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Donnerstag, 10. September 2026

Zwischen Tomaten, Hühnern und scharfen Peperoni (oder "Plausch am Gartenzaun!")


Unser drittes Gartenjahr bei den Hochbeeten geht langsam zu Ende. Gleich am Anfang wird klar, dass die Gurkenpflanzen ihre Aufgabe ziemlich ernst genommen haben. Unsere Gurkenernte war reichlich und so manches Mal wussten wir schon gar nicht mehr, wohin mit all den Gurken. Ein paar Schritte weiter sieht es bei der Kapuzinerblüte ganz anders aus. Hier hätten wir uns ehrlich gesagt ein bisschen mehr gewünscht, denn die Blüte fiel in diesem Jahr eher spärlich aus. Dafür hatten wir jede Menge Freude an unserem Neuseelandspinat. Der hat uns richtig gut geschmeckt. Allerdings offenbar nicht nur uns, denn irgendwann war er einfach weg. Irgendwer hatte ihn komplett verputzt. Wer sich da bedient hat, wissen wir bis heute nicht. Unsere fröhliche Hühnerbande kann es jedenfalls nicht gewesen sein, denn die Hochbeete sind tabu. So brav, wie sie sind, wusseln sie höchstens drumherum. Und dann kommen wir zu unserem kleinen Platzproblem. Die Humboldttomate hat sich nämlich nicht mit einem bisschen Raum zufriedengegeben, sondern inzwischen ein ganzes Hochbeet erobert. Unglaublich, wie sich diese Pflanze ausbreitet. Sie wächst und wächst und scheint dabei keinerlei Rücksicht darauf zu nehmen, dass ihr eigentlich nur ein Hochbeet zugedacht war. Dafür hängen jede Menge Tomaten an der Pflanze und entschädigen uns für ihren ausgeprägten Platzbedarf. Auch die Buschtomate "Black Puky" trägt fleißig und schenkt uns immer wieder ihre dunklen Früchte. Genau wie die Snacktomate "Sweet Falls". Die kleinen Tomätchen sind so winzig, dass wir sie eigentlich gar nicht erst in die Ernteschüssel legen, sondern jedes Mal direkt in den Mund stecken. Tomatigsüß, einfach lecker! Und dann sind da noch unsere Kirsch-Peperoni. Schon beim Näherkommen fällt auf, wie voll die Pflanzen hängen. Eine kleine rote Peperoni neben der anderen, dicht an dicht, und insgesamt eine richtig üppige Ernte. Eigentlich sehen die kleinen Dinger ja ziemlich harmlos aus. Das ändert sich allerdings spätestens nach der ersten Kostprobe. Mein Göttergatte hat probiert und rief dabei sehr überrascht: "Boah, die sind aber scharf. Die haben bestimmt eine Schärfe von 8 bis 10!" Sein Gesichtsausdruck auf dem Foto passt jedenfalls ganz hervorragend zu dieser Einschätzung... lach! Da steckt ordentlich Feuer drin und wir sind uns noch nicht ganz sicher, was wir mit dieser Menge anfangen werden. Deshalb meine Frage an Euch: Hat jemand von Euch Erfahrung mit Kirsch-Peperonis und vielleicht eine gute Idee oder ein Lieblingsrezept dafür? Wir sind für jeden Tipp dankbar und wer weiß, vielleicht findet sich ja unter Euren Vorschlägen genau das Richtige für unsere kleine scharfe Ernte.

Liebe Gartengrüße, Nicole


Herzlich willkommen zum neunten Plausch am Gartenzaun und unserem Gartenzaunplausch im Sommermodus. Auch in den kommenden Wochen freue ich mich wieder über alles, was das Herz ein bisschen grüner macht: Gartenmomente, Blüten, Tiere, Naturbeobachtungen, Selbstgemachtes oder einfach schöne Augenblicke draußen. Macht es Euch gemütlich, schaut Euch in aller Ruhe um und entdeckt viele wunderbare Beiträge. Wenn Ihr mögt, verlinkt gern Euren passenden Blogbeitrag weiter unten. Die Linkparty bleibt den gesamten August geöffnet, sodass Ihr ganz entspannt vorbeischauen und Eure sommerlichen Gartenmomente mit uns teilen könnt. Ich wünsche Euch viel Freude beim Stöbern und freue mich schon jetzt auf alles, was Ihr in den kommenden Wochen mit an den Gartenzaun bringt.

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Dienstag, 25. August 2026

Reneklodenzeit (oder "Kleine Erden aus dem Weltall!)


