Freitag, 31. Januar 2014

Freiheit



"Das Wetter ist so herrlich, ich lasse jetzt die Hühner in den Garten! Denkt dran: Julie darf nicht mehr in den Garten!', rufe ich laut und bestimmend durch das Haus. Schnell überquere ich die matschige Wiese und öffne das Törchen. Wenn meine Hühner Hände hätten, würden sie jetzt applaudieren. Es kommt mir so vor, als würden sie jubeln. Sie drängeln und schubsen sich gegenseitig. Jedes möchte das Erste sein. Ich schiebe mit Schwung das Törchen ganz auf und mein Hühnervolk erkämpft sich die Freiheit. Mit hüpfenden Schwanzfedern und stolz geschwelltem Kamm marschieren sie ins Freie und können ihr Glück kaum fassen. Hier ein Wurm, da ein junger Grashalm und (oh; wie wunderbar!) ein paar vergessene Vogelfutterkörner. Gustav wacht eifrig (kurz vor dem Hühnerstall) über seine Hennen. Und Hahn Holger? Der spaziert elegant mit seiner Trine durch vorderen Teil des sonnigen Garten.

Mutter und Sohn

Mein Großer sitzt neben mir im Auto. "Was habt ihr denn heute im Gitarrenunterricht gespielt?", frage ich interessiert. "Nickelback.", die Antwort meines Großen fällt kurz und knapp aus. Und da ich meinen Sohn kenne, erwarte ich auch keine ausführlichere Antwort mehr. "Ich muss gleich noch mit Julie raus, gehst du mit?", ich halte den Atem an und eigentlich erwarte ich ein klares Nein (mit Mama? Spazierengehen?), doch ich werde eines Besseren belehrt. "Ja, kann ich machen!", er grinst mich durch seine langen Haare an. Vergnügt grinse ich zurück: "Das freut mich aber sehr!".

Donnerstag, 30. Januar 2014

Stampfen, wie die Elefanten

Mein Kleiner steht tropfnass, nur mit einem Handtuch um den Körper, vor der Badewanne. "Kannst du bitte noch schnell deine Füße trocknen?", frage ich ihn ermahnend. Mein Kleiner nickt und auf einmal fällt ihm ein Kreisspiel aus der Krabbelgruppe ein. Grinsend stampft er auf der Badewannenvorleger auf und ab und ruft laut singend: "Stampfen, stampfen, wie die Elefanten. Stampfen, stampfen, wie die Elefanten, dann kommt ´ne kleine Maus daher, und alle Elefanten rufen laut: "Törö!" Bei der 'kleinen Maus' steige ich mit ein und unser gemeinsames "Törö!" beenden wir mit lautem Gelächter. Nur das 'in die Luft schwingen' spare ich mir, dafür ist mein Kleiner einfach schon zu groß!

Es wird immer wieder diese Grundstrophe gesungen, nur die Tiere ändern sich: Katze-Miau, Hund-WauWau, usw.
So geht's:
* Alle nehmen sich an den Händen und gehen "stampfend" zur Mitte des Kreises.
* Bei: "kommt ´ne kleine Maus" steckt Ihr die Köpfe zusammen.
* Mit dem "Törö" werden die Kinder unter den Achseln nach außen geschwungen.

Viel zu kalt



"Miaauu!", mauzend und bibbernd sitzt unsere kleine Katze vor dem Küchenfenster. Sie möchte rein, anscheinend ist es ihr draußen viel zu kalt. "Miaaauu!", erwartungsvoll schaut sie mir entgegen. Ich öffne das Fenster und mit einem Sprung landet Bremse auf unserer Küchenbank. Kurz leckt sie sich über die Pfoten und fährt sich mit den selbigen über ihr Katzengesicht. Dann springt sie leichtfüssig von der Küchenbank hinunter. Hoheitsvoll schreitet sie an mir vorbei bis ins Wohnzimmer. Mit einem einzigen Sprung landet sie mühelos auf der Fensterbank. Von der Heizung geht eine wohlige Wärme aus und meine kleine Seelentrösterin rollt sich im Sonnenlicht zusammen. Sieht sie nicht einfach entzückend aus?!

