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Dienstag, 2. Juni 2026

Handbemalt und heiß geliebt


Bereits Anfang des Jahres habe ich mit meiner lieben Freundin und meinem Schneiderlein einen kreativen Nachmittag in einem Keramikstudio in unserer Heimatstadt verbracht. Dort konnten wir unserer Fantasie freien Lauf lassen und aus schlichten Rohlingen ganz persönliche Kunstwerke gestalten. Meine Tasse habe ich Euch bisher noch gar nicht gezeigt. Kerstin und Nicole, die im Juni übrigens blau sucht, waren da deutlich schneller als ich. Also wird es höchste Zeit, nicht wahr?! Dieses Mal hält nicht mein Sohnemann, mein Handmodel ;) die Tasse für das Foto fest, sondern mein Göttergatte. Wobei das eigentlich kein Wunder ist, er trinkt inzwischen jeden Tag seinen heiß geliebten Kaffee daraus. Besonders schmunzeln muss ich darüber, wie schön sein Outfit zu den Farben der Tasse und sogar zu unserer Küche passen, so als ob ich es extra arrangiert hätte.. lach! Doch nun guckt Euch doch mal die Tasse an! Auf dem mattweißen Hintergrund tanzen blaue Blumenbälle an feinen zimtfarbenen Stielen. Dazwischen sitzen kleine blaue Blätter mit braunem Rand. Keine Seite gleicht der anderen und genau das macht den besonderen Reiz aus. Die Tasse wirkt schlicht, natürlich und ein wenig skandinavisch, finde ich. Hübsch, oder?! Ich gebe zu sie ist nicht perfekt, überall findet man die kleine Unregelmäßigkeiten, aber ich finde sie machen die Tasse charmant und verleihen ihr ihren ganz eigenen Charakter. Und wisst Ihr was? Jedes Mal, wenn ich die Tasse sehe, denke ich an diesen fröhlichen Nachmittag mit meinen Freundinnen zurück. Ist das nicht wunderbar?! 


Dienstag, 16. Dezember 2025

Krippe aus Ton



Es ist eine Krippe ohne großen Prunk, und gerade darin liegt ihr Zauber. Kein Gold, kein Glitzer - nur Ton, Form und eine Spur von Braun, die an Erde, Stall und das einfache Leben erinnert. So fügt sie sich leise in die Adventsdekoration ein und wird doch zum Mittelpunkt, wenn der Blick an ihr hängen bleibt. Vielleicht ist es genau diese Schlichtheit, die das Wesentliche sichtbar macht: das Wunder im Kleinen. Wenn abends das Haus zur Ruhe kommt und nur noch ein paar Kerzen brennen, steht die getöpferte Krippe da wie ein stilles Gebet. Jede Figur scheint einen eigenen Ausdruck zu haben, die behutsam gestempelte Kontur von Maria, Josef, das Kind in der Krippe zusammen mit dem Stern darüber und doch fügen sie sich zu einem einzigen Bild der Geborgenheit. So wird aus einem Stück Ton ein Platz für Hoffnung, Wärme und Ankommen. Spürt Ihr es auch? Weihnachten rückt näher und in der schlichten, weiß-braunen Krippe verdichtet sich all das, was diese Zeit im Innersten ausmacht. Stille, Dankbarkeit und die leise Freude darüber, dass Licht in die Welt kommt.



Dienstag, 23. September 2025

Von Hand geformt: Tasse mit Henkel & Schälchen


Während die Eichhörnchen damit beschäftigt sind, die ersten Walnüsse zu verstecken, stehe ich neben unseren Hochbeeten und genieße eine gute Tasse Kaffee. Besonders der Anblick der Tasse selbst macht mich glücklich. Auch wenn die Tasse und das Schälchen ein wenig krumm und schief geraten sind, freue ich mich sehr über meine Werke. Für die Glasur außen habe ich ein sonniges Ocker gewählt, und innen einen Weißton, der an wolkige Milch erinnert. Gerade diese kleinen Unregelmäßigkeiten machen den besonderen Reiz aus und verleihen meinen Stücken einen ganz eigenen Charakter. Jeder Schluck Kaffee trägt so das besondere Gefühl von Einmaligkeit in sich. Beim nächsten Mal werde ich mit viel Freude neue Formen ausprobieren und meine Technik weiter verbessern, denn genau das macht das Töpfern für mich so erfüllend und lebendig.


