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Sonntag, 1. November 2026

Oktober im Wipfelblick und November op Platt

 

Heute mache ich wieder bei der "12tel Blick"-Fotaktion von Eva Fuchs mit. Wie Ihr vielleicht wisst, habe ich mir dafür den Blick aus dem Kinderzimmerfenster in unseren Garten ausgesucht. Zwar sieht man dort nur die Wipfel unserer altehrwürdigen Bäume, doch genau dieser Blick begleitet mich schon seit vielen Jahren. Für das Projekt habe ich mich übrigens für ein anderes Bildformat entschieden. Um den Garten in seiner ganzen Breite zu zeigen, gefällt mir das Querformat einfach besser.

Mein Oktoberblick entstand Mitte des Monats, als der Wilde Wein noch in leuchtendem Rot erstrahlte und die Birken ihre Blätter weitgehend trugen. Der kräftige Farbkontrast zwischen dem feurigen Rot des Weins und dem Grün der übrigen Baumkronen machte diesen Anblick für mich besonders reizvoll. Doch inzwischen hat sich das Bild völlig verändert. Der Sturm am letzten Wochenende hat ganze Arbeit geleistet. Vom einst so prächtigen Blätterkleid des Wilden Weins ist kaum noch etwas übrig und auch die Birken stehen nahezu kahl da. Das Laub liegt verstreut im Garten, dazu kommen trockene Äste, die der Wind von den Bäumen gerissen hat. Eine schöne Überraschung gibt es allerdings: Die Trauben des Wilden Weins hängen noch immer an den kahlen Ranken. Stare, Amseln und andere gefiederte Gartenbesucher lassen sich die süßen Früchte schmecken und machen sich über die verbliebene Ernte her. So ist der Wilde Wein zwar seines bunten Blätterkleides beraubt, doch an seinen Früchten herrscht noch reger Betrieb. Mein Wipfelblick hält deshalb einen herbstlichen Augenblick fest, der inzwischen schon wieder Vergangenheit ist, während sich im Garten bereits die nächste kleine Naturgeschichte abspielt.

Randnotiz Oktober 2026: Der Oktober bescherte uns am linken Niederrhein zunächst ungewöhnlich milde Temperaturen und viele goldene Herbsttage. Zum Monatsende sorgten die Sturmtiefs Luise (23./24. Oktober) und Manja (24./25. Oktober) mit kräftigen Regenfällen und stürmischen Böen für einen abrupten Wetterwechsel. Der Rhein führte trotz der Niederschläge weiterhin wenig Wasser. Ein Monat zwischen goldenem Herbstlicht, stürmischen Tagen und den letzten Spuren der sommerlichen Trockenheit.




November - Ein niederrheinischer Jahreszeiten-Begleiter



"Hätt Sent Märte en witte Baart, weed dä Winter lang un haart."
Übersetzung: "Hat Sankt Martin einen weißen Bart, wird der Winter lang und hart."

Der Martinstag am 11. November liegt mitten im Übergang vom Herbst zum Winter. Die Tage werden kürzer, die Nächte kälter und der erste Frost lässt sich mancherorts bereits auf Wiesen und Feldern entdecken. Wenn sich Reif wie ein weißer Bart auf die Landschaft legt, erinnert das an die alte Bauernregel rund um Sent Märte. Der weiße Bart steht sinnbildlich für Kälte und Frost, während der lange und harte Winter die Sorge der Menschen vor einer entbehrungsreichen Jahreszeit widerspiegelt. Früher war ein strenger Winter für die Menschen auf dem Land eine besondere Herausforderung. Vorräte mussten reichen, Tiere brauchten Schutz und Holz zum Heizen musste bereitliegen.

Herkunft: Alter niederrheinischer Wetterspruch aus der mündlichen Überlieferung.


Van Hart’n willkamen bi mi!
Dat Niköleken


Verlinkt: "Unser Jahresprojekt" von Andrea, *Mein Freund der Baum* von Astrid,

Mittwoch, 30. September 2026

September im Wipfelblick und Oktober op Platt


Heute mache ich wieder bei der "12tel Blick"-Fotaktion von Eva Fuchs mit. Wie Ihr vielleicht wisst, habe ich mir dafür den Blick aus dem Kinderzimmerfenster in unseren Garten ausgesucht. Zwar sieht man dort nur die Wipfel unserer altehrwürdigen Bäume, doch genau dieser Blick begleitet mich schon seit vielen Jahren. Für das Projekt habe ich mich übrigens für ein anderes Bildformat entschieden. Um den Garten in seiner ganzen Breite zu zeigen, gefällt mir das Querformat einfach besser.

