Samstag, 19. September 2015

Tierspuren - das Eichhörnchen


"Und?!", aufmuntert schaue ich meinen Kleinen an, "Was meinst du, welche Pfoten sind beim Eichhörnchen größer? Die Vorderpfoten oder die Hinterpfoten?". Aufmerksam betrachtet mein Kleiner die Zeichnungen auf der Bestimmungskarte (Expedition Natur - "50 Tierspuren" vom moses.verlag): "Die Vorderpfoten!". "Würde ich auch sagen.", stimme ich ihm zu und drehe die Karte um. "Nein!", rufe ich erstaunt aus, "Hör mal zu: Bei den Eichhörnchen sind die Hinterpfoten deutlich größer als die Vorderpfoten. Weil sie sich hoppelnd bewegen, liegen die Abdrücke der Hinterpfoten meist vor denen der Vorderpfoten.". "Die haben uns reingelegt!", ruft mein Kleiner entrüstend aus. "Ob wir heute vom Eichhörnchen abgenagte Kiefernzapfen finden?", mein Kleiner blickt erst suchend in die hohen Kiefern und dann auf den Waldboden. Noch ehe ich antworten kann, geht mein Kleiner in die Knie: "Guck mal, Mama! Ich glaube das ist so ein Zapfen!". Und tatsächlich der Zapfen gleicht der Abbildung auf der Bestimmungskarte. "Das glaube ich auch!", erkläre ich zuversichtlich, "Den Zapfen hat ein Eichhörnchen aufgeknabbert!".

*Naturkinder* von Caro

Dieser Post entstand mit freundlicher Unterstützung des Moses.Verlag. 
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Freitag, 18. September 2015

Hortensienliebe


Ob draußen oder drinnen - ich liebe diesen sanften verblichenen Charme der Hortensien. Jedesmal, wenn ich sie mir anschaue, kommt mir das Gedicht "Blaue Hortensie" von Herrn Rilke in den Sinn und ich kann nicht widerstehen es leise zu rezitieren. Meistens nur für mich, aber heute auch für Euch:

So wie das letzte Grün in Farbentiegeln
sind diese Blätter, trocken, stumpf und rauh, 
hinter den Blütendolden, die ein Blau 
nicht auf sich tragen, nur von ferne spiegeln. 

Sie spiegeln es verweint und ungenau, 
als wollten sie es wiederum verlieren, 
und wie in alten blauen Briefpapieren 
ist Gelb in ihnen, Violett und Grau; 

Verwaschenes wie an einer Kinderschürze, 
Nichtmehrgetragnes, dem nichts mehr geschieht: 
wie fühlt man eines kleinen Lebens Kürze. 

Doch plötzlich scheint das Blau sich zu verneuen 
in einer von den Dolden, und man sieht 
ein rührend Blaues sich vor Grünem freuen.

(Rainer Maria Rilke)



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Donnerstag, 17. September 2015

Herbstmärkte am Niederrhein


Wer Lust und Laune hat am kommenden Wochenende meine Heimat, den Niederrhein, zu entdecken, für den habe ich heute zwei wunderbare Ausflugstipps:

Herbstliche Genüsse stehen am 19. und 20. September von 11 Uhr bis 18 Uhr in Hamminkeln-Dingden auf dem Kürbisfest von "Hof Schäfer“ an der Borkener Str. 12 im Vordergrund. Das bunte Angebot reicht von erntefrischen Äpfeln und Birnen über leckere Grillspezialitäten bis hin zu Saftangeboten aus regionaler Herstellung. Darüber hinaus können Ziegenkäse, geräucherte Forelle oder Honig probiert werden. Eine Kräutergärtnerei hält tolle Tipps für Balkon und Beet bereit und auch Margret Schiffer ("unsere" Korbmacherin) bietet am Sonntag während der Marktzeit ihre beliebten Flecht-Workshops an.

Nach einem Freiluft-Erntedankgottesdienst werden landwirtschaftliche Erzeugnisse von Äpfeln bis Zwiebeln am 20. September 2015 von 10:30 - 18:00 Uhr auf dem großen Bauernmarkt des niederrheinischen Freilichtmuseum "Dorenburg" in Grefrath durch regionale Anbieter feilgeboten. Im Mittelpunkt steht dabei in diesem Jahr die "Zuckerrübe". Ein wunderbarer Ausflug für die ganz Familie! Der Eintritt an diesem Tag ist bis 13 Uhr kostenlos.

