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Freitag, 24. Juli 2026

Von Rainfarn und Wilder Möhre


Guten Morgen, meine Lieben! Wie schön, dass Ihr durch das Gartentor in unseren sonnigen Hof gekommen seid. Ich hole uns schnell etwas Kühles aus der Küche und dann machen wir es uns gemeinsam am alten Holztisch gemütlich. Die hellblau weiß karierte Tischdecke ist schon ausgebreitet und darauf steht meine hohe lindgrüne Emaillekanne, gefüllt mit Rainfarn und Wilder Möhre. Ein Überbleibsel vom letzten Sonntag. Ist das heute nicht herrlich? Die Sonne scheint und meint es heute richtig gut mit uns. Selbst hier im sonnigen Hof ist es angenehm mild. Ein laues Lüftchen streicht durch den Garten und bringt die feinen Dolden der Wilden Möhre immer wieder zum Tanzen. Auf der Tischdecke entsteht dabei ein wunderschönes Schattenspiel, das sich mit jeder kleinen Windbewegung verändert. Die Vögel singen, im Wilden Wein hinter uns summen Bienen und Hummeln, ein Schmetterling segelt gemächlich vorbei und über allem liegt das leise Rascheln der Blätter. Herrlich, oder?! Am vergangenen Sonntag wurde es bei uns im Hof gesellig, denn Oma hatte ihre beste Freundin mitgebracht. Während unser Großer am Grill stand, haben mein Göttergatte, unser Jüngster und ich den beiden quirligen Damen Gesellschaft geleistet. Es wurde erzählt, gelacht und die Zeit verging wie im Flug. Irgendwann verschwand unser Jüngster kurz im Haus und kam mit seinem Berufsschulzeugnis zurück. Eine Zwei und der ganze Rest Einsen. Ist das nicht toll?! Wir waren sind alle mächtig stolz auf ihn und seiner Oma war die Freude richtig anzusehen. Da ließ ein kleines Zeugnis- oder Urlaubsgeld natürlich nicht lange auf sich warten. Es war ein sehr vergnüglicher Nachmittag für die ganze Familie. Und stellt Euch vor! Am Montag hat es tatsächlich zum ersten Mal seit Wochen geregnet. Als ich später durch den Garten ging, musste ich allerdings laut seufzen. Auf dem trockenen Boden waren nur vereinzelt ein paar dunkle Flecken zu erkennen. Viel mehr war von dem Regen leider nicht geblieben. Für einen kurzen Moment roch die Luft herrlich nach Sommerregen und dann war schon wieder alles vorbei. Sogar zum Durchatmen war das für den trockenen Boden zu wenig. Ach, ja! Wenn ich Rainfarn und Wilde Möhre sehe, denke ich sofort an unsere Spaziergänge durch die Wiesen und Felder. Im Moment begleiten sie Julie und mich auf Schritt und Tritt. Ich freue mich jedes Mal über ihre schlichte Schönheit. Es müssen nicht immer die auffälligen Blumen sein. Oft sind es gerade die stillen Begleiter am Wegesrand, die den Hochsommer ausmachen, nicht wahr?! So, meine Lieben, jetzt wird es aber Zeit, dass ich mich verabschiede. 

Genießt das Wochenende und 
lasst es Euch gut gehen.
Herzlichst, Nicole.



