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Mittwoch, 27. Mai 2026

Paddeln auf der Niers von Grefrath nach Wachtendonk


Fröhlich plaudernd stehen wir an der alten Langendonker Mühle und hören der kurzen Einweisung zu. Über uns rauscht das frische Grün der Bäume und irgendwo ruft unermüdlich ein Kuckuck. "Schnell schüttelt eure Portemonnaies!", ruft meine Freundin lachend und erklärt den verdutzt dreinblickenden jungen Leuten, dass sich dann das Geld darin vermehre. Sofort wird das Lachen erwidert und natürlich kräftig geschüttelt. Kurz darauf wuchten wir die beiden roten Schlauchboote hinunter zum idyllischen Anleger, steigen unter fröhlichem Necken ein und stoßen uns schließlich vom Ufer ab. Mit dabei sind meine liebe Freundin mit ihren beiden Söhnen und mein Schneiderlein mit ihrer Familie: ihrem Mann, ihrem Sohn, unserer Patentochter und meiner Herzenstochter. Wie schön, dass unsere beide jungen Frauen auch diesmal ihre Liebsten mitgebracht haben. Ich mag diesen Gedanken sehr, dass Familientraditionen weiterwachsen dürfen und junge Liebe ganz selbstverständlich ihren Platz darin findet. Auch der Trauzeuge meines Schneiderleins sitzt mit im Boot, einer dieser wunderbaren Menschen, die seit vielen Jahren mal mehr, mal weniger zu unserem bunten Haufen dazugehören. Und natürlich sind auch mein Göttergatte und unsere Söhne wieder mit von der Partie. Denn es war die Idee meines Sohnemannes statt seines Geburtstag zu feiern lieber eine Paddeltour zu machen. Die Strecke führt durch das stille Naturschutzgebiet Grasheide Richtung Wachtendonk. Mal paddeln wir gemütlich hintereinander her, mal liefern sich die Boote kleine Wettfahrten und gegenseitige Enterversuche. Spritzendes Wasser, (nicht nur) nasse Arme, der Geruch von Sonnencreme in der Nase und dieses unverwechselbar kühle Aroma des Flusses mischen sich an diesem fast schon hochsommerlich warmen Pfingstsonntag zu einem perfekten Bilderbuchtag. Vor lauter Plaudern und Scherzen passen wir manchmal nicht richtig auf und geraten gleich mehrmals unter tief hängende Äste am Ufer. Und jedes Mal erwischt es ausgerechnet den Freund unserer Patentochter. Der Arme verschwindet regelmäßig halb im Grünzeug und wird anschließend von uns ziemlich robust, aber fürsorglich von Blättern und kleinen Zweigen befreit. Meine Herzenstochter und der jüngste Sohn meiner Freundin lassen sich irgendwann verstohlen in die kühlen Fluten gleiten und schwimmen eine ganze Weile neben den Booten her. Sonnenlicht tanzt auf dem Wasser, nasse Haare glänzen in der Sonne und für einen Moment wirkt alles herrlich leicht und unbeschwert. An manchen Stellen blühen die Weiden und die feinen silbernen Samen schweben wie kleine Sommerflocken durch die Luft und lassen meinen ältesten Sohn mehrfach niesen. Immer wieder tanzen blau schimmernde Prachtlibellen und andere Libellenarten dicht über der Niers. Im klaren Wasser kann man stellenweise sogar kleine helle Muscheln auf dem dunklen Grund erkennen. Enten ziehen gemächlich ihre Bahnen und sogar Kanadagänse mit ihren Jungen wagen sich vorsichtig ans Ufer und gleiten schließlich gemeinsam hinaus auf den Fluss. Aus dem Schilf quaken munter grüne Seefrösche und irgendwas platscht ins Wasser. Zwischen alten Weiden, dichtem Ufergrün und spiegelnden Wasserflächen wirkt alles fast ein wenig verwunschen. Für einen kurzen Moment denke ich auch an den Patenonkel meines Jüngsten. Früher saß er mit uns in einem der Boote, lachte, alberte herum und genoss diese Tage genauso wie wir. Heute kann er nicht mehr mit dabei sein und fehlt uns sehr. Während die Schlauchboote leise über das Wasser gleiten, schicke ich ihm in Gedanken ein paar liebe Grüße. Vielleicht hätte ihm dieser herrliche Tag genauso gut gefallen wie uns. Umso kostbarer fühlen sich diese gemeinsamen Stunden auf dem Wasser an. Wir passieren das Kloster Mariendonk, später taucht zwischen den Bäumen die Burgruine Wachtendonk auf. Ich lehne mich kurz zurück, lasse das Paddel treiben und beobachte meine Lieben. Das Wasser schwappt leise gegen das Boot, irgendwo ruft wieder ein Kuckuck und über der Niers tanzen die blau schimmernden Prachtlibellen in der warmen Nachmittagssonne.

