



Meinen Kleinen und seinen Papa hat die Abenteuerlust gepackt. Gemeinsam sind sie los gezogen, um die Monrealer Burgruine zu erobern. "Warum wolltest du denn nicht mit?! Du kletterst doch sonst so gerne.", frage ich stirnrunzelnd meinen Großen. "Ich kann einfach nicht mehr, Mama!", seufzt mein Großer. Treuherzig schaut er mich an: "Der Kleine redet und redet und macht nie 'ne Pause. Seit dem wir hier sind, muss ich mir sein Geplapper anhören! Ununterbrochen. Er redet sogar im Schlaf!! Ich brauche eine Pause und zur Stärkung meiner Nerven einen Kakao mit Sahne!". Verblüfft schaue ich ihn an, in den vergangenen Tagen habe ich nicht annähernd so viele Worte hintereinander von ihm gehört. "Na, dann!", lache ich ihn an, "Lass uns einen Kakao trinken gehen!". Und da sitzen wir nun im Schatten der Burgruine, vor einem entzückenden alten Pfarrhaus am Ufer der Eltz. Erfreut schaue ich mir die Terrasse mit den bunt zusammengewürfelten Tischen und Stühlen an. Über jeden zweiten Stuhl hängt eine rote Kuschel-Decke und auf den Tischen stehen liebevoll gefüllte Vasen einer ortansässigen Töpferin. Oma und Opa mummeln sich ein und mein Großer findet endlich auch mal Zeit plaudern. Hach, herrlich! Eine junge freundliche dreadlocks-geschmückte Kellnerin bedient uns und ich kann schmunzelnd beobachten, wie sehr ihr mein Großer gefällt. Du meine Güte! Er ist erst zwölf!! Aber ich muss zugeben, er wirkt erwachsener mit seinen fast 1,70 m (der Kerl ist schon wieder gewachsen!), der dunklen Stimme (das Kieksen in seiner Stimme wird immer weniger) und seiner langen blonden Mähne. Ein Gespräch über das Für und Wider von Dreadlocks entflammt aufs Neue und während wir alle unseren Kakao genießen, fotografiere ich für den Friday-Flowerday die vor mir stehende Vase, denn mit eigenen Blümchen kann ich diese Woche nicht aufwarten.









