Sonntag, 19. November 2023

Novembergefühl (oder "Muurejubbel")


Es ist bereits Mitte November und die letzten Tage hatten viel Regen und Nebel im Gepäck. Tage die viel zu kurz waren und an denen es nicht richtig hell wurde. Und doch ist es der Monat, der mich im Herzen berührt. Ich liebe es nach getaner Gartenarbeit oder einem ausgiebigen Spaziergang mit Mann und Hund ins heimelige Haus zu kommen und meine kalten Händen an einer guten Tasse Tee oder Kaffee zu wärmen. Wenn dann noch im Ofen ein lustiges Feuerchen brennt und Lichterketten oder Kerzen den frühen Abend erhellen, hat die Zeit der Mythen und Märchen hat begonnen. Die Musik wird besinnlicher, die Mahlzeiten deftiger und die Familie rückt zusammen. Hachz.. wie gesagt: Ich liebe diese Zeit.


Unser Lieblingsgericht für diese heimelige Zeit ist übrigens "Möhrendurcheinander" (auch "Muurejubbel"*, "Möhrenstampf" oder "Möhren untereinander" genannt). Zur Zubereitung werden dafür Möhren und mehligkochende Kartoffeln geschält, in Würfel geschnitten und in Brühe gekocht. Nach dem Garen werden sie mit einem Kartoffelstampfer zerstampft und mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt. Nur noch einen Schwups warme Milch, einen Stich Butter dazu und frische, gehackte Petersilie untergemengt und dann genießen. Einfach lecker. 


*Muurejubbel, Muhrejubbel- niederrheinische Mundart


Freitag, 10. November 2023

Ein Nachmittag zum Martinsfest


Hallöchen, meine Lieben! Wie schön, dass Ihr heute auch bei mir vorbei schaut. Setzt Euch doch und nehmt Euch eine Tasse Tee. Aber vorsichtig - er ist noch ganz schön heiß! Habt Ihr Lust auf ein Stück vom Weckmann (oder auch Stundenkerl)? Ich esse das Gebäck gerne mit Schokocreme und Käse. Wie Iiihhh? Das ist hier am Niederrhein fast normal.. lach! Hachz.. ich mag diesen Brauch so gerne. Auch in diesem Jahr werden wir wieder gemeinsam am Sonntag zu Mittag essen. Denn der 11. November ist für uns nicht nur das Fest des heiligen Martin, auch unser Uropa und mein Bruder, der leider schon mit einem halben Jahr gestorben ist, hätten an diesem Tag Geburtstag. Der Sonntag rund um Sankt Martin gehört deshalb seit jeher der Familie. Nur das wir in diesem Jahr nicht von meinen Schwiegereltern zum Gänsebratenessen eingeladen worden, sondern von unserem Großen. Er möchte zum ersten Mal das Martini-Essen für die Familie selber zubereiten. Aber vorher werden wir erstmal noch über einen kleinen Martinsmarkt bummeln. Da freue ich mich schon sehr drauf. Kleine Büdchen, leuchtende Laternen, wärmendes Martinsfeuer und feine Brezeln oder stattliche Weckmänner. Nur auf einen Martinsumzug werde ich wohl auch in diesem Jahr verzichten müssen. Die meisten Umzüge sind schon vorbei und da eine Kollegin Ende des Jahres in ihren vollverdienten Ruhestand gehen wird, wurde zum November kurzerhand meine Arbeitszeit verdoppelt. Ach, ja. Geplant war das nicht!! Habe ich Euch eigentlich schon einmal gesagt, wie sehr ich dieses heimelige Brauchtumsfest liebe?! Ich glaube mehr als einmal, oder?! Von der liebenlieben Lene und der liebe Birgitt habe ich übrigens ganz liebe Post bekommen. Ist das wollige Herbstblatt von Lene nicht einfach zauberhaft? Und ist die Herbstcollage zwischen Herbstwald und Ostsee von Birgitt nicht einfach wunderbar!? Hachz.. so eine feine Herbstpost! Ich habe mich jedenfalls wie Bolle gefreut. Dankeschön, Ihr Lieben. 

Ich wünsche Euch einen wunderschönen Sankt-Martins-Umzug mit kunterbunten Laternen, leuchtenden Kinderaugen, feinen Martinsgänschen, stattlichen Weckmännern und einem Herbstwind, der es gut mit Euch meint.
Herzlichst, Nicole

Herzlichen Dank, liebeliebe Lene und liebe Birgitt!


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Dienstag, 7. November 2023

Gänsepost


Ich sitze an unserem großen Esstisch, trinke eine wärmende Tasse Tee und schaue seufzend aus dem Fenster in den grauen Nachmittag. Es scheint, als will es gar nicht mehr aufhören zu regnen und auch die kräftigen Windböen scheinen kein Ende zu finden. Zum Glück haben wir die Stürme der vergangenen Tage gut überstanden und ich lasse ein "Dankeschön" gemeinsam mit den letzten roten Blättern des Wilden Weines in den Himmel fliegen. Ein kräftiger Windstoß rüttelt an den zarten Zweigen der Birke vor dem Fenster und goldene Birkenblätter fallen tanzend auf den vom Regen gesättigten Boden. "Ach, hör' auf dich zu beklagen!", sage ich nur zu mir selbst und beschließe den Sonntagnachmittag aktiv zu nutzen. Schon länger wollte ich ein paar liebe Postkarten auf die Reise schicken und heute ist einfach ein perfekter Tag dafür. Ich gehe nach nebenan ins Büro und freue mich über die gebastelten Laternen unserer Söhne, die wir auch in diesem Jahr wieder ins Fenster gehangen haben. Wo sind denn nur die Postkarten? Ach, da. Ich bin wirklich keine talentierte Karten-Bastlerin und habe deshalb einfach ein Foto, welches gut zur Sankt-Martin-Zeit passt, ausgewählt und als Postkarte drucken lassen. Schaut die Locken-Gans meiner Freundin nicht einfach herrlich frech über den schiefen Gartenzaun? Doch was soll ich schreiben? Da fällt mir das "Elfchen" meines Sohnes wieder ein, dass er bereits in der Grundschule zum Thema "Sankt Martin" gedichtet hat. Möchtet Ihr es lesen?

Rot 
der Mantel
Sankt Martin teilt
dem Bettler wird warm
Barmherzigkeit

Freitag, 3. November 2023

Novemberhortensien


Guten Morgen, meine Lieben! Wie schön, dass Ihr da seid. Wollen wir uns mal wieder an den großen alten Holztisch setzen? Das haben wir schon so lange nicht mehr, nicht wahr?! Heute habe ich ein paar Hortensien aus dem Garten in der Vase. Ich finde die Farben einfach wunderschön, wenn sie kurz vor dem Verblühen sind. Sanft und doch kräftig. Genau meins.


Euch ein sanftes erstes Novemberwochenende!
Herzlichst, Nicole


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