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Freitag, 8. November 2013

Kuhlen



Wie gerade eben im Post "Littardmarkt" erwähnt, ist die Gegend rund um den Littardmarkt, durch seine Kuhlen geprägt. Aber was sind Kuhlen eigentlich? Als Kuhlen bezeichnet man künstlich geschaffene Vertiefungen in der Erdoberfläche, die beim Abbau von Rohstoffen, wie Torf, Ton, Lehm, Sand oder Kies, entstanden sind und sich aufgrund von hoch anstehendem Grundwasser zu Kuhlengewässern entwickelt haben. Die ersten Torfkuhlen am linken Niederrhein sind schon im Mittelalter entstanden, als in den Niedermooren, bzw. Bruchwäldern, die innerhalb verlandeter, nacheiszeitlicher Abflussrinnen des Rheins lagen, Torf gestochen wurde. Wie auch hier am Littard-Weg. Die großen Kuhlen gehörten meist zu den Ländereien eines Herrensitzes oder Großbauern und befanden sich oft in unmittelbarer Hofnähe. Nach Beendigung des Torfabbaus gegen Ende des 19. Jahrhunderts, schüttete man die meisten Kuhlen zu oder überließ sie einfach sich selbst. Mit der Zeit siedelten sich entsprechende Pflanzen an, die je nach Tiefe der Kuhlen unterschiedlich schnell die natürliche Verlandung dieser Gewässer vorantrieben. Es entstanden so Moore und die, eben nicht sehr tiefen, Kuhlengewässer. Die Torfkuhlen sind am linken Niederrhein von hoher kulturhistorischer Bedeutung und prägen entscheidend, die historisch gewachsene Landschaft in den Niederungsbereichen, entlang der ehemaligen Rheinverläufe, mit. Die naturnahen, ökologisch entsprechend wertvollen Gewässer spielen eine wichtige Rolle für das Landschaftsbild und den Arten- und Biotopschutz. Und was soll ich noch sagen? Diese moorige Kuhlenlandschaft birgt gerade jetzt im Herbst eine angenehme, leicht melancholische, Stimmung in sich.

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