Staunend stehe ich vor einem etwa zwei Meter hohen, noch unscheinbaren Gebüsch direkt neben unserer riesigen Korea-Tanne (die jahrelang eine Sitka-Fichte war). Der wilde Strauch ist über und über mit kleinen grünen Pflaumen behangen. Klein und rund hängen sie zwischen den länglichen Blättern und sehen mit ihrer grünen Schale und dem mehligen, matt salbeigrünen Reif tatsächlich ein bisschen aus wie winzige Erden aus dem Weltall. Jede einzelne scheint ihre eigene kleine Landkarte zu tragen und ich muss unwillkürlich lächeln. Flink laufe ich die Hoftreppe hinauf ins Büro, wo mein Göttergatte im Homeoffice arbeitet. "Komm schnell mit!", rufe ich ihm schon aus der Küche entgegen, "Ich habe etwas ganz wunderbares entdeckt. Wir haben Renekloden im Garten!". "Wir haben was?!", mein Göttergatte sieht mich verdutzt an. "Renekloden!", wiederhole ich ungeduldig, "Kleine grüne Pflaumen! Es ist eine historische Obstsorte und sie ist ganz von alleine in unseren Garten gekommen. Ist das nicht toll?!". Mein Göttergatte sieht mich breit grinsend an. "Na, dann los. Jetzt bin ich gespannt!". Und dann stehen wir auch schon vor dem unscheinbaren Gewächs. Die kleinen grünen Pflaumen hängen prall an den Zweigen und laden direkt zum Pflücken ein. "Mmmmh! Sind die lecker.". mein Göttergatte und ich sind uns sofort einig. Süß, saftig und wunderbar aromatisch, mit einem Geschmack, der nach Spätsommer schmeckt und gleichzeitig etwas wunderbar Nostalgisches in sich trägt. "Wir haben Renekloden!", wiederhole ich leise und betrachte zufrieden meine Entdeckung. Zwischen den Blättern schimmern sie geheimnisvoll blaugrün und wenn die Augustsonne durch das Laub fällt, wirken die kleinen Kugeln fast wie winzige Planeten. Ich kann mich kaum entscheiden, ob ich lieber ernten oder einfach nur davorstehen und schauen möchte. Natürlich gewinnt am Ende die Ernte. Also machen sich der Göttergatte und ich ans Pflücken. Eine nach der anderen wandert in unsere alte Emailleschüssel und zwischendurch verschwindet natürlich immer mal wieder eine direkt in unserem Mund. Ein bisschen Pflückglück muss schließlich sein.


Renekloden gehören zu den alten Kulturformen der Pflaume und werden schon seit Jahrhunderten in unseren Gärten angebaut.  Der Name "Reneklode" (oder Reineclaude) geht direkt auf die französische Königin Claudia de France (Reine Claude, 1499–1524) zurück. Sie war die Ehefrau von König Franz I. und liebte diese süßen Früchte in ihren Schlossgärten so sehr, dass die Obstsorte ihr zu Ehren benannt wurde. Und vielleicht ist unsere kleine Reneklode tatsächlich ein Stück Gartengeschichte, denn direkt neben unserem Garten stand ein alter Pflaumenbaum, dessen freundlicher Besitzer leider vor ein paar Jahren verstorben ist und der selbst ebenfalls eingegangen ist. Vielleicht hat er uns noch einen kleinen Ausläufer herübergeschickt. Ein kleiner grüner Nachkomme eines alten Baumes, der nun bei uns weiterwächst. Irgendwie gefällt mir dieser Gedanke sehr. 

Donnerstag, 6. August 2026

Gurkenfreude im Garten (oder "Plausch am Gartenzaun!")


Morgens noch ganz in der Frühe stehe ich ganz hinten im Garten und betrachte unsere Hochbeete. Besonders die Gurke macht mir Freude. Der Tau glitzert zart auf den leicht wehrhaften Blättern und zwischen dem satten, lebendigen Grün entdecke ich die ersten kleinen, unscheinbaren Gurkenknospen. Ganz behutsam hängen sie an den schlanken Ranken, als wollten sie sich noch ein wenig verstecken, und doch weiß ich, wie in ihnen das ganze Versprechen des Sommers schlummert. Ein paar Tage später öffnen sich die leuchtend gelben Blüten, während geschäftige Bienen und summende Hummeln vorbeischwirren, denn plötzlich wächst da etwas, erst winzig, zart und zerbrechlich, dann immer praller und saftiger, bis die Gurken ihre typische, knackige Form annehmen. Es ist ein kleines, wundersames Gartenwunder, wie schnell aus der zarten Knospe eine frische, knackige Frucht wird, stelle ich staunend fest und mache mich daran die ersten reifen Gurken ernten. Vorsichtig drehe ich sie behutsam vom Stiel, höre das leise, zarte Knacken und atme tief den frischen, sommerlichen Duft ein. Schon warm von der milden Morgensonne lege ich sie in meine alte, angeschlagene Emailleschüssel. So schlicht und doch so schön, ein kleines Sommerglück. Ob ich gleich eine als knackigen Snack direkt vom Beet genieße oder später beide in einem bunten Salat anrichte, weiß ich noch nicht. Aber bei einem bin ich mir sicher: selbstgezogene Gurken schmecken für mich einfach unvergleichlich. 

