



Guten Morgen, meine Lieben. Wundert Ihr Euch warum ich erst jetzt am Sonntag mit meinen Blümchen antanze? Tja, ich muss ehrlich sein. Meine Blümchen sind nicht echt. Ich hatte tatsächlich keine Muse welche zu besorgen und so musste der "Deko-Keller" herhalten.. hüstel. Allerdings finde ich trotzdem das sie ganz wunderbar meine Küche schmücken. Genau wie meine selbst getöpferten Häuschen. Ich habe sie im letzten Jahr aus Tonresten geformt und erfreue mich immer noch an ihrem Anblick. Habt Ihr es eigentlich gemerkt? Mit meinen Bildern auf der Bilderleiste stimmt was nicht. Da haben mir wohl meine Jungs einen Streich gespielt und während ich zur Tür bin, um ein Paket entgegen zu nehmen, einfach das erste Bild auf meiner Bilderleiste in der Küche auf den Kopf gestellt. Und ich habe es noch nicht einmal bemerkt... lach! Erst beim Betrachten der Fotos ist es mir aufgefallen und nun fliegen alle Krähen auf dem Rücken... tss! Allerdings fliegen sie nicht mehr lange, weder auf dem Rücken und richtig herum. Denn ab morgen ist es soweit, dann kann das adventliche Schmücken beginnen. Warum erst dann fragt Ihr Euch? Heute ist Totensonntag (oder Ewigkeitssonntag) und da dieser Sonntag der letzte im Kirchenjahr ist, bevor mit dem Advent als Vorbereitung auf Weihnachten ein neuer Zyklus beginnt, hat es sich traditionell so ergeben, dass der weihnachtliche Schmuck eben erst nach den novemberlichen Gedenktagen herausgeholt wird. Meine Oma und meine Mutti waren da immer sehr genau.
Protestantisch erzogen gab es für sie keine andere Option. Doch Ihr ahnt es, oder?! Je älter ich werde, desto lieber nehme ich die für mich wertvollen Überlieferungen an. Aber es ist, wie es immer ist: jede(r) wie er/sie mag.. grins! Habe ich eigentlich erzählt, dass ich bei der
liebenlieben Lene ein ganz zauberhaftes Päckchen gewonnen habe? Ich konnte mein Glück gar nicht fassen. Der Inhalt dieses Päckchen kann einen ganzen verregneten Sonntag retten. Leckerer Tee, köstliche Schokolade, bunte Laub-Servietten, einen herzigen Becher, ein duftendes Bienenwachs-Teelicht, gebastelte Sterne, wunderbarer Stockrosen-Samen, einen Wohlfühlroman und - nun haltet Euch fest - handgestrickte Socken durfte ich auspacken.
Juchhu.. so eine kuscheliges Wohlfühlpaket! Schöner kann es gar nicht kommen. Ich habe mich so sehr gefreut, liebeliebe Lene. Dankeschön, Du Liebe.
Euch einen stillen & kuscheligen Totensonntag.
Herzlichst, Nicole
Wusstet Ihr eigentlich, dass der Totensonntag als Fest im evangelischen Kirchenjahr verankerter Gedenktag auf König Friedrich Wilhelm III. von Preußen zurückgeht? Er führte den Gedenktag im November 1816 als "allgemeines Kirchenfest zur Erinnerung an die Verstorbenen" ein. Möglicherweise sind die Befreiungskriege gegen Napoleon von 1813 bis 1815, der Tod der Frau des Preußenkönigs und das Todesmotiv der Romantik sein Motiv für diesen Gedenktag. Genaues weiß man leider nicht. Später wurde das Gedenken von anderen evangelischen Landeskirchen übernommen. In Deutschland ist der Totensonntag kein gesetzlicher Feiertag. Wie die Feiertagsgesetze der Bundesländer festlegen, gelten aber besondere Regeln. Danach dürfen an dem so genannten stillen Feiertag keine öffentlichen Veranstaltungen stattfinden, die nicht dem Charakter des Gedenktags entsprechen. Wie lange diese Regelung gilt, ist von Land zu Land unterschiedlich geregelt. Entsprechend dürfen durften in der Vergangenheit auch Weihnachtsmärkte erst nach dem Totensonntag öffnen.
P.S. Tanzen ↑↑↑ durfte man übrigens auch nicht. ;))