Wildpflanzen, wie zum Beispiel der "Gewöhnliche Natternkopf", haben sich über Jahrtausende hinweg gemeinsam mit den Insekten an die Bedingungen ihrer Ursprungsregion angepasst. So blühen regionale Wildpflanzen genau zu dem Zeitpunkt, zu dem auch die Insekten schlüpfen, die sie brauchen (oder eben auch anders herum). Es gibt sogar Insektenarten, die sich auf nur eine regionale Pflanzenart spezialisiert haben, so auch die "Natternkopf Mauerbiene". Gibt es also weniger unserer regionalen Pflanzenarten, gibt es auch weniger Insektenarten. Doch das wäre verheerend, denn sterben Insektenarten aus, fehlen sie uns als:
- Bestäuber, für einen guten Fruchtertrag
- Filtrierer, die unser Wasser sauber halten
- Bodenverbesserer, die den Boden durchlüften und organisches Material abbauen
- Nahrungsquelle für Amphibien, Reptilien, Fische, Vögel und Säugetiere
Deshalb hat der NABU (Naturschutzstation Niederrhein) schon im letzten Jahr ein Projekt gestartet. Ziel des Projektes »Insektenfreude – mit regionalen Wildpflanzen« im Bundesprogramm "Biologische Vielfalt" ist es, die Grünflächen und Gärten in Deutschland für mehr Artenvielfalt zu nutzen. Denn gerade in unseren Wohngebieten liegt viel ungenutztes Potenzial. Stellt Euch vor, wir würden unsere Lebensräume auch zur Insektenrettung einsetzen! Wäre das nicht großartig? Werdet doch auch Insektenschützer*in! Es ist so einfach. Bepflanzt Eure Beete, Kübel und Balkonkästen mit den entsprechenden regionalen Wildpflanzen und/oder kombiniert sie mit Euren Pflanzenlieblingen. Wildpflanzen sind Lebensraum, Nahrungsquelle, Nistmöglichkeit und Überwinterungsplatz für Insekten in Eurer Region. Unsere Insektenschutzgebiete sichern die Artenvielfalt – jetzt und für die Zukunft.
Gewöhnlicher Natternkopf (Blauer Heinrich)
- 60-80 cm
- Juni - September
- sonnig
- Insektenart: Natternkopf Mauerbiene, Mauernfuchs (Tagfalter)
Der "Gewöhnliche Natternkopf" ist eine zweijährige oder mehrjährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 60 bis 80 Zentimetern. Er bildet als Speicherorgan manchmal eine Rübe aus. Der Stängel ist steif und krautig. Der "Gewöhnliche Natternkopf" besitzt kurze, steife "Borsten" an Stängeln und Blättern. Die Blüten vollziehen einen Farbwechsel von rosa über lila nach blau. Bienen lernen, dass nur die rosa Blüten reich an Nektar sind. Die Bestäubung erfolgt auch durch andere Bienenarten, Schwebfliegen und Falter.
Die Fotos der blühenden Pflanze vor unserem Hühnerstall sind übrigens vom letzten August, im Moment würde man dort auch nur das frische Grün sehen. Da es die Wildblumenwiese leider wegen unsere Aufräumaktion der diversen Sturmschäden nicht mehr gibt, habe ich mir u.a. auch einen neuen "Natternkopf" (mit gesicherter Herkunft aus zertifiziertem Saatgut) aus dem Angebot des NABU mitgemacht. Ich kann es kaum erwarten, wenn mein persönliches Insektenschutzgebiet wieder durchstarten kann.
Natternkopf Mauerbiene
Da die "Natternkopf Mauerbienen" und auch ihr Nachwuchs sich ausschließlich von den Pollen des "Gewöhnlichen Natternkopfes" ernähren, sind sie auch erst auch im Juni bis September unterwegs. Die fuchsbraunen Männchen und die gräulichen Weibchen fliegen im Sommer auffällig schnell um die Natternkopf-Blüten herum und das aus unterschiedlichen Gründen. Die Männchen sind nämlich auf der Suche nach den Weibchen, während diese mit dem Sammeln von Pollen beschäftigt sind. Sie tragen dafür eine Art Sammelbürste am Bauch, an der sie den Pollen transportieren. Als Nistplätze dienen ihnen Felswände und Steinmauern, aber auch in den Wänden alter Fachwerkgebäude, in Lehmwänden oder auch in Totholz (Bäume, Pfosten) legen sie ihr Nest an.
Das Projekt "Insektenfreude - mit regionalen Wildpflanzen" wird gefördert im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz.
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