Samstag, 4. Januar 2014

Islandpferde

Aaron




















Islandpferde haben einen robusten, stämmigen Körper, einen üppigen Behang und ein dichtes Winterfell. Ihr ausdrucksvoller Kopf mit den großen Augen wirkt sehr vertrauensvoll. Islandpferde sind arbeitswillig und treten Menschen gegenüber respektvoll auf. Sie gelten als mutig und stolz. Sie haben im Durchschnitt ein Stockmaß von 130 cm bis 145 cm. Da Islandpferde sich relativ spät entwickeln, werden sie erst mit vier oder fünf Jahren angeritten. Dafür erreichen Islandpferde aber auch ein hohes Alter und können mit über zwanzig Jahren noch geritten werden. Islandpferde kommen in fast allen Farbvariationen vor. Auf Island wurden sie früher nicht nur als Arbeits- und Transportpferde genutzt, sondern auch zur Fleischgewinnung. Heute gelten sie als zuverlässige Reitpferde. Das Besondere an den Islandpferde ist jedoch ihre Gangveranlagung. Denn sie beherrschen nicht nur die Grundgangarten Schritt, Trab und Galopp, sondern auch noch den Tölt und ihren berühmten Passgang.

Aaron



"Wollt ihr heute mal mit zum Stall kommen?! Ihr wolltet doch mal meinen Aaron kennen lernen..", die älteste Tochter meiner Freundin fragt über WhatsApp an. Ich werfe die Frage in die Runde und meine drei Jungs (ja, auch der ganz Große!) schreien ja! Also, auf geht's! "Oh, dein Aaron ist ja wirklich ein ganz Hübscher!", sage ich und streichle ihm vorsichtig seine zarte Nüstern. Durch seine runde Kopfform wirkt er sehr vertrauenswürdig und liebenswert. "Was bist du mutig!", grinst mein Göttergatte mich an. Denn er weiß, dass ich vor Pferden fast schon panische Angst habe. "Ja, hübsch und ganz brav!", erklärt mir seine stolze Besitzerin (die älteste Tochter meiner Freundin). "Habt ihr Lust mir zu helfen? Aaron muss geputzt werden!", seine sympathische Besitzerin wendet sich an meinen Großen und an meinen Kleinen. Beide Jungen nicken eifrig und schon haben sie eine Bürste in der Hand. Fleißig wird das dichte Winterfell des Islandpony's gebürstet. Mein Kleiner lehnt seinen Kopf an Aarons Bauch und geniest offenbar die Wärme und die Nähe des Ponys. "So, jetzt noch die Hufe!", geduldig erklärt die Tochter meiner Freundin wie man die Hufe säubert und mein Kleiner schreitet direkt unerschrocken zur Tat. Tief in meinem Innern schreie ich: "Pass auf! Sei vorsichtig!". Aber nach außen hin bin ich die Ruhe selbst. Okay.. eben so gut es geht! Aaron wird gesattelt und schon sitzt mein Kleiner auf dem Pferd und darf einige geführte Runden drehen. "Magst du auch?!", die Tochter sieht fragend meinen Großen an. Der schüttelt den Kopf, er hat zwar keine Angst, aber er steht sich wohl gerade selbst im Weg, vielleicht ist die Tochter meiner Freundin einfach zu hübsch. "Mama, du!", ruft er, um cool aus der Situation zu kommen und schiebt mich in Richtung Pferd. Ich schüttele heftig den Kopf und protestiere lauthals. "Du denn?!", lächelnd wendet sich die Tochter meiner Freundin an meinen Göttergatten. "Wenn ich darf?!", fragt er hoffnungsfroh nach. Sie nickt grinsend. In Null Komma nix hat sich mein Göttergatte seiner Wachsjacke entledigt und schwingt sich auf das Pferd. Ein Traum wird wahr. Stolz wie Bolle sitzt er auf dem pfiffigen Islandpony und meine Jungs und ich schauen ihm aufmerksam dabei zu. "Mama?!", mein Kleiner schiebt seine Hand in meine, "Darf ich auch Reiten lernen?! Ich kann ja immer freitags mit zum Aaron gehen!". Hoffnungsvoll, mit großen Augen sieht er zu mir hoch. "Das mit dem Mitgehen wird leider nicht gehen. Aber wenn du wirklich reiten lernen willst, können wir uns ja was überlegen!".

Freitag, 3. Januar 2014

Die Große Goorley und der Eisvogel

Eisvogel
Eisvogel-Darstellung aus Conrad Gesners Vogelbuch, um 1600.