Mein Septemberblick ist noch immer grün, doch die Baumkronen wirken inzwischen deutlich dunkler. Der Wilde Wein rahmt den Blick nach oben weiterhin mit seinen Blättern ein und lässt den Herbst hier noch kaum erahnen. Anders sieht es beim Ahorn aus. Seine Blätter fallen bereits, allerdings nicht in leuchtenden Herbstfarben. Sie lösen sich kraftlos und noch grün vom Baum. Auch die Tanne bleibt spärlich und erinnert daran, wie sehr die Trockenheit den Garten in diesem Jahr gefordert hat. Von goldenem oder rotem Herbstlaub ist dagegen noch kaum etwas zu sehen. Selbst Ende September hält sich das Grün hartnäckig und bei fast 29 Grad fühlt sich der Herbst noch ziemlich weit entfernt an. Mein Wipfelblick zeigt also weiterhin viel Grün, doch es ist ein Grün, das inzwischen deutlich von diesem außergewöhnlich trockenen Sommer erzählt.

Randnotiz September 2026: Auch der September blieb am Niederrhein viel zu trocken. Der Regen fehlte und der Rheinpegel in Duisburg-Ruhrort sank Ende des Monats erneut auf einen historischen Tiefstand. Gleichzeitig brachte uns der September noch einmal fast 30 Grad. Garten und Natur warten deshalb weiterhin sehnsüchtig auf Regen. Der Herbst darf gerne kommen, am liebsten mit ausgiebigem Landregen.


Oktober - Ein niederrheinischer Jahreszeiten-Begleiter




"Je fröüher dat Louw em Oktober fällt, je frochtbarer wet dat nöchste Johr."
Übersetzung: "Je früher das Laub im Oktober fällt, desto fruchtbarer wird das nächste Jahr."

Der Oktober bringt die ersten deutlichen Zeichen des Herbstes: Die Blätter färben sich und fallen von den Bäumen, während die Tage kürzer und die Nächte kühler werden. Die alte Wetterregel verbindet das fallende Laub mit der Hoffnung auf ein fruchtbares kommendes Jahr. Es ist die Zeit, in der die letzten Früchte geerntet, die Gärten auf den Winter vorbereitet und die Felder für die kommende Ruhezeit zurückgelassen werden. Gleichzeitig zeigt sich die Natur noch einmal in ihrer ganzen Farbenpracht, bevor das Gartenjahr langsam zur Ruhe kommt.

Sonntag, 30. August 2026

August im Wipfelblick und September op Platt


Heute mache ich wieder bei der "12tel Blick"-Fotaktion von Eva Fuchs mit. Wie Ihr vielleicht wisst, habe ich mir dafür den Blick aus dem Kinderzimmerfenster in unseren Garten ausgesucht. Zwar sieht man dort nur die Wipfel unserer altehrwürdigen Bäume, doch genau dieser Blick begleitet mich schon seit vielen Jahren. Für das Projekt habe ich mich übrigens für ein anderes Bildformat entschieden. Um den Garten in seiner ganzen Breite zu zeigen, gefällt mir das Querformat einfach besser.

