Dienstag, 11. September 2018

Igelschnecke (oder "Film ab - Kalle live!")



Mein Göttergatte sitzt mit schwerem Herzen an der Feuerstelle, heute soll unser Pflegekind Kalle, ein junger Igel, wieder seine Freiheit erhalten. In den Händen hält er die Anleitung von der Firma Denk für das Platzieren und Aufstellen der Igel-Schnecke. Das Igel-Haus soll an eine ruhige Stelle im Garten gesetzt werden. Es sollte ein abseits gelegenes und möglichst trockenes Plätzchen sein.", erklärt er mir und schlägt direkt vor: "Sollen wir ihn unter unserem alten Rhododendron aussetzen?". Ich nicke zustimmend und füge hinzu: "Da kommen ihn höchstens die Hühner besuchen!". Mein Göttergatte nickt grinsend und führt weiter aus: "Wir müssen zuerst ein Loch buddeln, dann etwas trockenen Sand ausstreuen und eine Unterschicht aus Stroh, Heu oder Holzwolle auftragen.". Ich nicke und erkläre: "Du buddelst das Loch und ich hole alles!". "Sand aus dem Sandkasten, Kleintierstreu und Heu von den Meerschweinchen.", überlege ich nur für mich und seufze leise, "Hoffentlich geht alles gut und Kalle bleibt freiwillig bei uns wohnen.". Schnell laufe ich wieder zurück, denn mein Göttergatte ist schon dabei in gebückter Haltung den Boden unter unserem alten Rhododendron vorzubereiten. Zufrieden betrachtet er die ausgesuchte Stelle: "So, jetzt können wir den Igel holen. Du nimmst das Haus und ich nehme den Igel." Gesagt, getan. Vorsichtig setzt mein Göttergatte Kalle auf vorbereitete Stelle und stülpt das Igel-Haus über ihn. "So!", mein Göttergatte guckt mich zufrieden an: "Nun soll man zur Sicherung und Isolierung noch die Igel-Schnecke mit  Erde und Laub abdecken. Nur noch der Eingang soll frei bleiben.", und erklärt weiter, "Das Igel-Haus kann vom Igel das ganze Jahr über bewohnt werden, erst im Winter zum Winterschlaf und dann im Spätsommer, wenn sie ihre Jungen bekommen.". "Das wäre ja toll!", werfe ich seufzend ein und komme mir wie eine junge Mutter vor, die gerade ihr Kind das erste Mal in den Kindergarten bringt, "Müssen wir das Häuschen eigentlich auch saubermachen?". Mein Göttergatte schüttelt den Kopf: "Eine Reinigung ist nicht nötig. Nach dem Winterschlaf soll man nur das alte Nistmaterial entfernen.". "Okay.", ich straffe mich innerlich und frage: "Sollen wir vielleicht für heute deine kleine Kamera aufstellen? Dann wissen wir wenigstens, ob er sich wohlfühlt und sein neues Heim auch annimmt." Mein Göttergatte lächelt mich liebevoll an: "Das machen wir!".

Habt Ihr nun vielleicht Lust bekommen Euch anzuschauen, wie Kalle seinen ersten Tag in freier Wildbahn verbracht hat? Na, dann los. Film ab!




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Igel Schnecke >hier<
(Ganzjahres-Quartier 
für die Igel Familie
von der Firma Denk)

Freitag, 7. September 2018

Stille Herbstfarben im Schlafzimmer


Die ersten Tage des Septembers sind vorbei und es scheint als ob mit dem Regen direkt der Herbst Einzug gehalten hat. Der von der Trockenheit strapazierte Wald hüllt sich in dichte, schwülwarme Nebelschwaden und lässt die wenigen noch grünen Bäume wie stumme Riesen erscheinen. Jeder Schritt über den Waldboden lässt vertrocknete Blätter ein letztes Mal laut knistern, ehe sie in winzig kleine Teilchen zerfallen. Die Natur hat uns in diesem Sommer gezeigt wie abhängig wir von ihrem sonst so perfekt abgestimmten Zyklus sind. Das schwere Grau des Nebels, das tiefe Grün der Bäume und das intensive Braun der gefallenen Blätter schenkt dem Wald eine fast schon morbide Schönheit und dennoch bieten diese stillen Farben einen umwerfenden Anblick. Einen fast schon trägen Charme, den ich nur zu gerne mit nach Hause in unser Schlafzimmer genommen habe. Alleine die roten Hagebutten schenken dem Raum einen Hauch von Frische und stimmen auf einen hoffentlich bunten und goldenen Herbst ein.