Entlang des wunderbaren Wandelweges fließt die "Große Goorley". („Goor" bedeutet hier mundartlich „Sumpf".) Die "Große Goorley" folgte ursprünglich einem der vielen Armen des Altrheines, der vor etlichen tausend Jahren hier bei uns breit aufgefächert war. Vor dem Beginn der Industrialisierung durch den Steinkohlenbergbau im Jahre 1906 nahm der gemächlich und frei fließende Bach seinen Anfang beim nicht mehr vorhandenen Gormannshof in Lintfort und wurde dann auf dem Betriebsgelände der Zeche Friedrich Heinrich verrohrt. Außerhalb des Werksgeländes fließt die "Große Goorley" offen und fast schnurgeradeaus in Richtung Westen bis zu ihrer Einmündung in die Fossa Eugeniana unterhalb unseres altehrwürdigen Kloster und dem dazugehörigem Kamper Berg. Ende der 80iger Jahren wurde die "Große Goorley" als landschaftliches Bindeglied zwischen den Ortsteilen Kamp und Lintfort erwählt, um dem Wandelweg, der allerdings erst im Mai 2010 eröffnet wurde, einen attraktiven Charakter zu geben. Die "Große Goorley" wurde bis dahin durch die Lineg erfolgreich renaturiert, wie zum Beispiel die Ansiedlung des Eisvogels aufzeigt. Denn der Eisvogel muss sich in der Nähe möglichst klarer, flacher und fischreicher Fließgewässer aufhalten, da er sich hauptsächlich von kleinen Fischen (z.B. Stichlingen, hier bei uns heißen sie auch Stichlitze) ernährt. Er benötigt desweiteren steile, lehmige Uferböschungen, oder aber Ufer, die Abbrüche zu bieten haben. Das Revier eines Eisvogels ist ca. 3-4 km Bachstrecke groß. Zum Jagen bevorzugt er flache Stellen des Baches an denen möglichst überhängende Zweige vorhanden sein sollten, auf denen er den Fischen auflauert, um sich dann ins Wasser zu stürzen und sie zu fangen. Das alles scheint die "Große Goorley" bieten zu können, denn erst Gestern bei unserem morgentlichen Spaziergang hatten wir mehrere Male die Gelegenheit den Eisvogel bei seiner Fischjagd beobachten zu können. Einfach herrlich!!

Donnerstag, 2. Januar 2014

Glücksbringer



Mein Freundin strahlt mich schon von weitem an: "Das ist für dich! Frohes neues Jahr!". Kaum ist sie näher folgt auch schon ein feste Umarmung. "Vielen Dank!", antworte ich gerührt und schäme mich einbissel, dass ich in diesem Jahr mit leeren Händen (dieser Welpe!) dastehe, "Frohes neues Jahr!".

Glückspilz



Es ist kein Pilz klein genug,
um nicht ein Glückspilz zu sein!

(unbekannt)

Mittwoch, 1. Januar 2014

Ein klarer Morgen

"Mir gruselt es schon vor Morgen!", sage ich zum Patenonkel unseres Kleinen. Wir sind mit Kind und Kegel und Hunden auf einer kleiner Nachtwanderung durch die nahen Feldern, damit die Zeit bis Mitternacht für die Kinder einbissel schneller vergeht. "Wieso?" fragt der Patenonkel. "Dann wird alles wieder grau in grau sein! Das war bisher jeden 1. Januar so!", erkläre ich bedauernd. "Ja, stimmt!", bestätigt der Patenonkel nach kurzem Zurücksinnen. "Ich glaube, das liegt an den ganzen Knallern! Der Rauch bleibt immer wie eine Glocke in der Luft!", überlege ich laut. Zeitsprung: Gähnend, mit meiner ersten Tasse Kaffee in der Hand, lasse ich die Rollos nach oben fahren und blinzle überrascht in den klaren Morgenhimmel. Ein wunderbarer klarer Morgen lächelt mich an und ich lächle zurück. Der Himmel ist hellblau und wolkenlos und die Sonne lugt zwischen den hohen Bäumen zaghaft hervor.  Ach, wie schön! Da wird es keinen Ersten-Januar-Blues geben, wie herrlich!!

Die Zeit

Nie stille steht die Zeit,
der Augenblick entschwebt;
und den du nicht genutzt,
den hast du nicht gelebt.

(Friedrich Rückert)

In diesem Sinne:
Euch allen ein ganz wunderbares 2014!!
Nutzt jeden Augenblick, eher er entschwebt...