Freitag, 20. Februar 2026

Tulpenglück und Fastenzeit


Guten Morgen, meine Lieben. Ach, wie freue ich mich, dass Ihr heute wieder mit mir hier in der Küche seid. Habt Ihr gerade die bunten Tulpen in der Vase gesehen? Sie stehen in meiner alten Lieblingsvase auf der Anrichte in unserer Küche. Rosa, rot, gelb und lila leuchten sie uns schon von weitem fröhlich entgegen. Dabei ist uns gar nicht so wirklich fröhlich zu Mute, denn eine traurige Nachricht hat uns Anfang dieser Woche erreicht: der beste Freund unseres verstorbenen Opas ist gestorben, nur einen Tag vor dem Jahrestag von Opas Weggang. Zum Glück haben sich die beiden Witwen noch zum gegenseitigen Trösten. Während ich hier sitze und schreibe, fällt übrigens wieder Schnee aus den Wolken und legt ein weißes Tuch über unseren Garten. In diesem Jahr meint es der Winter "gut" mit uns am Niederrhein. Ich kann mich gar nicht satt sehen, wobei ich hoffe, dass sich das Wetter bis nächste Woche beruhigt. Mein Großer macht sich nämlich auf, um sich die Welt anzusehen. Er fliegt nach Schottland und ist schon ganz aus dem Häuschen.. freu mit! Was sonst noch so ist, möchtet Ihr wissen. Nicht viel. Die Karnevalszeit ist beinahe still an uns vorübergezogen und Fastenzeit sowie Ramadan haben in diesem Jahr zeitgleich begonnen. 40 Tage bis Ostern für die einen, etwa 30 Tage bis Zuckerfest für die anderen. In dieser besinnlichen Zeit denke ich über kleines Fasten nach. Für mich geht es dabei nicht um große Opfer, sondern um Raum für das Wichtige: einen tiefen Atemzug inmitten des Alltags, bewussteres Essen und mehr Achtsamkeit mit meiner Gesundheit. Ein bisschen weniger Hektik und mehr Zeit füreinander. Hat die Fastenzeit auch für Euch eine Bedeutung? Erzählt doch mal! 

Euch ein kuscheliges Wochenende, meine Lieben.
Herzlichst Nicole

Sonntag, 15. Februar 2026

Schottische Hochlandrinder am Niederrhein


Noch bevor sich die Sonne ganz am Horizont zeigt, sind mein Göttergatte und ich gemeinsam mit unserer hübschen Hündin Julie unterwegs am Rande des Hochwaldes. Frühnebel hängt zart in den Wiesen, die Sonne bricht golden durch die feinen Schwaden und ein 12 Grad milder Februarwind streicht über die noch brachliegenden Felder. Die Luft duftet nach Erde und jungem Grün, vermischt mit einer feuchten Kühle. Im Hintergrund hört man die Jäger im Niederkamperwald und auf den Feldern, was Julie unruhig werden und sie dicht bei mir bleiben lässt. Auf der Huteweide* vor dem Baerlagshof, zwischen Leucht und Niederkamperwald, stehen die schottischen Hochlandrinder vom Prangshof** und nur ein Stacheldrahtzaun trennt uns. Neugierig kommen die hübschen Rinder, deren Zottelfell satt in der Sonne glänzt, an den Zaun. Sie sind zwar nicht so groß wie erwartet, dafür aber von eindrucksvoller, friedlicher Präsenz und ihre großen Hörner verleihen ihnen Würde. Kombiniert mit dem zotteligen Fell wirken sie urtümlich und unerschütterlich friedlich. Ich reiche die Hundeleine meinem Göttergatten und gehe ich noch etwas näher an den Zaun. Eine Kuh und ein Bulle sind besonders zutraulich und kommen neugierig näher. Kurz vor dem Zaun bleiben sie stehen und lassen mich ein paar Fotos machen. Als sie zärtlich ihre Nasen aneinander reiben, seufze ich vor Entzücken auf und bin dankbar diesen Moment voller Vertrauen erleben zu dürfen. Einzelne Grünfinken fliegen zwitschernd über die Weide und ihr Zwitschern passt wunderbar zu diesem frühlingshaften Moment. 



*Hutewiese: Traditionelle baumgespickte Weide aus der Hutewirtschaft: lichte Flächen mit Hutebäumen, wo Rinder ganzjährig grasen und Schatten finden. Historisch (ab dem Hochmittelalter) im Niederrhein verbreitet, entstanden durch Viehhaltung ohne Rodung.

**Der Prangshof in Kleinholthuysen ist ein niederrheinischer Vierkanthof aus dem 14. Jahrhundert. Dort betreiben Sven und Kathrin Kuypers seit 2005 nachhaltige Landwirtschaft mit etwa 30 schottischen Hochlandrindern aus registrierter Zuchtlinie. Die robusten Tiere grasen 365 Tage im Jahr, erhalten kein Kraftfutter und jedes Kalb bleibt neun Monate bei der Mutter.


