Sonntag, 22. März 2020

Bleibt zuhause - Gedanken


Ich stehe am Fenster und blicke nachdenklich in den Garten. Den ganzen Nachmittag haben mein Göttergatte und ich den eisigen Ostwind ignoriert und im Garten gewerkelt. Einige Zweige unserer Hainbuchenhecke mussten weichen, deren zartes Grün nun in einer schlichten Glasvase im Licht der untergehenden Märzsonne den Frühling versprechen. Still ist es gerade im Haus, mein Göttergatte arbeitet im Homeoffice und die beiden Jungs daddeln unabhängig voneinander in ihren Zimmern. "Meine Kinder!", denke ich und mit wird ganz warm ums Herz. Wenn ich an die Einstellung mancher jungen Leute denke, bin ich froh und dankbar, dass meine beiden Jungs von sich aus zu Hause bleiben wollen. Was hat mein Sohnemann gesagt? "Meine Mama und mein Papa und meine Großeltern sind mir wichtig. Ich möchte, dass es ihnen gut geht und dass wir bald wieder alle zusammen normal leben können.". Wieder normal leben, leben überhaupt - mir wird bange zumute. Was kommt da noch auf uns zu? In Gedanken sehe ich die schrecklichen Bilder aus Italien und denke daran, was mir eine liebe Freundin anvertraut hat. Ihr graut es davor, dass ihre Lieben sich anstecken und einsam und verlassen ihren letzten Weg gehen müssen. Irgendwo vergessen in einem überfüllten Krankenhaus. Mein fast blinder Vater von neunzig Jahren kommt mir in den Sinn. Erst gestern hat er, als ich ihm sein Mittagessen gebracht habe, mir nahe gelegt, meine Besuche einzustellen. Dabei ging es dem alten Mann nicht um sich, nein, er hat Angst um mich. Er hatte Tränen in den Augen als er zum Abschied sagte: "Nicole, sieh zu das du gesund bleibst, wenn es mich trifft, ist das nicht schlimm. Aber du, sieh zu, dass du gesund bleibst. Deine Kinder brauchen dich. Du brauchst nicht mehr zu kommen.". Leise Tränen laufen über mein Gesicht und mich schüttelt es. Nein, solche Gedanken bringen mich nicht weiter. Noch ist es nicht so und ich versuche die Last der Gedanken abzuschütteln. Ich wische energisch über meine Wangen, straffe meine Schultern und gehe ins Wohnzimmer vorbei an unserem alten Weichholz-Buffet, an dem eine Leine mit lieben Karten und Briefen befestigt ist. Claudia, Kirsten, Magdalena und Nina haben in den letzten Wochen ganz lieb an mich gedacht, wofür ich sehr dankbar bin. Mein Blick fällt auf den hübschen Kalender von Astrid. März 2020. Ein Monat, der in die Geschichte der Menschheit eingehen wird. Wie er dastehen wird entscheiden wir mit. Jetzt. Bleibt zuhause - rettet Leben!

Ihr Lieben, passt auf Euch auf.
Bleibt tapfer, stark und gesund!
Alles Liebe, Nicole

Kommentare:

  1. Liebe Nicole ,
    ein sehr berührender Post , ich konnte meine Tränen auch nicht zurückhalten .
    Ja manch tiefgehender Gedanke macht mir mittlerweile auch Angst .
    Leider hält sich so mancher in meinem Umfeld nicht an die " Auflagen " , finden
    alles nicht so schlimm . Ich versuche Jeden anzusprechen und aufmerksam zu
    machen . Aber leider denkt nicht jeder darüber nach , selbst die Gefahr zu sein .
    Deine Jungs sind klasse , so zu denken , ist echte Herzensache .
    Passt auf euch auf und ich wünsche dir und deiner Familie , bleibt gesund .
    Liebe Grüße JANI

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  2. Ich drück dich mal ganz fest. Achte auf dich!

