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Mittwoch, 9. April 2014

Kükenstube



"Was ist denn da für ein Gepiepse?!", denke ich und beschleunige mein Schritte. Ich bin auf dem Weg zum Hühnerstall. Ein verzweifeltes Piep-Piep ist zu hören. Schnell öffne ich die Luke und schaue in die Kükenstube. Ach, du meine Güte! Das kleine zartgelbe Küken sitzt in der Wasserschale und kommt nicht mehr heraus. Die Henne schaut mich aufgeregt, und wie mir scheint, auch vorwurfsvoll an. Pitschnass und eisekalt befreie ich das winzige Dingelchen aus seiner Lage. Schnell versucht es unter das Gefieder der Glucke zu schlüpfen, doch Hanni mag nicht. Ihr ist das kleine Küken viel zu nass und viel zu kalt. Immer wieder weicht sie dem nassen Etwas aus. Oh, nein! Das auch noch. Das kleine Küken braucht jetzt ganz schnell Wärme und Zuneigung. Wer weiß, wie lange es sich schon in dieser misslichen Position befunden hat?! Laut fluchend marschiere ich zum Haus zurück, um die Rotlichtlampe zu holen. Mein freundlicher "Keine-Hühner-mehr-Nachbar" steht besorgt am Zaun: "Was ist denn los". Schnell setze ich ihn in Kenntnis und schließe mit den Worten: "Ich muss ein anderes Schälchen reinstellen, das jetzt ist wohl zu hoch.". "Das habe ich mir gestern schon gedacht!", informiert mich mein "Keine-Hühner-mehr-Nachbar". "Na, toll!", brumme ich in meinen nicht vorhandenen Bart und denke leise: "Hättest du ja auch mal sagen können!". "Aus Fehlern lernt man.", sinniert mein "Keine-Hühner-mehr-Nachbar". "Auf diesen Fehler hätte ich gerne verzichtet!", empöre ich mich nun halblaut. "Warte, ich komme mal rüber!", mein "Keine-Hühner-mehr-Nachbar" sucht sich eine geeignete Ecke und hüpft über den Zaun. Vorsichtig nimmt er das winzig kleine Küken hoch und hält es schützend in seinen Händen. Er pustet behutsam einbissel warme Luft in seine Hände. Nach einer Weile setzt er das angetrocknete Küken unter die Glucke. Diesmal hält Hanni still. Das Küken kuschelt sich, immer noch piepsend, an die Glucke ran und mein "Keine-Hühner-mehr-Nachbar" und ich machen leise die Luke zur Kükensstube wieder zu.

Kommentare:

  1. Hej Frau Frieda,
    das ließt sich ja super! Wir würden auch so gerne kleine Küken aufziehen, aber aufgrund unserer Nachbarschaft haben wir uns gegen einen Hahn entschieden...
    P.S. das Haus kommt mir irgendwie bekannt vor ;-)

    Grüße,
    Daniel
    www.abaufsland.net

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    1. Wenn ich nochmal neu anfangen würde, würde ich wahrscheinlich auch keinen Hahn dazu nehmen. Denn die "Gefahr" mit Hahn und nur vier Hühnern (okay, jetzt sind es sieben), dass man ein befruchtetes Ei erwischt, ist ziemlich groß..seufz! Allerdings meine größte "Hühnerliebe" war ein Hahn: Rasmus Rotbart - der tollste Hahn der Welt! Ich hoffe, Ihr habt genauso viel Freude an den schönen Geschöpfen, wie wir. Herzlichst, Nicole

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