Dienstag, 4. Dezember 2012

Barbarazweige

An das Fest der heiligen Barbara wird am 4. Dezember erinnert,
indem die Menschen Kirschzweige (oder andere Obstzweige) ins 
Wasser stellen. Die Barbara-Zweige sollen zu Weihnachten blühen
und so das Wunder der heiligen Nacht verdeutlichen. 
Die heilige Barbara soll (einer Legende aus dem 7. Jahrhundert
nach) von ihrem heidnischen Vater in einen Turm gesperrt worden
sein. Da das Mädchen sich nicht, wie von ihrem Vater gewünscht,
mit einem reichen Mann verheiraten ließ, sondern sich dem christlichen
Glauben zuwandte, ließ ihr Vater, ein Christenhasser, sie geißeln und
enthaupten. Auf dem Weg ins Gefängnis soll sich ein Kirschzweig im 
Kleid der Heiligen verfangen haben. Diesen Zweig nahm sie mit in ihren
Kerker und hielt ihn mit ihrem Trinkwasser feucht. Seine Knospen 
blühten auf und sorgten für Licht und Hoffnung. Bei der Hinrichtung 
stand der Zweig in voller Blüte. Barbara gilt auch als Patronin der
Bergleute, da eine Legende besagt, dass ein sich öffnender Felsen
Barbara auf der Flucht vor ihrem Vater zunächst Schutz geboten 
habe (deshalb wird die heilige Barbara auch gerade hier in unserer
Gegend sehr verehrt). Und auf ihrem Grab sollen zur Weihnachtszeit
Blumen geblüht haben. Wie so häufig, gibt es auch hier eine Vermischung
von christlicher Überlieferung und heidnischem, germanischen Bräuchen.
Nach germanischer Überlieferung gehörte der Kirschzweig zu den
Hilfsmitteln,die dazu dienten, zukünftige Entwicklungen zu erkennen.
Junge Mädchen gingen in den frühen Morgenstunden des 4. Dezembers
hinaus in die kalte Jahreszeit, um Barbarazweige zu schneiden. Blühte
ein Zweig am Weihnachtstag auf, galt das als gutes Zeichen dafür, dass
im kommenden Jahr eine Hochzeit stattfinden, und/oder dass die Ernte
gut werden würde.
Ich finde, den Brauch sehr schön. Allerdings frage ich mich in diesem
Jahr, warum man "Schnapspralinen" am Barbaratag verschenken soll?
Merkwürdig. Kann man die Zeit vor Weihnachten nur noch alkoholisiert
ertragen? Ich hoffe nicht..



Lächeln

Wer LÄCHELT statt zu toben,
ist immer der STÄRKERE.

(Aus Japan)

Montag, 3. Dezember 2012

Teelichter



Mein Herz pocht immer noch.. Gerade eben haben wir riesen großes
Glück gehabt. Ich hatte auf unserem Weichholzschrank zwei Teelichter
stehen, die wir seit heute Nachmittag entzündet hatten. Gerade eben
läutet das Telefon und nur durch Zufall schaue ich auf den Schrank.
Und da sehe ich es: in einem Teelicht ist eine richtige Flamme!!
"Mann! Schnell! Teelicht! Hilf!" Er reagiert sofort und eilt durch den Raum.
Mit einem Glasdeckel von unserem Plätzchenglas erstickt er die Flamme.
Puh, das ist ja gerade nochmal gut gegangen. Leider hat unser Schrank
ein bissel gelitten, doch ich bin froh und dankbar, dass er nicht in
Flammen auf gegangen ist. Schluck.. Und ich dachte immer, was kann
ein Teelicht schon ausrichten?! Jetzt weiß ich es.

Warten



Alle Dinge kommen zu dem,
der zu WARTEN versteht.

