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Sonntag, 2. August 2026

Juli im Wipfelblick und August op Platt


Heute mache ich wieder bei der "12tel Blick"-Fotaktion von Eva Fuchs mit. Wie Ihr vielleicht wisst, habe ich mir dafür den Blick aus dem Kinderzimmerfenster in unseren Garten ausgesucht. Zwar sieht man dort nur die Wipfel unserer altehrwürdigen Bäume, doch genau dieser Blick begleitet mich schon seit vielen Jahren. Für das Projekt habe ich mich übrigens für ein anderes Bildformat entschieden. Um den Garten in seiner ganzen Breite zu zeigen, gefällt mir das Querformat einfach besser.

Im Juli zeigt sich mein 12tel Blick auf den ersten Blick fast unverändert. Die Baumkronen stehen nun in ihrem vollsten Sommerkleid und bilden ein dichtes grünes Dach, das den Garten umschließt. Doch während die Bäume selbst kaum Veränderungen erkennen lassen, spielt in diesem Monat der Himmel die Hauptrolle. An diesem Abend verwandelte die untergehende Sonne den Horizont in ein leuchtendes Gemälde aus Gold, Apricot und zarten Rosatönen. Die mächtigen Baumriesen hoben sich als dunkle Silhouetten davon ab und wirkten fast wie eine Kulisse. Solche Augenblicke dauern oft nur wenige Minuten und doch bleiben sie lange in Erinnerung. Ich liebe diese stillen Sommerabende, wenn der Tag langsam zur Ruhe kommt, die Luft endlich etwas kühler wird und nur noch das leise Rauschen der Blätter zu hören ist. Dann wird mir jedes Mal bewusst, wie viel Glück wir mit unserem alten Baumbestand haben. Er schenkt uns nicht nur Schatten an heißen Tagen, sondern auch unzählige kleine Naturmomente, die man im Alltag viel zu leicht übersieht. Genau deshalb mag ich meinen 12tel Blick so sehr. Er zeigt nicht nur, wie sich die Natur im Laufe eines Jahres verändert, sondern hält auch diese flüchtigen Stimmungen fest, die sich niemals wieder genauso wiederholen.

Randnotiz Juli 2026: Nach dem außergewöhnlich heißen Juni fühlte sich der Juli fast wie eine kleine Verschnaufpause an. Die Bäume standen nun in ihrem dichtesten Sommergrün und bildeten ein schützendes Blätterdach. Besonders an den langen Sommerabenden, wenn sich der Himmel in warme Orange-, Apricot- und Rosatöne färbte, wurde mein 12tel Blick zu einem Ort, an dem ich den Tag gerne ausklingen ließ. Leider machte der Himmel seine Versprechen nur selten wahr. Immer wieder zogen dunkle Wolken auf, doch unsere kleine Stadt ging meist leer aus. So blieb die Hoffnung auf ergiebigen Sommerregen auch im Juli unerfüllt.



August - Ein niederrheinischer Jahreszeiten-Begleiter



"August is Früchtetied, de Sünn steiht heet op de Äcker, un dat, wat reif is, witt inholt."
Übersetzung: "August ist Fruchtzeit, die Sonne steht heiß über den Feldern, und alles, was reif ist, wird eingebracht."

Der August steht ganz im Zeichen der Ernte von Obst, Beeren, Kartoffeln und vielem, was in Gärten und auf den Feldern gewachsen ist. Jetzt zeigt sich, was der Sommer hervorgebracht hat: Die Arbeit der letzten Monate wird sichtbar, und die Ernte will bei gutem Wetter eingebracht werden, bevor Regen oder Kühle sie gefährden. Die Redewendung spiegelt diese Zeit der Reife und des Sammelns wider: Einerseits ist der August noch ein warmer Sommermonat, andererseits liegt schon der erste Hauch von Spätsommer in der Luft. Für die Menschen auf dem Land bedeutete er Fülle, aber auch Arbeit und Verantwortung.

Herkunft: Mündlicher Gebrauch am Niederrhein seit dem 19. Jahrhundert.


