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Dienstag, 21. Juli 2026

Ein schattiges Plätzchen


Es ist einer dieser sonntäglichen Sommertage, an denen schon am frühen Morgen klar ist, dass die größte Anstrengung des Tages darin bestehen wird, ein gemütliches Plätzchen im Schatten zu finden. Nach meinem ersten Kaffee und einer kleinen Aufräumrunde in der Küche schnappe ich mir mein Buch und ein Handtuch. Die wenigen Stufen führen hinunter in den Hof. Vorbei am Himbeergärtchen und dem alten Gartenschuppen führt mein Weg wie von selbst in die Gartenmitte. Zwischen der hoch aufragenden, weißstämmigen Birke und dem großen Ahorn öffnet sich der Blick. Jedes Mal bleibe ich einen kleinen Moment stehen. Ich weiß nicht, ob es die Weite ist, das leise Plätschern des Mühlsteinbrunnens oder einfach das Gefühl, angekommen zu sein. Wahrscheinlich ist es von allem ein bisschen. Die Sonne steht noch tief genug, dass die Birke einen langen Schatten über den Rasen wirft. Später übernimmt die mächtige Sitka-Fichte diese Aufgabe. Selbst an heißen Tagen findet sich hier fast immer ein schattiges Plätzchen. Bevor ich es mir gemütlich mache, geht es erst einmal ins Wasser. Das gehört für mich zu einem Sommertag einfach dazu. Mit meiner Schwimmleine kann ich sogar in unserem runden Pool meine Bahnen ziehen. Während ich durchs angenehm kühle Wasser gleite, ziehen hoch oben die Mauersegler ihre rasanten Kreise. Aus der Vogelhecke erklingt das vielstimmige Konzert der Gartenvögel und irgendwo plätschert unermüdlich der Brunnen. Nach einer guten halben Stunde steige ich erfrischt aus dem Pool. Inzwischen ist der Schatten ein Stück weitergewandert. Genau dort, unter der alten Eiche neben dem Mühlsteinbrunnen, steht meine Rattanliege. Ein weiches Plaid, ein bequemes Kissen, ein kühles Getränk auf dem kleinen Zinktisch und natürlich mein Buch warten schon auf mich. Kaum habe ich es mir bequem gemacht, lässt sich auch Julie mit einem zufriedenen Seufzer im Gras zu meinen Füßen nieder. Für einen kurzen Moment schaut sie mich an, als wollte sie sich vergewissern, dass wir heute nirgendwo mehr hinmüssen. Mein Herz geht jedes Mal auf, wenn ich mein bereits betagtes Hundmädchen anschaue. Mittlerweile ist ihre Schnauze schon ganz weiß geworden. Viel gelesen wird allerdings nicht. Immer wieder wandert mein Blick über den Garten. Der gewaltige Rhododendron bildet mit seinem satten Grün einen wunderbaren Hintergrund für den Brunnen. Hinter dem Pool steht der rustikale Holzpavillon. Dahinter beginnt der wilde Gartenteil, der im Sommer fast ein wenig verwunschen wirkt. Eine Libelle schwebt über das Wasser. Die Mauersegler jagen mit unglaublicher Geschwindigkeit über den Himmel. Ein leichter Wind fährt durch die Blätter der Birke und später übernimmt die Sitka-Fichte das leise Rauschen. Ich blättere eine Seite um, nehme einen Schluck von meinem Getränk und schaue wieder hinaus. Am Ende habe ich wahrscheinlich mehr in den Garten als in mein Buch geschaut. Manchmal sind es genau diese Sonnentage, die den Sommer ausmachen. Ein paar Bahnen im Pool, ein schattiges Plätzchen unter der alten Eiche und ganz viel Zeit, die einfach verstreichen darf.

