muttertag (oder "Ein Stufengedicht")


schöne
schöne mama
schöne mama du
schöne mama du bist
schöne mama du bist die
schöne mama du bist die beste
happy day

Was für eine Freude, dass Mutti immer für ihr Kind eine Schönheit ist.. lächel!!

Ich hoffe, Ihr hattet auch einen wundervollen Muttertag!!
Seid ganz lieb gegrüßt, Nicole.

Freitag, 6. Mai 2016

Von Kamille, Duftwicken und einer kleinen Pause


Während meine Mutter gemütlich bei meinem Vater in meinem Elternhaus einen Kaffee trinkt und den sonnigen Nachmittag verbringt, räumen mein Göttergatte und ich schnell das Festzelt aus. Die Waschmaschine läuft ununterbrochen, die weißen Damasttischdecken müssen vor der Mangel noch gereinigt werden. Auf einem kleinen Zinktischchen, dass ich für eine kleine Pause für mein Buch und eine Tasse Kaffee genutzt hatte, stehen nun dicht gedrängt kleine Einmachgläser, die auf den eingedeckten Bierzelttischen zur Dekoration gehörten. Kamille, Duftwicken und einzelne weiße Ranunkel sorgten bei der Konfirmationsfeier meines Großen für eine wohlduftende natürliche Leichtigkeit. Seufzend betrachte ich die schweren vollbepackten Kisten. Tischdecken, Servietten, Gläser, Teller und Besteck waren nur von einer lieben Freundin ausgeliehen ('Festlichter' hieß Jenny's mittlerweile stillgelegte kleine Firma. Bei ihr bekam frau alles, was für eine Festlichkeit nötig war.). Auch das hübsche Festzelt ist aus ihren Alt-Beständen. Das gemeinsame Aufbauen und Dekorieren hat mir ja großen Spaß gemacht, aber das Abbauen.. puh! Doch mein Göttergatte und ich kommen gut voran. Gleich ist die abgesprochene Zeit vorbei, dann muss ich meine Mutti wieder abholen. Sie ist für eine kleine Weile wieder bei uns eingezogen, mein Bruder und meine Schwägerin brauchten dringend eine Auszeit. Das ist auch der Grund, warum es hier auf dem Blog eine zeitlang etwas stiller sein wird (vielleicht auch nicht, wer weiß das schon?!)

Also, vergesst mich nicht und
habt eine schöne sonnige Maienzeit.
Ganz liebe Grüße, Nicole.

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Dienstag, 3. Mai 2016

Konfirmation


"Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat, zu Gottes Lob."
(Römer 15,7)
Während die Konfirmanden als Gruppe ihre Konfirmationsurkunden stolz präsentieren, stiehlt sich der erste Sonnenstrahl durch die hohen, bunten Fenster der Kirche. Und tatsächlich, wir treten hinaus auf den Kirchhof und die Sonne lacht von einem blauen Himmel hinunter. Was für ein Glück, denn tagelang hatte der April mit uns gemacht, was er wollte und gerade die letzten Tage waren eher winterlich mit Schnee und Hagel. Es war ein schwungvoller und sehr musikalischer Gottesdienst, deshalb blicke ich wohl auch nur in freundliche Gesichter. Doch verschwimmen sie vor meinen Augen: mein Großer ist konfirmiert, ein weiterer Schritt in ein selbstständiges Leben. Für einen kurzen Moment sammle ich mich und summe dann munter das Lied "A new Alleluia" vor mich hin, dass wir gerade zum Besten gegeben haben. Das ich jemals mit im Kirchenchor singe, hätte ich auch nicht gedacht. Von überall her kommen gute Wünsche und ich erwidere sie lächelnd. Endlich kann ich mir einen Weg durch die Menschen bahnen und dann sehe ich ihn. Meinen Konfirmanden, meinen großen Sohn. Ungewohnt schaut er aus, das sonst wirre Langhaar ist zu einem Männerzopf gebunden und er trägt einen engen, marineblauen-melierten Leinen-Anzug. Aufrecht steht er da, in sich ruhend, eben (ja, ich muss es zugeben) ein junger Mann. Er ist umringt von Familie und Freunden und scheint von innen heraus zu leuchten. "Mama!", seine blauen Augen blitzen auf und wir schließen uns in die Arme. "Herzlichen Glückwunsch, mein Großer!", flüstere ich gerührt. Wohlwissend, dass er mich vor den ganzen Menschen fest an sich drückt. Der glückselige Moment geht schnell vorüber und wir beeilen uns gemeinsam mit unseren Freunden und unserer Familie in den frühlingshaften Garten zu kommen. Das hübsche Festzelt steht im Sonnenlicht und alles im Zelt ist auf seinen Platz, auch das bestellte italienische Buffet ist punktgenau geliefert worden. Fröhliche Stimmen schwirren durch den Garten und vereinzeltes lautes Lachen unterbricht die tobenden Kinderstimmen. Die Patentante meines Großes überreicht ihm vorsichtig ihre selbstgemachte Thementorte "Pfadfinder" und alle sind sich einig - die Torte ist viel zu schön zum essen. Es werden Fotos gemacht, gelacht, erzählt und geschlemmt. Erst gegen Abend verabschieden sich die Gäste wohlgesättigt und wohlgelaunt, ein schöner Festtag geht zu Ende. Der Herzenswunsch meines Großen ist in Erfüllung gegangen, wir werden seine Konfirmationsfeier als ein gelungenes und entspanntes Gartenfest in Erinnerung behalten.