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Willkommen zu meinem Jahreszeiten-Begleiter

Mit dieser Reihe möchte ich Euch die traditionellen Monatsreden und Sprüche vom Niederrhein näherbringen. Sie erzählen von Wetter, Natur, Landwirtschaft und dem Leben vergangener Generationen. Jeden Monat stelle ich Euch eine mundartliche Redewendung vor, übersetze sie ins Hochdeutsche und erkläre ihren Ursprung und ihre Bedeutung. Vielleicht habt Ihr ja Lust, mich ein Jahr lang durch die niederrheinischen Jahreszeiten zu begleiten.

Verlinkt: "Unser Jahresprojekt" von Andrea, *Mein Freund der Baum* von Astrid,

Freitag, 24. Juli 2026

Von Rainfarn und Wilder Möhre


Guten Morgen, meine Lieben! Wie schön, dass Ihr durch das Gartentor in unseren sonnigen Hof gekommen seid. Ich hole uns schnell etwas Kühles aus der Küche und dann machen wir es uns gemeinsam am alten Holztisch gemütlich. Die hellblau weiß karierte Tischdecke ist schon ausgebreitet und darauf steht meine hohe lindgrüne Emaillekanne, gefüllt mit Rainfarn und Wilder Möhre. Ein Überbleibsel vom letzten Sonntag. Ist das heute nicht herrlich? Die Sonne scheint und meint es heute richtig gut mit uns. Selbst hier im sonnigen Hof ist es angenehm mild. Ein laues Lüftchen streicht durch den Garten und bringt die feinen Dolden der Wilden Möhre immer wieder zum Tanzen. Auf der Tischdecke entsteht dabei ein wunderschönes Schattenspiel, das sich mit jeder kleinen Windbewegung verändert. Die Vögel singen, im Wilden Wein hinter uns summen Bienen und Hummeln, ein Schmetterling segelt gemächlich vorbei und über allem liegt das leise Rascheln der Blätter. Herrlich, oder?! Am vergangenen Sonntag wurde es bei uns im Hof gesellig, denn Oma hatte ihre beste Freundin mitgebracht. Während unser Großer am Grill stand, haben mein Göttergatte, unser Jüngster und ich den beiden quirligen Damen Gesellschaft geleistet. Es wurde erzählt, gelacht und die Zeit verging wie im Flug. Irgendwann verschwand unser Jüngster kurz im Haus und kam mit seinem Berufsschulzeugnis zurück. Eine Zwei und der ganze Rest Einsen. Ist das nicht toll?! Wir waren sind alle mächtig stolz auf ihn und seiner Oma war die Freude richtig anzusehen. Da ließ ein kleines Zeugnis- oder Urlaubsgeld natürlich nicht lange auf sich warten. Es war ein sehr vergnüglicher Nachmittag für die ganze Familie. Und stellt Euch vor! Am Montag hat es tatsächlich zum ersten Mal seit Wochen geregnet. Als ich später durch den Garten ging, musste ich allerdings laut seufzen. Auf dem trockenen Boden waren nur vereinzelt ein paar dunkle Flecken zu erkennen. Viel mehr war von dem Regen leider nicht geblieben. Für einen kurzen Moment roch die Luft herrlich nach Sommerregen und dann war schon wieder alles vorbei. Sogar zum Durchatmen war das für den trockenen Boden zu wenig. Ach, ja! Wenn ich Rainfarn und Wilde Möhre sehe, denke ich sofort an unsere Spaziergänge durch die Wiesen und Felder. Im Moment begleiten sie Julie und mich auf Schritt und Tritt. Ich freue mich jedes Mal über ihre schlichte Schönheit. Es müssen nicht immer die auffälligen Blumen sein. Oft sind es gerade die stillen Begleiter am Wegesrand, die den Hochsommer ausmachen, nicht wahr?! So, meine Lieben, jetzt wird es aber Zeit, dass ich mich verabschiede. 

Genießt das Wochenende und 
lasst es Euch gut gehen.
Herzlichst, Nicole.



