Fröhlich plaudernd stehen wir an der alten Langendonker Mühle und hören der kurzen Einweisung zu. Über uns rauscht das frische Grün der Bäume und irgendwo ruft unermüdlich ein Kuckuck. "Schnell schüttelt eure Portemonnaies!", ruft meine Freundin lachend und erklärt den verdutzt dreinblickenden jungen Leuten, dass sich dann das Geld darin vermehre. Sofort wird das Lachen erwidert und natürlich kräftig geschüttelt. Kurz darauf wuchten wir die beiden roten Schlauchboote hinunter zum idyllischen Anleger, steigen unter fröhlichem Necken ein und stoßen uns schließlich vom Ufer ab. Mit dabei sind meine liebe Freundin mit ihren beiden Söhnen und mein Schneiderlein mit ihrer Familie: ihrem Mann, ihrem Sohn, unserer Patentochter und meiner Herzenstochter. Wie schön, dass unsere beide jungen Frauen auch diesmal ihre Liebsten mitgebracht haben. Ich mag diesen Gedanken sehr, dass Familientraditionen weiterwachsen dürfen und junge Liebe ganz selbstverständlich ihren Platz darin findet. Auch der Trauzeuge meines Schneiderleins sitzt mit im Boot, einer dieser wunderbaren Menschen, die seit vielen Jahren mal mehr, mal weniger zu unserem bunten Haufen dazugehören. Und natürlich sind auch mein Göttergatte und unsere Söhne wieder mit von der Partie. Denn es war die Idee meines Sohnemannes statt seines Geburtstag zu feiern lieber eine Paddeltour zu machen. Die Strecke führt durch das stille Naturschutzgebiet Grasheide Richtung Wachtendonk. Mal paddeln wir gemütlich hintereinander her, mal liefern sich die Boote kleine Wettfahrten und gegenseitige Enterversuche. Spritzendes Wasser, (nicht nur) nasse Arme, der Geruch von Sonnencreme in der Nase und dieses unverwechselbar kühle Aroma des Flusses mischen sich an diesem fast schon hochsommerlich warmen Pfingstsonntag zu einem perfekten Bilderbuchtag. Vor lauter Plaudern und Scherzen passen wir manchmal nicht richtig auf und geraten gleich mehrmals unter tief hängende Äste am Ufer. Und jedes Mal erwischt es ausgerechnet den Freund unserer Patentochter. Der Arme verschwindet regelmäßig halb im Grünzeug und wird anschließend von uns ziemlich robust, aber fürsorglich von Blättern und kleinen Zweigen befreit. Meine Herzenstochter und der jüngste Sohn meiner Freundin lassen sich irgendwann verstohlen in die kühlen Fluten gleiten und schwimmen eine ganze Weile neben den Booten her. Sonnenlicht tanzt auf dem Wasser, nasse Haare glänzen in der Sonne und für einen Moment wirkt alles herrlich leicht und unbeschwert. An manchen Stellen blühen die Weiden und die feinen silbernen Samen schweben wie kleine Sommerflocken durch die Luft und lassen meinen ältesten Sohn mehrfach niesen. Immer wieder tanzen blau schimmernde Prachtlibellen und andere Libellenarten dicht über der Niers. Im klaren Wasser kann man stellenweise sogar kleine helle Muscheln auf dem dunklen Grund erkennen. Enten ziehen gemächlich ihre Bahnen und sogar Kanadagänse mit ihren Jungen wagen sich vorsichtig ans Ufer und gleiten schließlich gemeinsam hinaus auf den Fluss. Aus dem Schilf quaken munter grüne Seefrösche und irgendwas platscht ins Wasser. Zwischen alten Weiden, dichtem Ufergrün und spiegelnden Wasserflächen wirkt alles fast ein wenig verwunschen. Für einen kurzen Moment denke ich auch an den Patenonkel meines Jüngsten. Früher saß er mit uns in einem der Boote, lachte, alberte herum und genoss diese Tage genauso wie wir. Heute kann er nicht mehr mit dabei sein und fehlt uns sehr. Während die Schlauchboote leise über das Wasser gleiten, schicke ich ihm in Gedanken ein paar liebe Grüße. Vielleicht hätte ihm dieser herrliche Tag genauso gut gefallen wie uns. Umso kostbarer fühlen sich diese gemeinsamen Stunden auf dem Wasser an. Wir passieren das Kloster Mariendonk, später taucht zwischen den Bäumen die Burgruine Wachtendonk auf. Ich lehne mich kurz zurück, lasse das Paddel treiben und beobachte meine Lieben. Das Wasser schwappt leise gegen das Boot, irgendwo ruft wieder ein Kuckuck und über der Niers tanzen die blau schimmernden Prachtlibellen in der warmen Nachmittagssonne.
Hachz.. solche Tage möchte man am liebsten festhalten.
Wissenwertes zur Niers:
Die Niers zählt zu den langsamsten Flüssen Deutschlands
und schlängelt sich auf rund 113 Kilometern durch die
niederrheinische Auenlandschaft bis in die Maas. Gerade
zwischen Grefrath und Wachtendonk zeigt sie sich
besonders idyllisch mit alten Weiden, stillen Kuhlen
und artenreicher Natur.
verlinkt mit: *Niwibo sucht*, *Mein Freund der Baum*, *Gartenplausch*














Ich mag solche Ausflüge auch sehr, liebe Nicole. Einen heißen Tag am oder auf dem Wasser zu verbringen - etwas Schöneres gibt es nicht. Liebe Grüße aus der Nachbarschaft, Beate
AntwortenLöschenSo ein wunderbares Erlebnis brennt sich doch ganz feste ins Gehirn und bleibt da als wunderschöne Erinnerung!
AntwortenLöschenUnd ein paar Fotos habt ihr ja auch 😊
So schön, das Foto von Dir unter dem riesen Hut. Und die vorwitzige Libelle...
Liebe Grüße und ein schattiges Plätzchen
Nina
Nachträglich alles Gute deinem Sohnemann!
AntwortenLöschenWas für eine wunderbare Idee für einen Geburtstag. Das sieht nach einem perfekten Start ins neue Lebensjahr aus – Natur, Ruhe, liebe Menschen, ein rundum gelungener Tag.
Super schaust du mit dem großen Sonnenhut und der coolen Sonnenbrille aus, liebe Nicole! Viele Grüße, Grit.