Mein Augustblick wirkt auf den ersten Blick noch immer wunderbar grün und sommerlich. Der wilde Wein hat sich von der Hitze offenbar wenig beeindrucken lassen und rankt weiterhin munter ins Fenster hinein. Auch die übrigen Baumkronen vermitteln zunächst den Eindruck eines üppigen Sommergartens. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich allerdings, dass dieser Sommer seine Spuren hinterlassen hat. Besonders die Korea Tanne fällt inzwischen auf. Sie hat viele Nadeln verloren und wirkt dadurch deutlich spärlicher und beinahe etwas durchsichtig. Auch der Ahorn hat bereits Blätter abgeworfen. Im gesamten Garten sieht es leider noch deutlicher aus. Viele kleinere Gehölze wie Schmetterlingsflieder, Vogelbeeren, Holunder und Haselnuss sind vertrocknet. Auch die junge Walnuss und Eiche haben unter der großen Hitze und Trockenheit sehr gelitten. Auf meinem kleinen Ausschnitt aus dem Kinderzimmerfenster ist davon zum Glück kaum etwas zu erkennen. Vielleicht ist genau das das Spannende an meinem 12tel Blick: Ein Foto erzählt nur einen kleinen Teil der Geschichte. Unter den grünen Wipfeln liegt ein Garten, der in diesem Sommer ordentlich kämpfen musste. Und deshalb hoffe ich jetzt schon sehr auf die nächste Veränderung. Ich warte sehnsüchtig auf den Herbst. Auf kühlere Tage, Regen, Nebel und das erste bunte Laub. Ich bin gespannt, wie mein vertrauter Wipfelblick aussehen wird, wenn sich das Grün langsam in Gold, Rot und Braun verwandelt.

Randnotiz August 2026: Der August hat uns am linken Niederrhein noch einmal ordentlich gefordert. Mitte des Monats kletterten die Temperaturen auf etwa 35 Grad. Gleichzeitig führte der Rhein außergewöhnlich wenig Wasser: Am 17. August fiel der Pegel in Duisburg Ruhrort auf nur 126 Zentimeter, bei einem langjährigen Mittelwasserstand von rund 426 Zentimetern. Kein Wunder, dass auch unser Garten unter der Hitze und Trockenheit gelitten hat. Umso dankbarer bin ich für unseren alten Baumbestand, der uns Schatten und ein angenehmeres Gartenklima schenkt. 





September - Ein niederrheinischer Jahreszeiten-Begleiter



"September bréngk de eerste Damp, morjens liggt de Növel op de Acker."
Übersetzung: "Der September bringt den ersten Dampf, morgens liegt der Nebel auf den Feldern."

Der September leitet den Herbst ein: Kühleren Nächten stehen tagsüber oft noch milde Temperaturen gegenüber, sodass sich morgens Nebel über Wiesen und Felder legt. Die Redewendung beschreibt dieses typische Bild sehr genau. Es ist die Zeit, in der Äpfel und Birnen reifen und die letzten Feldarbeiten vor dem Winter erledigt werden. Gleichzeitig spürt man, dass die helle Jahreszeit sich langsam verabschiedet.

Verlinkt: "Unser Jahresprojekt" von Andrea, *Mein Freund der Baum* von Astrid,

Sonntag, 2. August 2026

Juli im Wipfelblick und August op Platt


Heute mache ich wieder bei der "12tel Blick"-Fotaktion von Eva Fuchs mit. Wie Ihr vielleicht wisst, habe ich mir dafür den Blick aus dem Kinderzimmerfenster in unseren Garten ausgesucht. Zwar sieht man dort nur die Wipfel unserer altehrwürdigen Bäume, doch genau dieser Blick begleitet mich schon seit vielen Jahren. Für das Projekt habe ich mich übrigens für ein anderes Bildformat entschieden. Um den Garten in seiner ganzen Breite zu zeigen, gefällt mir das Querformat einfach besser.

Im Juli zeigt sich mein 12tel Blick auf den ersten Blick fast unverändert. Die Baumkronen stehen nun in ihrem vollsten Sommerkleid und bilden ein dichtes grünes Dach, das den Garten umschließt. Doch während die Bäume selbst kaum Veränderungen erkennen lassen, spielt in diesem Monat der Himmel die Hauptrolle. An diesem Abend verwandelte die untergehende Sonne den Horizont in ein leuchtendes Gemälde aus Gold, Apricot und zarten Rosatönen. Die mächtigen Baumriesen hoben sich als dunkle Silhouetten davon ab und wirkten fast wie eine Kulisse. Solche Augenblicke dauern oft nur wenige Minuten und doch bleiben sie lange in Erinnerung. Ich liebe diese stillen Sommerabende, wenn der Tag langsam zur Ruhe kommt, die Luft endlich etwas kühler wird und nur noch das leise Rauschen der Blätter zu hören ist. Dann wird mir jedes Mal bewusst, wie viel Glück wir mit unserem alten Baumbestand haben. Er schenkt uns nicht nur Schatten an heißen Tagen, sondern auch unzählige kleine Naturmomente, die man im Alltag viel zu leicht übersieht. Genau deshalb mag ich meinen 12tel Blick so sehr. Er zeigt nicht nur, wie sich die Natur im Laufe eines Jahres verändert, sondern hält auch diese flüchtigen Stimmungen fest, die sich niemals wieder genauso wiederholen.

