Kennt Ihr den "Sparrigen Schüppling", der als ganz junger Pilz ausschaut wie kleine Tannenzapfen? Oder den zartrosafarbenen "Perlpilz"? Den imposanten "Riesenschirmling" oder den "Schopftintling", aus dem tatsächlich Tinte machen kann? Den stacheligen weißen "Flaschenstäubling" oder den püscheligen "Laubporling", mit dem japanischen Namen "Maitake"? Den fast schon blauen "Grünspanträuschling"? Meine geliebte "Krause Glucke", nach der ich jeden Herbst Ausschau halte? Oder den wunderschönen "Goldfellschüppling"? Nein? Dann könnt Ihr sie heute hier bei mir ganz genau bestaunen (die Namen sind in der Reihenfolge der Bilder angeordnet). Wusstet Ihr eigentlich, dass Pilze die (Daten-)Autobahn des Waldes sind? Was wir von Pilzen sehen, sind nur die Fruchtkörper. Im Boden befindet sich ein weit verzweigtes Geflecht aus den Wurzeln der Bäume und dem Myzel, also den fadenförmigen Zellen der Pilze. Hier lebt der Pilz in Symbiose mit den Bäumen. Er umwickelt ihre Wurzeln, gibt ihnen Stickstoff und Phosphor und erhält dafür Zucker aus der Photosynthese. Dieses Pilz-Baumgeflecht kann also ganze Wälder vernetzen und ermöglicht zum Beispiel Bäumen, miteinander Informationen austauschen. Wichtig hierfür ist eben ein intaktes Waldökosystem. Alte und abgestorbene Bäume, also Biotopbäume und Totholz, bilden in Wäldern den wichtigsten Lebensraum für eine sehr große Anzahl ganz verschiedener Tiere, Pflanzen und Pilze. Einige der Lebewesen (Xylobionten) ernähren sich von Holz, bewohnen es oder verwenden Holzbestandteile. Außerdem sind Biotopbäume auch Lebensraum für Fledermäuse und seltene Vögel wie den Kolkraben, den Schwarzstorch oder den Rotmilan. Ein wunderbares Beispiel für dieses perfekte Zusammenspiel ist die Naturwaldzelle Niederkamp, an deren Rand mein Göttergatte und ich immer wieder mal unterwegs sind. Die Naturwaldzelle Niederkamp ist nur 8,2 ha groß und wurde 1978 unter Totalschutz gestellt. In der Naturwaldzelle ist ein zauberhafter über 180 Jahre alter Buchenwald erhalten geblieben, der zu seinem Schutz eingefriedet wurde. Einige dieser altehrwürdigen Buchen sind über 40 Meter hoch und damit doppelt so hoch, wie in einem normalen Wirtschaftswald. Ein fast mystischer Ort zum Staunen und zum Entdecken.
Mittwoch, 9. November 2022
Donnerstag, 3. November 2022
Maronen.. heiße Maronen.
"Maronen.. heiße Maronen.", mein Sohnemann hört sich wie der Maronimann* aus "Die kleine Hexe" von Ottfried Preussler an, zumindest genau so verschnupft. "Oh, habt ihr schon angefangen?", mein Göttergatte setzt sich zu uns an den alten Holztisch im sonnigen Hof und greift nach einer bereits heißen Maroni. Die bereits fertigen Kastanien sehen wundervoll aus. Die Schale hat einen dunklen Braunton angenommen und dort wo das Kreuz vor dem Feuer eingeritzt wurde, biegt sich die Schale, wie eine winzige Krone nach oben. Das Fruchtfleisch leuchtet goldgelb durch die noch feine oberste Schicht und ein wundervoller Duft lässt an vergangene Märchen denken. "Ich liebe diese Zeit!", wohlig seufzend blicke ich in den herbstbunten Garten und beobachte wie unsere hübsche Hündin Julie hinter einem vorwitzigen Eichhörnchen her jagt. Mit einem leisen Pfiff rufe ich sie zu uns an den Tisch und weil draußen andere Regeln gelten, hüpft Julie direkt auf die Bank neben meinem Göttergatten. Hoffnungsvoll blickt sie ihr Herrchen an und beäugt jeden Griff ganz genau. Sobald mein Göttergatte genussvoll in seine Maroni beißt, schluckt unsere hübsche Hündin mit. Ganz so als ob sie auch eine bekommen hätte. Mein Göttergatte grinst mich an und legt eine Maroni vor Julie ab. Ein klares "Nein" verbietet ihr die Kastanie zu nehmen. "Ooh, Papa. Bist du gemein!", mein Sohnemann sieht mitfühlend unsere Hündin an, "Jetzt gib' ihr schon eine Kastanie.". Mit einem Lachen erlaubt mein Göttergatte ihr prompt, sich die Maroni zu nehmen und ehe er es sich anderes überlegen kann, ist Julie schon mit der Maroni im Maul im Garten verschwunden.
