Freitag, 10. Juni 2022

Mein Pfingststrauß


Guten Morgen, meine Lieben! Ich muss gestehen es war das erste Mal seit Jahren, dass ich am Pfingstsonntag keine Pfingstrosen auf dem Tisch hatte. Doch dann kam der Starkregen und ich musste tatsächlich schnell in den Garten um ein paar Gartenblümchen zu retten. Pfingstrosen, Kronenlichtnelke, Giersch, Rosen, Bartnelken und Blätter vom Blauregen. Noch ein paar übriggebliebene Gräser vom Wiesenkranz und ich war wieder in meinem Element. Wie gut, dass ich im letzten Jahr von meiner ehemaligen Chefin nach Köln zum Blumenmarkt geschickt worden bin. Ich glaube, so langsam habe ich den Bogen... äh.. das Binden raus, was meint Ihr? Habe ich Euch eigentlich erzählt, dass ich in der Blumenwerkstatt aufgehört habe? Warum? Ich habe zwanzig Minuten für eine Fahrt mit dem Auto gebraucht und das rechnet sich einfach nicht bei diesen hohen Bezinpreisen. Jetzt habe ich wieder einen Job direkt an der Ecke (drei Minuten Fussweg) und fühle mich auch noch pudelwohl dort. Oooh.. Ihr möchtet wissen, wo ich jetzt arbeite? Ich arbeite seit Anfang des Jahres als Allrounder(in) im Weltladen - fair|rhein. Ihr ahnt es, oder? Das Konzept der offenen, transparenten, ökologischen und nachhaltigen Form des Wirtschaften gefällt mir sehr und ich freue mich, dass ich nun auch noch in meinem Berufsleben aktiv für eine pluralistische und freie Gesellschaft eintreten kann. Große Worte meint Ihr? Vielleicht! Aber es ist eben wie es ist.. lach! So meine Lieben, und nun muss ich auch schon wieder los. Mein Hundemädchen wartet schon sehnsüchtig auf mich. Lasst es Euch gut gehen!


Euch ein charmantes Wochenende!
Herzlichst, Nicole




Donnerstag, 9. Juni 2022

Ein Gartenpavillon entsteht (Teil I)



Schon seit Jahren wünschen mein Göttergatte und ich uns einen Platz im Garten an dem wir uns auch bei Regenwetter es uns gemütlich machen können. Wir haben immer wieder den Gedanken gesponnen und überlegt, wie und wo wir unseren Traum verwirklichen könnnen. Besonders der Platz war immer wieder ein Punkt, bei dem die Idee verworfen wurde. Doch als unsere alte Kiefer dann gefällt werden musste und somit ein neuer Gartenraum frei geworden ist, war für uns klar, dass es der richtige Standort für unseren überdachten Platz werden sollte. Nun begann die Auswahl des Unterstandes und glaubt mir, dass war gar nicht so einfach. Ein großes Gewächshaus? Nein, viel zu heiß im Sommer. Ein Gartenhaus? Nein, (denn als Koloniekind bin ich den Anblick von Schuppen am Haus, Schuppen an Schuppen und Schuppen an Schüppchen mehr als leid geworden) ein gemauerter Gartenschuppen, ein Hühnerhaus und ein Stelzenhaus reichen. Ein Pavillon? Gute Idee! Doch, ach du Schreck, wieviele Möglichkeiten angeboten werden. Wir kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus und auch das Einigen auf ein Modell fiel uns sehr schwer. Ihr ahnt es wahrscheinlich! Nach langem hin und her haben wir uns dann doch noch für einen rustikalen achteckigen Holzpavillon entschieden. Ganz klassisch (und nicht modern und puristisch) unserem alten Backsteinhaus zuliebe. "Traust du dir das wirklich zu?", habe ich vor der Bestellung des Holzes meinen Göttergatten gefragt und nur einen entrüsteten Blick geerntet. ("Irgendwas mit Holz" wäre wohl auch eine Berufsoption für ihn gewesen.. lach!) Mit der Holzlieferung kam auch der Patenonkel unseres Jüngsten an und das Podest, also der Boden, wurde fertig gestellt. Den Rest bis zum Dachfirst hat mein Göttergatte mit einbissel Hilfe von mir und den Jungs alleine bewerkstelligt. Chabeau! Wie der Gartenpavillon nun fertig aussieht möchtet Ihr wissen? Ich auch! Doch da müssen wir uns wohl noch eine Weile gedulden.

