Mein Göttergatte und ich waren schon lange auf der Suche nach einer nachhaltigen und naturnahen Alternative, um unseren alten Nutzgarten wieder auf Vordermann zu bringen. Schließlich sind wir auf das Konzept der Permakultur im Garten gestoßen, das sich als ideale Lösung für unsere Ansprüche erwiesen hat. Ein Permakultur-Garten bietet eine nachhaltige und naturnahe Alternative zur herkömmlichen Gartenbewirtschaftung, da er einen geschlossenen Kreislauf bildet, der sich über lange Zeit selbst erhält. Nach einer ausgiebigen Planungsphase bedeutet diese Form des Gärtnerns für uns verhältnismäßig wenig Pflege, also genau das Richtige für uns eher bequeme Gärtner. In einem Permakultur-Garten können sich sowohl Mensch als auch Natur frei entfalten, denn widerstandsfähige und gut funktionierende Ökosysteme werden nachgeahmt und es entstehen wilde Oasen. Die Förderung der Biodiversität, also der Artenvielfalt, steht dabei im Vordergrund. Durch die Mischkultur ist es möglich, Pflanzen nebeneinander zu setzen, die sich gegenseitig in ihrem Wachstum unterstützen. Ressourcen wie Wasser werden durch eine kluge Planung und Maßnahmen wie das Mulchen geschont. Ein weiterer Vorteil der Permakultur ist die natürliche Schädlingsbekämpfung, ganz ohne den Einsatz von Chemikalien. Das funktionierende Ökosystem sorgt dafür, dass jedes Lebewesen mehrere wichtige Funktionen übernimmt. Unsere Hühner passen perfekt in dieses Konzept, da sie auf natürliche Weise Schädlinge bekämpfen, was uns besonders gut gefällt. Auf dem ersten Foto sieht man unsere Hochbeete, wie sie aktuell aussehen: fertig gefüllt, bepflanzt und mit einer mobilen Rankhilfe versehen, die später noch ein regenfestes Sonnendach bekommen wird. Bevor wir die ehemaligen Transportkisten als Hochbeete aufstellen konnten, mussten wir unzählige Brombeerranken entfernen und ein Unkrautvlies auslegen. Ein Weg rund um die Beete wurde mit Mulch angelegt. Beim Befüllen der Hochbeete haben wir verschiedene Schichten eingebracht: Zuerst kamen dünne Stämme und dickere Äste hinein, darauf folgten dünnere Äste und Laub, anschließend eine Schicht Mulch, eventuell auch mit etwas Hühnermist, und zum Schluss hochwertige, torffreie Bio-Gartenerde. Die Kapuzinerkresse haben wir bereits vorgezogen, damit die Läuse nicht an die zarten Gurkenpflanzen gehen. Das Experiment ist geglückt: Die Läuse sitzen nun an den Stielen der Kapuzinerkresse, und die Marienkäferlarven sind bereits für ein Festmahl eingetroffen.
Sonntag, 2. Juni 2024
Donnerstag, 30. Mai 2024
12tel Blick - Mai / Ein Wipfelbild

Heute mache ich wieder bei der "12tel Blick - Fotoaktion" von Eva aka "verfuchstundzugenäht" mit. Wie Ihr vielleicht wisst, habe ich mir dafür den Blick aus dem Kinderzimmer-Fenster in unseren Garten ausgesucht. Zwar kann man dort nur die Wipfel der altehrwürdigen Bäume sehen, doch ich genieße diesen Blick immer sehr, wenn ich am Fenster stehe. Für das Projekt habe ich mich übrigens für ein anderes Foto-Format entschieden, aber um den Garten in seiner Gesamtheit zu sehen ist das Querformat einfach besser.
Was soll ich sagen? Der Himmel ist grau, denn es hat geregnet. Den ganzen Mai über hat es geregnet. Es gab Nieselregen, Sprühregen, Platzregen, Starkregen und Gewitterregen (Habe ich noch eine "Regen-Art" vergessen? Dann schreibt es doch bitte in die Kommentare ;)) und weil es gar nicht mehr aufhört zu regnen und mir es gerade beim Schreiben wieder eingefallen ist, habe ich auch noch das Lieblingsregengedicht aus Kindertagen meines Jüngsten für Euch:
Paul steht und glotzt.
Der Regen regnet
Der Regen rotzt.
Der Regen nieselt.
Der Regen rinnt.
Der Regen pieselt.
Der Regen spinnt.
Der Regen prasselt.
Der Regen fällt.
Der Regen rasselt.
Der Regen hält.
Paul steht am Fenster
Paul steht und glotzt.
Der Regen regnet
Der Regen rotzt.