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  3. Liebe Nicole,
    deine Worte berührten mich so sehr, dass ich Gänsehaut bekam.
    Ich bin gespannt, was noch auf uns zu kommt, dennoch müssen wir frohen Mutes und voller Zuversicht bleiben.
    Fühl dich umarmt und sei ganz lieb gegrüßt von
    Heike

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  4. Virtuell darf ich dich umarmen liebe Nicole.
    Ich kann verstehen, dass dir dein Vater leid tut und ich hoffe, er ist gut versorgt.

    Aber wir brauchen frisch Luft und wenn man hier aufpasst und alles so macht wie gefordert, dann kann nichts passieren.
    Es geht einzig und alleine darum, sich nicht mehr zu umarmen und den direkten Kontakt zu vermeinen. Deshalb auch das Abstand halten.

    Ich bin ja 70 Jahre alt und ich achte schon auf mich, ich halte Abstand und man muß ja auch einkaufen, auch hier sollte aufgepasst werden.
    Ich habe nicht mal soviel Angst vor dem Virus, mehr Angst habe ich vor dem was kommen wird.
    Wir müssen einfach auch etwas Freude in diesen Zeiten verbreiten und uns freuen. Dein Papa hat doch sicherlich auch Telefon, oder?
    Liebe Grüße Eva
    pass auf dich auf!

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  5. Liebe Nicole,
    ich weiß gar nicht so recht, was ich sagen soll, aber ich hoffe, für mich für meine Familie, für dich und deine Familie !
    Liebste
    Grüße
    Gabi

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  6. Liebe Nicole,
    ich drücke dich einmal ganz feste.
    Ich wünsche dir und deiner Familie alles, alles Gute. Bleibt gesund!!!!
    Liebe Grüße
    Tina

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  7. Ach Nicole,
    ich drücke Dich feste und wünsch uns allen, dass diese unwirkliche Situation ganz schnell vorbei ist.
    Mir läuft es bei den Nachrichten aus Spanien und Italien immer kalt den Rücken runter, aber Du und Dein Vater, Ihr beiden lasst mich weinen.
    Pass bitte auf Dich auf und bleib mir gesund,
    ganz lieben Gruß
    Nicole

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  8. Liebe Nicole,
    ich wünsche dir das Allerbeste...
    Bleib gesund!
    Ganz liebe Frühlingsgrüße
    Melanie

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  9. Liebe Nicole,
    sehr berührende Zeilen hast du geschrieben.
    Alles Liebe und Gute für euch.
    Trotz des unschönen , kalten Windes war ich auch im Garten.
    Das tat gut und macht den Kopf frei.
    Herzlichst Heike

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  10. Guten Abend Nicole, ich kann deine Gedanken und Sorgen sehr gut verstehen. Es ist gerade nicht leicht die "Ereignisse" so richtig zu verstehen und zu verdauen. Ich wünsche dir und deinen Lieben viel Kraft und Zuversicht. Fühle dich fest gedrückt. Ganz liebe Grüße, die von Herzen kommen. Christine

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  11. Oh man, jetzt muss ich erstmal schlucken. Alles gute für dich und deiner Familie..... Herzlichst Kirsten

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  12. Liebe Nicole, Du sprichst vielen von uns aus der Seele. Irgendwann werden die kommenden Generationen darüber in den Geschichtsbüchern (vermutlich digital) lesen. Wir schreiben noch daran mit.
    Liebe Grüße
    Andrea

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  13. Liebe Nicole, dein Text rührt mich. Ich denke momentan nicht Viel darüber nach, was wird. Was mich beschäftigt ist der unter diesen Bedingungen unmögliche Abschied von seinen Lieben in der Stunde des Todes. Und da bin ich ehrlich froh, dass meine Eltern und die Schwiegermutter das hinter sich haben. Denn ihren Tod konnte ich recht gut auf Dauer verschmerzen, weil sie mit Zeichen der Liebe & mit Zuwendung gehen durften ( auch die beiden Schwäger ) und nicht allein waren. Unerträglich, das was den Menschen in Italien zugemutet wird ( werden muss? ).
    Dein Vater so voller Liebe für dich! Da höre ich meinen auf einmal wieder. Ich brächte es nicht übers Herz, aber irgendwo hat er auch Recht. Geh den Weg, den dir dein Herz zeigt.
    Alles Liebe! Pass gut auf dich auf!
    Herzlich
    Astrid