Hachz.. solche Tage möchte man am liebsten festhalten.



Wissenwertes zur Niers: 
Die Niers zählt zu den langsamsten Flüssen Deutschlands 
und schlängelt sich auf rund 113 Kilometern durch die 
niederrheinische Auenlandschaft bis in die Maas. Gerade 
zwischen Grefrath und Wachtendonk zeigt sie sich 
besonders idyllisch mit alten Weiden, stillen Kuhlen 
und artenreicher Natur. 


Freitag, 6. März 2026

Gelbe Narzissen (oder "Wer erinnert sich an Entchen Momo?")


Guten Morgen meine Lieben! Wie schön, dass wir uns heute hier im Esszimmer treffen. Ist das Licht nicht einfach herrlich im Moment?! Der Monat März hat uns den Frühling geschenkt und ich bin sehr glücklich darüber. Auch wenn mein ältester Sohn mir jetzt schon mehr als einmal deutlich gesagt hat das dieser frühe Frühling kein Grund zur Freude ist: "Mama, die verfrühte Wärme ist ein Symptom der Erderwärmung, das die stabilen Jahreszeiten auflöst. Dieser gestörte Rhythmus setzt die heimische Natur unter massiven Anpassungsstress. Aber eigentlich brauche ich dir das ja nicht zu sagen, oder?!". Nein, natürlich muss er mir das nicht sagen. Doch auch wenn mir das eigentlich alles bewusst ist, genieße ich die Wärme, den blauen Himmel und das Vogelgezwitscher. Den Klimawandel und die anderen schrecklichen Ereignisse in der Welt dieser Zeit verdränge ich so gut wie es geht. Ich würde sonst verrückt werden. Und ich glaube, dass geht vielen von uns so, oder?! Wie war denn Eure Woche? Ich habe die meiste Zeit in dieser Woche im Garten verbracht. (Also, wenn ich nicht gerade im kleinen Weltladen gearbeitet habe!) Unseren alten Vorgarten gibt es schon nicht mehr und viele Arbeiten sind bereits erledigt. Sogar der kleine Sitzbereich ist bereits fertig geworden. Jetzt fehlt nur noch die Bepflanzung: Stauden und Gräser in verschiedenen Höhen und Farben, dazu die drei Spalierapfelbäume, eine Felsenbirne und sechs Hainbuchen, um die bestehende Hecke aufzufüllen bzw. zu erweitern. Sobald alles fertig ist, zeige ich es Euch. Versprochen! Ach, herrje.. jetzt habe ich Euch gar nichts zu trinken angeboten, doch ich bin mir sicher, Ihr hättet Euch doch gemeldet, oder?! Habt Ihr eigentlich gerade meine wunderschönen gelben Narzissen gesehen? Gemeinsam mit dem zierlichen Schleierkraut in der schweren Glasvase schweben sie geradezu wie eine Wolke über den Esstisch. Bezaubernd, oder?! Aber nun noch die wichtigste Frage an Euch: Wer erinnert sich an Entchen Momo?

Euch ein wundervolles Frühlingswochenende, meine Lieben!
Herzlichst, Nicole


Montag, 22. Dezember 2025

Reise durch den Advent: "Waldweihnachten"




Herzlich willkommen bei Nicole's (Niwibo) "Reise durch den Advent". Ich öffne heute das 22. Türchen und nehme Euch mit auf eine festliche Wanderung zur Waldweihnachten in unserem Lieblingswald. Bis jetzt durften wir schon viele wunderbare Beiträge auf dieser Reise durch den Advent genießen, die uns mit festlicher Stimmung und bezaubernden Eindrücken bereichert haben. Erst gestern waren wir bei der lieben Silke, die ich bis jetzt noch gar nicht kannte. Nun erwartet Euch ein weiteres Türchen: hier versteckt sich ein Weihnachtsfest für die Tiere im Wald, welches mein Sohnemann und ich schon seit Kindergartentagen feiern. Eine Waldweihnacht für die ich froh und dankbar bin, da mein Sohnemann auch noch als als junger Mann mit mir diese innig geliebte Familientradition begeht. 