Dienstag, 21. Juli 2026

Ein schattiges Plätzchen


Es ist einer dieser sonntäglichen Sommertage, an denen schon am frühen Morgen klar ist, dass die größte Anstrengung des Tages darin bestehen wird, ein gemütliches Plätzchen im Schatten zu finden. Nach meinem ersten Kaffee und einer kleinen Aufräumrunde in der Küche schnappe ich mir mein Buch und ein Handtuch. Die wenigen Stufen führen hinunter in den Hof. Vorbei am Himbeergärtchen und dem alten Gartenschuppen führt mein Weg wie von selbst in die Gartenmitte. Zwischen der hoch aufragenden, weißstämmigen Birke und dem großen Ahorn öffnet sich der Blick. Jedes Mal bleibe ich einen kleinen Moment stehen. Ich weiß nicht, ob es die Weite ist, das leise Plätschern des Mühlsteinbrunnens oder einfach das Gefühl, angekommen zu sein. Wahrscheinlich ist es von allem ein bisschen. Die Sonne steht noch tief genug, dass die Birke einen langen Schatten über den Rasen wirft. Später übernimmt die mächtige Sitka-Fichte diese Aufgabe. Selbst an heißen Tagen findet sich hier fast immer ein schattiges Plätzchen. Bevor ich es mir gemütlich mache, geht es erst einmal ins Wasser. Das gehört für mich zu einem Sommertag einfach dazu. Mit meiner Schwimmleine kann ich sogar in unserem runden Pool meine Bahnen ziehen. Während ich durchs angenehm kühle Wasser gleite, ziehen hoch oben die Mauersegler ihre rasanten Kreise. Aus der Vogelhecke erklingt das vielstimmige Konzert der Gartenvögel und irgendwo plätschert unermüdlich der Brunnen. Nach einer guten halben Stunde steige ich erfrischt aus dem Pool. Inzwischen ist der Schatten ein Stück weitergewandert. Genau dort, unter der alten Eiche neben dem Mühlsteinbrunnen, steht meine Rattanliege. Ein weiches Plaid, ein bequemes Kissen, ein kühles Getränk auf dem kleinen Zinktisch und natürlich mein Buch warten schon auf mich. Kaum habe ich es mir bequem gemacht, lässt sich auch Julie mit einem zufriedenen Seufzer im Gras zu meinen Füßen nieder. Für einen kurzen Moment schaut sie mich an, als wollte sie sich vergewissern, dass wir heute nirgendwo mehr hinmüssen. Mein Herz geht jedes Mal auf, wenn ich mein bereits betagtes Hundmädchen anschaue. Mittlerweile ist ihre Schnauze schon ganz weiß geworden. Viel gelesen wird allerdings nicht. Immer wieder wandert mein Blick über den Garten. Der gewaltige Rhododendron bildet mit seinem satten Grün einen wunderbaren Hintergrund für den Brunnen. Hinter dem Pool steht der rustikale Holzpavillon. Dahinter beginnt der wilde Gartenteil, der im Sommer fast ein wenig verwunschen wirkt. Eine Libelle schwebt über das Wasser. Die Mauersegler jagen mit unglaublicher Geschwindigkeit über den Himmel. Ein leichter Wind fährt durch die Blätter der Birke und später übernimmt die Sitka-Fichte das leise Rauschen. Ich blättere eine Seite um, nehme einen Schluck von meinem Getränk und schaue wieder hinaus. Am Ende habe ich wahrscheinlich mehr in den Garten als in mein Buch geschaut. Manchmal sind es genau diese Sonnentage, die den Sommer ausmachen. Ein paar Bahnen im Pool, ein schattiges Plätzchen unter der alten Eiche und ganz viel Zeit, die einfach verstreichen darf.

Himbeerlimonade mit Zitronenminze

Zutaten (für ca. 1 Liter)

  • 250 g frische Himbeeren
  • 1 Bio-Zitrone
  • 2–3 EL Honig oder Zucker (je nach Süße der Himbeeren)
  • 1 Handvoll Zitronenminze
  • 700 ml gut gekühltes Mineralwasser (mit oder ohne Kohlensäure)
  • einige Eiswürfel

Zubereitung

Die Himbeeren vorsichtig waschen und zusammen mit dem Honig oder Zucker in eine Schüssel geben. Mit einer Gabel oder einem Kartoffelstampfer zerdrücken. Den Saft der Bio-Zitrone auspressen und unterrühren. Die Zitronenminze leicht zwischen den Händen verreiben, damit sich ihr frisches Aroma entfaltet, und zu den Himbeeren geben. Alles etwa zehn Minuten ziehen lassen. Wer eine klare Limonade möchte, streicht das Fruchtpüree anschließend durch ein feines Sieb. Für eine rustikale Variante können die Kerne auch einfach mit ins Glas. Das Himbeerpüree auf Gläser oder eine Karaffe verteilen, mit Eiswürfeln füllen und mit gut gekühltem Mineralwasser aufgießen. Nach Belieben mit frischen Himbeeren, Zitronenscheiben und einigen Zweigen Zitronenminze garnieren.

