Dienstag, 13. Januar 2026

Ein Schneemann als Zaungast


Während ich die erste Schneekugel in diesem Winter forme, schallt durch den Garten ein knarzender Lautsprecher. Eine mir wohlbekannte Stimme ermahnt mit ernstem Ton: „Achtung, Achtung! Dies ist eine Durchsage. Es ist nicht erlaubt, eine Schneeballschlacht zu machen. Keine Schneeballschlacht!“. Es ist die Stimme einer lieben Freundin, die an der nahe gelegenen Grundschule Rektorin ist. Ich grinse breit, setze die fertige Kugel auf den Zaunpfahl unseres Staketenzauns und sage zur ihr: "Na, wie gut, dass du ein Schneemann werden sollst.". Mit bereits eisigen Händen rolle ich die zweite Kugel für den Kopf durch den pudrigen Schnee. Sie ist kleiner und runder und bekommt von mir Augen und Mund aus Efeubeeren. Eine angespitzte kleine orangene Geburtstagskerze wird die Nase und ein kleiner Blumentopf der Hut. Vorsichtig setzte ich nun die zweite Kugel auf die erste Kugel und betrachte meinen kleinen Schneemann. Ach, da fehlt ja noch was. Er hat gar keine Arme! Ich schaue mich rasch um, sammle schnell etwas Birkenreisig auf und stecke kurze biegsame Birkenäste als Arme hinein. Während ich den kleinen Zaungast fotografiere, fängt es wieder an zu schneien und schneller als gedacht ist der kleine Schneemann kaum noch zu sehen. Mein Schneemann. Ein flüchtiger Wintergast, der still im Flockentanz entschwindet.


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