(Henry Wadsworth Longfellow)

Sonntag, 2. Dezember 2012

Pfadfinder

Gestern war es soweit, unser Großer ist vom "Wölfling" zum "Jufi" aufgestiegen.
Hört sich ein bissel seltsam an, gelle?! Aber ich muss sagen, dass mich der Grund-
gedanke der Pfadfinder wirklich überzeugt hat. Früher (also vor den Kindern) habe
ich mich immer ein wenig über solche Jugendorganisationen lustig gemacht, aber 
wie es so ist, Einstellungen und Meinungen ändern sich.
Die "Pfadfinder-Bewegung" ist eine freiwillige, nicht-politische Erziehungsbewegung 
für junge Menschen, die offen ist für alle, ohne Unterschiede von Herkunft, Rasse
oder Glaubensbekenntnis, und genau das gefällt mir. Keine Unterschiede. Außerdem
werden alle (für mich) wichtigen Themen (Basteln und Werken, gemeinsames Singen
und Musizieren, Naturerlebnisse in Spielen und Erkundungen, gesellschaftliches
Engagement) in den Gruppenstunden abgehandelt.
Der Aufstieg zum "Jufi" ist mit einer freiwilligen Selbstverpflichtung durch das
Pfadfinderversprechen verbunden. Die ganze Sippe kommt zusammen und unter
Ausschluss der Öffentlichkeit (ganz zum Verdruss einiger Muttis) müssen die Wölflinge
ihr Versprechen hoch offiziell vor der versammelten Mannschaft abgeben.
Hier in unserem Fall wurde der Barbaramarkt zum Anlass genommen. Hinter der
malerischen Kirche, vor einem knisternden Feuerkorb, in Dunkelheit und bei eisiger
Kälte standen die "Noch-Wölflinge" und haben ganz feierlich ihr Pfadfinderversprechen
abgegeben und ihr blaues Halstuch mit Abzeichen bekommen.

Barbaramarkt

Hier in unserer Kloster-Stadt ist der Barbaramarkt (an der Marienkirche),
der erste, und auch mit der schönste, Weihnachtsmarkt. Immer am ersten
Adventwochenende bieten 30 liebevoll geschmückte Holzhütten den
Besuchern eine bunte Vielfalt an Handwerkskünsten.
Auch Gaumenfreunde kommen auf ihre Kosten, denn neben Gegrilltem
gibt es Reibekuchen, Grünkohl mit Mettwurst und Kaffee und Kuchen.
Waffeln und selbst hergestellte Pralinen und Plätzchen gehören ebenfalls
zum Angebot. Und bei diesen Temperaturen darf auch ein wärmender
Glühwein nicht fehlen.
Im Jurtenzelt der Pfadfinder vor der Kirche wird vor einem wohlig warmen
Lagerfeuer Stockbrot gebacken.
Auf der Bühne im gewärmten Zelt singen am Sonntagnachmittag die Kinder-
gartenkinder und der Kinderchor der Gemeinde adventliche Lieder.
Und das Ganze findet auch noch vor (Wortlaut meines Göttergatten) der
schönsten Kirche der Gemeinde statt. Gestern Abend waren wir dort,
und ich muss sagen: endlich, hat sich auch bei mir die Weihnachtsstimmung
eingefunden...

Samstag, 1. Dezember 2012

Verse zum Advent

Noch ist Herbst nicht ganz entflohn,
Aber als Knecht Ruprecht schon
Kommt der Winter hergeschritten,
Und alsbald aus Schnees Mitten
Klingt des Schlittenglöckleins Ton.

Und was jüngst noch, fern und nah,
Bunt auf uns herniedersah,
Weiß sind Türme, Dächer, Zweige,
Und das Jahr geht auf die Neige,
Und das schönste Fest ist da.

Tag du der Geburt des Herrn,
Heute bist du uns noch fern,
Aber Tannen, Engel, Fahnen
Lassen uns den Tag schon ahnen,
Und wir sehen schon den Stern.


(Theodor Fontane)