Es ist Sonntagmorgen, ganz in der Früh, als ich an die Zimmertür meines Sohnemanns klopfe. "Ja?", leise klingt die verschlafene Stimme meines Jüngsten hinter der verschlossenen Tür. Ich drücke die Türklinke herunter und betrete das schlafwarme Zimmer: "Guten Morgen, mein Schatz. Vergangene Nacht hat es Schnee gegraupelt und draußen sieht alles winterlich weiß aus. Sollen wir heute vielleicht unsere Waldweihnacht feiern?", fragend blicke ich meinen Sohn an. "Aber wir haben doch noch gar nichts vorbereiten können. Ich bin doch nie zu Hause!", mein Sohn seufzt leise, "Ich fahre um 6 Uhr mit dem Bus zur Arbeit und komme erst um 18 Uhr wieder zurück.". "Das stimmt allerdings! Und deshalb habe ich gerade schon ein paar gute Gaben für die Tiere im Wald vorbereitet. Du musst nur aufstehen und mitkommen.". Leicht verzweifelt verdreht mein Sohn die Augen: "Ach, Mama. Du kannst es einfach nicht lassen. Ich bin zu müde.". "Komm schon!", leicht schief grinsend blicke ich ihn an, "Es ist so schön draußen!". Er verdreht wieder die Augen und wirft ergeben die Bettdecke von sich: "Na gut. Aber nur, weil du es bist, Mama!" Und mein Mutterherz hüpft vor Freude. Minutenspäter sind wir unterwegs und schon bald betreten wir unseren Lieblingswald. Das von Graupel bedeckte Laub knistert unter unseren Füßen und wir begeben uns auf die Suche nach dem perfekten Platz für unsere Waldweihnacht. Unser Hundemädchen Julie ist ganz in ihrem Element. Sie hüpft und schnuppert über den eisigen Waldboden und bleibt plötzlich wie angewurzelt stehen. Von weitem kommt uns eine Frau mit Hund entgegen und nach ein paar Sekunden erkennt mein Sohn seine Patentante mit ihrem Hund Ollie. Na, wenn das kein schöner Zufall ist! Wir drücken uns alle herzlich und plaudern ein wenig, während die ersten Sonnenstrahlen durch die kahlen Äste blitzen. Doch wir wollen weiter, denn wir suchen schließlich den perfekten Platz für unsere Waldweihnacht. Viele Bäumchen werden begutachtet und wieder verworfen, bis wir dann endlich den richtigen Baum an der richtigen Stelle finden. Was für ein Glück! Gemeinsam beginnen wir nun unseren kleinen Baum liebevoll mit roten Zieräpfeln, aufgereihten Erdnüssen, knackigen Äpfeln und feinen Vogelfutter-Tannenbaum-Plätzchen zu schmücken. Die Luft ist erfüllt vom süßen Duft der Äpfel, dem waldigen Duft der Kiefernadeln und das Knistern der Blätter unter unseren Füßen begleitet unser leises Plaudern und Lachen. Während wir uns gerade dem Baumschmuck widmen, bleibt eine Dame stehen, schaut uns für einen kurzen Augenblick zu und bemerkt lächelnd, wie zauberhaft unser Baumschmücken doch sei. Ein paar Minuten später kommt ein Herr mit seinem Labrador vorbei und beobachtet uns neugierig. Buddy heißt der Hund und ehe wir uns versehen, muss Buddy davon abgehalten werden, die frischen Äpfel direkt vom Baum zu naschen. Mit einem kleinen Augenzwinkern retten wir die Früchte vor der hungrigen Hundeschnauze und dann sind wir wieder alleine. Die karge Wintersonne versteckt sich mittlerweile hinter dichteren Wolken und nur unsere mitgebrachte kleine rote Kerze wirft mit ihrem warmen Flammenlicht einen sanften Schimmer auf die Zweige und sorgt für eine stille, fast mystische Atmosphäre. So stehen wir dicht beieinander, genießen die Ruhe des Waldes, lauschen dem leisen Rascheln der Blätter und spüren die tiefe Verbindung zwischen uns und der Natur, weit weg vom Trubel des Alltags. Es ist unsere ganz besondere, stille Feier, die wir schon seit Kindergartentagen feiern: gemeinsam, im Einklang mit der Natur. So schenkt uns diese Waldweihnacht Wärme und Nähe, die der langen Abwesenheit und der Hektik im Alltag trotzt. Mit erfüllten Herzen und einem Lächeln auf den Lippen treten wir den Heimweg an und singen dabei beseelt "Oh du fröhliche", begleitet vom sanften Knirschen unserer Schritte im harschigen Graupel und von einer tiefen Dankbarkeit für diesen magischen Moment voller Ruhe, Licht und Verbundenheit.

Und hat Euch das 22. Türchen gefallen? Ich hoffe sehr, dass es Euch Freude bereitet hat und wünsche Euch von Herzen wundervolle, zauberhafte Adventstage! Nur noch zwei Tage bis Heiligabend, und die Vorfreude wächst mit jedem Moment. Ich danke Euch ganz herzlich für die liebevolle und charmante Begleitung auf dieser weihnachtlichen Reise und besonders Nicole (Niwibo) für diese zauberhafte Adventserfahrung. Morgen öffnet sich das 23. Türchen bei Fräulein Mo, auf das ich mich schon sehr freue. Ich wünsche Euch viel Vergnügen beim Entdecken und eine friedvolle, besinnliche Zeit in diesen letzten Tagen vor dem Fest.

