Freitag, 17. Oktober 2014

Von Kakao mit Sahne und Dreadlocks



Meinen Kleinen und seinen Papa hat die Abenteuerlust gepackt. Gemeinsam sind sie los gezogen, um die Monrealer Burgruine zu erobern. "Warum wolltest du denn nicht mit?! Du kletterst doch sonst so gerne.", frage ich stirnrunzelnd meinen Großen. "Ich kann einfach nicht mehr, Mama!", seufzt mein Großer. Treuherzig schaut er mich an: "Der Kleine redet und redet und macht nie 'ne Pause. Seit dem wir hier sind, muss ich mir sein Geplapper anhören! Ununterbrochen. Er redet sogar im Schlaf!! Ich brauche eine Pause und zur Stärkung meiner Nerven einen Kakao mit Sahne!". Verblüfft schaue ich ihn an, in den vergangenen Tagen habe ich nicht annähernd so viele Worte hintereinander von ihm gehört. "Na, dann!", lache ich ihn an, "Lass uns einen Kakao trinken gehen!". Und da sitzen wir nun im Schatten der Burgruine, vor einem entzückenden alten Pfarrhaus am Ufer der Eltz. Erfreut schaue ich mir die Terrasse mit den bunt zusammengewürfelten Tischen und Stühlen an. Über jeden zweiten Stuhl hängt eine rote Kuschel-Decke und auf den Tischen stehen liebevoll gefüllte Vasen einer ortansässigen Töpferin. Oma und Opa mummeln sich ein und mein Großer findet endlich auch mal Zeit plaudern. Hach, herrlich! Eine junge freundliche dreadlocks-geschmückte Kellnerin bedient uns und ich kann schmunzelnd beobachten, wie sehr ihr mein Großer gefällt. Du meine Güte! Er ist erst zwölf!! Aber ich muss zugeben, er wirkt erwachsener mit seinen fast 1,70 m (der Kerl ist schon wieder gewachsen!), der dunklen Stimme (das Kieksen in seiner Stimme wird immer weniger) und seiner langen blonden Mähne. Ein Gespräch über das Für und Wider von Dreadlocks entflammt aufs Neue und während wir alle unseren Kakao genießen, fotografiere ich für den Friday-Flowerday die vor mir stehende Vase, denn mit eigenen Blümchen kann ich diese Woche nicht aufwarten.

Donnerstag, 16. Oktober 2014

Holzapfel



"Mama, guck mal, was ich gefunden habe!", mein Kleiner steht rufend am Rande des geheimnisvollen, dunkelschimmernden Ulmener Maares. Angemessen langsam (Oma und Opa sind nicht mehr so schnell!) gehe ich ihm entgegen und blicke lächelnd erst in sein frisches, rotwangiges Gesicht, dann auf seinen tollen Fund: ein Apfel, aber nicht irgendein Apfel - nein, ein Holzapfel. Ein Urapfel sozusagen. "Hast du die Tafel gesehen?", unser Opa klopft mit seinem Gehstock gegen eine grüne Lehrtafel, "Lies mal vor!". Mein Kleiner schaut nach oben und beginnt leicht stotternd den Inhalt vorzulesen: "Hoool-zapfel. Nein, Holzapfel. Kleiner Baum, wird meist nur zwei vier, höschtens sieben Meter hoch. Lie-lief-liefert Wildfutter. Stammraaad aller Kultäpfel." Verwundert blicke ich auf die Tafel: Stammrad aller Kultäpfel? Na, sowas!!

Und weil der Holzapfel so schön grün ist, schicke ich ihn zum Farbrausch von Anne.

Mittwoch, 15. Oktober 2014

Hauswurz



Aus dem schönen Eifel-Örtchen Monreal hätte ich Euch dutzendweise malerische Fachwerkhäuser mitbringen können oder eine romantische Burgruine, sogar mit Wildwasser können die Monrealer aufwarten. Aber nein, ich habe mich für eine Betonkugel entschieden. Eine moosbewachsene Betonkugel auf einer Hausmauer, davor wächst klein und fein Hauswurz. Seit grauer Vorzeit galt die Hauswurz (Sempervivum tectorum) sowohl als Heilpflanze, als auch als Mysterienpflanze. Sie war nämlich dem mächtigen Gott Donar (Thor) geweiht. Um Donar milde zu stimmen und so ihre Häuser vor seinem gefährlichen Blitzschlag zu schützen, pflanzten die Menschen Hauswurz auf ihre Hausdächer. Karl der Große verlangte sogar ausdrücklich, dass jeder Bauer die Hauswurz als Blitzableiter auf sein Dach pflanzen sollte. Aber auch in der Volksmedizin wurde von altersher die medizinische Wirkung der Hauswurz hoch gelobt. Denn sie sollte gegen Entzündungen, Geschwüren, Ruhr und Durchfall, aber auch bei Wurmerkrankungen helfen. Die Bezeichnung Sempervivum bedeutet "immerlebend", womit so die wichtigste Eigenschaft dieser Pflanze erklärt ist. Die Hauswurz ist eine äußerst robuste Pflanze. Es heißt, je karger die Standortbedingungen, desto kompakter, farbiger und insgesamt schöner die Hauswurz. So wird auch verständlich, warum sie wie hier auf der Mauer zwischen dem Sternchenmoos ein ideales Zuhause gefunden hat.

