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Freitag, 3. April 2026

Tippchen zwischen Osterglocken


Tippchen
zwischen Osterglocken
fluffig, tapsig, piepsend
Purzeln durch den Garten
Osterzeit

Euch allen ein fröhliches,
hoffentlich sonnigwarmes Osterfest!
Herzlichst, Niocle


*"Tippchen" oder "Tipken":
 umgangsprachlich am Niederrhein
für Hühner-Küken


Sonntag, 24. Dezember 2023

Waldweihnachten im Schneeflöckchenwald


Einträchtig schweigend laufen mein Sohnemann und ich durch den dämmrig werdenden Wald. Nur das Rufen eines Eichelhäher ist zu hören und lässt uns beide aufmerksam in die hohen alten Buchen schauen. Das schöne Winterwetter der ersten Adventtage hat sich leider verabschiedet und das typische niederrheinische Weihnachtswetter hat Einzug gehalten. Auch wenn das Wetter romantischer sein könnte, wollen mein Sohnemann und ich unbedingt unser Weihnachtsfest für die Tiere im Wald, eine innig geliebte Familientradition, die in Kindergartentagen begonnen hat und hoffentlich noch einige Jahre weitergeführt wird, zelebrieren. Julie, unsere hübsche Hündin stobt freudig durch das nahe Unterholz am Wegesrand und schnappt sich einen kurzen Stock, um ihn gekonnt vor unsere Füße zu verwerfen. Lachend nimmt mein Sohnemann die Herausforderung an und wirft den Stock schwungvoll einige Meter weiter des Weges. Von weitem kann man nun schon die alten ehrwürdigen Kiefern erkennen, zu deren Füßen auch unsere ausgewählte, junge Kiefer steht. Aber noch geht es weiter durch den regennassen Buchenwald. Doch was ist das? Kurz vor unserem Ziel schmücken mit Kreide gemalte Schneeflocken die Stämme der hohen Buchen. Ungläubig blicke ich mich um, rund um unsere Kiefer tragen wirklich alle Baumstämme eine große Schneeflocke und sogar einen Elefanten kann ich an einer alten Eiche entdecken. "Das kann doch nicht wahr sein!", freudestrahlend blicke ich zu meinem Sohnemann, "Was ist denn hier passiert?!". Mein Sohnemann zwinkert mir liebevoll zu: "Ich habe doch gesagt, wir können bestimmt unsere Waldweihnachten im Schnee feiern!". Gerührt schließe ich meinen Siebzehnjährigen in die Arme und drücke ihn liebevoll an mich. Dann sind wir auch schon an der von uns ausgesuchten Kiefer und während wir lauthals Weihnachtslieder aus Kindertagen singen und uns verschiedene Weihnachtselfchen ausdenken, hängen wir die guten Gaben für die Tiere im Wald an die duftenden Kiefernzweige. Gut gefüllte Walnussschalen, aufgereihte Erdnussketten, selbstgemachte Meisenknödel und knallrote Äpfelchen liegen dafür auch in diesem Jahr in unserem gut gefüllten Weihnachtskörbchen bereit. Zufrieden treten mein Sohnemann und ich zurück und betrachten den fertig geschmückten Weihnachtsbaum. Wir beide sind uns einig, der Zauber der Weihnachten hat unsere Herzen erfüllt!


Dienstag, 7. November 2023

Gänsepost


Ich sitze an unserem großen Esstisch, trinke eine wärmende Tasse Tee und schaue seufzend aus dem Fenster in den grauen Nachmittag. Es scheint, als will es gar nicht mehr aufhören zu regnen und auch die kräftigen Windböen scheinen kein Ende zu finden. Zum Glück haben wir die Stürme der vergangenen Tage gut überstanden und ich lasse ein "Dankeschön" gemeinsam mit den letzten roten Blättern des Wilden Weines in den Himmel fliegen. Ein kräftiger Windstoß rüttelt an den zarten Zweigen der Birke vor dem Fenster und goldene Birkenblätter fallen tanzend auf den vom Regen gesättigten Boden. "Ach, hör' auf dich zu beklagen!", sage ich nur zu mir selbst und beschließe den Sonntagnachmittag aktiv zu nutzen. Schon länger wollte ich ein paar liebe Postkarten auf die Reise schicken und heute ist einfach ein perfekter Tag dafür. Ich gehe nach nebenan ins Büro und freue mich über die gebastelten Laternen unserer Söhne, die wir auch in diesem Jahr wieder ins Fenster gehangen haben. Wo sind denn nur die Postkarten? Ach, da. Ich bin wirklich keine talentierte Karten-Bastlerin und habe deshalb einfach ein Foto, welches gut zur Sankt-Martin-Zeit passt, ausgewählt und als Postkarte drucken lassen. Schaut die Locken-Gans meiner Freundin nicht einfach herrlich frech über den schiefen Gartenzaun? Doch was soll ich schreiben? Da fällt mir das "Elfchen" meines Sohnes wieder ein, dass er bereits in der Grundschule zum Thema "Sankt Martin" gedichtet hat. Möchtet Ihr es lesen?

Rot 
der Mantel
Sankt Martin teilt
dem Bettler wird warm
Barmherzigkeit

Sonntag, 26. September 2021

Kühe im Morgennebel

Still und staunend stehe ich alleine vor einer großen Rinderweide ganz in der Nähe. Die Morgensonne kämpft sich langsam durch den feuchten Dunst der vergangenen Nacht und verzaubert unsere niederrheinische Landschaft in eine romantische Szenerie. Ein Schwarm Wildgänse fliegt hinter mir laut rufend über die saftigen Wiesen und das dumpfe Hupen eines weitentfernten Rheinschiffes ist zu hören. Die letzten Sonnentage waren wie ein Geschenk nach einem regenreichen und traurigen Sommer und dafür bin ich sehr dankbar, konnte ich doch meinen inneren Speicher trotz allen Kummers mit Farben und Wärme auffüllen. Schon als Kind habe ich den Anblick von Kühen im Morgennebel genossen und ich erinnere mich voller Liebe zurück an meinen Papa und an gemeinsame Momente wie diesen. Lächelnd beobachte ich wie sich die jungen Kälber an den warmen Leiber ihrer Mütter reiben während kräftige Atemwölkchen über ihren Köpfe tanzen. So ein schöner und heimeliger Anblick. Ich könnte noch ewig so stehen bleiben, doch die Sonne steigt immer höher in den Septemberhimmel und es wird für mich Zeit wieder nach Hause zu gehen. Ein neuer Tag bricht an.


Kühe
im Morgennebel
kauen, kuscheln, gucken
Ich liebe diesen Anblick
Heimat

(ein Elfchen / diesmal von mir)