Herzlichst Nicole


Unsere DIY's zur Winterfütterung von Wildtieren:
Meisensnack, Meisenknödel im Häkelnetz, Erdnuss-Hagebutten-Kette, Apfelaufhängung, Herz-Apfel, Vogelfutter-Tannenzapfen, Gefüllte Vogelfutter Tannenzapfen, Walnussschalen gefüllt mit Vogelfutter, Weihnachtliche Waldtierfreuden, Futterrollen für Piepmätze, Weihnachtsvitamine für unsere gefiederten Freunde, Erdnuss-Apfel-Aufhängung, Getrocknete Orangen, Zierapfel-Erdnuss-Aufhängung


Vergangene Waldweihnachten >hier<


Freitag, 31. Oktober 2025

Kürbisschnitzerei


Zufrieden blicke ich aus dem Küchenfenster und rühre die fast fertige Kürbissuppe sorgfältig um, heute zeigt sich das Wetter von seiner rauen Herbstseite: Immer wieder ziehen kräftige Regenschauern durch den Garten und ein stürmischer Wind lässt viele der bunten Blätter durch die Luft tanzen. Doch wie von uns bestellt klart pünktlich zu unserer Kürbisschnitzerei der Himmel auf. Die Wolken ziehen weiter, die Luft ist wunderbar frisch und auch wenn das Thermometer nur noch 7° Grad zeigt, tauchen sanfte Sonnenstrahlen den Garten in ein mildes Herbstlicht. Es fühlte sich ein bisschen so an, als hätte das Wetter extra für unser fröhliches Beisammensein Platz geschaffen. "Hoffentlich haben sich auch alle warm genug angezogen.", denke ich nur für mich als plötzlich mein Schneiderlein in der Küche steht und die Stimmen der anderen Gäste aus dem Garten zu uns herein klingen. Meine liebe Freundin mit ihren beiden Söhnen und mein Schneiderlein mit ihrer Familie, samt unserer Patentochter, die überraschenderweise einen netten, jungen Mann mitgebracht hat, sind bereits da. Ach, es ist zu schön, wenn Familientraditionen wachsen und junge Liebe mit ins bunte Herbsttreiben zieht. Nur meine Herzenstochter und ihr Freund sind zu meinem Bedauern diesmal nicht dabei. Wie überaus schade! Meine drei "Männer" versorgen alle mit Getränken und Naschwerk, und schnell wird aus dem Gartentisch im Holzpavillon eine muntere Bastelwerkstatt. Jeder hat seine eigene Ideen mitgebracht: ob klassische Fratzen oder detailverliebte Schnitzkunst. Die Kürbisse zeigen bald die ganze Bandbreite herbstlicher Kreativität. Die Jungs probieren sich an besonders gruseligen Motiven und meine Patentochter schnitzt gemeinsam mit ihrem Freund bis beide Kürbisgesichter entzückenderweise Herzchen-Augen zeigen. Unser Kater schleicht neugierig zwischen den Beinen der Gäste hindurch und bewundert das Treiben, während unser hübsches Hundemädchen treu das Kürbischaos beaufsichtigt. Die warme, cremige Kürbissuppe kommt wie gerufen, genau wie die selbstgemachten Laugenbrötchen meines Schneiderleins und für einen händewärmenden Snack können heiße Maronen vom Lagerfeuer geholt werden. Es wird gelacht, geplaudert, gefachsimpelt und geschmaust. Auch gemeinsame Unternehmungen werden geplant, denn der Patenonkel unseres Jüngsten hat im November Geburtstag und wir alle wollen ihn gerne in seiner weitentfernten Wohngruppe besuchen. Als langsam die Sonne hinter den altehrwürdigen Bäumen untergeht, leuchten bereits die ersten geschnitzten Kürbisfratzen im Hof: Jeder Kürbis ein Unikat, jeder mit einer kleinen Geschichte, jeder ein Teil unseres herbstlichen Familienlebens. Mir wird warm ums Herz: "Was für ein Geschenk diese Tradition zu bewahren; selbst wenn die Runde sich verändert und die Kinder nach und nach ihre eigenen Wege gehen.". Ein wunderbarer Tag voller Herbstzauber und Gemeinschaft, voller Lachen, Essen, Schnitzen und Herzenswärme geht zu Ende. Bis zur nächsten Kürbisschnitzerei!


hAppY hAllOwEEn!
Nicole