Randnotiz Juli 2026: Nach dem außergewöhnlich heißen Juni fühlte sich der Juli fast wie eine kleine Verschnaufpause an. Die Bäume standen nun in ihrem dichtesten Sommergrün und bildeten ein schützendes Blätterdach. Besonders an den langen Sommerabenden, wenn sich der Himmel in warme Orange-, Apricot- und Rosatöne färbte, wurde mein 12tel Blick zu einem Ort, an dem ich den Tag gerne ausklingen ließ. Leider machte der Himmel seine Versprechen nur selten wahr. Immer wieder zogen dunkle Wolken auf, doch unsere kleine Stadt ging meist leer aus. So blieb die Hoffnung auf ergiebigen Sommerregen auch im Juli unerfüllt.



August - Ein niederrheinischer Jahreszeiten-Begleiter



"August is Früchtetied, de Sünn steiht heet op de Äcker, un dat, wat reif is, witt inholt."
Übersetzung: "August ist Fruchtzeit, die Sonne steht heiß über den Feldern, und alles, was reif ist, wird eingebracht."

Der August steht ganz im Zeichen der Ernte von Obst, Beeren, Kartoffeln und vielem, was in Gärten und auf den Feldern gewachsen ist. Jetzt zeigt sich, was der Sommer hervorgebracht hat: Die Arbeit der letzten Monate wird sichtbar und die Ernte will bei gutem Wetter eingebracht werden, bevor Regen oder Kühle sie gefährden. Die Redewendung spiegelt diese Zeit der Reife und des Sammelns wieder: Einerseits ist der August noch ein warmer Sommermonat, andererseits liegt schon der erste Hauch von Spätsommer in der Luft. Für die Menschen auf dem Land bedeutete er Fülle, aber auch Arbeit und Verantwortung.

Herkunft: Mündlicher Gebrauch am Niederrhein seit dem 19. Jahrhundert.


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Willkommen zu meinem Jahreszeiten-Begleiter

Mit dieser Reihe möchte ich Euch die traditionellen Monatsreden und Sprüche vom Niederrhein näherbringen. Sie erzählen von Wetter, Natur, Landwirtschaft und dem Leben vergangener Generationen. Jeden Monat stelle ich Euch eine mundartliche Redewendung vor, übersetze sie ins Hochdeutsche und erkläre ihren Ursprung und ihre Bedeutung. Vielleicht habt Ihr ja Lust, mich ein Jahr lang durch die niederrheinischen Jahreszeiten zu begleiten.

