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Sonntag, 23. März 2014

Kloster Kamp



Das Kloster Kamp ist die erste Zisterzienserabtei auf deutschsprachigem Boden und ist der Ursprung des heutigen Stadtteils Kamp. Sie wurde am 31. Januar 1123 durch zwölf Mönche gegründet, die aus dem lothring'schen Kloster Morimond kamen. Morimond, heute nur noch eine Ruine, war ein Tochterkloster des Klosters in Citeaux (gesprochen „Zitoo“), das dem Orden seinen Namen gab. Ihr Gründer, der heilige Bernhard von Clairvaux, war mit dem Kölner Erzbischof Friedrich I. von Schwarzenburg befreundet und sandte ihm auf sein Bitten hin die Mönche unter ihrem Abt Heinrich I. zwecks Gründung eines Klosters zu. Die Stiftungsurkunde berichtet: „Wir haben ihnen jenen einsamen Ort übergeben, der allgemein Camp genannt wird (aus lat. Campus = Feld) übergeben“. Die Abtei gelangte bereits in den ersten Jahrhunderten nach ihrer Gründung zu großen Erfolgen. Von hier aus verbreiteten die Mönche ihr großes Wissen über die Landwirtschaft. Sie führten den eisernen Pflug ein, das Spalierobst, den Salat und die Weinbergschnecke. Ja, sogar die Windmühlen und das Sauerkraut sind keine Erfindungen der Holländer oder der Bayern, die Mönche aus Kamp haben dies in der Welt verbreitet, so sagt man. Eine ansehnliche Zahl von Neugründungen ist aus diesem Kloster Kamp hervorgegangen. Nicht nur in Deutschland, sondern auch weit in den baltischen Raum hinein bis nach Riga wurden über 40 Töchter- und Enkelklöster gegründet. Somit ist das Kloster Kamp zu einem westlichen Kulturträger für den damals noch nicht christianisierten Osten geworden. Nach einer Zerstörung im Truchsess-Kölnischen Kriege (1582-1589) wurde die Abtei erst um 1648, nach dem Westfälischen Frieden, wieder aufgebaut und erlebte eine Periode ihres größten Glanzes. In diese Zeit fiel auch die Gründung des berühmten Terrassengartens unter Abt Franziskus Daniels. Doch 1802 wurde die Abtei im Rahmen der Säkularisation unter napoleonischer Herrschaft aufgelöst. Die Abtei verfiel, es blieben nur die Kirche und der ehemalige Krankentrakt des Klosters stehen, die Kirchenschätze wurden in aller Herren Länder verstreut, die Mönche vertrieben. Der letzte Mönch der Abtei, Friedrich Michels, wurde als Pfarrer von Kamp eingesetzt. Sein Grab befindet sich auf dem sehenswerten Friedhof an der Zufahrt zum Kloster. 1823 kam die ehemalige Abtei durch eine Neuregelung der Bistumsgrenzen an das Bistum Münster. Es sollten aber über 150 Jahre vergehen, bis wieder klösterliches Leben auf Kamp herrschte. 1954 zogen feierlich Karmeliter-Mönche ein, die der Bischof von Münster nach Kamp berufen hatte. Sie führten bis Anfang 2003 die ehrwürdige Abtei nun als Kloster, bis auch sie aufgrund Nachwuchsmangels das Kloster aufgaben. Wiederum gab es einen letzten Mönch auf Kamp, Pater Georg, der vom Bischof die Aufgabe bekommen hatte, das Kloster mit Unterstützung der Stadt in ein geistig-kulturelles Zentrum umzuwandeln, sein Aufenthalt endete im Juli 2010. Seit dem gibt es kein klösterliches Leben mehr auf dem Kamper Berg.

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