Dienstag, 16. Januar 2018

Korbmacherei




Es ist Januar. Hartung oder Eismonat nannten ihn unsere Vorfahren. Die Rauhnächte, mit ihrer ungezügelten Wucht und ihren zerstörerischen Energien, sind vorbei und die Natur lässt nun (hoffentlich) ihre Kräfte ruhen. Es ist Zeit sich zu sammeln und das Neue mit Mut und Zuversicht zu beginnen. Wir konzentrieren uns auf das was wohl kommen mag. Der Garten und Haus-Umbauten werden geplant, Löffel werden geschnitzt und Weidenkörbe geflochten. Wohl dem, der sein Handwerk jetzt im Warmen ausüben kann. Angesicht unseres noch nicht reparierten Daches, freuen wir uns zwar nicht auf Frost und Eis, doch was wäre der Januar ohne einen Spaziergang im Schnee, nicht wahr?!
Heute erzähle ich Euch von unserer Korbmacherei. Messer, Schlageisen, Pfriem und natürlich Flecht-Weiden - mehr braucht es eigentlich nicht, um einen Korb herzustellen. Doch ist es eine echte Handwerkskunst, die Erfahrung, Hingabe und eine starke Hand braucht: frische Weiden werden erst monatelang getrocknet und dann individuell vor dem Flechten gewässert. Für unsere dunklen Körbe lag die ungeschälte Weide eine Woche im Wasser. Für den Boden werden drei kurze, dicke Weidenruten (Speichen) gespalten, damit vier weitere unbehandelte Weidenruten durch sie hindurch geschoben werden können. Fast wie eine kleine Sonne schaut der Boden in seiner Anfängen aus, bis er zuerst mit zwei Flechtweiden (Fitzen) und dann mit neuen Flechtruten Runde um Runde zu einem leicht gebogenen Korbboden  gewachsen ist. Nun wird der Boden aufgestakt, d. h. jede Speiche bekommt links und rechts eine mittelstarke Weidenrute (Stake) hinzugesteckt und die Staken werden nach oben aufgerichtet. Überstehende Speichen werden abgeschnitten, so dass sie mit der Geflechtkante bündig abschließen. Ein Metallreifen hilft die Staken zusammen zuhalten. Nun wird der Korb "eingekimmt" und das Seitengeflecht (dazu ein anderes Mal mehr) in Angriff genommen. 28 Flechtruten sind für die, von uns ausgewählten, Flechttechnik nötig. Der Abschluss unseres Korbes bildet ein einfacher Kipprand, bei dem die Wandstaken umgebogen und zu einem Rand verflochten werden. Zuletzt werden alle noch überstehenden Enden abgeschnitten, im Fachjargon heißt dies "Ausputzen". Aber Obacht - ist eine Rute zu kurz abgeschnitten, kann direkt ein Loch im Geflecht entstehen.  


Freitag, 12. Januar 2018

Weihnachtszeit in der Verlängerung


Wusstet Ihr eigentlich, dass man früher die Weihnachtszeit bis zum 2. Februar, dem Fest Maria Lichtmess, feierte? Da hieß es noch nicht am 27. Dezember, wir feiern Knut - der Tannenbaum muss raus. Genau daran habe ich mich erinnert, nachdem ich fast überall auf den Social-Media-Kanälen schon die ersten Frühjahrsblüher gesichtet habe. Und obwohl wir am Dreikönigstag nach alter Familientradition unseren Weihnachtsbaum abgeschmückt haben, blieben einige natürlich wirkende Deko-Elemente, wie zum Beispiel der hübsche Holzstern im Fenster oder der dicke Mistelzweig draußen, einfach hängen. Allerdings musste im ganzen Haus die Farbe Rot weichen, nach sechs Wochen Weihnachtszeit konnte ich diesen intensiven Ton nicht mehr ertragen. Stattdessen habe ich wieder meinen alten Zinktopf mit einem ganz natürlichen kleinen Sträußchen gefüllt. Ich liebe weiße Ranunkeln und gemeinsam mit einer weißen Hyazinthe und einem ebenfalls weißen Milchstern bringen sie Licht in die doch noch dunkle Jahreszeit. Das frische Moos und Farn lassen mich dafür vom Wald träumen, auch wenn er gerade jetzt im Januar eher mystisch als einladend wirkt. Doch jetzt bin ich gespannt, habt Ihr denn schon alles weggeräumt und wartet heimlich auf den Osterhasen? Oder geht es Euch wie mir und genießt einfach noch einbissel die Weihnachtszeit in der Verlängerung?