Verlinkt: "Unser Jahresprojekt" von Andrea, *Mein Freund der Baum* von Astrid,

Dienstag, 21. Juli 2026

Ein schattiges Plätzchen


Es ist einer dieser sonntäglichen Sommertage, an denen schon am frühen Morgen klar ist, dass die größte Anstrengung des Tages darin bestehen wird, ein gemütliches Plätzchen im Schatten zu finden. Nach meinem ersten Kaffee und einer kleinen Aufräumrunde in der Küche schnappe ich mir mein Buch und ein Handtuch. Die wenigen Stufen führen hinunter in den Hof. Vorbei am Himbeergärtchen und dem alten Gartenschuppen führt mein Weg wie von selbst in die Gartenmitte. Zwischen der hoch aufragenden, weißstämmigen Birke und dem großen Ahorn öffnet sich der Blick. Jedes Mal bleibe ich einen kleinen Moment stehen. Ich weiß nicht, ob es die Weite ist, das leise Plätschern des Mühlsteinbrunnens oder einfach das Gefühl, angekommen zu sein. Wahrscheinlich ist es von allem ein bisschen. Die Sonne steht noch tief genug, dass die Birke einen langen Schatten über den Rasen wirft. Später übernimmt die mächtige Sitka-Fichte diese Aufgabe. Selbst an heißen Tagen findet sich hier fast immer ein schattiges Plätzchen. Bevor ich es mir gemütlich mache, geht es erst einmal ins Wasser. Das gehört für mich zu einem Sommertag einfach dazu. Mit meiner Schwimmleine kann ich sogar in unserem runden Pool meine Bahnen ziehen. Während ich durchs angenehm kühle Wasser gleite, ziehen hoch oben die Mauersegler ihre rasanten Kreise. Aus der Vogelhecke erklingt das vielstimmige Konzert der Gartenvögel und irgendwo plätschert unermüdlich der Brunnen. Nach einer guten halben Stunde steige ich erfrischt aus dem Pool. Inzwischen ist der Schatten ein Stück weitergewandert. Genau dort, unter der alten Eiche neben dem Mühlsteinbrunnen, steht meine Rattanliege. Ein weiches Plaid, ein bequemes Kissen, ein kühles Getränk auf dem kleinen Zinktisch und natürlich mein Buch warten schon auf mich. Kaum habe ich es mir bequem gemacht, lässt sich auch Julie mit einem zufriedenen Seufzer im Gras zu meinen Füßen nieder. Für einen kurzen Moment schaut sie mich an, als wollte sie sich vergewissern, dass wir heute nirgendwo mehr hinmüssen. Mein Herz geht jedes Mal auf, wenn ich mein bereits betagtes Hundmädchen anschaue. Mittlerweile ist ihre Schnauze schon ganz weiß geworden. Viel gelesen wird allerdings nicht. Immer wieder wandert mein Blick über den Garten. Der gewaltige Rhododendron bildet mit seinem satten Grün einen wunderbaren Hintergrund für den Brunnen. Hinter dem Pool steht der rustikale Holzpavillon. Dahinter beginnt der wilde Gartenteil, der im Sommer fast ein wenig verwunschen wirkt. Eine Libelle schwebt über das Wasser. Die Mauersegler jagen mit unglaublicher Geschwindigkeit über den Himmel. Ein leichter Wind fährt durch die Blätter der Birke und später übernimmt die Sitka-Fichte das leise Rauschen. Ich blättere eine Seite um, nehme einen Schluck von meinem Getränk und schaue wieder hinaus. Am Ende habe ich wahrscheinlich mehr in den Garten als in mein Buch geschaut. Es sind es genau diese Sonnentage, die den Sommer ausmachen. Ein paar Bahnen im Pool, ein schattiges Plätzchen unter der alten Eiche und ganz viel Zeit, die einfach verstreichen darf.

Himbeerlimonade mit Zitronenminze

Zutaten (für ca. 1 Liter)

  • 250 g frische Himbeeren
  • 1 Bio-Zitrone
  • 2–3 EL Honig oder Zucker (je nach Süße der Himbeeren)
  • 1 Handvoll Zitronenminze
  • 700 ml gut gekühltes Mineralwasser (mit oder ohne Kohlensäure)
  • einige Eiswürfel

Zubereitung

Die Himbeeren vorsichtig waschen und zusammen mit dem Honig oder Zucker in eine Schüssel geben. Mit einer Gabel oder einem Kartoffelstampfer zerdrücken. Den Saft der Bio-Zitrone auspressen und unterrühren. Die Zitronenminze leicht zwischen den Händen verreiben, damit sich ihr frisches Aroma entfaltet, und zu den Himbeeren geben. Alles etwa zehn Minuten ziehen lassen. Wer eine klare Limonade möchte, streicht das Fruchtpüree anschließend durch ein feines Sieb. Für eine rustikale Variante können die Kerne auch einfach mit ins Glas. Das Himbeerpüree auf Gläser oder eine Karaffe verteilen, mit Eiswürfeln füllen und mit gut gekühltem Mineralwasser aufgießen. Nach Belieben mit frischen Himbeeren, Zitronenscheiben und einigen Zweigen Zitronenminze garnieren.

Mein Tipp

Besonders aromatisch wird die Limonade, wenn sie vor dem Servieren etwa eine halbe Stunde im Kühlschrank durchziehen darf. So verbindet sich das fruchtige Aroma der Himbeeren wunderbar mit der feinen, zitronigen Frische der Minze. 