Mein Tipp

Besonders aromatisch wird die Limonade, wenn sie vor dem Servieren etwa eine halbe Stunde im Kühlschrank durchziehen darf. So verbindet sich das fruchtige Aroma der Himbeeren wunderbar mit der feinen, zitronigen Frische der Minze. 

Dienstag, 14. Juli 2026

Wo der Sommer nach Korn duftet

Noch ist es keine zehn Uhr, doch schon jetzt flimmert die Luft über den weiten Feldern des Dachsbruchs. Hand in Hand gehen mein Göttergatte und ich den vertrauten Feldweg entlang, während Julie ein paar Schritte vor uns neugierig von Duftspur zu Duftspur schnüffelt. Kein Wölkchen zeigt sich am tiefblauen Himmel und die Sonne brennt bereits unerbittlich auf den Niederrhein herab. Es verspricht einer jener Sommertage zu werden, an denen selbst der Schatten kaum noch Abkühlung schenkt. Links und rechts begleiten uns weizenblonde Getreidefelder. Die schweren Ähren neigen sich sanft im kaum spürbaren Morgenwind. Gleich daneben hat die Ernte bereits begonnen. Lockere Schnittschwaden liegen auf den Stoppelfeldern und hier und da ruhen große Rundballen in der prallen Julisonne. Alles wirkt still und beinahe schläfrig, als würde die Landschaft ihre Kräfte für die Hitze des Tages sammeln. Der Feldweg unter unseren Füßen ist längst versandet. Jeder Schritt wirbelt feinen Staub auf, der sich wie ein heller Schleier wieder über den Boden legt. Kein Regentropfen hat ihn seit Tagen gebunden. Der warme Duft nach reifem Korn liegt schwer in der Luft. Für mich riecht der Hochsommer am linken Niederrhein genau so. Unwillkürlich kneife ich die Augen gegen die Sonne etwas zusammen und streiche mir eine lockige Haarsträhne aus dem Gesicht. Im Vorbeigehen streife ich eine der schweren Ähren. Ein paar reife Körner lösen sich und fallen lautlos zwischen die trockenen Halme. Mich berührt dieser ewige Kreislauf des Lebens jedes Jahr aufs Neue. Nichts bleibt, wie es ist, und gerade darin liegt eine tröstliche Beständigkeit. In der Ferne laufen Hasen über die Stoppelfelder und knapp darüber ziehen rufend ein paar Mehlschwalben ihre Kreise. Es ist einer dieser Morgen, an denen man schon früh ahnt, dass der Tag glühend heiß werden wird. Erst weit hinten am Horizont schieben sich langsam ein paar Wolken zusammen. Ein zartes Lüftchen streicht über die Felder und bringt die biegsamen Ähren zum Tanzen. Mein Göttergatte lächelt mich an und auch Julie hebt kurz den Kopf in den Wind. Vielleicht bringen die Wolken ein paar Tropfen Regen. Vielleicht ziehen sie aber auch einfach nur vorbei. Wir gehen schweigend weiter und genießen diesen stillen Sommermorgen, bevor die Hitze den Niederrhein wieder fest in ihren Händen hält.



Sonntag, 5. Juli 2026

Juni im Wipfelblick und Juli op Platt

Guten Morgen, meine Lieben. Heute gibt es schon wieder eine kleine Neuerung auf meinem Blog. In den vergangenen Monaten sind einige meiner regelmäßigen Blogprojekte zusammengekommen und ich habe gemerkt, dass ich sie wunderbar in einem gemeinsamen Monatsbeitrag vereinen kann. Keine Sorge, jedes Projekt behält natürlich seinen eigenen Platz. Der 12tel Blick und mein Jahreszeiten-Begleiter bleiben zwei eigenständige Reihen. Sie ziehen lediglich gemeinsam durch den Monat. Ich finde, das macht den Beitrag abwechslungsreicher und Ihr könnt gleich zwei kleine Reisen durch den Niederrhein mit mir unternehmen. Also schaut zuerst mit mir hinauf in die Baumkronen und anschließend werfen wir gemeinsam einen Blick auf eine alte niederrheinische Redewendung.