Liebe Gartengrüße, Nicole


Herzlich willkommen zum neunten Plausch am Gartenzaun und unserem Gartenzaunplausch im Sommermodus. Auch in den kommenden Wochen freue ich mich wieder über alles, was das Herz ein bisschen grüner macht: Gartenmomente, Blüten, Tiere, Naturbeobachtungen, Selbstgemachtes oder einfach schöne Augenblicke draußen. Macht es Euch gemütlich, schaut Euch in aller Ruhe um und entdeckt viele wunderbare Beiträge. Wenn Ihr mögt, verlinkt gern Euren passenden Blogbeitrag weiter unten. Die Linkparty bleibt den gesamten August geöffnet, sodass Ihr ganz entspannt vorbeischauen und Eure sommerlichen Gartenmomente mit uns teilen könnt. Ich wünsche Euch viel Freude beim Stöbern und freue mich schon jetzt auf alles, was Ihr in den kommenden Wochen mit an den Gartenzaun bringt.


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Dienstag, 14. Juli 2026

Wo der Sommer nach Korn duftet

Noch ist es keine zehn Uhr, doch schon jetzt flimmert die Luft über den weiten Feldern des Dachsbruchs. Hand in Hand gehen mein Göttergatte und ich den vertrauten Feldweg entlang, während Julie ein paar Schritte vor uns neugierig von Duftspur zu Duftspur schnüffelt. Kein Wölkchen zeigt sich am tiefblauen Himmel und die Sonne brennt bereits unerbittlich auf den Niederrhein herab. Es verspricht einer jener Sommertage zu werden, an denen selbst der Schatten kaum noch Abkühlung schenkt. Links und rechts begleiten uns weizenblonde Getreidefelder. Die schweren Ähren neigen sich sanft im kaum spürbaren Morgenwind. Gleich daneben hat die Ernte bereits begonnen. Lockere Schnittschwaden liegen auf den Stoppelfeldern und hier und da ruhen große Rundballen in der prallen Julisonne. Alles wirkt still und beinahe schläfrig, als würde die Landschaft ihre Kräfte für die Hitze des Tages sammeln. Der Feldweg unter unseren Füßen ist längst versandet. Jeder Schritt wirbelt feinen Staub auf, der sich wie ein heller Schleier wieder über den Boden legt. Kein Regentropfen hat ihn seit Tagen gebunden. Der warme Duft nach reifem Korn liegt schwer in der Luft. Für mich riecht der Hochsommer am linken Niederrhein genau so. Unwillkürlich kneife ich die Augen gegen die Sonne etwas zusammen und streiche mir eine lockige Haarsträhne aus dem Gesicht. Im Vorbeigehen streife ich eine der schweren Ähren. Ein paar reife Körner lösen sich und fallen lautlos zwischen die trockenen Halme. Mich berührt dieser ewige Kreislauf des Lebens jedes Jahr aufs Neue. Nichts bleibt, wie es ist, und gerade darin liegt eine tröstliche Beständigkeit. In der Ferne laufen Hasen über die Stoppelfelder und knapp darüber ziehen rufend ein paar Mehlschwalben ihre Kreise. Es ist einer dieser Morgen, an denen man schon früh ahnt, dass der Tag glühend heiß werden wird. Erst weit hinten am Horizont schieben sich langsam ein paar Wolken zusammen. Ein zartes Lüftchen streicht über die Felder und bringt die biegsamen Ähren zum Tanzen. Mein Göttergatte lächelt mich an und auch Julie hebt kurz den Kopf in den Wind. Vielleicht bringen die Wolken ein paar Tropfen Regen. Vielleicht ziehen sie aber auch einfach nur vorbei. Wir gehen schweigend weiter und genießen diesen stillen Sommermorgen, bevor die Hitze den Niederrhein wieder fest in ihren Händen hält.