Sonntag, 5. Juli 2026

Juni im Wipfelblick und Juli op Platt

Guten Morgen, meine Lieben. Heute gibt es schon wieder eine kleine Neuerung auf meinem Blog. In den vergangenen Monaten sind einige meiner regelmäßigen Blogprojekte zusammengekommen und ich habe gemerkt, dass ich sie wunderbar in einem gemeinsamen Monatsbeitrag vereinen kann. Keine Sorge, jedes Projekt behält natürlich seinen eigenen Platz. Der 12tel Blick und mein Jahreszeiten-Begleiter bleiben zwei eigenständige Reihen. Sie ziehen lediglich gemeinsam durch den Monat. Ich finde, das macht den Beitrag abwechslungsreicher und Ihr könnt gleich zwei kleine Reisen durch den Niederrhein mit mir unternehmen. Also schaut zuerst mit mir hinauf in die Baumkronen und anschließend werfen wir gemeinsam einen Blick auf eine alte niederrheinische Redewendung.


12tel-Blick - Juni / Ein Wipfelbild


Heute mache ich wieder bei der "12tel Blick"-Fotoaktion von Eva Fuchs mit. Wie Ihr vielleicht wisst, habe ich mir dafür den Blick aus dem Kinderzimmerfenster in unseren Garten ausgesucht. Zwar sieht man dort nur die Wipfel unserer altehrwürdigen Bäume, doch genau dieser Blick begleitet mich schon seit vielen Jahren. Für das Projekt habe ich mich übrigens für ein anderes Bildformat entschieden. Um den Garten in seiner ganzen Breite zu zeigen, gefällt mir das Querformat einfach besser. 

Im Juni ist aus meinem Wipfelblick ein grünes Dach geworden. Wo im Frühjahr noch einzelne Zweige den Himmel freigaben, haben sich die Baumkronen inzwischen zu einem dichten Blättermeer geschlossen. Nur noch vereinzelt blitzt das Blau des Himmels hindurch. Stattdessen tanzt das Sonnenlicht in unzähligen Grüntönen durch die Blätter und der Wind lässt die Kronen sanft rauschen. Gerade in den vergangenen Hitzetagen habe ich diesen Blick besonders geschätzt. Während draußen Temperaturen von weit über 30 Grad herrschten, wirkten die hohen Bäume wie eine schützende Oase. Wenn der Wind durch die Wipfel strich und die Blätter rauschten, fühlte ich mich jedes Mal ein wenig wie am Meer. Genau dieses Rauschen liebe ich. Es schenkt mir Ruhe und lässt die Hitze für einen Moment vergessen. Genau deshalb mag ich meinen 12tel Blick so sehr. Er zeigt nicht nur, wie sich die Natur im Laufe eines Jahres verändert, sondern erinnert mich auch daran, wie gut uns Bäume tun. Sie schenken Schatten, kühlen ihre Umgebung und machen selbst heiße Sommertage ein wenig erträglicher.

Randnotiz Juni 2026: Der Juni wird vielen wohl als einer der heißesten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in Erinnerung bleiben. Am Niederrhein kletterten die Temperaturen an mehreren Tagen deutlich über die 35-Grad-Marke. Umso dankbarer bin ich für unseren alten Baumbestand. Gerade in Zeiten wie diesen spürt man, wie wertvoll große Bäume für Mensch, Tier und Klima sind.



Juli - Ein niederrheinischer Jahreszeiten-Begleiter



"Juli is Hee-tied, de Sünn brennt op de Kopp, aver dat Hee mutt dröge."
Übersetzung: "Juli ist Heuzeit, die Sonne brennt auf den Kopf, aber das Heu muss trocknen."

Der Juli steht ganz im Zeichen der Heu- und oft schon der Getreideernte. Die Arbeit auf den Wiesen und Feldern ist schwer, staubig und heiß, doch sie duldet keinen Aufschub: Das Gras muss bei Sonnenschein trocknen, bevor Regen es verdirbt. Die Redewendung spiegelt diesen Widerspruch: körperliche Anstrengung in der Sommerhitze und gleichzeitig die Erleichterung, wenn das Heu endlich eingefahren ist. Für die Tiere bedeutete es Futter für den Winter. In früheren Zeiten eine Frage des Überlebens.

