Mittwoch, 6. April 2022

Darum ist es am Rhein so schön



Versonnen blicke ich auf die plätschernden Wellen, die stetig gegen das sandige Ufer stoßen. Jedesmal wenn ein Schiff vorüber fährt, zieht sich das Wasser zurück und ein gefährlicher Sog entsteht. Nicht umsonst ist es verboten im Rhein schwimmen zu gehen. Zu Kindertagen meines Vaters war das noch anders. Zu jener Zeit sind die jungen Burschen von der Eisenbahnbrücke zu Duisburg in den Rhein gesprungen und hatten ihren Spaß daran. Heute würden sie es nicht überleben. Während ich meinen Erinnerungen nachhänge fährt ein nicht enden wollendes Gastankschiff rheinaufwärts, dann noch eines und noch eines. Ob wohl so die Gasspeicher auch aufgefüllt werden können und sollen? Ich habe keine Ahnung. Ich schüttle mich, sowohl körperlich als auch innerlich. Heute will ich nicht an die Schrecken dieser Welt denken. Ich halte mein Gesicht in die Frühlingssonne und genieße mein windstilles Plätzchen. Meine Hand greift nach einigen hübschen Steinen und Muscheln und ich komme mir vor, als ob ich in Dänemark am Strand wäre. Herrlich! "Nicole, kommst du?!", mein Göttergatte wird ungeduldig, "Wir haben noch ein gutes Stück zu laufen!". Ich stehe auf und schon weht mir ein eisekalter Wind ins Gesicht. Mein Blick sucht den Deich ab und sehe ich meinen Mann und unsere hübsche Hündin Julie. Auf geht's! Wir haben noch viel zu entdecken.

Verlinkt: *Natur-Donnerstag* von Elke, "Niwobo sucht..." von Nicole, *My Corner of the World* von Betty

Sonntag, 3. April 2022

Heimatgeschichte(n) - Rittergut Haus Heideck (oder "Die Schnapsbrennerei!")


Der ehemals bedeutsamer Rittersitz wird im Jahre 1301 erstmals als kurkölnisches Lehen urkundlich erwähnt. Der damalige erste Besitzer des kurkölsches Ritterlehen ist Johannes von Moers (gestorben 1431). Um 1480 wird das Rittergut an Dietrich von Eyll belehnt, dessen Zweig der Familie auch das Haus Eyll besitzt. Das Adelsgeschlecht von Eyll bleibt zwei Jahrhunderte im Besitz von Haus Heideck. Im Jahre 1683 erhält Magdalena Sophia Baronin von Mämster zu Surenberg (wahrscheinlich Magdalena Sophia von Raesfeld, Tochter von Hendrik van Raesfeld, Heer van Ehze, Schulenborch und Margarethe Elisabeth van Eyll, 1657-1704) das Rittergut Haus Heideck als Lehen. 1696 geht das Rittergut an Edmund Freiherr von Leerodt über und so bleibt das Haus Heideck ein Jahrhundert lang im Besitz der Familie von Leerodt. Doch dann kommt die Wende für das alte Rittergut, denn im Jahr 1875 erwirbt es die Familie Struken, die bis heute das Anwesen landwirtschaftlich nutzt, und installiert im linken Gebäudeteil eine Schnapsbrennerei. Weit über die Grenzen unserer Region hinaus wird die Marke "Rittergut Haus Heideck" bekannt, denn um den Absatz zu steigern nimmt die Distelle an mehreren Ausstellungen in der ganzen Welt teil. So gewinnt der damals bekannte Doppelkorn "Reichsperlen" u.a. eine Goldmedaile in Kairo oder geht im Jahre 1885 auf einer Wanderausstellung in Köln als Champion hervor. Im Jahr 1948 wird die Schnapsbrennerei still gelegt.

Übrigens: Die komplette Brennerei-Anlage, um 1880 erstellt, ist noch heute im Originalzustand erhalten. Schon von weitem kann man den hohen alten Ziegel-Schornstein erkennen, doch ist aus Sicherheitsgründen eine Besichtigung leider nicht möglich. Auch der wuchtige, viereckige Wachtturm neben dem Wohngebäude ist noch gut erhalten, was man vom restlichen Hof augenscheinlich nicht sagen kann. Die Wallgräben rund um das Rittergut, einstmals neun bis zwölf Meter breit und 1,80 Meter tief, sind teilweise verlandet, doch versorgt die Heidecker Ley den alten Graben noch an einigen Stellen mit Wasser.