* "Maronen.. heiße Maronen." Im Herzen vieler großer und kleiner Menschen taucht nun die Geschichte vom Maronimann im Buch „Die kleine Hexe“ von Ottfried Preussler. Kennt Ihr die Geschichte? Hier kommt eine kleine Kurzfassung der Geschichte: Die kleine Hexe verbringt den eiskalten Winter ganz gemütlich vor ihrem Kachelofen und muss sich dank ihrer Hexenkünste nicht einmal zum Holz nachlegen bewegen. Vor lauter Nichtstun ist ihr irgendwann so langweilig, dass sie einen kleinen Ausflug in die Stadt unternimmt. Dort trifft sie auf den Maronimann, der jämmerlich frierend mit eiskalten Füssen und Schnupfennase an seinem Maroni-Ofen steht. Obwohl die kleine Hexe kein Geld dabei hat, bekommt sie vom Maronimann eine Tüte Maroni als Geschenk zugesteckt. Zum Dank sorgt die kleine Hexe still und heimlich mit einem Hexenspruch dafür, dass er nie wieder frieren muss oder Schnupfen hat und obendrein auch noch reichlich Kundschaft zu ihm kommt.
Euch noch ein kuscheliges Wochenende.
Herzlichst Nicole
Montag, 31. Oktober 2022
Kürbisfest
Zufrieden blicke ich in den herbstlichen Garten. Überall sind dekorative Kürbisse verteilt und noch ein paar zusätzliche Körbe mit üppigen, verschiedenfarbigen Herbst-Chrysanthemen schenken dem Garten noch das gewisse Etwas. Ungewöhnlich warm ist es für Oktobter und die bunten Herbstblätter tanzen im hellen Sonnenlicht. Gegen Abend werden im frischgeputzten Bürofenster wie in jedem Jahr unsere schaurigen Monster aus Papier leuchten und eine solarbetriebene LED-Lichterkette wird aus dem Eingang unserer Hainbuchenhecke einen Sterntaler-Bogen machen. Doch nun dauert es nicht mehr lange, dann werden unsere 14 kleinen und großen Freunde samt Hund eintrudeln, denn heute werden wir bei uns im Garten unserer liebgewordenen Tradtion nachkommen und gemeinsam Halloween-Kürbisse schnitzen. In der Küche hört man das eifrige Geklapper einiger Topfdeckel, denn mein Göttergatte und mein Großer schmecken noch einmal die bereits fertige Kürbissuppe ab. Heute werden wir nicht gemeinsam die Kürbissuppe kochen, denn meine liebe Freundin und ihr Mann sind gerade erst, wie mein Sohnemann auch, wieder negativ. Corona schlägt immer noch zu und zwingt uns innezuhalten und unseren Alltag zu überdenken. Ich laufe die Hoftreppe hoch in die Küche hinein, genieße den Duft von Kürbis, Kokosmilch und Zimt und rufe nach meinem Sohnemann. Er soll schon mal in den Hof gehen um die ersten Gäste zu begrüßen, außerdem wird ihm die frische Luft guttun. Dann ist es soweit, die erste Fahrradklingel klingelt, der jüngste Sproß meiner Freundin ist da und nach und nach finden sich unsere weiteren Gäste ein. Meine Patentochter und meine Herzenstochter haben heute besonders schwer zu tragen, denn in ihren Weidenkörben leuchten die Halloween-Kürbisse für die ganze Familie schon von weitem. Schnell wird aus unserem altem Holztisch im sonnigen Hof ein Basteltisch und durch unseren Garten schallt ein fröhliches Geplauder. Mein Großer sitzt vor Kopf und wirkt dabei wie der Herr des Hauses, also ein Junge ist er wirklich nicht mehr, stelle ich staunend fest. Der Hund des Patenonkels meines Großen verträgt sich zum Glück mit unserem Kater, so dass sein Frauchen sich auch entspannt einer Kürbismalerei hingeben kann. Glücklich betrachte ich die muntere Schar und bin mit einem Mal unendlich dankbar - das Zusammenkommen hier bedeutet für mich "Halloween feiern" und ich hoffe innig, dass wir diese jahrelange Tradition noch lange aufrecht erhalten werden, auch wenn unsere Kinder weiterhin nach und nach flügge werden und die weite Welt erobern.
hAppY hAllOwEEn!
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Mittwoch, 26. Oktober 2022
Kürbis mit Kränzchen
Während die warme Oktobersonne ihre sanften goldgelben Strahlen durch die mannshohe Hainbuchenhecke schickt, wartet der dicke orangefarbene Kürbis darauf gekrönt zu werden. Denn heute ist es soweit. Bevor er zu einem Halloweenkürbis mit einer schaurigschönen Fratze wird, darf er noch ein paar Tage den zart-romantischen Blumenkranz tragen. Ich glaube, der dicke Kürbis kann es gar nicht abwarten seine letzten Tage auf unserer kurzen weißen Bank unter den bunt belaubten Spalierbäumen zu verbringen. Sieht er nicht bezaubernd mit seinem Blütenkränzchen aus?!
Material:
- einen Drahtring
- Bindedraht
- Gartenschere
- Hortensienblüten
- Lavendel (nicht nur die Blütenköpfe, sondern der Fülle wegen den ganzen Stiel)
- Efeusamenstände
- Efeublätter
- Beeren vom Liebesperlen-Strauch
- Kürbis
Zuerst habe ich die verschiedenen Gartenschätze mit der Gartenschere auf die richtige Länge gekürzt und in kleinen Bündeln zurechtgelegt. Dann habe ich den Bindedraht an den Drahtreifen befestigt und nacheinander alle verschiedenen Bündel mit dem Draht um den Reifen gewunden.
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