Schritt-für-Schritt-Anleitung: 

Tasse mit Henkel & Schälchen
  • Ton einarbeiten: Den Ton etwa 0,5–1cm dick ausrollen, in die Form legen und gleichmäßig an die Wände drücken. Mit den Fingern oder einem weichen Werkzeug den Ton sorgfältig verteilen, damit Boden und Seiten gleichmäßig stark werden und keine Luft eingeschlossen wird.
  • Rand abarbeiten: Der Ton kann ruhig etwas über die Form hinausragen. Mit einer Schlinge oder einem Messer den Rand rund und sauber abschneiden.
  • Antrocknen lassen: Die so entstandene Tassenform in der Form ruhen lassen, bis der Ton lederhart ist. Er ist dann fest, aber noch etwas feucht und gut bearbeitbar.
  • Entformen: Die Tasse behutsam aus der Form lösen, indem du die Form umdrehst und vorsichtig klopfst.
  • Henkel anbringen: Einen Tonstreifen rollen, leicht antrocknen lassen, zu einem Henkel formen. Die Kontaktstellen an der Tasse und am Henkel mit einer Nadel anrauen, etwas Tonschlicker auftragen, Henkel ansetzen und andrücken. Die Übergänge sauber glätten.
  • Feinarbeiten: Tasse und Henkel mit einem feuchten Schwamm nachbearbeiten. Ränder glätten und Unebenheiten entfernen.
Weitere Schritte:
  • Die kleine Schale kannst du ebenfalls mit einer einteiligen Form herstellen: Ton einlegen, formen, antrocknen lassen und vorsichtig entnehmen. Abschließend glätten und konturieren.
Trocknen und Brennen
  • Beide Werkstücke langsam und gleichmäßig antrocknen und vollständig durchtrocknen lassen.
  • Erst Schrühbrand, danach glasieren und im Glasurbrand fertigstellen.

Materialliste:
  • Gipsform (offene Form, z.B. Halbkugel für Tasse/Schale)
  • Ton (Keramikton, beliebige Sorte – möglichst geschmeidig)
  • Tonschlicker (verflüssigter Ton, zum Verkleben von Henkel und Ausbessern)
  • Holzbrett oder Unterlage (zum Ablegen der fertig geformten Werkstücke)
  • Töpferwerkzeuge (Modellierhölzer, Schlinge/Messer zum Abschneiden und Glätten, Schwamm zum Nacharbeiten)
  • Nadelwerkzeug (z.B. Ritznadel zum Anrauen der Henkelübergänge)
  • Gefäß mit Wasser (zum Anfeuchten und Glätten)
  • Optional: Modellierstab oder Korkrolle (zum Formen des Henkels)
  • Für den Brennprozess brauchst du später:
  • Keramikofen (für Schrüh- und Glasurbrand)
  • Glasur (nach Wunsch, für die Endgestaltung)


Dienstag, 14. Januar 2025

Ein kleines Haus



Klitzekleine Häuschen - mit Liebe gemacht 🖤

Aus weißen Ton (2x3cm) und aus braunen Ton (3,5x6,5cm) getöpfert.





Ein kleines Haus, 
nicht weit von Wald und Feld, 
getrennt von ihr 
und doch verbunden mit der Welt, 
dem Nachbar nicht zu nah'
und nicht zu fern 
so habe ich's gern.

(Ansichtskartespruch "Bunte Reihe, Nr.4" um 1912)





Sonntag, 26. November 2023

Häuschenliebe (oder "Warum darf vor Totensonntag nicht geschmückt werden?")