Himbeerlimonade mit Zitronenminze

Zutaten (für ca. 1 Liter)

  • 250 g frische Himbeeren
  • 1 Bio-Zitrone
  • 2–3 EL Honig oder Zucker (je nach Süße der Himbeeren)
  • 1 Handvoll Zitronenminze
  • 700 ml gut gekühltes Mineralwasser (mit oder ohne Kohlensäure)
  • einige Eiswürfel

Zubereitung

Die Himbeeren vorsichtig waschen und zusammen mit dem Honig oder Zucker in eine Schüssel geben. Mit einer Gabel oder einem Kartoffelstampfer zerdrücken. Den Saft der Bio-Zitrone auspressen und unterrühren. Die Zitronenminze leicht zwischen den Händen verreiben, damit sich ihr frisches Aroma entfaltet, und zu den Himbeeren geben. Alles etwa zehn Minuten ziehen lassen. Wer eine klare Limonade möchte, streicht das Fruchtpüree anschließend durch ein feines Sieb. Für eine rustikale Variante können die Kerne auch einfach mit ins Glas. Das Himbeerpüree auf Gläser oder eine Karaffe verteilen, mit Eiswürfeln füllen und mit gut gekühltem Mineralwasser aufgießen. Nach Belieben mit frischen Himbeeren, Zitronenscheiben und einigen Zweigen Zitronenminze garnieren.

Mein Tipp

Besonders aromatisch wird die Limonade, wenn sie vor dem Servieren etwa eine halbe Stunde im Kühlschrank durchziehen darf. So verbindet sich das fruchtige Aroma der Himbeeren wunderbar mit der feinen, zitronigen Frische der Minze. 

Dienstag, 16. Juni 2026

Neue Bespannung für das Hochbeet-Dach


Die alte Plane über unserem Hochbeet sieht inzwischen wirklich traurig aus. An manchen Stellen ist sie ganz spröde geworden, an anderen haben Wind und Wetter bereits kleine Risse hinterlassen. Bei jedem Windstoß flattert sie inzwischen hilflos wie eine zerzauste Fahne. Kein Wunder eigentlich. Viel zu viele heiße Sommertage, klatschnasse Regenwochen, Herbststürme und sogar Schnee hat sie inzwischen tapfer mitgemacht. Doch unsere Tomaten brauchen nun dringend wieder ein richtiges Dach, denn Regen mögen sie bekanntlich überhaupt nicht. Die Frage ist nur: Was wollen wir als Wetterschutz nehmen? Das feste Segeltuch ist keine Option mehr. Es war damals sehr teuer und hat leider auch nur zwei Jahre gehalten. Also schaue ich zuerst nach klassischen Gartenplanen. Aber entweder sind die Farben viel zu grell oder alles wirkt irgendwie kalt und ungemütlich. Eine schwere LKW-Plane wäre zwar robust, aber auch viel zu teuer und ehrlich gesagt viel zu wuchtig für unseren romantisch verwilderten Garten. Doch dann entdecke ich plötzlich einen schlichten Duschvorhang. Warum eigentlich nicht? Weiß gefällt mir, Beige wirkt schön warm, aber dann halte ich plötzlich dieses sanfte Salbeigrün in den Händen. Genau dieses weiche, pudrige Grün ist perfekt für unseren wilden Garten, also schnell bezahlen und dann ab nach Hause. Am Nachmittag taucht mein Göttergatte während einer etwas längeren Homeoffice-Pause plötzlich im Garten auf. "Schau mal, ist das nicht die perfekte Farbe?", frage ich freudig und halte ihm den Vorhang entgegen. Er betrachtet das Salbeigrün, nickt und meint: "Ja, der passt wirklich gut hierher.". Weil wir beide das kleine Projekt am liebsten sofort verwirklichen wollen, legen wir den neuen Vorhang gemeinsam vorsichtig über das alte Holzgestell. Während mein Göttergatte alles sorgfältig festtackert, trete ich immer wieder ein paar Schritte zurück und betrachte das Ganze zwischen Hochbeeten, wilden Blumen, Staketenzaun und den hohen Bäumen. Die kleinen Löcher zum Aufhängen des Duschvorhanges schneiden wir kurzerhand einfach ab und nach und nach fügt sich plötzlich alles ganz selbstverständlich zusammen. "Siehst Du?", sage ich schließlich zufrieden, "Als wäre der Duschvorhang schon immer für das Dach geplant gewesen." Und tatsächlich. Jetzt leuchtet das zarte Salbeigrün weich zwischen all dem frischen Grün im Garten und wirkt fast so, als hätte das kleine Dach schon immer genau dorthin gehört.



