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Donnerstag, 17. April 2014

Gründonnerstag

Der Gründonnerstag liegt in der Karwoche, also in der Woche vor Ostern. Karwoche heißt so viel wie "stille Woche" oder Trauerwoche. Die Karwoche ist die letzte Woche der Fastenzeit, bevor an Ostern mit dem Fasten gebrochen wird. Der Gründonnerstag ist einer der drei wichtigsten Tage in dieser Woche. Das der Gründonnerstag so heißt wie er heißt, hat eigentlich nichts mit der Farbe Grün zu tun. Vielleicht nur einbissel. An diesem Tag denken Christen an das Abendmahl, bei dem Jesus vor seiner Gefangennahme und Kreuzigung von seinen Jüngern Abschied nahm. Deshalb wird am Gründonnerstag-Abend, obwohl kein Sonntag ist, in den Gottesdiensten das Abendmahl gefeiert. In der Bibel steht geschrieben, dass Jesus nach dem Abendmahl mit seinen Jüngern in den Garten Gethsemaneh ging. Als die Jünger Jesus verließen, um zu schlafen, sah Jesus seinen Tod voraus und bat Gott im Gebet: "Lass diesen Kelch an mir vorübergehen, lass es bitte nicht so schlimm werden." Es wurde aber schlimm, Jesus wurde gekreuzigt. Eine traurige Zeit. Und hier ist die Brücke zum Grün im Gründonnerstag. Das kommt nämlich von dem mittelhochdeutschen Wort "gronan", das bedeutet so viel wie weinen. Mittelhochdeutsch sprachen die Leute vor vielen hundert Jahren in einigen Gegenden Deutschlands. Einbissel steht der Gründonnerstag aber doch mit der Farbe Grün in Verbindung. Grün ist die Farbe der Hoffnung, des Lebens und der Fruchtbarkeit. Ein sehr alter Brauch ist es, an Gründonnerstag besonders grünes Gemüse und grüne Kräuter zu essen. Dies steht nicht nur im Einklang mit den allgemeinen Fastenvorschriften für die Karwoche, sondern auch in Verbindung mit der abergläubischen Vorstellung, dass dadurch die Kraft des Frühlings und eine Heilwirkung für das ganze Jahr aufgenommen werde. Für mich hat der Gründonnerstag in der Karwoche eine ganz besondere Stellung, denn an einem Gründonnerstag wurde mein Kleiner geboren. Leben und Fruchtbarkeit pur.. lach!

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