Mittwoch, 29. Januar 2014

'Tschuldigung

Ja, da muss ich mich wohl entschuldigen! Nach einigen Telefongesprächen, bin ich an die richtige Fachfrau der LINEG geraten und habe mich über das Abholzen der Bäume an der 'Großen Goorley' informieren können. Es fing alles damit an, dass ich gestern mit zwei lieben Freundinnen über Land nach Voerde gefahren bin. Die Sonne schien freundlich am Januarhimmel und es war eine Freude die vorbeihuschende niederrheinische Landschaft zu betrachten. Rhein, Wiesen, Weiden, Zäune, kleine Wassergräben und natürlich, die für die Landschaft so typischen, Kopfweiden. Kopfweiden?? Moment mal! Was haben die denn für eine Rinde? Und dann sah ich es: Kopfweiden! Ob am Wandelweg wohl gar nicht die Bäume ganz gefällt werden, sondern das Ganze in eine noch niederrheinischere Landschaft umgewandelt werden soll. Der Gedanke ließ mich nicht los und so ging es erstmal heute Morgen zum Wandelweg. Tatsächlich: bei nähere Betrachtung konnte ich feststellen, dass es sich auch hier um Weiden handelt. (Ich schäme mich fast, dass ich das nicht schon eher bemerkt habe!) Die meisten Bäume waren alle nur bis auf ca. 1,50 m gekürzt worden. (Darüber haben wir uns ja auch schon die ganze Zeit über gewundert, gelle Patenonkel?!) Jetzt wollte ich es aber genau wissen: erstmal eine kurze Recherche im Internet, dann ein Anruf bei Grünflächenamt und schließlich ein Anruf bei der LINEG. Eine sehr freundliche Dame stand mir geduldig Rede und Antwort. Das einige alte Kastanien in der Höhe der Mittelstraße gefällt werden mussten, lag daran, dass ein defektes Abflussrohr erneuert werden musste. Aber mit Fäkalien sei nicht zu spaßen. Ja, das sehe ich ein. Und was ist mit den Bäumen entlang der 'Großen Goorley'? Ich hielt die Luft an. Das seien alles Weiden und hier ist ein rein "kosmetischer" Baumschnitt erfolgt. Tatsächlich? Die Baumstümpfe bleiben stehen? Ja, bleiben sie. Aber wächst denn da noch was, wenn man einfach einen gestandenen Baum einkürzt, so das nur noch der Stamm stehen bleibt?! Natürlich, lacht die gute Frau, da können Sie uns vertrauen. Und das tue ich jetzt: ich vertraue und entschuldige mich!

Baumritzerei



Auf einem unserer Spaziergänge, habe ich diese beiden Prachtexemplare entdeckt. Sehen sie nicht wundervoll in der kalten Januarsonne aus? Mich würde mal interessieren, ob das Pärchen, dass die Baumritzerei begangen hat, noch zusammen ist. Denn anscheinend haben sie den richtigen Baum ausgewählt! Hier bei uns heißt es nämlich, dass es ein Zeichen ist, dafür wie es um die Liebe steht, ob der Baum gedeiht und groß und prächtig wird oder ob er kränkelt und eingeht. Ich finde, es ziemlich romantisch sich gemeinsam in einem Baum zu verewigen. Die Frage ist nur, ob man auch moralisch darüber hinwegsehen kann, da der Baum evtl. Schäden davon tragen könnte. Rechtlich ist es nicht in Ordnung, es sei denn, man ist der Eigentümer des Baumes. Dies gilt auch für gemeindlichen Baumbestand. Zwar wird als "Substanz- und Eigentumsverletzung" hier vorwiegend die Beschädigung von Wurzeln oder Krone genannt, doch auch das Ritzen der Rinde könnte den Baum ja dauerhaft schädigen. Tja, ich selber habe mich noch nie in einen Baum verewigt und auch kein anderer hat es für mich getan (glaube ich zumindest..kicher!!). Aber wenn Ihr Eure Initialen irgendwann mal in einen Baum ritzen wollt, weil Ihr sonst nicht wisst, wohin vor lauter Liebe, solltet Ihr vielleicht Euer Gewissen erleichtern und als Entschuldigung an Mutter Natur einen Baum pflanzen oder für den BUND oder die NABU spenden. Ich denke, wenn man sein Leben ansonsten ökologisch verträglich lebt, darf man sich diesen einen romantischen Schnitzer verzeihen.

Der Lindenbaum

Am Brunnen vor dem Tore
Da steht ein Lindenbaum
Ich träumt in seinem Schatten
So manchen süßen Traum
Ich schnitt in seine Rinde
so manches liebes Wort
Es zog in Freud und Leide
|: Zu ihm mich immer fort :|

Ich mußt auch heute wandern
Vorbei in tiefer Nacht
Da hab ich noch im Dunkel
Die Augen zugemacht
Und seine Zweige rauschten
Als riefen sie mir zu:
"Komm her zu mir, Geselle
|: Hier findst du deine Ruh :|

Die kalten Winde bliesen
Mir grad ins Angesicht
Der Hut flog mir vom Kopfe
Ich wendete mich nicht
Nun bin ich manche Stunde
Entfernt von diesem Ort
Und immer hör ich's rauschen:
|: "Du fändest Ruhe dort :|


(Wilhelm Müller)