Herkunft: Mündlicher Gebrauch am Niederrhein seit dem 19. Jahrhundert.

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Willkommen zu meinem Jahreszeiten-Begleiter

Mit dieser Reihe möchte ich Euch die traditionellen Monatsreden und Sprüche vom Niederrhein näherbringen. Sie erzählen von Wetter, Natur, Landwirtschaft und dem Leben vergangener Generationen. Jeden Monat stelle ich Euch eine mundartliche Redewendung vor, übersetze sie ins Hochdeutsche und erkläre ihren Ursprung und ihre Bedeutung. Vielleicht habt Ihr ja Lust, mich ein Jahr lang durch die niederrheinischen Jahreszeiten zu begleiten.

Sonntag, 14. Juni 2026

Kunstvoll bemalte Stromkästen



Heute bin ich endlich bei Kirstens ("Lila-Laune-Träume") Stromkasten-Challenge mit dabei. Die Idee ihrer Stromkasten-Challenge gefällt mir nämlich schon so lange sehr, doch habe ich bisher noch nie bewusst Stromkästen entdecken können. Ganz anders als Kirsten, denn immer wieder zeigt sie uns, wie kreativ und liebevoll viele dieser unscheinbaren Kästen gestaltet werden. Als Kirsten dann sogar für mich recherchiert hat, in welcher nahegelegenen Stadt ich gute Chancen auf bemalte Stromkästen habe, konnte ich natürlich nicht widerstehen. Ganz lieben Dank dafür, Kirsten! Du bist ein Schatz! Also habe ich bei unserem Besuch in der Grafschaft Moers diesmal die Augen offen gehalten. Und was soll ich sagen? Ich wurde tatsächlich fündig. Gleich vierzehn verschiedene Motive habe ich entdeckt und natürlich auch direkt für Euch fotografiert. Zu entdecken gab es rote Kirschen vor einem himmelblauen Wolkenhimmel, eine Wespe (oder soll es eine Biene sein? Ich bin mir nicht sicher!) auf einer Blumenwiese und einen Feldhasen zwischen bunten Blüten, eine gemütliche Katze saß mit einer Tasse Tee zwischen Herbstblättern und auf einem weiteren Stromkasten blühten gleich drei verschiedene Blumen: eine blaue Iris, eine rosafarbene Rose und eine gelbe Lilie. Auch zwei turtelnde Stadttauben hatten ihren Platz gefunden und ein Saxophon sorgte für einen musikalischen Akzent. Sogar ein Marktstand mit Gemüse unter einer rot-weiß gestreiften Markise war dabei. Und stellt Euch vor: In der Auslage lagen sogar Kürbisse. Wie für mich gemacht! Außerdem entdeckte ich eine bunte Wiese mit Mohn, Korn- und Butterblumen sowie einem blauen Schmetterling. Zum Schluss begegneten mir noch zwei verführerische Cupcakes und ein Stromkasten, der mit Blättern in vielen verschiedenen Grüntönen gestaltet war. Am besten gefallen haben mir allerdings die beiden Hausgänse. Ihr wisst ja, wie gerne ich dieses Federvieh mag. Dass eine von ihnen sogar mit Taucherbrille auf Tauchstation ging, hat mich besonders zum Schmunzeln gebracht. Besonders froh war ich, dass mir so viele hübsche Naturmotive begegnet sind. Zwischen Blumen, Tieren und bunten Wiesen fühlte ich mich als Landei gleich ein bisschen heimischer und hatte große Freude beim Entdecken. Doch wisst Ihr was mich nachdenklich macht? Während ich die bunten Stromkästen in Moers fotografiert habe, musste ich an meine Heimatstadt denken. Dort wurden schon 2015 im Rahmen der Bewerbung zur Landesgartenschau zahlreiche Stromkästen bemalt. Damals sah das wunderschön aus. Heute haben viele Motive leider unter Wind und Wetter gelitten, sind übermalt oder überklebt worden und wirken nun nur noch verblasst und schmuddelig. So schade!! Umso mehr habe ich mich gefreut, in der Grafschaft Moers so viele farbenfrohe und gut erhaltene Kunstwerke zu entdecken. Eines schöner als das andere, findet Ihr nicht auch?!