12tel-Blick - Juni / Ein Wipfelbild


Heute mache ich wieder bei der "12tel Blick"-Fotoaktion von Eva Fuchs mit. Wie Ihr vielleicht wisst, habe ich mir dafür den Blick aus dem Kinderzimmerfenster in unseren Garten ausgesucht. Zwar sieht man dort nur die Wipfel unserer altehrwürdigen Bäume, doch genau dieser Blick begleitet mich schon seit vielen Jahren. Für das Projekt habe ich mich übrigens für ein anderes Bildformat entschieden. Um den Garten in seiner ganzen Breite zu zeigen, gefällt mir das Querformat einfach besser. 

Im Juni ist aus meinem Wipfelblick ein grünes Dach geworden. Wo im Frühjahr noch einzelne Zweige den Himmel freigaben, haben sich die Baumkronen inzwischen zu einem dichten Blättermeer geschlossen. Nur noch vereinzelt blitzt das Blau des Himmels hindurch. Stattdessen tanzt das Sonnenlicht in unzähligen Grüntönen durch die Blätter und der Wind lässt die Kronen sanft rauschen. Gerade in den vergangenen Hitzetagen habe ich diesen Blick besonders geschätzt. Während draußen Temperaturen von weit über 30 Grad herrschten, wirkten die hohen Bäume wie eine schützende Oase. Wenn der Wind durch die Wipfel strich und die Blätter rauschten, fühlte ich mich jedes Mal ein wenig wie am Meer. Genau dieses Rauschen liebe ich. Es schenkt mir Ruhe und lässt die Hitze für einen Moment vergessen. Genau deshalb mag ich meinen 12tel Blick so sehr. Er zeigt nicht nur, wie sich die Natur im Laufe eines Jahres verändert, sondern erinnert mich auch daran, wie gut uns Bäume tun. Sie schenken Schatten, kühlen ihre Umgebung und machen selbst heiße Sommertage ein wenig erträglicher.

Randnotiz Juni 2026: Der Juni wird vielen wohl als einer der heißesten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in Erinnerung bleiben. Am Niederrhein kletterten die Temperaturen an mehreren Tagen deutlich über die 35-Grad-Marke. Umso dankbarer bin ich für unseren alten Baumbestand. Gerade in Zeiten wie diesen spürt man, wie wertvoll große Bäume für Mensch, Tier und Klima sind.



Juli - Ein niederrheinischer Jahreszeiten-Begleiter



"Juli is Hee-tied, de Sünn brennt op de Kopp, aver dat Hee mutt dröge."
Übersetzung: "Juli ist Heuzeit, die Sonne brennt auf den Kopf, aber das Heu muss trocknen."

Der Juli steht ganz im Zeichen der Heu- und oft schon der Getreideernte. Die Arbeit auf den Wiesen und Feldern ist schwer, staubig und heiß, doch sie duldet keinen Aufschub: Das Gras muss bei Sonnenschein trocknen, bevor Regen es verdirbt. Die Redewendung spiegelt diesen Widerspruch: körperliche Anstrengung in der Sommerhitze und gleichzeitig die Erleichterung, wenn das Heu endlich eingefahren ist. Für die Tiere bedeutete es Futter für den Winter. In früheren Zeiten eine Frage des Überlebens.

Herkunft: Mündlicher Gebrauch am Niederrhein seit dem 19. Jahrhundert.

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Willkommen zu meinem Jahreszeiten-Begleiter

Mit dieser Reihe möchte ich Euch die traditionellen Monatsreden und Sprüche vom Niederrhein näherbringen. Sie erzählen von Wetter, Natur, Landwirtschaft und dem Leben vergangener Generationen. Jeden Monat stelle ich Euch eine mundartliche Redewendung vor, übersetze sie ins Hochdeutsche und erkläre ihren Ursprung und ihre Bedeutung. Vielleicht habt Ihr ja Lust, mich ein Jahr lang durch die niederrheinischen Jahreszeiten zu begleiten.