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  14. Liebe Nicole. es berührt mich wie lieb den Vater ist und du wie er sich sorgen macht. Es ist eine schwere Zeit. Es ist schlimm die Zahlen von Italien oder auch überall. Wie Menschen leiden müssen.
    Es ist schön dass deine Sohne so toll sind und voller liebe zu euch und den Grosseltern sind.
    Ich wünsche euch viel, viel Gesundheit und eine gute Zeit miteinander!
    Pass auf dich auf!
    Lieben Gruss Elke

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  15. Moin liebe Nicole,
    ein sehr nachdenklicher, trauriger Post, der mich auch sehr berührt hat.
    Ich habe zwar keine Eltern mehr, hatte aber immer eine sehr enge liebevolle Bindung zu ihnen... so wie Du. Deshalb kann ich es gut verstehen wie Du Dich jetzt fühlst, meine Eltern hätte auch so reagiert wie Dein Vater es tat.
    Ich drücke Dich mal ganz feste und wünsch Dir alles Gute und hoffe dass diese schlimme Zeit ganz schnell vorbei ist.

    Hab eine schöne Woche, passt auf Euch auf!
    Liebe Grüße
    Biggi

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  16. Liebe Nicole,
    dein Post hat mich sehr berührt, denn ich kann es nachvollziehen, da ich meinen 89jährigen Vater, der noch relativ fit und eigenständig lebt, jetzt intensiver versorge. Er möchte mir die "Belastung" auch nicht zumuten, doch ich mache es gerne. Und Respekt für deine Jungs, die sich so verständnisvoll und umsichtig zeigen. Ich hoffe dir geht es wieder besser und ich wünsche dir weiterhin alles Liebe und Gute.
    Eine gesunde Woche und einen lieben Gruß, Marita

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  17. Liebste Nicole,
    ich kann Dich so gut verstehen, auch mir gehen diese Gedanken durch den Kopf, auch wenn ich in meinem Posts immer versuche, positiv zu bleiben :O) Die Gedanken und Worte von Deinem lieben Papa haben mich sehr berührt und ich hatte sogar Tränen in den Augen. In diesem Moment mußte ich an meine Mama denken, die ich jetzt derzeit auch nicht besuchen kann... zum Glück ist meine Schwester noch in der Nähe und wir haben ganz liebe Nachbarn, die sich mit um sie kümmern, wenn sie Hilfe brauchen sollte! Meine Mama sagte ähnliches zu mir, kommt dann, wenn es wieder geht, wir schaffen das schon! Wir telefonnieren mehr als sonst, und ich freue mich jedesmal, wenn sie mir mit ihren postivien Gedanken wieder Kraft schickt! Und die versuche ich mit meinen Gedanken ein wenig weiterzugeben ....
    In diesem Sinne, meine Liebe, bleibt stark und tapfer und vor allem gesund! Ich denk an Euch alle!
    ♥️ Allerliebste Grüße,Claudia ♥️

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  18. Ach Nicole - ich umarme dich aus der Ferne! Es ist schwer momentan und ich finde es auch wichtig - solche Posts. Denn auch ich bin manchmal sehr traurig und es laufen ein paar Tränen - leise. Dann atme ich durch und versuche doch das Gute zu sehen. Es ist immer noch da.

    Und ich hoffe von ganzem Herzen, dass es solche Posts bald nicht mehr geben muss. Und wir gesund, tapfer und stark aus dieser weltweiten Krise hervorkommen - wie Phönix aus der Asche.