Guten Morgen, meine Lieben. Wundert Ihr Euch warum ich erst jetzt am Sonntag mit meinen Blümchen antanze? Tja, ich muss ehrlich sein. Meine Blümchen sind nicht echt. Ich hatte tatsächlich keine Muse welche zu besorgen und so musste der "Deko-Keller" herhalten.. hüstel. Allerdings finde ich trotzdem das sie ganz wunderbar meine Küche schmücken. Genau wie meine selbst getöpferten Häuschen. Ich habe sie im letzten Jahr aus Tonresten geformt und erfreue mich immer noch an ihrem Anblick. Habt Ihr es eigentlich gemerkt? Mit meinen Bildern auf der Bilderleiste stimmt was nicht. Da haben mir wohl meine Jungs einen Streich gespielt und während ich zur Tür bin, um ein Paket entgegen zu nehmen, einfach das erste Bild auf meiner Bilderleiste in der Küche auf den Kopf gestellt. Und ich habe es noch nicht einmal bemerkt... lach! Erst beim Betrachten der Fotos ist es mir aufgefallen und nun fliegen alle Krähen auf dem Rücken... tss! Allerdings fliegen sie nicht mehr lange, weder auf dem Rücken und richtig herum. Denn ab morgen ist es soweit, dann kann das adventliche Schmücken beginnen. Warum erst dann fragt Ihr Euch? Heute ist Totensonntag (oder Ewigkeitssonntag) und da dieser Sonntag der letzte im Kirchenjahr ist, bevor mit dem Advent als Vorbereitung auf Weihnachten ein neuer Zyklus beginnt, hat es sich traditionell so ergeben, dass der weihnachtliche Schmuck eben erst nach den novemberlichen Gedenktagen herausgeholt wird. Meine Oma und meine Mutti waren da immer sehr genau. Protestantisch erzogen gab es für sie keine andere Option. Doch Ihr ahnt es, oder?! Je älter ich werde, desto lieber nehme ich die für mich wertvollen Überlieferungen an. Aber es ist, wie es immer ist: jede(r) wie er/sie mag.. grins! Habe ich eigentlich erzählt, dass ich bei der liebenlieben Lene ein ganz zauberhaftes Päckchen gewonnen habe? Ich konnte mein Glück gar nicht fassen. Der Inhalt dieses Päckchen kann einen ganzen verregneten Sonntag retten. Leckerer Tee, köstliche Schokolade, bunte Laub-Servietten, einen herzigen Becher, ein duftendes Bienenwachs-Teelicht, gebastelte Sterne, wunderbarer Stockrosen-Samen, einen Wohlfühlroman und - nun haltet Euch fest - handgestrickte Socken durfte ich auspacken. Juchhu.. so eine kuscheliges Wohlfühlpaket! Schöner kann es gar nicht kommen. Ich habe mich so sehr gefreut, liebeliebe Lene. Dankeschön, Du Liebe.

Euch einen stillen & kuscheligen Totensonntag.
Herzlichst, Nicole


Wusstet Ihr eigentlich, dass der Totensonntag als Fest im evangelischen Kirchenjahr verankerter Gedenktag auf König Friedrich Wilhelm III. von Preußen zurückgeht? Er führte den Gedenktag im November 1816 als "allgemeines Kirchenfest zur Erinnerung an die Verstorbenen" ein. Möglicherweise sind die Befreiungskriege gegen Napoleon von 1813 bis 1815, der Tod der Frau des Preußenkönigs und das Todesmotiv der Romantik sein Motiv für diesen Gedenktag. Genaues weiß man leider nicht. Später wurde das Gedenken von anderen evangelischen Landeskirchen übernommen. In Deutschland ist der Totensonntag kein gesetzlicher Feiertag. Wie die Feiertagsgesetze der Bundesländer festlegen, gelten aber besondere Regeln. Danach dürfen an dem so genannten stillen Feiertag keine öffentlichen Veranstaltungen stattfinden, die nicht dem Charakter des Gedenktags entsprechen. Wie lange diese Regelung gilt, ist von Land zu Land unterschiedlich geregelt. Entsprechend dürfen durften in der Vergangenheit auch Weihnachtsmärkte erst nach dem Totensonntag öffnen.

P.S. Tanzen ↑ durfte man übrigens auch nicht. ;))



Herzlichen Dank, liebeliebe Lene!