Donnerstag, 26. Mai 2022

Gewöhnlicher Natternkopf und Natternkopf Mauerbiene (oder "Wir brauchen Insekten!")


Wildpflanzen, wie zum Beispiel der "Gewöhnliche Natternkopf", haben sich über Jahrtausende hinweg gemeinsam mit den Insekten an die Bedingungen ihrer Ursprungsregion angepasst. So blühen regionale Wildpflanzen genau zu dem Zeitpunkt, zu dem auch die Insekten schlüpfen, die sie brauchen (oder eben auch anders herum). Es gibt sogar Insektenarten, die sich auf nur eine regionale Pflanzenart spezialisiert haben, so auch die "Natternkopf Mauerbiene". Gibt es also weniger unserer regionalen Pflanzenarten, gibt es auch weniger Insektenarten. Doch das wäre verheerend, denn sterben Insektenarten aus, fehlen sie uns als:

  • Bestäuber, für einen guten Fruchtertrag
  • Filtrierer, die unser Wasser sauber halten
  • Bodenverbesserer, die den Boden durchlüften und organisches Material abbauen
  • Nahrungsquelle für Amphibien, Reptilien, Fische, Vögel und Säugetiere

Deshalb hat der NABU (Naturschutzstation Niederrhein) schon im letzten Jahr ein Projekt gestartet. Ziel des Projektes »Insektenfreude – mit regionalen Wildpflanzen« im Bundesprogramm "Biologische Vielfalt" ist es, die Grünflächen und Gärten in Deutschland für mehr Artenvielfalt zu nutzen. Denn gerade in unseren Wohngebieten liegt viel ungenutztes Potenzial. Stellt Euch vor, wir würden unsere Lebensräume auch zur Insektenrettung einsetzen! Wäre das nicht großartig? Werdet doch auch Insektenschützer*in! Es ist so einfach. Bepflanzt Eure Beete, Kübel und Balkonkästen mit den entsprechenden regionalen Wildpflanzen und/oder kombiniert sie mit Euren Pflanzenlieblingen. Wildpflanzen sind Lebensraum, Nahrungsquelle, Nistmöglichkeit und Überwinterungsplatz für Insekten in Eurer Region. Unsere Insektenschutzgebiete sichern die Artenvielfalt – jetzt und für die Zukunft. 


Gewöhnlicher Natternkopf (Blauer Heinrich)
  • 60-80 cm
  • Juni - September
  • sonnig
  • Insektenart: Natternkopf Mauerbiene, Mauernfuchs (Tagfalter)
Der "Gewöhnliche Natternkopf" ist eine zweijährige oder mehrjährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 60 bis 80 Zentimetern. Er bildet als Speicherorgan manchmal eine Rübe aus. Der Stängel ist steif und krautig. Der "Gewöhnliche Natternkopf" besitzt kurze, steife "Borsten" an Stängeln und Blättern. Die Blüten vollziehen einen Farbwechsel von rosa über lila nach blau. Bienen lernen, dass nur die rosa Blüten reich an Nektar sind. Die Bestäubung erfolgt auch durch andere Bienenarten, Schwebfliegen und Falter.

Die Fotos der blühenden Pflanze vor unserem Hühnerstall sind übrigens vom letzten August, im Moment würde man dort auch nur das frische Grün sehen. Da es die Wildblumenwiese leider wegen unsere Aufräumaktion der diversen Sturmschäden nicht mehr gibt, habe ich mir u.a. auch einen neuen "Natternkopf" (mit gesicherter Herkunft aus zertifiziertem Saatgut) aus dem Angebot des NABU mitgemacht. Ich kann es kaum erwarten, wenn mein persönliches Insektenschutzgebiet wieder durchstarten kann.


Natternkopf Mauerbiene

Da die "Natternkopf Mauerbienen" und auch ihr Nachwuchs sich ausschließlich von den Pollen des "Gewöhnlichen Natternkopfes" ernähren, sind sie auch erst auch im Juni bis September unterwegs. Die fuchsbraunen Männchen und die gräulichen Weibchen fliegen im Sommer auffällig schnell um die Natternkopf-Blüten herum und das aus unterschiedlichen Gründen. Die Männchen sind nämlich auf der Suche nach den Weibchen, während diese mit dem Sammeln von Pollen beschäftigt sind. Sie tragen dafür eine Art Sammelbürste am Bauch, an der sie den Pollen transportieren. Als Nistplätze dienen ihnen Felswände und Steinmauern, aber auch in den Wänden alter Fachwerkgebäude, in Lehmwänden oder auch in Totholz (Bäume, Pfosten) legen sie ihr Nest an. 




Das Projekt "Insektenfreude - mit regionalen Wildpflanzen" wird gefördert im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz.


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die mir am Herzen liegt!