    Alles Liebe und einen dicken Kuss!
    nima

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  19. Ach verdammte Schei... Ist das alles blöde!
    Ich bin gerade so wütend und traurig.
    Ich bin auch dankbar, das wir ein gutes und soziales Gesundheitssysthem haben. Und selbst das ist doch ordentlich am quietschen und pfeifen. Italien hat das kleine System ja sogar noch gekürzt gehabt.
    Aber zurück zu Dir und Deiner Familie.
    Dieser Zusammenhalt ist das, was es uns leichter macht, diese Krise zu überstehen. Wenn Du weiter die Regeln ggf mit einem selbstgenähtem Mundschutz, Handschuhen und Abstand einhãlst, kannst Du Deinen Vater noch besuchen. Wenigstens kurz.
    Ich hoffe so, dass wir diese Krise bestehen. Alles Liebe und Gute für Euch, samt Umarmung. Ja, tapfer und gesund.
    Nina

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  20. Mir kommen auch die Tränen. Es ist so unfassbar schwer gerade. Immer noch wünsche ich, ich wache aus diesem Albtraum endlich auf. Leider passiert es nicht und ich mache mir große Sorgen um meine Lieben. Meine große Familie, das Baby im Bauch, der Ehemann. Die Last ist erdrückend gerade. Es strengt mich unfassbar an und eigentlich fehlt mir dafür die Kraft sehr.

    Bleibt alle tapfer und gesund
    Andrea - die Großfamilienmama

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  21. Die Ausserordentliche Situation lähmt uns alle. Eigentlich rückt man ja in Krisen zusammen und genau das soll man jetzt nicht machen. Jetzt ist Solidarität gefragt und hoffentlich geht der Spuk bald vorbei. Für mich ist es am schwersten, dass ich unsere Enkelin, die mich schon so schön anlächeln kann, nicht mehr sehen und auf den Arm nehmen kann.
    Halten wir durch und bleiben Gesund.
    L G Pia

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  22. ich wünsch dir und deiner Familie von ganzem Herzen, dass ihr gesund bleibt!!! ganz liebe Grüße
    Denise

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  23. Ein berührender Post. Hoffen wir, dass diese schwere Zeit vorüber geht und wir alle gesund bleiben. Drück dich! Alles Liebe Yvonne

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  24. Sobald man an die Zustände in Italien denkt, schnürt es einem die Kehle zu. Dazu die Sorge, dass es hier bald ähnlich aussehen könnte. Es gibt so viele Sorgen und Tragödien. Ich versuche trotzdem so normal wie möglich weiterzuleben. Meine Eltern gehen glücklicherweise vorsichtig mit der Situation um und lassen sich von der Nachbarin die Einkäufe mitbringen. Erstaunlicherwesie finde ich gerade Ärzte im Umgang mit Corona oft recht lax. Manch einer hält sich wohl tatsächlich für einen Halbgott. Pass auf dich auf, meine Liebe, wir stehen das durch!
    Liebe Grüße
    Jutta

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  25. ach Nicole
    lass dich mal drücken ..
    dein Vater tut mir Leid dass es ihn so quält
    aber ER kann dich ja nicht anstecken .. er hat sicher keinen Kontakt zu anderen..
    nimm ihm die Angst .. er könnte sonst vielleicht in Depressionen verfallen ..
    ich besuche meinen Vater auch 2 x die Woche ..er ist zum Glück noch so weit mobil und er fährt mit seinem E Mobil auch spazieren
    die Vorsichtmaßnahmen haben wir ihm dringend ans Herz gelegt und er hält sich auch daran
    meine Kinderkaufen für ihn ein und bringen es vor die Tür oder ich nehme es mit und wenn er draussen war wäscht er sich die Hände oder nimmt von dem Desinfektionsmittel
    auch wenn er jemanden trifft hält er Abstand
    Vorsicht ja.. Panik und Angst nein .. wir müssen nicht nur körperlich sondern auch geistig gesund bleiben
    deine Jungs sind vernünftig ..sie haben ja auch gute Vorbider ;)
    deine Bilder sind wieder wunderschön.. das Katerle soo kushcelig ..

    passt gut auf euch auf

    Rosi

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