Verlinkt mit:
*Natur-Donnerstag* von Elke, *My Corner of the World* von Betty, "Frühlingsglück" von Loretta und Wolfgang, *Handmadeontuesday*

Dienstag, 7. Juni 2022

Kleiner Wiesenkranz

"Haaatschi!", mein Göttergatte sieht mich mit leicht geröteten Augen an, "Haaaatschi!". Der arme Kerl, sein Heuschnupfen schlägt wieder einmal so richtig durch. "Was hast du denn mit dem ganzen Grünzeug vor?", leicht irritiert blickt er mich an. Verlegen grinse ich ihn an und erkläre: "Ich binde einen Kranz aus Wiesenkranz.". Mein Göttergatte zieht eine Augenbraue hoch und noch bevor er irgendewas entgegnen kann, erkläre ich beruhigend: "Keine Angst, er kommt nicht mit ins Haus. Ich hänge den Wiesenkranz an unser Hoftor.". "Haaaatschiii! Na, dann ist ja gut!", seufzend dreht er sich von mir weg und schnäuzt erstmal geräuschvoll in sein Taschentuch. 


Material:

  • einen Drahtring
  • Bindedraht
  • Gartenschere
  • verschiedene Gräser (hier: gew. Rotschwingel, gew. Glatthafer, wolliges Honiggras, Wiesenschwingel)

So geht's:

Zuerst habe ich an einem trockenen Sommertag alle Gräser gesammelt, dann habe ich die verschiedenen Gräser mit der Gartenschere auf die richtige Länge gekürzt und in kleinen Bündeln zurechtgelegt. Dann habe ich, nachdem ich den Bindedraht an den Drahtreifen befestigt habe, alle verschiedenen Grasbündel nacheinander mit dem Draht um den Reifen gewunden. 





Mittwoch, 1. Juni 2022

Heimatgeschichte(n): Krautfabrik Bornheim (oder "Rüvenkruut un Appelkruut")

Seit 1760 wurde in der kleinen Krautfabrik (hd.: Zuckerrübenfabrik) der Familie Bornheim Rübenkraut (hd.: Zuckerrübensirup) hergestellt und verkauft, bis dann in den 1980igern ein Feuer im Kesselhaus großen Schaden anrichtete und das Einkochen der Rüben eingestellt werden musste. Obwohl das Kraut seit dem Feuer nach den alten Originalrezepten in einer Fabrik bei Mönchengladbach herstellt wird, findet immer noch der Verkauf von Rüben-, Apfel- und Birnenkraut, Marmeladen, Streuobstwiesensaft oder eine Brotbackmischung im ehemaligen Kuhstall des Bauern Bornheim statt, in dem ein "Tante-Emma-Laden" liebevoll eingerichtet wurde. Auch wenn der Dampfkessel in dem alten, flachen Fabrikhäuschen nicht mehr zischt, ist ein Besuch der alten Krautfarbrik Bornheim lohnenswert. Denn mittlerweile wurde hier ein kleines, privates Museum eröffnet, in dem all' die technischen Utensilien, Kessel, Pumpen, Dokumente, Fotos, Handschriften, Rezepte und täglichen Handwerkszeuge der vergangenen Krautmacher von Bornheim ausgestellt werden. Auch das "Bornheimer Rübenkraut" kann im alten Etikettierraum probiert werden. In der Blütezeit der kleinen Rübenkrautfabrik wurden im Jahr ca. 125 Tonnen (Zucker-)Rübenkraut, 75 Tonnen Marmeladen und Konfitüren und 50 Tonnen Apfelkraut hergestellt. Hübsch anzusehen ist das querstehende, denkmalgeschützte Bauernhaus "Haus Bornheim" mit seiner großen alten Streuobstwieser auf jeden Fall, genau wie die Birkenallee, die vor der Krautfarbik entlangführt.


Die Krautfarbik Bornheim ist jeden Samstag von 9 bis 12 Uhr geöffnet.
Kirchhoffstraße 94 in Kamp-Lintfort, Kamperbrück

Niederrheinische Kaffeetafel*
auf Anfrage in den Monaten 
April bis Oktober
 von montags bis samstags.



*Niederrheinische Kaffeetafel: Dazu gehören Weißbrot, Rosinenbrötchen, Schwarzbrot, Butter, Blutwurst, Käse, Rüben- oder Apfelkraut (Sirup), verschiedene Blechkuchen dazu Kaffee.

**Nedrheinische Kaffetafel: Darto gifft dat Wittbrot, Krenteweck, Swartbrot, Botter, Flönz, Käsen,  Rüven- oder Appelkruut un verscheden Blechkoken darto Kaffe.


Verlinkt: "Unser Jahresprojekt" von Andrea, *Natur-Donnerstag* von Elke