Freitag, 8. Mai 2026

Wenn der weiße Flieder wieder blüht


Willkommen im Gartenpavillon, meine Lieben. Hier sieht es so ganz anders aus als in meiner Küche, nicht wahr?! Hier durfte sich mein Göttergatte austoben, immerhin hat er ja auch das ganze Ensemble, sowohl innen als auch außen, selbst gebaut und ich finde, es ist ihm auch gut gelungen. Dennoch habe ich es mir natürlich nicht nehmen lassen, auch in diesem Jahr hier einbissel Mai-Romantik zu verbreiten. Den weißen Flieder habe ich ganz brav heute morgen in der Frühe gepflückt (äääh.. pflücken lassen. Mein Götter hat ihn in luftiger Höhe gekappt. Unglaublich wie hoch so ein Fliederstrauch werden kann, oder?!) und natürlich habe ich auch die Stengel-Enden mit dem Hammer zerfassert. Dennoch bin ich der Meinung die feinen weißen Blüten fangen jetzt schon an zu welken.. seufz! Aber setzt Euch doch, möchtet Ihr einen Schluck Waldmeister-Bowle? Ich habe sie eisgekühlt. Psst.. seid mal kurz still. Hört Ihr wie die Gartenvögel singen und seht Ihr wie nah unsere gefiederten Freunde kommen? Hachz.. ich sitze so gerne hier, denn es ist tatsächlich so als ob der Pavillon von einem Tarnzauber geschützt wird. Wir scheinen hier wie unsichtbar zu sein. Also genau der richtige Ort um an diesem Wochenende die Lauscher zu spitzen und die Augen aufzuhalten. Denn heute beginnt die 22. "Stunde der Gartenvögel" vom NABU. Zählt Ihr mit? Das fände ich einfach wunderbar! Habt Ihr was Schönes vor? Erzählt doch mal! 

Euch morgen einen schönen Feiertag und
allen Müttern einen wundervollen Muttertag!
Herzlichst, Nicole



P.S. Meine letzten beiden Post (der Jahreszeiten-Begleiter und das Wipfelbild) sind übrigens geplant (ohne meine Anwesenheit am PC) veröffentlicht worden. Ich wollte nicht, dass durch meine Pause der Rhytmus gestört wird. Sorry, wenn Euch das verunsichert hat.

Freitag, 31. Oktober 2025

Kürbisschnitzerei


Zufrieden blicke ich aus dem Küchenfenster und rühre die fast fertige Kürbissuppe sorgfältig um, heute zeigt sich das Wetter von seiner rauen Herbstseite: Immer wieder ziehen kräftige Regenschauern durch den Garten und ein stürmischer Wind lässt viele der bunten Blätter durch die Luft tanzen. Doch wie von uns bestellt klart pünktlich zu unserer Kürbisschnitzerei der Himmel auf. Die Wolken ziehen weiter, die Luft ist wunderbar frisch und auch wenn das Thermometer nur noch 7° Grad zeigt, tauchen sanfte Sonnenstrahlen den Garten in ein mildes Herbstlicht. Es fühlte sich ein bisschen so an, als hätte das Wetter extra für unser fröhliches Beisammensein Platz geschaffen. "Hoffentlich haben sich auch alle warm genug angezogen.", denke ich nur für mich als plötzlich mein Schneiderlein in der Küche steht und die Stimmen der anderen Gäste aus dem Garten zu uns herein klingen. Meine liebe Freundin mit ihren beiden Söhnen und mein Schneiderlein mit ihrer Familie, samt unserer Patentochter, die überraschenderweise einen netten, jungen Mann mitgebracht hat, sind bereits da. Ach, es ist zu schön, wenn Familientraditionen wachsen und junge Liebe mit ins bunte Herbsttreiben zieht. Nur meine Herzenstochter und ihr Freund sind zu meinem Bedauern diesmal nicht dabei. Wie überaus schade! Meine drei "Männer" versorgen alle mit Getränken und Naschwerk, und schnell wird aus dem Gartentisch im Holzpavillon eine muntere Bastelwerkstatt. Jeder hat seine eigene Ideen mitgebracht: ob klassische Fratzen oder detailverliebte Schnitzkunst. Die Kürbisse zeigen bald die ganze Bandbreite herbstlicher Kreativität. Die Jungs probieren sich an besonders gruseligen Motiven und meine Patentochter schnitzt gemeinsam mit ihrem Freund bis beide Kürbisgesichter entzückenderweise Herzchen-Augen zeigen. Unser Kater schleicht neugierig zwischen den Beinen der Gäste hindurch und bewundert das Treiben, während unser hübsches Hundemädchen treu das Kürbischaos beaufsichtigt. Die warme, cremige Kürbissuppe kommt wie gerufen, genau wie die selbstgemachten Laugenbrötchen meines Schneiderleins und für einen händewärmenden Snack können heiße Maronen vom Lagerfeuer geholt werden. Es wird gelacht, geplaudert, gefachsimpelt und geschmaust. Auch gemeinsame Unternehmungen werden geplant, denn der Patenonkel unseres Jüngsten hat im November Geburtstag und wir alle wollen ihn gerne in seiner weitentfernten Wohngruppe besuchen. Als langsam die Sonne hinter den altehrwürdigen Bäumen untergeht, leuchten bereits die ersten geschnitzten Kürbisfratzen im Hof: Jeder Kürbis ein Unikat, jeder mit einer kleinen Geschichte, jeder ein Teil unseres herbstlichen Familienlebens. Mir wird warm ums Herz: "Was für ein Geschenk diese Tradition zu bewahren; selbst wenn die Runde sich verändert und die Kinder nach und nach ihre eigenen Wege gehen.". Ein wunderbarer Tag voller Herbstzauber und Gemeinschaft, voller Lachen, Essen, Schnitzen und Herzenswärme geht zu Ende. Bis zur nächsten Kürbisschnitzerei!


