"Vorsicht!!", mein Göttergatte und sein ältester Freund versuchen gemeinsam die aufgerollte Stahlwand des Pools auf die Schubkarre zu wuchten. Obwohl die Stahlwand nur 0,7 mm dick ist, wiegt sie schätzungsweise 140 kg und ist dabei sehr unhandlich. Beiden Männern ist der Kraftaufwand anzusehen. Das Bodenschutzvlies liegt schon faltenfrei auf der Betondecke im Erdloch und auch schon die Bodenschiene ist bereit. Auf einer dicken Holzplanke lassen die beiden Männer die Stahlwand kontrolliert in den Pool rutschen. Als das schwere Ding endlich im Loch liegt, atmen wir alle auf. Jetzt noch Schritt für Schritt auseinander rollen und in die schon ausgelegte Bodenschiene stecken. Doch was ist das? Entweder ist die Schiene zu lang oder die Stahlwand zur kurz. Mein Göttergatte zückt eine Säge und kürzt beherzt die Schiene ein. "Fertig!", meine Freundin strahlt mich an, "Jetzt noch die Folie und der Handlauf, dann kann schon das Wasser rein!". Ganz so optimistisch wie meine Freundin bin ich zwar nicht, denn ich weiß, dass mit dem Wasser zeitgleich auch der Rand des Loches wieder mit Erde aufgefüllt werden muss, doch ich strahle zurück: "Ich bin schon total auf die Wasserfarbe gespannt!". Während das Wasser langsam den Pool füllt, befestigen mein Großer und mein Göttergatte gemeinsam Styroporplatten außen rund um die Stahlwand, genau wie eine zweite Schicht Vlies. Mit jedem Liter Wasser in den Pool schließt sich auch außen eine neue Schicht Erdreich an, so dass nach und nach der Pool von innen und von außen gefüllt bzw. angefüllt wird. "Ich muss noch die Poolfolie für die Einlassdüse und für den Skimmer einschneiden!", mein Göttergatte sieht mich seufzend an und ich kann mir vorstellen, wie mulmig ihm dabei ist. Er tritt zwischen die beiden Betonsäulen, die er zum Schutz der Pumpe und als Fundament für einen kleinen Steg mit meinem Großen gebaut hat und zückt sein Messer. Ich halte unbewusst den Atem an und beobachte wie er zwei Löcher in die intakte Poolfolie ritzt. "Puh, das wäre auch geschafft!", mein Göttergatte sieht mich erleichtert an und blickt in den grauen Himmel. Aus der Ferne ist ein dumpfes Donnergrollen zu hören, in den letzten Tagen wurde der Niederrhein immer wieder von starken Unwettern heimgesucht. "Ich baue jetzt noch die Pumpe zusammen und dann müssen wir wohl wieder Feierabend machen. Nächstes Wochenende geht es dann weiter, dann wird der Rand mit Erde aufgestockt und ich baue dir deinen Steg.", mein Göttergatte grinst mich spitzbübisch an. "Meinen Steg?!", frage ich amüsiert und räume unsere Schaufeln, Hacken und Spaten in den Schuppen, während der erste Blitz in der Ferne den Himmel erhellt.
Ergänzung: Mein Göttergatte hat an diesem Abend die Pumpe noch installiert. Leider haben die Unwetter am Freitag seine Arbeit zu nichte gemacht. Eine Schlammlawine, ausgelöst von dem Starkregen, hat den noch unfertigen Pool getroffen. Die Poolpumpe war komplett unterm Schlamm begraben und musste ausgebuddelt werden. Wahrscheinlich brauchen wir nun eine neue Poolpumpe.