Verlinkt: "Unser Jahresprojekt" von Andrea, *Natur-Donnerstag* von Elke, "Niwobo sucht..." von Nicole

Mittwoch, 30. März 2022

Gartenschnipsel


Heute gibt es nur ein buntes Sammelsurium aus unseren Garten. Hühner, Katze, Hund, Blümchen und ein bisschen Frühlingsglück. Der Rhabarbar bildet schon Blätter und der Bärlauch muss dringend geerntet werden. Das Lungenkraut wartet auf seine Bestäuber um die Farbe zu wechseln und die Buschwindröschen wiegen sich sanft im warmen Frühlingswind. Auch ein Blick über den Gartenzaun zeigt wie wunderbar der Frühling lockt. Die Sternmagnolie öffnet ihre Blüten und die Zierquitte leuchtet fröhlich schon von Weitem. Das Silberblatt vermehrt sich zusehends und überrascht mit dicken Knospen und lila Blüten auch am Pflanztisch. Sogar ein grüner Gartenzwerg hüpft beschwingt durch die Bildergalerie und ich sitze barfuss im Sonnenschein. Freue mich über die hübsche Post von der lieben Lene, genieße den blauen Himmel und trinke einen Kaffee. Träume von ein friedlichen Zukunft und schwelge in glücklichen Kindheitserinngerungen. Erinnert Ihr Euch noch an die höchste Sonnenblume der Zechensiedlung? Ich habe doch tatsächlich noch Beweisfotos gefunden. ;)





Verlinkt mit: "Frühlingsglück" von Loretta und Wolfgang, *Natur-Donnerstag* von Elke

Sonntag, 27. März 2022

Knorrige Kopfweiden im Sonnenuntergang


Glaubt mir, meine Lieben, nichts kann einen echten Niederrheiner mehr entzücken, als eine gut gewässerte Kendelrinne (Fleuth, Ley, Kuhl, Bach) gesäumt von knorrigen Kopfweiden im Sonnenuntergang. Dieser Anblick lässt sogar den sonst etwas stoffeligen Niederrheiner aufseufzen und ein "Nee, watt isset schön!" hinzufügen und wenn dann noch in der Nähe eine Schafsherde gemütlich grast, ist es um den Niederrheiner ganz geschehen. Nicht selten hält der Niederheiner dann inne um sich seine Heimat genau anzuschauhen und den lieben Gott zu danken, an solch einem friedlichen Ort leben zu dürfen.


Verlinkt mit: "Frühlingsglück" von Loretta und Wolfgang, *Natur-Donnerstag* von Elke

Freitag, 25. März 2022

Ein bunter Tulpengruß


Guten Morgen, meine Lieben. Wie schön, dass Ihr zu mir gefunden habt, auch wenn es hier in den letzten Tagen still war. Das Weltgeschehen bedrückt mich sehr und was hilft immer gegen Kummer und Sorgen? Genau! Raus in die Natur und das herrliche Frühlingswetter genießen. Ob Werkeln im Garten oder Ausflüge in die Natur - alles lässt mich ein Stück weit die schlimmen Nachrichten verdrängen. Das bedeutet aber auch, dass ich mich nicht an den Laptop setze.. seufz! Doch genug davon. Soll ich Euch etwas Schönes erzählen? Gestern gegen späten Nachmittag als ich mit meinem Göttergatten und unserer Hündin einen ausgiebigen Spaziergang zum Kloster gemacht habe, ist uns eine Gruppe junger Ukrainerinnen mit ihren Kindern entgegen gekommen. Sie sind über eine malerische Brücke unseren Wandelweg entlang gelaufen und haben sich fröhlich unterhalten. Die Kinder hatten teilweise ein Rädchen oder wurden im Kinderwagen geschoben. Alle Gesichter sahen entspannt aus und mein Herz ist ganz weit geworden: Sie waren in Sicherheit und konnten sich auch an dem herrlichen Frühlingswetter erfreuen (so sah es jedenfalls aus). Ist das nicht wunderbar? So meine Lieben, nun sage ich auch schon wieder "Tschüss!". Mein Termin bei der Schmerztherapeutin ist heute etwas früher als sonst. 
Euch ein schönes sonniges Wochenende!
Herzlichst, Nicole

P.S. Guckt Euch noch mal meinen struppeligen Kater genau an. Nächste Woche hat er einen Termin beim Frisör. Dann wird die "miese Mietzekatze" geschoren ;)