Freitag, 17. Juli 2026

Von Ähren, Zucchini und kleinen Freuden


Guten Morgen, meine Lieben! Wie schön, dass Ihr wieder in meine Küche gekommen seid. Möchtet Ihr etwas trinken? Sagt es ruhig, Tee, Kaffee oder ein Kaltgetränk? Wir haben alles da! Dann macht es Euch erst einmal gemütlich. Heute beginnen die Sommerferien bei uns in Nordrhein-Westfalen und für viele Familien beginnt die schönste Zeit des Jahres. Früher bedeutete das für unsere Jungs sechs Wochen voller Freiheit. Inzwischen ist das ein wenig anders. Mein Großer steckt mitten in der Klausurenphase an der Uni und mein jüngster Sohn steckt mitten in seiner Ausbildung und statt Ferien wartet nun eine Fünf-Tage-Woche auf ihn, weil die Berufsschule pausiert. Manchmal frage ich mich wirklich, wo die Zeit geblieben ist. Doch jetzt muss ich Euch eine kleine Begebenheit erzählen: auf unseren täglichen Spaziergängen durch den Dachsbruch begegnen wir immer wieder lieben Menschen. Inzwischen kennt man sich, bleibt für ein kleines Schwätzchen stehen und plaudert über den Garten, das Wetter oder das, was gerade wächst und gedeiht. So auch mit Ursula. Als wir uns vor ein paar Tagen trafen, drückte sie mir lächelnd drei ihrer selbst gezogenen runden Zucchini in die Hand. Ich habe mich riesig über dieses liebe Geschenk gefreut, denn in diesem Jahr wachsen keine bei uns im Garten. Dabei muss ich Euch noch etwas gestehen. Ich hatte mir die Freiheit genommen, meine Hunderunde mit einem Teammeeting zu verbinden. Als Julie und ich Ursula begegneten, steckte ich das Handy in die Hosentasche, weil ich dachte, das Meeting beendet zu haben. Dass es noch weiterlief, habe ich überhaupt nicht bemerkt. Erst später fiel mir auf, dass meine Gesprächspartner unser Gartenzaungespräch wohl die ganze Zeit mitgehört hatten. Das war mir im Nachhinein schon ein bisschen peinlich.. schäm! Na, ja. Jetzt haben sie wenigstens ein leckeres Zucchini-Rezept.. lach! Nachdem wir uns verabschiedet hatten, ging es mit den drei Zucchini nach Hause. Frischer geht es kaum. Während sie später in unserer Küche auf ihren Einsatz warteten, durften ein paar frisch geschnittene Getreideähren in meinen gestreiften Krug ziehen. Für mich sind sie der Inbegriff des Hochsommers. Schlicht, natürlich und wunderschön. Wenn wir mit Julie durch den Dachsbruch spazieren, begleiten uns seit Wochen die weiten Getreidefelder. Das Korn ist längst erntereif und schimmert in seinem warmen weizenblonden Farbton. Auf manchen Feldern liegen schon seit zwei Wochen die großen Strohballen und überall sind Mähdrescher unterwegs. Es ist eine Zeit, die ich jedes Jahr aufs Neue liebe. Ein paar Ähren auf dem Küchentisch genügen und schon zieht dieses besondere Sommergefühl bei uns ein. Manchmal braucht es gar keinen üppigen Blumenstrauß, sondern nur ein paar Ähren, um sich ein Stück dieser Jahreszeit ins Haus zu holen. Die drei runden Zucchini wanderten natürlich direkt in unsere Küche. Gemeinsam mit einer würzigen Hackfleischfüllung und reichlich Käse entstanden daraus sechs gefüllte Zucchinihälften. Drei wurden mit Gouda überbacken und drei mit Feta. Dazu gab es frisches Ciabatta und ich kann Euch sagen, viel übrig geblieben ist an diesem Abend nicht. Ob mit Gouda oder Feta, geschmeckt haben uns beide Varianten richtig gut. Und wer weiß? Vielleicht ist das Rezept ja auch etwas für Eure Sommerküche.


Gefüllte runde Zucchini mit Hackfleisch

Für 6 Zucchinihälften

Zutaten:
  • 3 große runde Zucchini
  • 400 g Rinderhackfleisch
  • 1 Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 2 EL Olivenöl
  • 2 EL Tomatenmark
  • 400 g passierte Tomaten
  • 2 EL Crème fraîche
  • 100 g geriebener Gouda
  • 100 g Feta
  • 1 TL Oregano
  • 1 TL edelsüßes Paprikapulver
  • Salz und Pfeffer
  • 1 Prise Zucker

Zubereitung

Den Backofen auf 180 °C Umluft vorheizen. Die Zucchini waschen, halbieren und mit einem Löffel vorsichtig aushöhlen. Das Fruchtfleisch klein würfeln. Zwiebel und Knoblauch fein hacken. Das Olivenöl in einer großen Pfanne erhitzen und die Zwiebel glasig dünsten. Den Knoblauch kurz mitdünsten. Anschließend das Hackfleisch krümelig anbraten. Tomatenmark und das gewürfelte Zucchinifleisch hinzufügen und kurz mitrösten. Passierte Tomaten unterrühren und alles mit Oregano, Paprikapulver, Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker würzen. Einige Minuten köcheln lassen. Die sechs Zucchinihälften in eine Auflaufform setzen und mit der Hackfleischmasse füllen. Auf jede Hälfte einen kleinen Klecks Crème fraîche geben. Drei Hälften mit Gouda bestreuen und die übrigen drei mit zerbröseltem Feta belegen. Im vorgeheizten Backofen etwa 25 bis 30 Minuten backen, bis die Zucchini weich sind und der Käse goldbraun überbacken ist.