"Mittwochs mag ich" gesammelte Werke bei Frollein Pfau!

Dienstag, 14. Oktober 2014

Bowling



"Mehr nach rechts. Nach reheechts!", mein Kleiner geizt nicht mit seinen neunmalklugen Kommentaren, während mein Großer gerade alles gibt, um mit seiner leuchtend roten Bowlingkugel auf der Bahn zu bleiben. Oma kostet lächelnd ihren trockenen Weißwein und wippt mit ihren frisch desinfizierten Bowlingschuhen. Mein Göttergatte studiert die Punktetafel auf dem Bildschirm vor ihm und erklärt unseren verzweifelten Bahnnachbarn ruhig und gelassen nochmal das System. Ich blicke grinsend in die Runde und mein Blick bleibt an unserem Opa hängen. Erwartungsvoll stützt er sein Kinn auf seinen Händen ab, welche auf seinem Gehstock ruhen, gleich nach dem zweiten Wurf unseres Großen ist er an der Reihe.

Diesen Post habe ich gerade eben noch reingeschmuggelt, denn ich fand ihn als Familienerinnerung unschlagbar.. lächel!!

Wir sind wieder da!!



Unser Urlaub ist leider schon zu Ende, aber ich habe Euch ein paar ganz wunderbare Impressionen mitgebracht. Wir waren in der faszinierenden Vulkaneifel. Die bunten Wälder, die malerischen Dörfchen, die tiefen geheimnisvollen Maare und die imposanten Burgen sind gerade jetzt im Oktober für mich Herbst pur!! Gemeinsam mit Oma, Opa, Mama, Papa, Großer, Kleiner und Hund sind wir los gezogen. Wie gut, dass wir so ein großes Auto mit Anhängerkupplung haben.. lach!! Leider war es sehr regenreich, so dass wir jedes noch so kleines Regenloch voll ausschöpfen mussten. (Dazu kamen Funklöcher noch und nöcher, die meinem Mitteilungsdrang über mein alterschwaches Handy doch stark einschränkten.) Aber für uns als Familie war es einfach toll.. wir konnten alle Indoor-Vorhaben verwirklichen und auch einige Outdoor-Ideen fanden ihr Regenloch.. grins!! 

Sagt die Eule zum Uhu

Wenn im Tierreich Tiere Tieren 
zum Geburtstag gratulieren,
sagt die Eule zum Uhu:
Happy birthday to youhou!

Liebe Steffi 
(kleine Eule.. hihi!!),
alles, alles Liebe zum Geburtstag.
Laß Dich feiern!!
Herzliche Geburtstagsumarmung,
wir vier.

Montag, 13. Oktober 2014

Rübengeisterumzug für kleine Geister



In der Nacht vor Allerheiligen suchen sie sich ein neues Zuhause: die Geister. Wer keinen Geisterbesuch haben wollte, löschte in jener Nacht das Feuer im Herd, damit das Haus kalt und unfreundlich wirkte und die Geister weiterzogen.
In vielen Regionen in Deutschland und in der Schweiz hat man zur gleichen Jahreszeit (bei uns an Sankt Martin) Rübengeister vor dem Haus aufgestellt oder sie bei einem Umzug durch die Straßen getragen. Ob sich die Geister dadurch abgeschreckt oder eingeladen fühlten?
Die Gruseltruppe des Grafschafter Museums lädt alle kleinen Plagegeister zwischen 5 und 10 Jahren zum 8. Rübengeisterumzug am 31. Oktober in den Schlosspark und den Grafschafter Musenhof ein. Alle kleinen Geister sollen verkleidet erscheinen. Gespenster sind lichtscheue Gestalten. Sie mögen nur flackerndes und schummriges Licht. So empfiehlt es sich, eine Laterne mitzubringen! Wegen der großen Nachfrage der letzten Jahre finden die Führungen um 17 Uhr sowie um 18 Uhr statt. Treffpunkt ist jeweils vor dem Schloss.



Es ist Halloween, die Sonne ist gerade untergegangen und im Moerser Schloßpark und im Musenhof wimmelt es nur so vor unheimlichen Gestalten. Rübengeisterumzug für kleine Plagegeister. Sowohl das Museumsteam, als auch die Kinder sind gruselig verkleidet. "Mama, das ist doch eher was für kleinere Kinder!" sagt unser großes Gespenst, um dann nur Minuten später erschreckt aufzulachen.. grins!! Meine Jungs fanden es in den letzten Jahren angenehm grusselig. Beide hatten nicht richtig Angst, aber unheimlich war es schon.. leider ist mein Großer jetzt schon zu groß.. seufz!! Aber vielleicht läuft mein Kleiner ja mit MIR mit.. hoff'!!

Anmeldestart: 21. September 2014
Anmeldeschluss: 26. Oktober 2014
Telefonische Voranmeldung: 0 28 41 / 8 81 51-0
Öffnungszeiten der Museumskasse:
Di. - Fr. 10 bis 18 Uhr,
Sa. und So. 11 bis 18 Uhr