(Peter Maiwald)
Lustig, dass der Autor auch noch "Maiwald" heißt, nicht wahr?! Denn genauso sieht unser Garten im Moment aus. Alle Bäume stehen prall im Saft und zeigen ihr schönstes Grün. Die frischen Fichten- und Tannenspitzen leuchten hell, das Birkengrün hängt regenschwer an den biegsamen Ästen und die gezackten Blätter des Ahornbaum wirken wie zum Greifen nah. Sogar unsere Fassadenbegrünung "Wilder Wein" rangt sich keck in mein "Wipfelbild".
Verlinkt:
"Unser Jahresprojekt" von Andrea, *Natur-Donnerstag* von Elke,
*Mein Freund der Baum* von Astrid, "Verfuchstundzugenäht" von Eva, "Himmelsblick" von Heidi
Mittwoch, 29. Mai 2024
Blauregen (oder "Glyzinien!")
"Wunderschön!", eine gute Freundin schaut unverwandt auf die blühende Glyzinie, die mit langen Blütentrauben das Mauerwerk unseres kleinen Backstein-Häuschen schmückt, "Ich liebe diesen Anblick. Ich muss dann immer an die kleinen schmucken Cottages in England denken.". "Das geht mir auch so!", stimme ich lachend mit ein, "Wie bei Inspector Barnaby, nicht wahr?". Meine Freundin nickt und erklärt charmant: "Ist dir schon einmal aufgefallen, dass die Menschen mit Glyzinien immer freundlich sind?". Ich lächle sie erfreut an und erinnere mich an den wunderschönen Blauregen in ihrem Garten.
Der "Blauregen" ist eine insektenfreundliche, winterharte und in allen Teilen giftige Kletterpflanze. "Blauregen" wird auch "Wisterie" oder "Glyzinie" genannt und ist immer ein toller Blickfang. Sie kann bis zu zwölf Meter hoch und zehn Meter breit werden und rankt sich am besten mit einer Rankhilfe an Hauswänden empor. Wie farbige Wasserfälle hängen ihre, bis zu 50 Zentimeter langen, Blütentrauben herunter und ziehen mit ihrem intensiven Duft viele Insekten, wie zum Beispiel Bienen und Hummeln, an. Die Blütezeit dauert von April bis Juni. Die ersten Blüten zeigen sich bereits ab Ende April. Bei uns ist die "Glyzinie" ein Teil unserer Fassadenbegrünung und schmückt von außen das Erkerfenster in der Küche und die Tür zum Hof. Doch man muss aufpassen, da der "Blauregen" enorm wuchsfreudig ist, kann die kletternde Schlingpflanze Regenrohre und Dachrinnen unter Umständen zerdrücken. Kleiner Funfact: ob es sich um eine japanische (Wisteria floribunda) und chinesische Sorte (Wisteria sinensis) handelt, kann man anhand der Richtung in der sie sich windet feststellen. Der japanische "Blauregen" ist rechtswindend und der chinesische linkswindend.
Verlinkt mit:
*Natur-Donnerstag* von Elke, *Magischer Mai* von Nicole
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Mittwoch, 22. Mai 2024
Wiesenkerbelzeit
Die warme Frühlingsonne scheint hell und freundlich von einem hellblauen Himmel herab und wärmt tröstend meine gerade unruhige Seele. Ein laues Lüftchen streichelt sanft über jeden Halm der satten, grünen Wiesen und wiegt die gelben Köpfchen der Butterblumen und die weißen Dolden des Wiesenkerbels sacht hin und her. Erst vor kurzem muss ein Traktor hier hergefahren sein, denn grobe Reifenspuren haben sich tief in den vom dichten Regen aufgeweichten Feldweg gegraben. In der Ferne stehen einige Pferde, die sanft das hohe, frische Gras rupfen und ein süßer, erdiger Geruch liegt über den Feldern. Die Geräusche des Alltags verstummen und schon bald ist nur noch das Summen und Brummen der Insekten, die sich an den vielen kleinen Blüten des Wiesenkerbels laben, zu hören. In diesem Jahr schweben ganze Wolken des duftigen Wiesenkerbel über den Feldern und Wiesen und lassen den mir bekannten Feldweg, wie verzaubert wirken. "Schatz, wo bleibst du denn?", mein Göttergatte dreht sich suchend nach mir um und lässt unsere hübsche Hündin Julie mit fliegenden Ohren zu mir zurückeilen. Lachend sehe ich meinen beiden Lieben entgegen und schicke ein kleines Dankeschön in den Himmel.
Verlinkt: *Natur-Donnerstag* von Elke, *Magischer Mai* von Nicole, *My Corner of the World* von Betty
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