Euch ein wunderbares Sommerwochenende!
Herzlichst, Nicole



Freitag, 10. Juli 2026

Von Klaräpfeln, Apfelmus, Schafgarbe und wilder Pastinake


Hallo, meine Lieben! Wie schön, dass Ihr wieder hintenrum reingekommen seid. Ich habe darauf gehofft, denn im Moment befülle ich unseren Thermomix unentwegt. So viele Sommerfrüchte- und Beeren warten darauf verarbeitet zu werden. Ist es nicht herrlich heute? Draußen strahlt die Sonne und hier drinnen ein ländlich anmutender Strauß aus wilder Pastinake und Schafgarbe. Diese zarten, filigranen Blüten bringen ein Stück Natur und Leichtigkeit in meine Küche und erinnern mich an warme Sommertage auf dem Land. Die wilde Pastinake mit ihren feinen, gelben Dolden wirkt dabei besonders elegant und luftig, während die Schafgarbe mit ihren kleinen, weißen Blüten einen feinen Kräuterduft verströmt. Ich finde, diese Kombination ist nicht nur wunderschön anzusehen, sondern verbreitet auch ein natürliches, sommerliches Flair, findet Ihr nicht auch?! So, nun muss ich aber weitermachen. Ein Kilo Klaräpfel habe ich schon verarbeitet. Das sind fünf volle Twist-off-Gläser Apfelmus. Wisst Ihr was Klaräpfel sind? Klaräpfel gehören zu den ältesten Sommerapfelsorten. Sie sind herrlich saftig, schmecken angenehm säuerlich und werden bei Vollreife schnell weich. Deshalb eignen sie sich wunderbar zum Naschen, Backen oder eben auch für ein leckeres Apfelmus. Bevor ich mich nun wieder an den nächsten Topf mache, muss ich Euch aber noch etwas Wunderschönes erzählen. Einige von Euch erinnern sich bestimmt noch an unser Januarmädchen und das kleine Dezembermädchen, die meine Nichte im vergangenen Jahr zu Weihnachten zur Welt gebracht hat. Nun hat unsere Familie wieder Zuwachs bekommen. Gestern ist unser Julimädchen geboren worden. Ein zuckersüßer kleiner Wonneproppen, rund, gesund und einfach zum Verlieben. Seine Mama hat das ganz wunderbar gemeistert. Mein Neffe schwebt als frischgebackener Papa natürlich auf Wolke sieben und mein Bruder darf sich nun schon zum dritten Mal Opa nennen. Und wisst Ihr, was das Schönste war? Obwohl uns viele Kilometer trennen, hat mein Neffe dafür gesorgt, dass ich die ganze Aufregung ein kleines bisschen miterleben durfte. Schon am Abend zuvor schrieb er mir, dass die Fruchtblase bereits am Morgen geplatzt war. Die Hebamme sei ganz entspannt und es würde wohl noch etwas dauern. Ich war ganz gerührt, dass er mich so selbstverständlich an diesem besonderen Moment teilhaben ließ und habe die ganze Nacht und bis in den nächsten Morgen hinein mitgefiebert. Ist das nicht unglaublich lieb? Als dann schließlich die wunderbare Nachricht mit einem Foto kam, dass unser kleines Julimädchen gesund und munter das Licht der Welt erblickt hatte, standen mir vor Freude die Tränen in den Augen. Ach, was gibt es Schöneres als neues Leben? Unser Familienglück ist damit wieder ein kleines Stück gewachsen.


Rezept: Apfelmus ungeschält (Thermomix)


Zutaten
  • 800 g ungespritzte & ungeschälte Klaräpfel
  • 200 g Elstar
  • 100 ml Wasser
  • 100 g (Rüben-)Zucker
  • Etwas Vanillezucker
  • Einige Spritzer Zitrone
Zubereitung

Äpfel in Stücke schneiden, Kerngehäuse und Stiel entfernen. Wasser, Zucker, Vanillezucker und Zitrone dazugeben. 10 Sekunden / Stufe 5 zerkleinern. 20 Minuten / 100°C / Stufe 1 kochen. Je nach gewünschter Konsistenz 15 bis 25 Sekunden / Stufe 5 pürieren. Das heiße Mus in saubere Twist-off-Gläser füllen und sofort verschließen.

Tipp: Für ein besonders goldgelbes Apfelmus können einige gelbe Äpfel, zum Beispiel Elstar oder Gala, mit den Klaräpfeln kombiniert werden.

Das Apfelmus schmeckt zu Pfannkuchen, Reibekuchen oder Joghurt, aber auch einfach pur. Mit seinem frischen Geschmack passt es wunderbar zu dem sommerlichen Flair, das die wilden Blumen heute in meine Küche zaubern.

