Im ehemaligen Dorf Ossenberg, heute ein Ortsteil der Stadt Rheinberg, ganz in der Nähe zum Rhein, befindet sich das Schloss Ossenberg, ein adeliger Herrensitz aus dem 12. Jahrhundert. Die heute sichtbaren Gebäude stammen jedoch aus dem frühen 18. Jahrhundert, wobei einige Teile aus dem 14. Jahrhundert erhalten geblieben sind. Das Herrenhaus soll mit bemerkenswerten Rokokozimmern ausgestattet sein. Das denkmalgeschützte Gebäude steht am westlichen Ufer eines ausgetrockneten Altrheinarms. Das erste Mal wurde das Haus oder Schloss, sprich die "Herrlichkeit Ossenberg", als ein befestigter fränkischer Rittersitz 1176 urkundlich erwähnt. Als erster Besitzer der Schosses ist das gleichnamiges Geschlecht bekannt, das mehrfach in Urkunden des 14. Jahrhunderts erwähnt wird. Nachdem um 1350 Otto von Ossenberg ohne männlichen Nachfolger verstorben war, wurde die "Herrlichkeit Ossenberg" am 13. Januar 1351 an seine Witwe Margaretha von dem Grafen Friedrich von Moers belehnt. Die Lehensbefugnis war zwischen der Grafschaft Moers und dem Kurfürstentum Köln umstritten. 1375 kam der Besitz des Schlosses Ossenberg und seinen Ländereien durch die Heirat von Magaretha mit Arnt von Wevort in die Hände der Familie Wevort (auch Wevorden), die mehr als 300 Jahre lang eines der ältesten niederrheinischen Adelsgeschlechter, das zahlreiche wichtige Funktionen und Ämter innehatte. Im 16. Jahrhundert traten die Wevorts früh zum protestantischen Glauben über und hatten einen entscheidenden Anteil an der reformatorischen Entwicklung in Moers, Rheinberg und natürlich Ossenberg. So wurde die Vogtei Ossenberg im Jahr 1794 aufgelöst und das Dorf dem Kanton Rheinberg eingegliedert. Das Haus Ossenberg wurde von der Familie mehrmals verpfändet, doch ab Beginn des 17. Jahrhunderts wuchs bedingt durch den Dreißigjährigen Krieges die Verschuldung und Schloss Ossenberg wurde zu Beginn des 18. Jahrhunderts verkauft. Neuer Herr von Ossenberg wurde der Utrechter Domherr Thomas Brauwart, dessen Belehnung am 8. Januar 1701 erfolgte. In der darauffolgenden Zeit wechselte das Schloss noch zweimal kurz hintereinander den Besitzer: Auf den Grafen Johann Christoph von Wylich und Lottum folgte Graf Karl Ludwig Truchsess von Waldburg-Capustigal. Dennoch blieb die Herrschaft Ossenberg eine Grenzgegend, und es kam mehrfach zu Grenzstreitigkeiten mit den umliegenden Klöstern und Grafschaften, wie Xanten, Kamp, Mark und Kleve. 1803 kam es zur Säkularisation und die "Herrlichkeit Ossenberg" wurde an Frankreich abgetreten. Dann im Jahre 1810 wurde das Dorf schließlich an Preußen abgetreten.
Ein besonderes Ereignis aus dieser Zeit ist der Besuch der Kaiserin Marie Louise, der Gemahlin Napoleons I., auf Ossenberg. Kaiser Napoleon Bonaparte, der bereits im September 1804 kurz in Rheinberg geweilt hatte, kam im Spätherbst 1811 noch einmal an den Rhein. Von Kleve aus begab er sich am 1. November nach Wesel, von dort weiter nach Düsseldorf, während die Kaiserin mit Gefolge über Nacht auf Schloss Ossenberg blieb.
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| Schloss Ossenberg von 1857 - 1883 |
Bilder:
Schloss Ossenberg - Torturm und Eingang zum Schlossgelände / Bild: 7,8, 9, 13, 15
Schloss Ossenberg - Wirtschaftstrakt / Bild: 1, 3, 4, 5, 11, 13, 16
Rhein-Impressionen / Bild: 2, 6, 10, 14
Auf den Fotos ist nur die Wehranlage zu sehen, dass Schloss selbst befindet sich in Privatbesitz.
Keine Besichtigung möglich!
Quellennachweise:
Geschichtsbuch der Gemeinde Borth (1968)
"Aus Rheinbergs vergangenen Tagen", Dr. Aloys Wittrup
"Der Rittersitz Ossenberg bei Rheinberg und seine Besitzer", R. Verhuven (1954)
"Die ländlichen Wohnsitze, Schlösser und Residenzen der ritterschaftlichen
Grundbesitzer in der Preußischen Monarchie. Duncker, Alexander (um 1860)
https://de.wikipedia.org/wiki/Ossenberg
Lithografie des Schloss Ossenberg:
Theodor Albert (Magdeburg 1822-1867, Berlin),
P. Vogel, Alexander Duncker (1813-1897)
Bildquelle: Wikipedia (Public domain)
Die obligatorischen niederrheinischen Kopfweiden schicke ich mit einem lieben Gruß an Astrid.
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