Verlinkt mit:
*Natur-Donnerstag* von Elke, *My Corner of the World* von Betty, "Frühlingsglück" von Loretta und Wolfgang,

16 Kommentare:

  1. Guten Morgen Nicole,
    der Natternkopf ist bei uns an jeder Ecke zu sehen und manche meckern ja auch, dass er sich so verbreitet, dabei brauchen wir den.
    Ich schau auch immer gerne zu, wie sich die Bienchen in die Blüten reinwerkeln, ist total schön und der Enkel freut sich dann auch.
    Ich habe auch auf meinem Balkon nur bienenfreundliche Pflanzen und das wird auch genützt. Alles wunderbar, ich wohne zwar in einer großen Anlage, aber hier ist alles wunderbar mit großen Bäume bestückt, viel viel Grün und die Vögel singen mir am Morgen, am Mittag und am Abend ein Liedchen, das ist sooo schön.
    Hab einen schönen Tag und eine gute Woche Eva

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  2. diese werbung kann ich auch nur voll unterstützen und drücke dir die daumen, dass der natternkopf bei dir wieder so viele insekten anziehen wird wie im letzten jahr. meiner hoffentlich auch!
    liebe grüße
    mano

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  3. Super Beitrag! Wenn ich das so in aller Kürze und Würze sagen darf :)
    All die Blumensaatmischungen die wir immer aussähen bringen den Heimischen Arten nichts. Sie unterstützen die normale Honigbiene, ja. Dabei werden aber die heimischen verdrängt.
    Und der blaue Heinrich ist doch wirklich auch wunderschön. Letztes Jahr blüht hier ein ganzes Feld mit heimischen Wildblumen, vor allem der Heinrich strahlte blau.
    Schönen Feiertag und liebe Grüße
    Nina

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    1. Genau so ist es, liebe Nina. Und Ihr hattet ein ganzes Feld mit heimischen Wildblumen vor der Haustür? Wie wunderbar ist das denn?! Liebe Grüße, Nicole

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  4. Servus Nicole, ich höre es richtig summen und brummen wie auf den Wiesen meiner Kindheit. Wunderschöner Naturgarten!
    Lg aus Wien

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  5. Naternkopf - hört sich gefährlich an ;-)
    LG, Karin

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  6. Was für ein toller naturnaher Blog! Ich habe ihn über die Stories vom NABU Niederrhein gefunden. Gefällt mir sehr und jetzt schmöker ich mich erstmal durch. Liebe Grüße, Gerry

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    1. Vielen Dank für Dein nettes Lob, Gerry. Es freut mich, dass es Dir hier bei mir gefällt. Viel Spaß beim Schmökern! Herzlichst, Nicole

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  7. Liebe Nicole,
    mit großer Aufmerksamkeit habe ich deinen Beitrag gelesen. In meinem Garten tummeln sich zur Zeit sehr viele Insekten und um ihnen etwas Gutes zu tun, habe ich die Vogelschale mit Wasser verstellt. Diese wird von den Feldwespen , mit ihren langen Beinen, sehr gerne benutzt. Das hat allerdings auch für eine Schreckmoment bei mir gesorgt. Drei von den Wespen lagen regungslos ausgestreckt im Wasser - oh je Katastrophe! Aber nein, mit ein paar Bewegungen waren sie am Rand der Schale um sich zu trocken.
    Auch den kleinen Fliegern tut ein Abkühlung gut, daran sollten wir immer denken und das Nötige dazu aufstellen!!!
    Herzliche Grüße
    Lieselotte

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    1. Das ist auch noch ein sehr guter Hinweis, liebe Lieselotte. Es ist so wichtig den Insekten und auch anderen Wildtieren etwas Wasser anzubieten. Bei uns ist der Mühlsteinbrunnen, der für eine kühle Wasserstelle sorgt. Wasser ist Leben! Herzlichst, Nicole

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  8. Vor einigen Jahren war ich auf der Suche nach dem Natternkopf, jetzt steht er hier überall zu meiner großen Freude. Ja, auf ganzen Äckern ist er ausgesät worden. Herrlich!
    Liebe Grüße
    Andrea

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  9. Bei uns am linken Niederrhein sieht das mit der Opulenz in der Natur ganz anders aus, liebe Elke. Bis vor ein paar Tagen gab es hier keinen Regen. Anfang das Jahres stand hier erst alles unter Wasser und wir wurden von Stürmen gebeutel. Doch dann kam wieder gar nichts mehr vom Himmel herunter. März? April? Anfang Mai? Kein Regen in Sicht. Die Felder wurden sozusagen vom Winde verweht. Dass der Natternkopf bei Euch verbreitet ist, finde ich super, bei uns gibt es ihn selten. Viele Wildpflanzen sind der Landwirtschaft oder der Kiesbaggerei zum Opfer gefallen, dass macht sich auch bei den Insekten bemerkbar. Sie fehlen. Dir ganz liebe verbundene Grüße, Nicole

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  10. Liebe Nicole,
    das ist toll, was du da machst! Eine wirklich super Werbung!
    Wenn jeder Garten auch nur ein klein wenig unordentlich wäre und in einigen Ecken Wild- und Unkräuter hätte, würde es einigen Insekten viel besser gehen. Ich hab seit Jahren drei Ecken im Garten, wo alles wachsen darf und staune über die Vielfalt.
    Ganz viele liebe Grüße von Urte

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  11. Moin Nicole,
    dein Beitrag ist toll geschrieben!
    Den Natternkopf mag ich sehr. Leider sieht man ihn hier bei uns so gut wie gar nicht. Im letzten Jahr hatte ich einen gekauft, der wollte aber nicht auf Anhieb blühen, nun hoffe ich auf diesen Sommer. :)
    Wir brauchen mehr Naturgärten, leider scheinen aber die Steinflächen immer mehr zu werden.
    Liebe Grüße
    Gabi

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  12. Jetzt musste ich zuerst einmal genau hinschauen bei deinen Fotos, wie denn der Natternkopf genau aussieht. Bei uns heisst er Ackerblume und kommt immer seltener vor, bei der Monotonen, Intensiv genutzten Landwirtschaft hat er keine grosse Chance. Gut dass dafür geworben wird.
    L G Pia

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  13. Me parece una gran idea. Besos.

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♥ Danke, dass Du Dir für ein paar liebe Worte Zeit nimmst ♥

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