Ich wünsche Euch ein ganz entspanntes Septemberwochenende!
Herzlichst, Nicole.


Donnerstag, 6. September 2018

Erntedank im Hühnerhaus (oder "Wo kommt das große weiße Huhn bloß her?")


Während die Abendsonne den Garten in ein spätsommerliches Licht taucht, verschönern mein Sohnemann und ich den Hühnerstall mit einigen guten Gaben. Kleine Äpfelchen legen wir auf das schmale Fensterbrett und goldgelben Mais hängen wir wie eine Girlande von Fensterladen zu Fensterladen. "Wo ist das zugelaufene Huhn denn?", mein Sohnemann sieht mich fragend an. "Dort hinten unter dem Kirschlorbeer. Kannst du sie sehen?", ich zeige mit dem Finger auf ein großes weißes Huhn. Mein Sohnemann nickt und grinst mich an: "Kannst du nochmal erzählen, wie es zu uns gekommen ist?". Lächelnd blicke ich ihn an und beginne mit der Geschichte: "Letzten Sonntag, kurz bevor die Hühner in den Stall gegangen sind, hat dein Papa beobachtet wie die Henne unterm Zaun hindurch zu uns in den Garten geschlüpft ist. Er hat mich ganz überrascht gerufen und gemeint, er wisse ja, dass Tiere sich hier bei uns wohl fühlen, aber dass sie schon selber einfach einziehen, würde ihn doch überraschen.". "Hihi!", mein Sohnemann kichert leise, "Und ihr habt echt niemanden gesehen, der das Huhn vielleicht ausgesetzt hat?". Ich schüttele bedauernd den Kopf: "Nein, leider nicht!". "Ach, Mama. Auf ein Huhn mehr oder weniger kommt es doch nicht an.", er zeigt schmunzelnd auf die beiden für uns ungewöhnlich großen Hennen, die nebeneinander stehen und versuchen unsere Deko zu vernaschen, "Und guck mal, jetzt hat Gulliver eine Freundin auf Augenhöhe.".

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*Natur-Donnerstag*, *Naturkinder**Freutag*, *Gartenglück*

Mit diesem großen, weißen Huhn scheint ein Sussex-Huhn eingezogen zu sein. 
Jetzt besteht unsere Hühnerschar aus Chabos, Zwerg-Bantam,, Sundheimer, Rhodeländer und Sussex.

Dienstag, 4. September 2018

Apfel-Pfannkuchen vom Blech


"Mama, weißt du auf was ich so richtig Hunger habe?", mein Großer sieht mich erwartungsvoll an. Lächelnd schüttele ich den Kopf: "Nein, auf was denn?". "Auf einen Apfel-Pfannkuchen. So einen vom Blech.", mein Großer, unser Apfelexperte, streckt sich, bereit alles zu geben, "Ich mache ihn auch für uns. Die Äpfel dafür habe ich schon gepflückt!".

Zutaten und Zubereitung
  • 4 Eier
  • 50 g Zucker - in eine Schüssel geben, schaumig schlagen.
  • 200 ml Milch - zufügen und unterrühren.
  • 100 g Mehl - esslöffelweise dazugeben und zum Schluss
  • 2 Esslöffel Mineralwasser -  hinzugeben. Fertig ist der Teig.
  • Backblech mit Backpapier auslegen und Teig darauf verteilen.
  • 2 Äpfel - schälen, vierteln, entkernen und in Spalten schneiden, den Teig damit belegen. Nach dem Backen:
  • 1 Prise Zimtzucker - je nach Geschmack.

Backofen vorheizen (Umluft/175°C), 12 Minuten backen.