Ich wünsche Euch ein entspanntes Januar-Wochenende!
Herzlichst, Nicole

Verlinkt mit: *Friday-Flowerday* von Helga, *Floral Friday Fotos* by Nick, *Freutag*, *Floral Bliss*

Montag, 8. Januar 2018

Stunde der Wintervögel 2018


Zum achten Mal ruft der NABU zur "Stunde der Wintervögel" auf. Das Mitmachen bei dieser vom NABU initiierten bundesweiten Langzeitstudie ist ganz einfach. Dazu braucht man einfach eine Stunde Zeit, um in den Himmel zu blicken (noch besser ist ein gut gefülltes Futterhäuschen), dabei zählt man von jeder Art die höchste Anzahl der Vögel, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig zu sehen sind und meldet seine Ergebnisse bis spätestens zum 15. Januar 2018 >hier< online.

"Stunde der Wintervögel - und wir sind dabei!", diese Whatsapp-Nachricht schickte mir mein Neffe am Samstag-Nachmittag. Die Stunde der Wintervögel? Ach, du meine Güte - durch unseren Sturmschaden hatte ich gar nicht mehr an diese wunderbare Aktion gedacht. Dabei hatte mir die Firma Denk für diese Aktion extra ein wunderschönes Futterhaus zur Verfügung gestellt. Also schnell das Futterhäuschen ausgepackt, aufgestellt und abgewartet. Das Ergebnis einer halben Stunde habe ich für Euch zusammen geschnitten. Vielleicht habt Ihr ja Lust Euch das kurze Video anzuschauen. Auch meinen Sohnemann konnte ich wieder für eine Beobachtungsstunde begeistern. Euch vielleicht auch?!

Unser Futterhäuschen - eine Minute zum Mitschauen:
Sonntag, den 07.01.2018, 14.30 Uhr
Zusammenschnitt einer halben Stunde
Wettersituation: 3° Grad, Sonne-Wolken-Mix





Verlinkt mit: "Gartenglück" von Loretta und Wolfgang, *Natur-Donnerstag*, "Naturkinder"

(WERBUNG)
Dieser Post entstand mit freundlicher Unterstützung der Firma Denk.

PDF-Datei "Zählhilfe" >hier<

Bestimmungskarten "50 heimische Vögel" >hier<
Fernglas >hier<
Futterhäuschen mit Ständer >hier<

Sonntag, 7. Januar 2018

Fast noch ein Kinderzimmer (oder doch schon ein Jugendzimmer?)


Erinnert Ihr Euch vielleicht daran? Ich habe Euch doch erzählt, dass mein Kleiner.. ääh.. Sohnemann zu Weihnachten ein "neues" Zimmer bekommen sollte. Denn nachdem mein Großer aus dem gemeinsamen Kinderzimmer oben auf den Dachboden (und er zum Glück auch dort bleiben kann) gezogen war, fühlte sich mein Sohnemann nicht mehr richtig heimisch. Mag es daran liegen, dass er zum ersten Mal in seinem Zimmer alleine schlafen musste oder daran, dass mein Großer einfach ohne etwas mitzunehmen oder aussortieren in sein neues Domizil verschwunden war, für meinen Sohnemann wurde aus dem ehemals gemeinsamen Kinderzimmer nur noch ein Ort zum Schlafen. Nicht nur, dass er es ziemlich verwahrlosen ließ, nein - es durften auch keine Freunde mehr in sein Reich. Das wollten mein Göttergatte und ich dringend wieder ändern. Also haben wir uns alle drei gemeinsam hingesetzt (und dabei völlig ignoriert das es ein Christkind gibt) und ein neues Zimmer-Outfit geplant. Alles sollte Weiß gestrichen werden, nur eine Wand sollte ein dunkles Blau schmücken, da war sich mein Kleiner sicher. Der olle Schulschreibtisch sollte in die hintere Hälfte (Richtung Garten) des Doppel-Zimmer, genau wie der große weiße Schrank. Das neue Bett (schwarz und 140 cm breit) mit den praktischen Schubladen (juchuu.. endlich haben die Magic-Karten und CD-Hüllen einen ordentlichen Platz) sollte vor der blauen Wand zu stehen kommen und einer unserer alten Korb-Ohrensessel direkt daneben. Allerdings geriet unser Zeitplan durch das Sortieren und Sichten der gesammelten Spielzeuge und Kinderbücher (zweier Kinder!) ziemlich durcheinander und statt einer Weihnachtsüberraschung wurde das renovierte Kinderzimmer zum Silvester-Knaller, wie mein Sohnemann spitzbübisch bemerkte. Aber die Arbeit hat sich gelohnt, denn seit dem das Zimmer fertig ist, hält sich mein Sohnemann nur allzu gerne dort auf (und ich bin mir sicher, dass liegt nicht nur an der von Oma & Opa zu Weihnachten geschenkten Steam-Karte für seinen Laptop.. zwinker, zwinker!).