hAppY hAllOwEEn!
Nicole


Sonntag, 12. Oktober 2025

Herbstfarben im Garten



Guten Morgen, Ihr Lieben! Habt Ihr Lust auf einen entspannten und entschleunigenden Spaziergang durch unseren herbstlichen Garten? Er trägt jetzt ein farbenfrohes Oktoberkleid. Schaut nur, wie der Wilde Wein die Fassade unseres Haus mit seinen Blättern in den prächtigen Farben Pink, Lila und strahlendem Rot wunderbar umhüllt. Ist das nicht einfach ein herrlicher Anblick? Hachz.. ich mag diesen Anblick sehr! Hört Ihr auch das sanfte Rauschen der Blätter unserer schlanken Birke, deren warmes Gelb und Gold mich immer wieder aufs Neue verzaubern? Es wirkt fast so, als würde sie dem Garten ein fröhliches Herbstlied singen. Schaut mal dort am Mühlsteinbrunnen, den kleinen Zierapfelbaum! Seine kleinen roten Früchte geben diesen versteckten und tiefgrünen Gartenbereich eine munterer Heiterkeit, findet Ihr nicht auch?! Genau wie die Fliegenpilze, die am Fusse der jüngeren Birke wachsen. Ich bin immer wieder freudig überrascht, wenn ich sie im Garten entdecke.Doch lasst uns weiter gehen, Vorbei an unserem rustikalen Holz-Pavillon, das von einem üppigen Amselbrotbaum mit seinen leuchtend roten Beeren eingerahmt wird. Könnt Ihr die friedvolle, fast magische Stimmung spüren, die aus dem satten Grün der Blätter und den warmen Farben der Beeren entsteht? Und nicht nur die Amsel tun sich an seinen Beeren gütlich, auch die Eichhörnchen lieben die roten Früchte gerne. Doch nun sind wir auch schon am Hühnerhaus unter dem Walnussbaum angekommen. Es steht direkt neben unseren Hochbeeten. Dort hängen noch die letzten grünen und sonnengelben Tomaten, während die runden, orangeroten Kürbisse leuchtende Akzente setzen. Der kräftige Mangold mit seinen satten Blättern und die würzige Kapuzinerkresse verleihen dem Beet auch jetzt im Herbst noch frische Ausstrahlung und auch unserem Speiseplan einen gewissen Pfiff. Wenn wir nun den gemulchten Wegen folgen, sehen wir wie gerne unsere fröhliche Hühnerschar hier zwischen all den schönen Herbstfarben und der ruhigen Atmosphäre die der Garten ausstrahlt, unterwegs ist. Spürt Ihr auch diese wohltuende Ruhe, die der Garten in dieser goldenen Jahreszeit verströmt? Es ist, als ob dieses harmonische Spiel aus farbenfrohen Blättern, duftenden Pflanzen und lebendiger Natur die Welt draußen ausblenden könnte, nicht wahr?!

Ihr Lieben, genießt die goldenen Stunden, 
sammelt die Schönheit des Augenblicks und 
lasst Euch von der Ruhe und 
dem Fülle des Herbstes verzaubern. 
Herzlichst Nicole