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Übrigens: 

Mein Großer hat zwei große Backbleche Apfel-Pfannkuchen gebacken. Auf den Fotos ist nur der klägliche Rest zu sehen. Nee, wat waren die lecker... mmmh!

Die leuchtend roten Apfel-Bäckchen schicke ich mit einen lieben Gruß zu Andrea. Ihr Motto für September lautet nämlich "Farbe in den Alltag".

Freitag, 31. August 2018

Pfirsichliebe


Guten Morgen, meine Lieben! Wir schön, dass Ihr wieder da seid. Heute möchte ich eine kleine Familiengeschichte erzählen. Ich hoffe, sie amüsiert Euch so wie mich: 

"Nicole? Hier ist Papa. Unser Pfirsichbaum hat im Moment so viele Früchte, ich kann sie gar nicht alleine essen. Möchtest du welche haben?", mein Vater ist am Telefon und kommt gleich zur Sache. Ich überlege kurz, ob ich die Erntehilfe einplanen kann und antworte: "Na, klar. Ich komme morgen doch eh vorbei und bringe dir deine Einkäufe, da können wir doch gemeinsam die Pfirsiche ernten.". "Nicht nötig!", mein Vater winkt ab, "Das mache ich schon. Ich hab' eh nix zu tun!". (Ihr müsst wissen, ich bin ein Nesthäkchen und mein Papa wird im Oktober schon 88 Jahre alt.) "Papa, übernimm dich bitte nicht. Warte doch einfach auf mich, ich bin so gegen 10.00 Uhr da!", besorgt ermahne ich ihn, "Und klettere bloß nicht auf die Leiter!". "Nee, nee!", antwortet mir mein Vater ungeduldig, "Ich pass schon auf. Aber bring doch bitte einen eigenen Korb mit. Ich habe keinen gescheiten mehr.". "Okay, mache ich. Bis morgen, Papa!", antworte ich und lege auf. Am nächsten Morgen fahre ich wie versprochen für meinen Vater einkaufen und entdecke, dass der Gelierzucker 2:1 im Angebot ist. Entschlossen nehme ich drei Kilo mit, denn wer weiß, wie viele Pfirsiche es zu ernten gibt. Bei meinem Vater angekommen, packe ich erst meine Einkäufe weg und frage dann nach den Pfirsichen. "Die stehen hinten im Flur.", erklärt mir mein Vater, "Ich habe sie auch schon sortiert. Die nichts mehr sind liegen schon auf dem Kompost.". "Okay, danke schön!", antworte ich und laufe die Teppen runter in den Flur. Ein einsamer Eimer steht dort im Halbschatten. Verwundert bücke ich mich und schaue in den großen Eimer. Sage und schreibe acht Pfirsiche liegen darin. Ich denke an meinen Gelierzucker-Vorrat und beiße mir vor Lachen auf die Lippen. Acht Pfirsiche. Ich kichere in mich hinein. So viele Pfirsiche kann mein Papa nun wirklich nicht alleine essen. 

Ich hoffe, die kleine Geschichte hat Euch auch ein wenig erheitert. Pfirsich-Marmelade habe ich trotzdem eingekocht. Immerhin waren es große Pfirsiche, die zusammen etwas über ein Kilo wogen. Ich habe Euch auch das Rezept aufgeschrieben und hier ist es auch schon:

Pfirsichmarmelade 

Zutaten
  • 1,2 kg Pfirsiche
  • 500 g Gelierzucker (2:1)
  • 2 Spritzer Zitronensaft
  • Vanillezucker

Zubereitung
Pfirsiche waschen, halbieren und entkernen (nicht schälen). Pfirsiche in den geben und 5 Sek. / Turbo-Stufe zerkleinern. Gelierzucker zugeben und nochmals 5 Sek. / Turbo-Stufe. Zitronensaft hinzufügen, 18 Minuten / 100 °C / Stufe 3 kochen. Zum Schluss 5 Sec. / Stufe 8 zerkleinern, in heiß ausgespülte Einmachgläser geben und für ca. 10 Minuten auf den Kopf stellen.

Ich wünsche Euch einen guten Appetit 
und ein wunderbares Spätsommerwochenende!
Herzlichst, Nicole