Verlinkt mit: *Kiddikram*, *Sonntagsglück*

Samstag, 6. Januar 2018

Heilige-Drei-Könige (oder "Dankeschön!")



20 * C + M + B * 18
Christus mansionem benedicat
Christus segne dieses Haus


Genau diese Schutzformel ist uns heute von den Sternsinger
mit geweihter Kreide an die Hauswand geschrieben worden.
Für mich fühlt es sich an, als ob unser Haus nun wieder
gegen neue Stürme gerüstet ist und den Elementen trotzen kann.

Ihr Lieben, heute möchte ich ganz herzlich Danke sagen,
für Eure lieben Worte und Eure Anteilnahme.
Ich bin ganz überwältigt von der Innigkeit,
die hier im Bloggerland zu spüren ist.

DANKESCHÖN!
Herzlichst, Nicole

Donnerstag, 4. Januar 2018

Sturmtief Burglind


Es ist halb fünf Uhr morgens, der Wecker meines Göttergatten klingelt und in der Ferne ist ein dumpfes Donnergrollen zu hören. Die alten Bäume im Garten ächzen und der Wind heult laut ums Haus. Unsere Hündin Julie winselt leise, sie hat große Angst vor Gewittern. Mein Göttergatte quält sich aus dem Bett, die Arbeit ruft. Schnell lässt er unsere ängstliche Hündin zu mir, damit nicht die Kinder wach werden. Julie kugelt sich direkt neben mir auf dem Boden ein und ich drehe mich genüßlich zur Seite, denn ich habe noch gemeinsam mit den Kindern frei. Rasch schlafe ich wieder ein, eine Rauhnacht wie diese haben wir schon oft hier am linken Niederrhein erlebt. Kaum bin ich wieder im Traumland versunken, reißt mich ein enormes Krachen aus meinem Schlaf. Das alte Backsteinhaus ächzt laut wie ein gequältes Tier auf und wie bei einem enormen Erdbeben wankt alles um mich herum. Ich springe aus dem Bett und schreie laut auf: "Grrrroooßer!!". Ich habe das Gefühl, der ganze Dachboden wird davon gewirbelt und ich schicke ein Stoßgebet in den Himmel: "Lass es ihm gut gehen!!". "Ja?!", ganz leise und verzagt ist seine Stimme zu hören. "Komm sofort nach unten!", noch während ich das Licht anmache kommt mein Großer die enge Stiege herunter. Ich renne in das Kinderzimmer meines Kleinen und ein zweiten Krachen lässt das Haus erschüttern. Kurz halte ich mich am Türrahmen fest: "Kleiner, raus aus dem Bett. Wir müssen hier runter!". Doch mein Kleiner schläft tief und fest, ich rüttele ihn fest und versuche ihn zu wecken. Vergebens. Da steht mein Großer bereits neben mir und übernimmt die Situation: "Los raus aus dem Bett. Wir müssen hier weg!". Er zieht seinen Bruder aus dem Bett und schleppt ihn einige Meter bis auch mein Kleiner wach wird. Der Wind tost ums Haus, ein heller Blitz beleuchtet den dunklen Flur und ein mächtiger Donnerschlag lässt uns alle zusammenzucken. Mein Göttergatte läuft uns mit einem überaus besorgten Gesichtsausdruck entgegen. "Das war die Zeder!", ruft er uns entgegen, "Sie ist auf das Dach gefallen!". Er breitet seine Arme aus und wir alle drei suchen seinen Schutz, sogar unsere Hündin drängt sich winselnd an sein Bein. Für einen Moment stehen wir einfach nur da. "Ab ins Wohnzimmer mit Euch!", befiehlt nun mein Göttergatte und greift nach seiner Jacke: "Ich gehe mal gucken, wie schlimm es ist.".

Glück um Unglück - so sagt man wohl, in einer Situation wie dieser. Mittlerweile ist die alte Zeder vom Dach geholt worden (ein 120tm Kran war dazu nötig) und das Dach erstmal geflickt. Neue Dachschindeln sind bestellt und werden am Samstag auf das Dach kommen. Nur an einer Stelle ist die Dachfolie durchstoßen, was beim Anblick der umgekippten Zeder fast ein Wunder ist.