Ich wünsche Euch einen wunderschönen 
sommerlichen Blumenfreitag 
und viel Freude mit Blumen und leckerem Apfelmus.
Herzlichst, Nicole



Freitag, 3. Juli 2026

Hortensienmädchen


Guten Morgen, meine Lieben. Wie schön, dass Ihr das seid, ich habe mich schon auf Euch gefreut. Heute habe ich nur eine einzige Hortensienblüte für Euch. Doch ich finde, sie sieht bezaubernd in meiner hübschen rosa Vase aus. Findet Ihr das auch? Ich mag das Hortensienmädchen jedenfalls sehr. Da passt der Ausdruck "Blumen im Kopf" wirklich perfekt.. lach! Wundert Ihr Euch, wie es in unserem Esszimmer ausschaut? Die Poster hängen wieder und auch die Vorhänge rahmen die Fenster ein. Ich muss Euch etwas gestehen. Die Fotos sind aus der "Konserve". Sie sind noch vor unserer Renovierung entstanden. Inzwischen ist das Esszimmer deutlich schlichter geworden. Mein Göttergatte findet das richtig schön, ich dagegen vermisse unsere Poster und die Gemütlichkeit ein wenig. Nun überlege ich schon die ganze Zeit, ob ich sie wieder aufhängen soll. Was meint Ihr? Gefällt Euch das Esszimmer mit den Postern besser oder würdet Ihr den schlichteren Look bevorzugen? Ich bin gespannt. Ansonsten ist hier gerade richtig Sommer. Im Weltladen sind wir inzwischen in unsere Sommeröffnungszeiten gestartet und haben montags bis freitags von 11 bis 15 Uhr geöffnet. Die Hitze der vergangenen Tage hat uns dort allerdings vor eine ganz neue Herausforderung gestellt. Unsere alten, ungedämmten und nicht klimatisierten Räume bringen die Schokolade in fast jedem Sommer in Bedrängnis. Also haben wir kurzerhand Hunderte Tafeln aus den Regalen geräumt und in den kühlen Keller getragen. Natürlich wünschen wir uns manchmal bessere Räumlichkeiten. Andererseits sind wir auch froh über die günstige Miete. Jeder Euro, den wir dort sparen, kommt letztendlich unserem Weltladen und der Arbeit von fair|rhein zugute. Da trägt man die Schokolade doch gleich mit einem etwas besseren Gefühl in den Keller. Nach den extrem heißen Tagen sind die Temperaturen zum Glück deutlich angenehmer geworden. Dafür pustet der Wind jetzt kräftig ums Haus. Ich mag das sehr. Wenn die Bäume rauschen und der Wind über den Garten streicht, fühle ich mich jedes Mal ein wenig wie am Meer. Und ganz nebenbei kann man endlich wieder schlafen. Die Hitzewelle hat mir einmal mehr gezeigt, wie belastend solche Temperaturen inzwischen sind. Als ich gelesen habe, dass allein in Köln während der heißen Tage außergewöhnlich viele Menschen gestorben sind, wurde mir (und hoffentlich anderen auch) noch einmal bewusst, dass Hitze längst nicht mehr nur eine Frage des persönlichen Wohlbefindens ist. Nebenbei schmieden wir schon Urlaubspläne. Noch steht allerdings nicht fest, ob unsere Jungs wegen Ausbildung und Studium gleichzeitig Zeit finden. Ich drücke uns ganz fest die Daumen, denn ein paar gemeinsame Tage wären einfach schön. Der Juni hatte es ohnehin ein wenig auf uns abgesehen. Erst verabschiedete sich der Trockner, dann der Rasenmäher und schließlich auch noch die Poolpumpe. Da schrumpft die Urlaubskasse schneller, als einem lieb ist. Aber ganz ehrlich, ich möchte mich darüber gar nicht allzu sehr beklagen. In unserem Pool stecken unzählige Stunden Arbeit, jede Menge Eigenleistung und viele schöne Erinnerungen an gemeinsame Schaufelaktionen mit Familie und Freunden. Dass nach all den Jahren einmal etwas kaputtgeht und erneuert werden muss, gehört wohl einfach dazu. Ich bin dankbar, dass wir uns diesen Traum damals erfüllen konnten und seitdem so viele wunderbare Sommer darin verbringen durften. Und dann gibt es noch etwas, worauf wir uns riesig freuen. Mein ätester Neffe, der gleichzeitig mein Patenkind ist, wird zum ersten Mal Papa. Schon bald dürfen wir unsere "neue" kleine Großnichte begrüßen. Was für ein wunderbarer Gedanke.. hachz! Nun verabschiede ich mich für heute und schaue gleich bei Astrid und Euch vorbei. 

Ich wünsche Euch ein 
wunderschönes erstes Juli-Wochenende!
Herzlichst, Nicole