P.S. Ich habe den Text gekürzt. Wer wissen möchte wie er "in echt" endet, liest jetzt einfach weiter:

Doch dann knallt in der Nähe ein Schuss eines Jagdgewehr und Julie drängt sich mit eingezogenen Schwanz dicht an das Knie meines Göttergatten. Diesmal seufze ich vor Missbilligung und nicke meinem Göttergatten zu: "Komm' lass uns nach Hause gehen!".


verlinkt: *Montatsspaziergang*

Freitag, 13. Februar 2026

Tulpen im Kopf


Guten Morgen, meine Lieben! Wie schön, dass Ihr da seid! Ihr musstet gerade bestimmt schon grinsen als Ihr den Titel meines heutigen Beitrages gelesen habt, oder?! Tulpen im Kopf - so manch einer hat das wohl. Besonders an diesem Wochenende. Die Narren sind wieder unterwegs und genießen ihre Freiheit. Seid Ihr auch Team "Jeck" oder eher Team "Ich halte mich lieber aus dem närrischen Treiben raus"? Ich muss gestehen: So richtig jeck bin ich nicht, aber ein Karnevalsmuffel bin ich auch nicht. Ich freue mich für alle, die diese Tage lieben und sich mit Herzblut ins bunte Treiben stürzen. Nur für mich persönlich darf es etwas ruhiger zugehen. Während draußen gefeiert wird, habe ich lieber "Tulpen im Kopf". Frische Blumen - ein heller Strauß auf dem Tisch und die leise Vorfreude auf den Frühling im Herzen. Das ist ganz meine Welt. Statt Konfetti und Kostümen genieße ich Farbe und Lebensfreude eben auf meine eigene Weise: mit Tee, Kerzenlicht und einem guten Buch. Das kann ich an diesem Wochenende auch gut gebrauchen. Denn in den letzten Tagen haben wir im kleinen Weltladen wieder mehrere Paletten bio-solidarischer Orangen an andere Weltläden, Unverpackt- und Naturkostläden sowie an Kirchen- und Pfarrgemeinden verteilt. Händisch wohlgemerkt, also 10-Kilo-Kiste für 10-Kilo-Kiste, zusammen an die 200 Kisten. Zum Glück hatten wir Hilfe, mein Großer hat gerade unterrichtsfreie Zeit und hat mich und meine Kollegin unterstützt. Was für eine Freude! Und als ich nach Hause kam, lag auch noch liebe Post im Briefkasten. "Winterträume" von der lieben Birgitt - ganz lieben Dank!


Euch ein wunderbar närrisches Wochenende!
Helau und einen lieben Gruß, Nicole


Dankeschön, liebe Birgitt!


Dienstag, 10. Februar 2026

Piepmätzchen


Ich kann es kaum noch abwarten, Ihr Lieben, so sehr sehne ich mir den Frühling herbei! Stellt Ihr Euch auch vor, wie Ihr durch den Garten schlendert, im warmen Sonnenschein nur mit einer leichten Strickjacke bekleidet? Die Gartenvögel singen und emsige Vogelmütter fliegen mit vollen Schnäbeln zu ihren Nesten, wo sie ihre Kleinen füttern. Ach, das wäre schön, nicht wahr?! Genau diese Vorfreude hat mich inspiriert. Aus halbierten Walnussschalen, flauschiger Filzwolle, weichem Moos und ein paar Papierstreifen sind süße Vogel-Nestchen entstanden. Winzige Frühlingsboten, lange bevor die echten Nester in den Büschen brüten.


Ihr braucht:
  • Halbierte Walnussschalen
  • Weidenkätzchen
  • Papier (für Schnäbel), Schere
  • Moos oder Filzwolle (weiß)
  • Bastelkleber

So geht's:

Zuerst polstert Ihr den Nestboden aus: Drückt zerrupfte Filzwolle oder Moos in eine Walnussschalen-Hälfte. (Ich habe extra beide Varianten für Euch gemacht.) Für mehr Stabilität fixiert Ihr das Polster unten mit Bastelkleber. Dann bastelt Ihr die Nestlinge: Schneidet aus gelbem oder orangem Papier kleine Streifen, faltet sie der Länge nach zusammen und schneidet daraus spitze Dreiecke als Schnäbel. Etwas Bastelkleber an die Faltkante und dann klebt Ihr diese Schnäbel auf die Weidenkätzchen. Zum Schluss setzt Ihr je drei Piepmätzchen in eine Walnussschalen-Hälfte. Fertig ist Euer zauberhaftes Mini-Vogelnest!


Bitte beachtet, dass Moos und Weidenkätzchen in der Natur schützenswert sind. Nehmt nur Material aus Eurem eigenen Garten oder kauft es im Fachhandel. So bleibt Eure Frühlingsbastelei nicht nur hübsch, sondern auch naturfreundlich.