Dienstag, 15. September 2015

Birnenlikör


Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland,
Ein Birnbaum in seinem Garten stand,
Und kam die goldene Herbsteszeit
Und die Birnen leuchteten weit und breit,
Da stopfte, wenn's Mittag vom Turme scholl,
Der von Ribbeck sich beide Taschen voll.
Und kam in Pantinen ein Junge daher,
So rief er: »Junge, wilste 'ne Beer?«
Und kam ein Mädel, so rief er: »Lütt Dirn,
Kumm man röwer, ick hebb 'ne Birn.«

(Theodor Fontane)


ZUTATEN
  • 500 g Birnensaft
  • 400 g Eiswein
  • 50 g Wasser
  • 50 g Zucker
  • 70 g Orangenlikör

ZUBEREITUNG

Birnensaft, Eiswein und Wasser in den Mixtopf geben und 10 Min./100°/Stufe 3 kochen. Kurz noch den Orangenlikör 5 Sek./Stufe 5 unterrühren. Sláinte!

Man kann den Birnenlikör auch aus frischen Birnen machen (500 g Birnen schälen, entkernen und 10 Sek./Stufe 10 pürieren.), allerdings wird der Likör dann sämig und läuft nicht mehr so schön die Kehle herunter ;))

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Sonntag, 13. September 2015

Ich sprang nur über Gräbelein


"Määh, Määh!", die junge Ziege schaut fordernd durch die Lücken des Holzzaun, "Määh!". Mein Kleiner stellt sich auf die Zehenspitzen und versucht ihr einen Büschel Löwenzahnblätter über den Zaun zu reichen. "Mama, ich glaube, wir sind beide ein Stück zu klein.", er streckt seinen Arm soweit er kann über den Holzzaun, damit das weiße Zieglein genüßlich die saftigen Blätter abrupfen kann. Kaum hat die kleine Ziege die letzten Blätter heruntergeschluckt, meckert sie erneut: "Määh! Määh!". "Das kann doch gar nicht sein.", aufmerksam betrachtet mein Kleiner die Ziege, "Du hast doch gerade ganz viel gefressen!". Er setzt seine Füße wieder richtig auf den Boden und ich reiche ihm meine Hand, gemeinsam spazieren wir weiter. "Ich sprang nur über Gräbelein..", beginne ich und mein Kleiner beendet grinsend die bekannten Worte aus dem Märchenland: "..und fand kein einzig Blättelein!".

Die wunderschönen Hecken, die entlang der Goorley rote Früchte tragen, schicke ich zu Lotta. "Bunt ist die Welt" heißt es heute wieder bei ihr und sie möchte "Rot" sehen. 

*Naturkinder* von Caro

Ein märchenhafter Sonntagsspaziergang - meine Sonntagsfreude.

Samstag, 12. September 2015

Mais


Wo einst am Niederrhein Kartoffeln, Rüben und Weizen angebaut wurden, wächst heute vor allem Mais. Wogende, mannshohe Maisfelder wohin man blickt. Wunderschön zur Erntezeit anzusehen und eine verbotene Einladung für meine Jungs mit einem leichten Schaudern Verstecken zu spielen. Doch leider geht mit dieser Idylle auch die Gefährdung der Artenvielfalt am Niederrhein einher. Viele Wiesen- und Weidenflächen werden zum Maisanbau in Äcker umgewandelt und somit wird der Lebensraum, der hier lebenden Wildtiere sehr eingeschränkt. Betroffen sind vorallem Hasen, Kiebitze und Lerchen. Sogar das Rebhuhn, welches hier am Niederrhein eigentlich nicht wegzudenken ist, steht bereits auf der roten Liste. Es wird Zeit umzudenken und sich althergebrachten Ackermethoden zu widmen. Dabei meine ich nicht den Verzicht auf technische Geräte oder verbesserten Rezepturen, sondern das traditionelle Wissen den Naturkreislauf zu unterstüzen. 

Freitag, 11. September 2015

Senfgelb



Eine einzelne tiefrote Aster ist heute alles was ich an blumiges zeigen kann. In einer senfgelben Vase hat die Aster es sich bequem gemacht. Gesellschaft leisten ihr ein paar unreife, grüne Wilder-Wein-Perlen. Auch mein alter kleiner Häkelkürbis hat sich dazugesellt, genau wie das hübsche strukturierte Einmachglas in der eine senfgelbe Kerze steht. Ein altes Zinktablett bietet ihnen eine gemeinsame Ebene. Und soll ich Euch was sagen? Ich bin jedesmal entzückt, wenn mein Blick auf das herbstfarbene Stillleben fällt.

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Friday-Flower-Day von Helga