Ihr Lieben, vielen Dank für Eure liebevollen Kommentare.
Wie Ihr seht hat Euer Daumendrücken geholfen.
Die Sonnenstrahlen und die Wärme sind genau zur richtigen Zeit bei uns angekommen!
Ein ganz herzliches Dankeschön an Euch, auch im Namen meines Großen!!

Freitag, 29. April 2016

Bartnelke trifft Ranunkel



Hallo, meine Lieben! Wie schön, dass Ihr zu mir gefunden habt. Ich freue mich immer sehr, dass Ihr da seid!! Heute gibt es wirklich nur ein Blümchen zum Freitag. Kein Kaffee oder Tee, keine Sonnenuntergänge, einfach nur ein paar Ranunkeln. Gemeinsam mit einigen Bartnelken teilen sie sich meine Frühlingsvase. Warum das so ist? Mein Großer geht am Sonntag zur Konfirmation. Und da er sich ein großes Gartenfest gewünscht hat, müssen wir noch einiges vorbereiten. Der Hof muss sauber gemacht werden, der Rasen muss gemäht werden, ein großes weißes Hochzeitszelt muss aufgebaut und mit Bierzeltgarnituren gefüllt werden. Dann fehlt noch die Tischdekoration (reinweiß und natur) und die Lampions mit den Wabenbällen. Irgendwo müssen wir noch Terassenheizstrahler herbekommen, die Omas und Opas erfrieren sonst, es ist lausig kalt. Das soll das erste Mai-Wochenende sein.. bibbber! Lange Rede kurzer Sinn: meine Zeit ist arg begrenzt. Wir lesen uns wahrscheinlich erst nächste Woche wieder!! 

Bis dahin, habt eine schöne Zeit!
Herzlichst, Nicole.

verlinkt mit: *Friday-Flowerday* von Helga, *Floral Friday Fotos* by Nick

Donnerstag, 28. April 2016

Sonnenblumenpflege


"Kleiner, hast du heute schon deine Sonnenblumen gegossen?", meine Stimme schallt durch den Garten. "Nein, noch nicht!", tönt es zurück. Zu sehen ist von meinem Kleinen nichts. Plötzlich raschelt es im Gebüsch und mein Kleiner erscheint auf der Bildfläche. "Na, los! Ich glaube, deine Sonnenblumen haben Durst.", ermuntere ich meinen Kleinen. Wir haben die kleinen Keimlinge kurzerhand mit nach draußen genommen, damit sie einbissel Sonnenlicht und frische Luft tanken können. Mein Kleiner zuckt die Schultern und schaut in den Himmel: "Okay. Aber ich glaube, es regnet gleich eh!". Während er die Blümchen gießt, zieht sich der Himmel zu und leichte Tropfen fallen vom Himmel: "Siehst du. Sag ich doch!". Ich wuschele meinem Keinen durch die Haare und murmele: "Schlaumeier!" und ergänze laut: "Lass uns mal rein gehen. Mittagessen ist fertig.". Kaum sind wir zur Tür hinein öffnet der Himmel seine Schleusen. Dicke Regentropfen fallen vom Himmel und gehen in noch dickere Hagelkörner über. "Maammaa!! Wir müssen die Sonnenblumen retten. Sie brechen sonst ab!", ruft mein Kleiner erschrocken. Und was macht Muttern? Rennt Hals über Kopf in den Hof und rettet die Sonnenblumen. So viel zum 'wir'.. grins!

Verlinkt mit: *Naturkinder* von Caro und dem *Naturdonnerstag* von Jutta