Sonntag, 5. Juli 2026

Juni im Wipfelblick und Juli op Platt

Guten Morgen, meine Lieben. Heute gibt es schon wieder eine kleine Neuerung auf meinem Blog. In den vergangenen Monaten sind einige meiner regelmäßigen Blogprojekte zusammengekommen und ich habe gemerkt, dass ich sie wunderbar in einem gemeinsamen Monatsbeitrag vereinen kann. Keine Sorge, jedes Projekt behält natürlich seinen eigenen Platz. Der 12tel Blick und mein Jahreszeiten-Begleiter bleiben zwei eigenständige Reihen. Sie ziehen lediglich gemeinsam durch den Monat. Ich finde, das macht den Beitrag abwechslungsreicher und Ihr könnt gleich zwei kleine Reisen durch den Niederrhein mit mir unternehmen. Also schaut zuerst mit mir hinauf in die Baumkronen und anschließend werfen wir gemeinsam einen Blick auf eine alte niederrheinische Redewendung.


12tel-Blick - Juni / Ein Wipfelbild


Heute mache ich wieder bei der "12tel Blick"-Fotoaktion von Eva Fuchs mit. Wie Ihr vielleicht wisst, habe ich mir dafür den Blick aus dem Kinderzimmerfenster in unseren Garten ausgesucht. Zwar sieht man dort nur die Wipfel unserer altehrwürdigen Bäume, doch genau dieser Blick begleitet mich schon seit vielen Jahren. Für das Projekt habe ich mich übrigens für ein anderes Bildformat entschieden. Um den Garten in seiner ganzen Breite zu zeigen, gefällt mir das Querformat einfach besser. 

Im Juni ist aus meinem Wipfelblick ein grünes Dach geworden. Wo im Frühjahr noch einzelne Zweige den Himmel freigaben, haben sich die Baumkronen inzwischen zu einem dichten Blättermeer geschlossen. Nur noch vereinzelt blitzt das Blau des Himmels hindurch. Stattdessen tanzt das Sonnenlicht in unzähligen Grüntönen durch die Blätter und der Wind lässt die Kronen sanft rauschen. Gerade in den vergangenen Hitzetagen habe ich diesen Blick besonders geschätzt. Während draußen Temperaturen von weit über 30 Grad herrschten, wirkten die hohen Bäume wie eine schützende Oase. Wenn der Wind durch die Wipfel strich und die Blätter rauschten, fühlte ich mich jedes Mal ein wenig wie am Meer. Genau dieses Rauschen liebe ich. Es schenkt mir Ruhe und lässt die Hitze für einen Moment vergessen. Genau deshalb mag ich meinen 12tel Blick so sehr. Er zeigt nicht nur, wie sich die Natur im Laufe eines Jahres verändert, sondern erinnert mich auch daran, wie gut uns Bäume tun. Sie schenken Schatten, kühlen ihre Umgebung und machen selbst heiße Sommertage ein wenig erträglicher.

Randnotiz Juni 2026: Der Juni wird vielen wohl als einer der heißesten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in Erinnerung bleiben. Am Niederrhein kletterten die Temperaturen an mehreren Tagen deutlich über die 35-Grad-Marke. Umso dankbarer bin ich für unseren alten Baumbestand. Gerade in Zeiten wie diesen spürt man, wie wertvoll große Bäume für Mensch, Tier und Klima sind.



Juli - Ein niederrheinischer Jahreszeiten-Begleiter



"Juli is Hee-tied, de Sünn brennt op de Kopp, aver dat Hee mutt dröge."
Übersetzung: "Juli ist Heuzeit, die Sonne brennt auf den Kopf, aber das Heu muss trocknen."

Der Juli steht ganz im Zeichen der Heu- und oft schon der Getreideernte. Die Arbeit auf den Wiesen und Feldern ist schwer, staubig und heiß, doch sie duldet keinen Aufschub: Das Gras muss bei Sonnenschein trocknen, bevor Regen es verdirbt. Die Redewendung spiegelt diesen Widerspruch: körperliche Anstrengung in der Sommerhitze und gleichzeitig die Erleichterung, wenn das Heu endlich eingefahren ist. Für die Tiere bedeutete es Futter für den Winter. In früheren Zeiten eine Frage des Überlebens.

Herkunft: Mündlicher Gebrauch am Niederrhein seit dem 19. Jahrhundert.

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Willkommen zu meinem Jahreszeiten-Begleiter

Mit dieser Reihe möchte ich Euch die traditionellen Monatsreden und Sprüche vom Niederrhein näherbringen. Sie erzählen von Wetter, Natur, Landwirtschaft und dem Leben vergangener Generationen. Jeden Monat stelle ich Euch eine mundartliche Redewendung vor, übersetze sie ins Hochdeutsche und erkläre ihren Ursprung und ihre Bedeutung. Vielleicht habt Ihr ja Lust, mich ein Jahr lang durch die niederrheinischen Jahreszeiten zu begleiten.

4 Kommentare:

  1. Guten Morgen liebe Nicole. Ich habe mir gerade nochmal mit Verstand Deine 6 Baumwipfelbilder angeschaut. Was hast Du für fantastische Blicke eingefangen! "Polarlichter" im ersten, das zweite mit Schnee und dann diese wunderschönen verschiedenen Himmelsfarben. Bin gespannt, ob sich da auch etwas rot färbt, wenn der Herbst kommt ;-)

    Deine "Platt"-Reihe lieb ich ja. Und die "Hee-tied" passt perfekt auf die aktuelle Saison. Ich seh das so gerne, überall die abgemähten goldenen Strohfelder, die gesammelte Heu- und Strohballen. Das hat so was Ursprüngliches. Dir und Deinen Lieben wünsche ich einen gemütlichen Sonntag, ganz liebe Grüße sendet Loni xx

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  2. Die beiden Themen passen sehr gut zusammen, liebe Nicole. Und Eure Hausbegrünung gibt wirklich alles. Liebe Grüße aus der Nachbarschaft Beate

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  3. Ich finde, Deine Platt Beiträge immer so wunderbar. Eine gewisse Ähnlichkeit zum Sûerlänner Platt sind manchmal gegeben und ich versteh sie ab und an ohne Übersetzung. Dieser Spruch ist so was von aus dem Leben! Wenn ich in den Ferien bei meinen Großeltern war, musste ich helfen, Heu und Stroh Ballen einholen, Reste zusammenharken... und wenn Gewitter drohte, um so schneller. Das Wasser in der Wanne danach war schwarz 😄 aber ich möchte diese Zeit nie missen. Auch wenn ich so was von k.o. war.
    Dein Wipfelbild ist wunderbar voller Blätter!
    Man merkt, wie die Bäume bei der Hitze die Temperaturen senken! Vor allem mehrere beieinander und große.
    Heiraten verlieren viele schon die Blätter, gerade die eher jungen noch. Das sollte uns daran erinnern, dass es nicht viel nützt, alte Bäume, weil sie stören, zu fällen und gegen neue auszutauschen. Klar, gibt es auch da Ausnahmen, aber manchmal sind wir da immer noch zu schnell.
    Hab einen angenehmen Sonntag, ich hoffe, es ist auch bei Dir etwas Regen langgezogen. Man nimmt, was man kriegen kann.
    Liebe Grüße
    Nina

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