Ein ganz dickes Dankeschön geht an die beiden Brüder Jörg und Sven van Oost der Firma "Baumkletterer NRW". Sie haben sich ohne zu zögern um 5.30 Uhr auf den Weg gemacht um uns zu helfen. Besonders beeindruckt hat mich mit welcher Umsicht, der Einsatz von ihnen geplant wurde. Ein Kran und ein Container wurden bestellt, bei den Stadtwerke wurde die genaue Positionen der Gasanschlüsse erfragt (damit der Kran aufgestellt werden konnte) und eine Straßensprerrung bei der Stadtverwaltung wurde erwirkt. Sie waren von Sonnenaufgang bis nach Sonnenuntergang unermüdlich im Einsatz, ihre Kettensägen waren den ganzen Tag lang zu hören und die beiden Männer haben erst dann Feierabend gemacht, nachdem auch das letzte Ästchen im Container war. HERZLICHEN DANK!!

Ein weiteres Dankeschön geht an zwei weitere Brüder - nämlich an meine Söhne. Jungs, ich bin so stolz darauf, wie toll und umsichtig ihr dem Papa und mir geholfen habt, das Grünzeugs zu entsorgen. OHANA!! (Ohana heisst Familie. Und Familie heisst, dass alle zusammenhalten und füreinander da sind.)

Ihr Lieben, eigentlich sollte mein erster Post in diesem Jahr, eine nette Neujahrsidee werden. Ein Schweinchen aus Draht, ein gehäkelter Fliegenpilz oder einfach nur ein hübsch dekorierter Glücksklee. Doch manchmal kommt es eben anders als man denkt. Wie hat mein Neffe gestern so treffend gesagt? Wenn das Jahr so anfängt, kann es nur besser werden. In diesem Sinne wünsche ich Euch:

Ein frohes neues Jahr!
Herzlichst, Nicole




Verlinkt mit: *Natur-Donnerstag*, "Naturkinder"


Samstag, 30. Dezember 2017

Ein Rauhnachtsgeheimnis


Geradezu andächtig stehen wir im schon fast finsteren Wald und blicken in die Wipfel der ächzenden Bäume. Dicke graue Regenwolken türmen sich vor dem blassen, runden Mond und nur das Krächzen der Krähen ist zu hören. Es saust und braust, die Rauhnächte haben begonnen. Seit dem 25. Dezember zieht "Frau Holle" um die Häuser und auch die "Wilden Jagd" treibt bis zum 06. Januar ihr Unwesen. Dieses Wissen um die alten Sagen und Mythen scheint in mir eine eigene Kraft zu entwickeln und ich kann nachempfinden, wie sich die Menschen der vergangen Zeiten gefühlt haben müssen. Plötzlich knackt es im dichten Gehölz neben uns und ich zucke erschrocken zusammen. Ob es wohl ein Fuchs war, der seine abendliche Beuterunde dreht oder vielleicht nur ein scheues Reh? Während sich mein pochendes Herz allmählich beruhigt, erinnere ich mich daran, das gerade Rehe ein ganz bezauberndes »Rauhnachtsgeheimnis« hüten. Denn obwohl im Hochsommer ihre Brunftzeit stattfindet, macht sich das befruchtete Ei nicht direkt auf den Weg, sondern verbleibt bis zum Beginn der Rauhnächte im Eileiter. Erst dann beginnt sich das ruhende Ei zu entwickeln und ein neues Wesen entsteht. Wahrscheinlich wirken Rehe deshalb immer wie aus dem Märchen. Ich lächle leise und rufe unsere Hündin zu mir. Schweigend wandern wir gemeinsam durch den dunklen Wald zurück nach Hause. Morgen ist schon Silvester und ein neues Jahr beginnt.

Ich wünsche Euch ein fröhliches, glückliches, gesundes und friedliches 2018 und eine ebensolche Silvesternacht. 
Herzlichst, Nicole


Es ist ein alter Brauch zum Ende der Rauhnächte Haus und Hof ätherisch zu reinigen um Mensch und Vieh gesund durch die restliche kalte Jahreszeit zu bringen. Dafür eignen sich ganz besonders gut unsere Räucherbündel (eine genaue Anleitung gibt es >hier<). Ach ja, und wenn Ihr Silvester zu Hause feiert, macht mal um Mitternacht die Hintertür auf (aber nur diese, alle anderen Türen müssen geschlossen bleiben), damit der Segen ins Haus kommen kann.